@toottheologin Yes. Früher habe ich geglaubt, es gäbe eine feste Liste von Dingen, die Sünde sind, und für die mich Gott verurteilen und in die Hölle stecken würde, wenn ich sie nicht rechtzeitig vor dem Ableben bekenne und um Vergebung bitte.
Heute verstehe ich Sünde als "das was mich trennt von Gott" (oder angelehnt an den Post von gestern: "das was mich trennt von einem von der Liebe bestimmten Leben"). Es gibt keine feste Liste, die für jeden gleich ist, es gibt nicht mal eine konstante Liste, die für das gesamte Leben eines Menschen gleich bleibt. Denn wir verändern uns. Und das, was es mir erschwert oder unmöglich macht, zu lieben, kann situationsabhängig unterschiedlich sein.
Aus diesem Grund kann ich auch nicht mehr mit dem Finger auf meine Mitmenschen zeigen und proklammieren: "Was du da tust, ist Sünde" (oder gar "Wie du empfindest..."). In letzter Konsequenz kann das nur jeder ganz für sich alleine erkennen und entscheiden. Das was für den einen Sünde ist (aka "ihn von Gott, vom Lieben trennt"), kann für den anderen kein Problem sein, ja vielleicht sogar genau der Ausdruck von Liebe. Letztlich muss jeder seinem eigenen Herzen folgen, und wir sollten kapieren, dass wir nicht zuletzt aus diesem Grund nicht über andere urteilen dürfen oder können!