Mastodon gilt vielen als Alternative zu X aka Twitter. Marco Wähner sprach auf dem #39c3 darüber, warum das dezentrale Netzwerk mehr als nur eine Alternative ist und was wir als Zivilgesellschaft tun müssen, um dessen Idee zu stärken.

https://netzpolitik.org/2025/dezentrale-netzwerke-es-braucht-dauerhaft-zivilgesellschaftliche-power/

Dezentrale Netzwerke: „Es braucht dauerhaft zivilgesellschaftliche Power“

Mastodon galt vielen als Alternative zu Twitter, nachdem Elon Musk die kommerzielle Plattform übernommen hatte. Marco Wähner sprach auf dem 39. Chaos Communication Congress darüber, warum das dezentrale Netzwerk mehr als nur eine Alternative ist und was wir als Zivilgesellschaft tun müssen, um dessen Idee zu stärken.

netzpolitik.org
@netzpolitik_feed
Würde mir mehr Vorbildfunktion von Politik und Journalisten wünschen die nicht nur X und vielleicht noch Blusky bespielen sollten sondern auch das Fediverse.
Dieser Netzwerk Effekt und die Co-Abhängigkeit kann nur gemeinsam gelöst werden.
@taketwo definitiv deiner Meinung. Leider hängen die meisten in der Realität auf TikTok, Insta etc…. digital herum.
@mj1982
Das bezieht sich auf Nutzer allgemein und nicht die angesprochenen News und Politik Institutionen die noch X befeuern oder?
Auch da braucht es Vorbilder.
Ich stelle mir das so vor wie wenn YT Größen wie Mr. Beast oder PewDiePie Linux ausprobieren und von deren enorm vielen Abonnenten das dann nachmachen.
@taketwo @mj1982
Der User ist da sehr anspruchsvoll.
Selbst bei Signal vs. WhatsApp, scheitere ich hier an der leicht verschoben bzw. weniger intuitiven GUI.
Linux disqualifiziert sich weiterhin durch die Installation und Mastodon hat keinen engaging Empfehlungsalgorithmus.
@quwm @mj1982
@loops hat einen und obwohl er optional ist, sind die Hardliner unglücklich.
Sowas kann man durchaus machen für die die wollen.
Würde ich nicht als Show Stopper betrachten.
Es dauert nur etwas sowas brauchbar zu bauen ohne die gleichen Fehler wie existierende kommerzielle Plattformen zu machen.

@taketwo @mj1982 @loops
Danke für den Hinweis. Ja, insbesondere bei Kurzvideos ist das für die "majority" der Grund dran zu bleiben.

User könnten selbst Kontrolle über die vorgeschlagenen Inhalte erlangen, z.B. über einen neutralen Intermediär bzw. Treuhänder. Die Medienunternehmen haben ein Interesse daran geäußert, da es ein "cold start" Problem verhindert (geht bisher nur halblegal über Google).
In DE ist eine Lösung nur konzipiert, NL entwickelt schon eine Software (utonomy).

@quwm
Hast du da Links für Konzept und Software?
@taketwo
Leider klassische "ÖD open-source Projekte" und noch nicht freigegeben/released. (Schreibe dir PM)
@quwm @taketwo wieso disqualifiziert sich Linux wegen der Installation ?
@mj1982 @taketwo
Der Normalkunde (majority) kauft ein Endgerät, bei dem ein OS dabei ist. Das "Nachrüsten" eines weiteren Betriebssystem ist dabei im Produktonboarding bzw. User Journey nicht vorgesehen, bzw. unerwünscht, wird sogar erschwert.
Da es auch kein Marketing für Linux gibt, ist davon auszugehen, dass die wahrgenommen Nutzen/Kosten also negativ (kleiner Null) ausfällt. Rejektionhandeling ist also schwer.
@quwm @mj1982
Ein Linux zu installieren ist inzwischen sehr einfach und ähnlich einer Windows Installation. 😇niedriger kann man Hürden nicht machen.
Ich mein man hat überall Probleme wenn sich das Design oder die Prozesse ändern.
Hier in der Arbeit ist ein verschobenes Feld schon eine Katastrophe für manche.
Das passiert auch ohne größere Wechsel durch simple Updates bestehender Software
@taketwo @quwm genau deiner Meinung 👍
@taketwo @mj1982
Klar. Das sind so Maßstäbe für Leute die eine hohe IT- Frustrationstoleranz haben...
Aber eine Windows-Installation, je nach Medium, ist auch schon eine ziemliche Zumutung, insbesondere für jemanden, der unsicher ist was er tut.
(Der Punkt oben ist: selbst _leicht_ unterlegene UX/GUIs haben massive Auswirkungen auf die *Kunden*akzeptanz.)
@quwm @taketwo kann die Leute zum Teil verstehen. Man muss sich einfach mal ran wagen und machen. Ein Backup ist ja schnell erstellt um wieder auf seinen Ausgangspunkt zurück zu kommen.

