Etwas treibt mich seit geraumer Zeit um.
Seid Anfang des Jahres bin ich bei den lokalen Omas dabei, lauter tolle Frauen!
Beim letzten Treffen fiel irgendwann mal das Wort #Antifa und ich hab gemerk, dass da eine große Angst in den Köpfen sitzt.
Irgendwie die Vorstellungen von "schwarz gekleideten, marodierenden Banden", überspitzt gesagt.
Wie kann man den diese falschen Vorstellungen und die daraus resultierenden Berührungsängste einfangen?

@RMa tja, die Antifa zum Feindbild zu machen war schon immer der beste Weg zum Faschismus.

Einfach mal die Menschen glauben lassen, dass wer Antifa ist automatisch gewaltbereit ist - weil eins das ja selbst ist & ablenken will.

Dass Antifa einfach nur für 'gegen Faschismus' steht, muss ich den Leuten seit Kohl immer wieder erklären.

Wo vorher die Menschen noch stolz drauf waren, Antifaschisten zu sein, wurde das mehr & mehr zum Schimpfwort.

#IchBinAntifa

@RMa
Du könntest vielleicht im Ort/in der Nähe jüngere/andere AntiFa-Bündnisse oder -Gruppen kontaktieren und gucken, ob es mal ein Treffen mit Austausch gibt.
Für gemeinsame Aktionen könntet ihr das ja evtl. auch nutzen. 🤎
@RMa
Die Omas gegen Rechts sind leider sehr unsolidarisch . Sie fallen Antifas in den Rücken und distanzieren sich auf deren Webseite : https://www.omas-gegen-rechts.org/2025/07/21/stellungnahme-des-vorstandes-omas-gegen-rechts-deutschland-e-v-zu-den-vorkommnissen-waehrend-des-sommer-interviews-der-ard-in-berlin/
In Münster haben sie sich bei einer Sitzblockade von Antifas mit der Polizei solidarisiert.
Ich denke sie schaden der Sache damit und ich würde sie nicht unterstützen.
Stellungnahme des Vorstandes OMAS GEGEN RECHTS DEUTSCHLAND E.V. zu den Vorkommnissen während des ‚Sommer-Interviews‘ der ARD in Berlin – OMAS GEGEN RECHTS Deutschland e.V.

@RMa ,ich würd einfach wieder das ganze Wort aussprechen, oder sogar in drei Worten umschreiben, wenn das Kürzel #Antifa niemand mehr versteht bzw. falsch versteht.

(Bild von @regoef.blsky.dings)

#wording #Framing

@RMa
Für mich ist "Antifa" ein kritischer Begriff.
Ich bin ganz klar gegen Faschismus - oder auch: ich bin anti faschistisch.
Ich weise aber den Begriff "Antifa" dafür zurück.
Ich bin nicht Antifa.
Sind linke Antisemiten, gewalttätige (Palästina-) Aktivisten etc. auch "Antifa" , weil sie ja gegen Faschismus sind?
Mit denen möchte ich mich nicht in einer Schublade wiederfinden.
Ich distanziere mich von rechten wie auch von linken Auswüchsen.

@speybridge @RMa "Antifa" ist Antifaschismus. Dazu gehören auch Leute die sonst Scheißmeinungen haben.

Merksatz:
Antifa = möglicherweise Arschloch

Fa(schist) = sicher Arschloch

Ganz einfach.

@Horstibaer @RMa
Nein, damit bin ich für mich nicht einverstanden.
Dieses Schwarz oder Weiß und nichts dazwischen ist Teil des Problems
@speybridge Nee, die z.B. von AFD und Trump verbreitete These, Antifa sei eine Gewalttätige Terrororganisation ist das
Problem. Aber wenn du an der festhalten möchtest, kann ich es dir nicht ausreden.
Antifa ist die Kurzform von Antifaschist.
Und, wie ich schon sagte: Auch in der Gruppe der Antifaschisten gibt es Idioten. Wenn du aber lieber Grautöne suchst und darüber diskutieren möchtest, wie viel Prozent Faschismus Ok ist, kannst du das auch machen.
@speybridge Das interessiert mich dann nur nicht mehr. Wüsste auch gar nicht, was ich mir unter 27% Faschismus vorstellen soll.
@Horstibaer
Ich sage nicht, dass das eine gewalttätige Terrororganisation ist, das wäre Unsinn.
Es ist eine Schublade, die für sich beansprucht, alleinig für den Kampf gegen des Faschismus zuständig zu sein. Das ist nicht so.
Das ist wie die Institution Kirche, die glaubt, allein seligmachend zu sein - und alle anderen seien Heiden. Ich bin aber nicht in der Kirche UND auch kein Heide.
Es geht nicht um "37% Faschismus" - der ist 100% - aber nicht alle, die gegen Faschismus sind, sind Antifa.
@speybridge Das ist ein Kategorienfehler wenn du hier als Vergleich die (katholische) Kirche nimmst. Der richtige Vergleich wäre "Christen" - Also Alle, die sich mit diesem Glauben identifizieren. Das umfasst dand Katholiken, Protestanten und viele weitere Gruppen.
So umfasst Antifa alle Personen und Gruppen die gegen den Faschismus sind.
@speybridge Die meisten Christen die ich kenne sind übrigens auch Antifa. Aber das macht es noch komplizierter. ;-)
@Horstibaer
Das ist der Denkfehler: Christen sind Christen - und nicht unbedingt gebunden:
Katholisch/evangelisch/wasauchimmer ist die Zugehörigkeit zu einer institutionellen Kirche!
Ich kann gegen Faschismus sein und auch demonstrieren etc. und mich trotzdem der Schublade "Antifa" entziehen.
@speybridge Nochmal: Antifa ist die Abkürzung von Antifaschist.
Wenn du meinst, du bist gegen Faschismus, willst aber so nicht genannt werden ist das dein Recht. Es macht aber für mich keine Sinn.
Für mich klingt dass dann so, als wärest du dem rechten Narrativ aufgesessen, dass es da einen "Antiva e.V." gäbe, in den man eintreten muss.
Ist halt nicht so. Es ist nur ein Sammelbegriff für Alle, die gegen den Faschismus sind.
@Horstibaer Das ist Unsinn.
Allein vom Wort her ist Antifaschismus ein anderes als Antifa.
Ich mag keinerlei ideologische Vereinnahmung - unter welchem Gesicht sie sich auch darstellen mag.
Ich mag keinen Antisemitismus, auch keinen linken. Bei anderem ist das genauso.
Wenn ich gegen etwas bin, bin ich nicht automatisch etwas ganz definiert Anderes, das andere mir nahelegen.

