#Sünde ist für viele so ein Triggerwort. Das ist bäh. Das sagt man heute nicht mehr. Das ist altbacken. Sünde kommt von Sund, ein altes Wort für Graben. Der Graben, den ich grabe, sodass ich von anderen und Gott getrennt bin. Da, wo ich mich am liebsten ver-grabe, verschanze, abschotte. In Kleinlichkeit, Trägheit, Gleichgültigkeit. Der Grabenkampf gegen alles und nichts. Bekennen soll ich. Wo, wann und warum ich Gräben ziehe zwischen mir und anderen, mir und Gott, mir und meinem Mitgefühl. Weil ich es sonst nicht aushalte, so auf Augenhöhe im direkten Gegenüber. Gott ist treu. Er zieht keine Gräben. Er baut Brücken über meine Gräben. Und manchmal kann ich das zulassen. #fedikirche #mikropredigt #jesus #gott #vergebung

@toottheologin Yes. Früher habe ich geglaubt, es gäbe eine feste Liste von Dingen, die Sünde sind, und für die mich Gott verurteilen und in die Hölle stecken würde, wenn ich sie nicht rechtzeitig vor dem Ableben bekenne und um Vergebung bitte.
Heute verstehe ich Sünde als "das was mich trennt von Gott" (oder angelehnt an den Post von gestern: "das was mich trennt von einem von der Liebe bestimmten Leben"). Es gibt keine feste Liste, die für jeden gleich ist, es gibt nicht mal eine konstante Liste, die für das gesamte Leben eines Menschen gleich bleibt. Denn wir verändern uns. Und das, was es mir erschwert oder unmöglich macht, zu lieben, kann situationsabhängig unterschiedlich sein.
Aus diesem Grund kann ich auch nicht mehr mit dem Finger auf meine Mitmenschen zeigen und proklammieren: "Was du da tust, ist Sünde" (oder gar "Wie du empfindest..."). In letzter Konsequenz kann das nur jeder ganz für sich alleine erkennen und entscheiden. Das was für den einen Sünde ist (aka "ihn von Gott, vom Lieben trennt"), kann für den anderen kein Problem sein, ja vielleicht sogar genau der Ausdruck von Liebe. Letztlich muss jeder seinem eigenen Herzen folgen, und wir sollten kapieren, dass wir nicht zuletzt aus diesem Grund nicht über andere urteilen dürfen oder können!

#Sünde #Liebe #Jesus #Glaube #Fedikirche #Mikropredigt