@mj1982 @taketwo
Für die, die Linux "brauchen" ist das sicherlich wahr.

Aber der absolute Großteil sieht keinen Mehrwert in solchen "Experimenten".

Meinen Eltern hab ich lang und breit erklärt, warum für die Fernwartung (durch mich) Linux alternativlos ist. Nach dem ich das installiert hatte, kam beim nächsten PC wieder Windows irgendwo her. Die verstehen nicht mal die Prämisse "OS"...

Ein Backup zu machen ist ja auch für viele schon das äußerste der Gefühle, auch für junge DAUs.

@mj1982 @taketwo
Und diese Mindset jetzt nochmal für gewollte Alternativen wie Mastodon: toktok, YouTube, whatsapp, facebook, twitter kommen teilweise vorinstalliert, mit bekannten Gesichtern in der User Base, Prominenten Unterstütztern, sind auf jeder Webseite und Produkt verlinkt, und funktionieren (oft) "einfach".
... Das ist ja kein Zufall, sondern kommt daher, dass da Geld fließt und Vollzeit Manager und Entwickler dafür sorgen, dass die Kunden (a.k.a. User) kommen und bleiben.
@quwm @taketwo ja. Und deshalb glaube ich auch nicht an eine Unabhängigkeit von US Diensten. Kein User möchte wissen was dahinter steckt sondern einfach nur „nutzen“. Egal welche Generation und ja, es gibt Ausnahmen aber diese sind einfach zu wenige
@mj1982 @quwm
Es obliegt Leuten wie uns die Infrastruktur so zu modellieren dass nicht alles hops geht wenn jemand einen der großen CloudBetreiber von der EU abkoppelt.
Cloudflare oder Amazon verkonfiguriert sich? Zahlreiche Dienste offline.
Alles liegt bei Azure? Irgendjemand findet ne Lücke und mehrere 1000 Firmen haben ihre Daten im Netz.
Man möchte mutmaßliche Kriegsverbrecher vor den Internationalen Strafgerichtshof bringen? Zugriff auf Geld und Mails futsch.
Das Risiko ist einfach zu groß um zu sagen "nöö, wird nix". Man muss parallel Ersatz hochziehen damit man nicht dumm da steht eines Tages.
@taketwo @mj1982
Insbesondere, wenn diese Modellierung unser Beruf wäre ;).
Die "technokratischen Aspekte" reichen nicht um Nutzer/Hinterzimmer/Vorstände zu überzeugen. Es gibt zu viele andere Prioritäten.
Auch eine gesell. Debatte über Abhängigkeit und Verlust von Demokratie bewegt hier keine Metriken (DSA, Palantir, BW-Cloud, Souveränitäts-Washing).
Entweder die ideolgisch besseren Produkte bestehen auf dem Markt, oder sie haben kaum Impact. Mastodon begeistert mein priv. Umfeld null: [ ]
@quwm @taketwo ist bei meinem Umfeld das gleiche. Dafür sind die anderen einfach zu omnipräsent. Deshalb hallte ich auch die ganze Debatte in der EU über digitale Unabhängigkeit ehrlich gesagt für einen Witz, da viele Institutionen immer noch Kanäle wie X nutzen oder Produkte von Microsoft etc.

@mj1982 @taketwo
Politisch nicht denkbar jetzt 2 Schritte zurück zu gehen, für Souveränität. EU-Konsens: hyperscaler werden gebraucht um "wettbewerbsfähig" zu 'bleiben'.

Data Act/Data Governance Act sorgen für Interoperabilität & neutrale Intermediäre -- kein Witz.
Da haben hyperscaler auch schon Klagen verloren und sehen auch die Herausforderung.
Das sind aber Debatten über die keine Zeitung schreibt. Es fehlen die Experten/Lobby. Die open-source Community leider kein Interesse an SDOs /JTC25

@taketwo @quwm genau das werden wir bzw. tun wir schon, „Dumm dastehen“ viele wollen es nur nicht wahrhaben oder es ist ihnen egal.
@mj1982 @taketwo
IMHO: Kröte schlucken und bei Schwarz kaufen! Ist der gangbare Kompromiss. Noch haben sie einen vollen open source stack im Aufbau. Wenn jetzt eine Nachfrage kommt, wird das auch weiterentwickelt.
@quwm kein Marketing würde ich jetzt nicht sagen. Das Steamdeck ist eigentlich ein sehr gutes Beispiel, Ubuntu ist auch bekannt und auch „Gaming“ Distros erfreuen sich immer mehr Beliebtheit.

