@tagesschau Das ist eine sehr gute Analyse von Merz’ Aussagen.
Wir sollten allerdings auch die Möglichkeit in Betracht ziehen, dass Merz gerade diese Dinge tatsächlich glaubt, die er raus haut, wenn ihm mal wieder die Impulskontrolle des Profi-Politikers versagt. Gegen alle Fakten, gegen alle freiheitlich-demokratischen Gesellschaftsmodelle.
Für mich wird das gerade in seinen Selbstwidersprüchen deutlich, wenn er einerseits wohlgeformte und staatstragende Reden schwingt vom liberalen, vielfältigen Deutschland und nur Minuten später seine Vorurteile und realitätsfernen Bauchgefühle durchschlagen. Seine Rassismen, seine Geringschätzung gegenüber Frauen und seine Queerfeindlichkeit, in Interviews (nicht nur von ihm) gewöhnlich, mangels sachlicher Grundlage „feste Überzeugungen genannt“.
Der Mann hat ein sehr enges, normatives Weltbild, wie die Menschenund die Dinge zu sein haben. Dass alles ganz wunderbar wäre, wenn sich die Leute doch bloss dran halten würden, statt andauernd ihre abweichenden Interessen und Varianzen zu leben.
Siehe seinen Ausbruch wenige Tage vor der Bundestagswahl, wo er von Politik für die „vielen normalen Menschen" schwadronierte und was er alles abschaffen wollte, nach Trumpscher Art an Tag 1 seiner Regierung.
Solche Menschen brauchen häufig nur einen Anlass und eine kleine Gruppe um sich, die sie pushen, um die unsinnigsten Hauruck-Massnahmen und Basta-Aktionen zu machen.
Merz, Spahn, Linnemann, Frei. Das ist eine echt große Gefahr, dass Dinge fürchterlich schief gehen.