RE: https://sueden.social/@BlumeEvolution/115962561580598429

Guten Morgen - Tässle Kaffee ☕️?

So beginne ich seit Langem fast jeden Morgen auf #Mastodon. Und eigentlich mag ich es hier. Aber in letzter Zeit gab es auch in Threads gegen Antisemitismus & Ableismus immer wieder Anwürfe & Derailing durch gleichzeitig mehrere anonyme Accounts. Und nicht nur gegen mich. 👇

Heute ist der 27. Januar, der Gedenktag zur Befreiung von #Auschwitz - und ich merke schon, dass ich auch dazu wieder weitere Attacken erwarte. Das macht mich traurig & nachdenklich. (1/2)

Oft gibt es mehrere Attacken pro Tag. Viele Moderate sind wieder gegangen & andere meinen, es gehe im Internet nur noch mit Pseudonym und also ohne #Klarnamen. Andere empfehlen, nur noch zu posten & generell nicht zu antworten.

Aber ich mag mich nicht verstellen & verleugnen, so verstehe ich #Dialog nicht. Und auf dem #Blog geht es doch auch.

Ich gehe daher mal ein paar Tage hier raus & sortiere, was gut tut & wichtig scheint. Habt alle eine gute Zeit & bis bald! 👋 https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/verschwoerungsfragen-folge-2-warum-immer-die-juden-warum-immer-israel-antisemitismus/

Verschwörungsfragen Folge 2: Warum immer die Juden? Warum immer Israel? #Antisemitismus

Podcast "Verschwörungsfragen", Folge 2: Warum werden bei Krisen immer Juden sowie der Staat Israel einer vermeintlichen "Weltverschwörung" beschuldigt?

Natur des Glaubens

Am #Holocaust - Gedenktag 2026 wurde mein Profil mit Attacken überzogen & mehrere Posts gegen #Antisemitismus mit höhnischen Kommentaren gemeldet & gesperrt.

Ich habe auf jeden Einspruch dagegen verzichtet, weil ich an diesem Tag #GegendasVergessen sprach & davon ausgehe, auch weiterhin sowohl von rechten & wie linken Dualisten digital angegriffen zu werden.

Als Zeichen stillen Protests beende ich hiermit meine jahrelange Tradition des morgendlichen „Tässle Kaffee ☕️“. https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/fussball-soll-dem-frieden-dienen-meine-ansprache-zum-holocaust-gedenktag-2026-beim-vfb-stuttgart/

Fussball soll dem Frieden dienen - Meine Ansprache zum Holocaust-Gedenktag 2026 beim VfB Stuttgart

Die Rede von Dr. Michael Blume zum Holocaust-Gedenktag 2026 beim VfB Stuttgart gegen jeden Antisemitismus und gegen jeden Ableismus.

Natur des Glaubens
@BlumeEvolution Was, kein morgendliches Tässle Kaffee mehr wegen den Banausen? Du verkennst, dass Deine morgendlichen Toots die Funktion einer Tageslosung haben. Deren Sinn besteht in der Anregung zum Nachdenken und zum Gespräch, was ja gelingt. Die Bullies, die kannst Du ja getrost blocken.

@plinubius

Danke, aber ich stelle mich hier mit #Klarnamen täglichen Anwürfen & auch Angriffen anonymer Accounts. Und ob die Lösch-Meldungen gegen meinen Account bewusst am #Holocaust - Gedenktag durchgeführt & durchgewunken wurden, noch während ich beim #VfBStuttgart gegen #Antisemitismus & #Ableismus, für das #Miteinander sprach?

Ich bin ein freundlicher & dialogischer Mensch, der sich seit Jahren für das #Fediverse engagiert. Aber ich ziehe eben auch Grenzen gegen #Dualismus.

@BlumeEvolution Ich muss gestehen, dass ich von diesen Vorgängen gegen Dich nichts mitbekommen habe. Mit dem Bedeutungszuwachs des Fediversums geht mit Sicherheit auch ein Aufwuchs und ein Hinzulernen devianter Akteure einher, die lernen, hier koordiniert tätig zu sein. Wie dem koordiniert begegnen? Du motiviert mich, einen Handle unter Klarnamen zu nutzen, aber die Sache ist identätstheoretisch nicht ganz einfach. 1/6
@BlumeEvolution Bei Jean-Claude Kaufmann habe ich gelernt, dass Identität anlassbezogene Erzählung narrativen Materials der eigenen Biographie ist. Die Schwierigkeit besteht darin, durch Offenlegung die Kontrolle über die Erzählung zu verlieren. Freimütig Klarnamen zu nutzen ist Privileg und Selbstbeschränkung zugleich. Privileg, wo immer das Material zur Erzählung der öffentlichen Person passt: Zu mir als Arbeitnehmer usw. Umgekehrt aber auch Selbstbeschränkung ... 2/x
... weil ich mir reiflich überlegen muss, was nun zu der Erzählung meiner öffentlichen Person passt, also zur Klarnamen-Identität, die ich da mit Erzählfragmenten erzählbar mache. Die Möglichkeit, unter einem oder mehreren Pseudonymen zu schreiben, ist hingegen eine Lust und eine Entlastung. Schreibend kann ich sein, wohin mich der Gedanke führt, ohne Rücksicht auf das Bedürfnis nach Konsistenz all jener, die zur Person urteilen wollen. Unter einer Bedingung: 3/x
Die Selbstentfaltung eigener weiterer Identitätserzählungen wird dann unmoralisch, wenn man sie zum Ausgangspunkt der Aggression gegen andere macht. Die um das sachliche Argument bemühte Diskussion hält die Anonymität aus. Mir dämmert aber, dass es einen Punkt gibt, wo seinen Klarnamen zu offenbaren die Bedingung ist, in eine Debatte einzusteigen. Dieser Punkt ist vermutlich immer sofort dann erreicht, wo das Gegenüber unter Klarnamen antritt. Das gebietet dann den Respekt, ... 4/x

... auf Agitation unter Pseudonym zu verzichten.

Insofern kann beides co-existieren: Erstens eine sinnvolle Welt der unter Pseudonym konstruierten Identitäten im bloßen Selbstgespräch und Glasperlenspiel. Zweitens die tatsächlich öffentliche Welt, in der die Verwendung von Klarnamen gegenseitigen Respekt ob der gegenseitigen Verletzungsmöglichkeit fordert.

Ich sehe schon, ich brauche einen Klarnamen-Handle, unter anderem auch, um mich real aussetzen und realen Beistand leisten zu können. 5/x

Was wir also vermutlich bekommen, ist eine völlig neue Kultur der Ritterlichkeit im Fediverse. Man wird geübt sein, marodierende Lumpen und Stänkerer von rechtschaffenen und um Zivilisiertheit bemühten Mitbürger*innen unterscheiden zu können. Das nimmt der möglichen Schärfe der Debatte nicht die Kraft, es hegt aber die Möglichkeit der Verletzung und Beleidigung ein. 6/6
Das kreative Ich auf der Suche nach Anerkennung. Notizen zu Jean-Claude Kaufmanns Theorie der Identität. (Lieferung 1) | Plinubius