@taketwo @netzpolitik_feed

"bespielen" - da fällt dir nicht auf, dabei?

Für viele aus Politik und Journalismus sind Social Media ja kein Netzwerk wo man hingeht um zu diskutieren, sondern Stationen wo man Content/Meinungen verbreiten kann. Oder Zustimmung einsammeln.

@lobingera
Auch dann, gerade dann, kann man einen weiteren Kanal locker einpflegen in die Social Media Tools.

Die fehlende Diskussion mit dem Ersteller der Inhalte ist ein separates Problem und unabhängig von der verwendeten Plattform.

@taketwo Politikerïnnen der Grünen und auch der Linken sind hier durchaus zu finden. @netzpolitik_feed
@exiltoaster
Ja auch manche Behörden sind hier, aber ein Netzwerk lebt von einem breiten Spektrum das mehr Leute abholt.
Wo ist der Kanzler, wo postet der Bayerische Ministerpräsident seine Weisswürste?
@netzpolitik_feed Danke für diese Perspektive zentralstreben in Dezentralität - sehe da auch pragmatische Gründe:
mehr User > mehr Aktivität > mehr Sinn für Service und auch das Streben nach #Zugehörigkeit aber auch #Risikominimierung durch Nachmachen und #Unwissenheit der Alternativen - Am Ende #folgen viele Neue lieber den Alten (Pfaden) als selbst etwas zu beginnen… #Sozial #Solidarisch #Gemeinschaft

@netzpolitik_feed
@padeluun

Auch wenn das immer niemand gerne hört, es geht auch im #fediverse ums Geld.
Es braucht Konzepte um Instanzen und die Arbeit daran zu bezahlen. Das geht nicht auf Dauer nur mit Ehrenamt und Gemeinnützigkeit.
Und da wir ja keine Datenhändler werden wollen, ist dieser Weg ein Projekt zu finanzieren tabu.

@oldperl @netzpolitik_feed @padeluun
Das ist ein gesellschaftlicher Prozess des Aufwachen.
Die E-Mailinbox ist auch nicht "umsonst". Da ich nicht mit meinen Daten bezahlen möchte bezahle ich per Überweisung.
Und wer nicht über Daten bezahlt bezahlt über Aufmerksamkeit oder Abgabe der Souveränität.
(...)
Messenger und Dienste, die gut für dich als Individuum sind, musst du vermutlich direkt bezahlen, oder Rechtsunsicherheit bzw. Sicherheitslücken in Kauf nehmen (siehe dezentrale Tauschbörsen).
@netzpolitik.org klingt ein wenig banal

Angesichts des Trends zu Zentralisierung bei dezentralen Netzwerken wie Mastodon müssen wir uns als Zivilgesellschaft eines bewusst machen: Wir brauchen dauerhaft Power, damit wir mittel- und langfristig dezentrale Alternativen haben
wer soll denn dieses "wir" sein? ich erinnere mich nur noch an die ganzen medien, die als hauptkritik am fediverse hatten, dass die buttons nicht so aussähen, wie von apple designt und dass man als user die furchtbare, unzumutbare tortur auferlegt bekommt, sich aus vielen verschiedenen servern einen auszuwählen.
netzpolitik.org (@[email protected])

11.3K Posts, 19 Following, 55.4K Followers · Medium für digitale Freiheitsrechte. Offizieller Account. Anfragen bitte per E-Mail an [email protected].
#Netzpolitik

chaos.social

@jabgoe2089 @netzpolitik_feed

Die Frage nach dem "wir" lag mir auch auf der Zunge, bzw. ob sich netzpolitik.org als Organisation auch als Teil der Zivilgesellschaft sieht.

Und falls ja, warum sie keine Fedi-Instanz betreibt.

@netzpolitik_feed Nun es stimmt, auch im Fediverse sind die rund 10 Millionen Nutzer:innen unzureichend über die Instanzen gestreut. Aber die ersten werden schon abgeschreckt, wenn sie (zu) lange überlegen müssen, wo zur Hölle, soll ich mich jetzt sinnvollerweise registrieren? Es ist eine der Hürden, die bisher nur einen bestimmten Typus ins Fediverse zu lotsen vermag.

