Ne sorry, als Person die in der Vergangenheit im Risk Bereich von Banken tätig war, finde ich euer gelaber um "die Bank kann sich ja garnicht äußern" oder "die Regulierung ist ja so kompliziert" oder "die Arme kleine GLS" eigentlich bullshit.
Da es sich dabei relativ offensichtlich nicht um eine fristlose sondern eine fristgerechte Kündigung nach GLS AGBs 19 Abs 1 handelt, gehe ich - solange ich nichts anderes gehört habe - davon aus, dass irgendeinen compliance tool angeschlagen hat. Dann hat irgendwer im Risk team gesagt "jo daran wollen wir uns aber doch halten - Risikominimierung!111!" und das wars. Sich nicht dazu zu äußern ist einfach juristische Risikominimierung.
@Lilith

Ich habe keine Ahnung, aber 19.1

"Die Bank kann die gesamte Geschäftsverbindung oder einzelne Ge-
schäftsbeziehungen, für die weder eine Laufzeit noch eine abweichen-
de Kündigungsregelung vereinbart ist, jederzeit unter Einhaltung einer
angemessenen Kündigungsfrist kündigen (zum Beispiel den Scheckver-
trag, der zur Nutzung von Scheckvordrucken berechtigt). Bei der Be-
messung der Kündigungsfrist wird die Bank auf die berechtigten Be-
lange des Kunden Rücksicht nehmen. Für die Kündigung eines
Zahlungsdiensterahmenvertrags (zum Beispiel laufendes Konto oder
Kartenvertrag) und eines Depots beträgt die Kündigungsfrist mindes-
tens zwei Monate"

heißt letztendlich ja: Wir haben keinen Bock mehr auf Dich / Euch.

Sie wissen ja auch um welche NGO oder Personen es in solchen Fällen geht.

Ich hätte als eine Bank, die für sich einen ethischen Anspruch erhebt, dann doch zumindest ein Gespräch gesucht anstatt direkt zu kündigen.

Ich wurde von einer Bank mal gekündigt und es gab selbst bei einem Niemand wie mir ein Gespräch vorab.

Aber es ist wie es ist... Letztendlich geht's um Compliance und Geld.

@nocci @Lilith Bei der quelle die ich eben las stand, dass es mit der GLS ein gespräch gegeben habe:

> Die GLS-Bank hat die Rote Hilfe vor der Kündigung zum Gespräch gebeten und nach ihrer Verbindung zur „Antifa Ost“ befragt.

https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/hilfe-e-v-kuendigungen-bankkonten-deutschland-ofac-li.3358715

Trumps langer Arm: Kein Konto mehr für linksextremen Verein

Eine umstrittene Terroreinstufung in den USA hat offenbar Auswirkungen auf eine antifaschistische Organisation in Deutschland: Dem Verein „Rote Hilfe e.V.“ wurden Konten bei der GLS-Bank und bei einer Sparkasse gekündigt.

Süddeutsche Zeitung
@toni Ja, dann hat man sogar manuell validiert, dass dieses Risiko im Rahmen der AML/CTF Richtlinien existiert.

@Lilith @toni

Das ist ja alles ziemlich kompliziert. Die Frage für uns ist, ob @glsbank das Konto gekündigt hat, weil der Trump die Rote Liste (deren Meinung wir nicht teilen) auf irgendwelche Listen gesetzt hat, die das Geschäft der #GLS beeinträchtigen könnten. Morgen kommt die #SPD auf diese Liste, übermorgen die #AWO, dann eine Tageszeitung, das Entwicklungshilfeministerium, eine Presseagentur ...

Hat jemand einen Link zu dieser Liste?

@bahnkundenv @Lilith @toni @glsbank Die US-Listen finden sich hier: https://sanctionssearch.ofac.treas.gov/

Die beschriebenen Compliance Tools fragen diese automatisiert ab, aber auch z.B. Software im Personalwesen, die Bewerbungen vorsortiert (zumindest war das vor bald 20 Jahren so, als ich in dem Bereich arbeitete).

Sanctions List Search

@bahnkundenv @glsbank @Lilith @toni Spielt das eine Rolle? Wenn Banken sich ohne Trump gegen linke NGOs verschwören würden, wäre das keinen Deut besser.