@Thomas1108
Das ist ein guter Punkt.

Ich bin zwar schon bissl hier, aber kaum aktiv (mehr auf Bluesky).
Habe beim Anmelden hier dann aber halt "regional" gedacht. Der nächst größere Server steht in der nächst größeren Stadt, also da hin. Bei PixelFed auf die .De Instanz.

Wenn ich da jetzt aber an weniger technisch versierte im Freundeskreis denke, werden manche schon einfach durch "Instanz" abgeschreckt.

@netzpolitik_feed

@netzpolitik_feed

Das Problem bei kleinen Instanzen:

#cancelculture intoleranter Admins wie @weingaertner_it

Wer mühselig Netzwerk aufgebaut hat, bereit war, Admin zu unterstützen und dann gecancelt wird, überlegt sich das ganz genau, wenn dadurch alles verloren geht.

Viele Instanzen in D nehmen auch keine Neuen auf !

@DocUnvernunft und was ist die lehre daraus? offenbar nicht, sich ein social network zu suchen, bei dem man problemlos umziehen kann.

was könnte man nur aus solch einer erfahrung lernen? was nur?

@jabgoe2089

Ich hatte hier 400 Follower, 10.000 Tröts. 1-2 haben dem wohl nicht gefallen.

Wer einfach gelöscht wird, verliert alle Daten und kann nicht mehr 'umziehen'. Beim 'Umzug' gibt's bei Mastodon n Link auf die alten Daten zur alten Instanz.

Alle meine mühsam recherchierten Beiträge zu Gleichberechtigung, Klima, Covid, etc pp sind hier dadurch verloren.

Die Lehre ? Bin nun hier beim großen Mutterschiff, halte mich hier viel seltener auf und hab nun bei Bluesky fast 1000 Follower.

@netzpolitik_feed
Tendenz zur Zentralisierung mit 80% auf 14 Instanzen? Würde mich nicht überraschen, wenn das so auch für E-Mails gilt,...
Dezentralität ist eine Eigenschaft der grundlegenden Infrastruktur, und diese beruht (bestenfalls) auf offenen/gemeinsamen Standards und Protokollen. Finanzierung kann auch wie Denic/Edic gedacht werden. Governance in dzentralen Systemen ist jetzt auch keine Thematik die unbeleckt wäre.
@netzpolitik_feed Das Fediverse ist vielen „zu kompliziert“ und sie vermissen Reichweite. Das ist es offensichtlich, was heute zählt.
Und so lange Sender, Behörden, etc. hier nicht präsent sind und das auch nach außen kommunizieren, wird das auch nix. Ich vermisse überall den Mastodon-Button zum Teilen.
Und einfach nur „bespielen“ ist def zu wenig.
@writingwoman
Masse statt Klasse ist ein Klassiker.
Wenn nur eine Höhe Anzahl an Abonnenten da steht heusst das nichts.
Wenn man die Inhalte nicht liest, nicht teilt und es gar künstlich durch gekaufte Abos aufgeblähte Zahlen sind, ist das wertlos.
Je nachdem wie interaktiv man es möchte sind die Zahl aktiver Nutzer und Wertvoller Kommentare wichtiger.
https://digitalcourage.de/blog/2025/die-reichweitenluege
Die Reichweitenlüge | Digitalcourage

Millionen Follower, null Wirkung: „Social Media“ verkauft uns ein volles Stadion – und schaltet dann das Mikro stumm

Digitalcourage
@taketwo Was aber leider auch Fakt ist: Für Small Business Owner, Autorinnen, etc. ist Reichweite nicht ganz zu unterschätzen. Denn wer soll kaufen, wenn niemand weiß, dass man existiert?
Ich kenne Stickermacherinnen, deren Umsatz sich von einem auf den anderen Monat halbiert hat, nachdem Insta den Algorithmus geändert hat und die Beiträge kaum noch angezeigt wurden.
Ich wüsste wirklich gerne eine Lösung für dieses Dilemma.
@taketwo Damit meine ich natürlich die „echten“ Follower, egal auf welcher Plattform.
Ich folge auf Insta auch einer Menge Accounts und möchte von den Leuten auch lesen. Mir fiel dann auch irgendwann auf, dass mir von etlichen nichts mehr angezeigt wird.
Hier im Fediverse ist die Interaktionsrate tatsächlich immer schon besser gewesen (wenn man mal von Twitter 2007 absieht). Aber NEUE Interessierte zu finden, ist trotzdem nicht einfach.