@speybridge Ok, dann lassen wir es. Wenn du nicht verstehen möchtest, dass Antifa die Abkürzung von Antifaschismus ist, dann kommen wir hier nicht weiter.
Denk vielleicht nochmal nach.
ANTIFA(schismus)

Ich wünsche noch einen schönen Abend und verabschiede mich aus der Diskussion.

@Horstibaer
Gegen den Unwillen, einen Sachverhalt differenziert und eben nicht ideologisch gefärbt zu betrachten, ist kein Kraut gewachsen - und genau daran krankt der Diskurs zu so vielen Themen in Deutschland.
@speybridge es gibt bestimmt irgendwo jemanden, der mit dir differenziert das Konzept der Abkürzung diskutieren möchte. Ich bin es halt nicht. Sorry!
@speybridge @RMa Mit der Logik müsstest du aber eine ganze Menge Selbstbezeichnungen ablehnen. Eben auch "anti faschistisch", weil es im Grunde in deiner Argumentation keinen Unterschied macht und diese Leute ebenso mit einschließt. Aber wenn das für dich so passt, sei dir das natürlich ungenommen
@shaedrich @RMa
Ich bevorzuge "nicht faschistisch".
@speybridge @RMa Nenn es meinetwegen auch so, ändert nichts daran, dass es andere ebenso korrekt "antifaschistisch" nennen. Der linguistische/semantische Untschied hier – auf die Gefahr hin, kleinlich zu wirken – ist allerdings, dass "nicht" tendenziell eher passiv ist, "anti" eher eine aktive Komponente sein kann, aber das muss nicht zwingend deiner Auffassung widersprechen
@shaedrich @RMa
"Antifa" ist u.a. eine Parole, ein Schlachtruf - auch von Person, die glauben, Unis zu verwüsten, wäre ein demokratischer Akt ...
... auch von Personen - "linken" Personen -, die antisemitisch sind.
Es gibt auch Linksfaschismus - die Geschichte beweist es, der sich auch "antifaschistisch" genannt hat & nennt.
Mit dieser Art Personen habe ich genauso wenig zu tun wie mit Rechtsfaschisten.
Im Moment muss man ganz genau & sauber entscheiden, in welche Schublade man hüpft.
@speybridge @RMa Okay, wird ein Begriff einmal missbraucht, ist er sofort böse? Das würde dann wieder auf ziemlich viele Begriffe zutreffen und Selbstbezeichnungen nahezug verunmöglichen – ergo, dir bleiben mit deiner Logik eigentlich gar keine Schubladen mehr übrig

@speybridge @RMa "Linksfaschismus ist ein politischer Kampfbegriff ohne(!) einheitliche Bedeutung. Meist soll er realsozialistische Staaten, linksgerichtete Politik oder Ideologie als „Faschismus“ bewerten. Seltener soll der Ausdruck auch einen Antikapitalismus in faschistischer Ideologie und Politik oder in als faschistisch beurteilten Staaten und Gruppen als „links“ bewerten. […]"

1/

https://de.wikipedia.org/wiki/Linksfaschismus

Linksfaschismus – Wikipedia

@speybridge @RMa "Italienische Demokraten bezeichneten damit seit 1926 den Stalinismus als eine mit dem damaligen italienischen Faschismus vergleichbare Diktatur. Vertreter der SPD bezeichneten die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) seit etwa 1929 als „rotlackierte Faschisten“; umgekehrt kategorisierten Kommunisten die Sozialdemokratie als „Rotfaschismus“ oder „Sozialfaschismus“."

2/

@speybridge @RMa "Der Philosoph und Soziologe Jürgen Habermas warnte 1967 vor einem „linken Faschismus“ der APO, der eine Gewalteskalation fördern und rechtfertigen könne. Obwohl er dieses Urteil später zurückzog, diente der Begriff in der Bundesrepublik Deutschland meist zur Diffamierung linksgerichteter Gruppen und Parteien."

4/

@speybridge @RMa "Er soll die von ihnen vertretene Politik, die sich oft als Antifaschismus legitimiert, ihrerseits als faschistisch, also antidemokratisch und gewaltorientiert, angreifen und delegitimieren. Er hat sich dabei zu einem beliebig eingesetzten Stereotyp entwickelt."

5/

@speybridge @RMa "Das Wort wird ähnlich wie die Begriffe Anarchismus und Linksextremismus von Politikern, Behörden und Medien häufig mit Chaos, Gewalt, Terror und Kriminalität assoziiert. „Linksfaschisten“ werden als Gefahr für die innere Sicherheit dargestellt."

6/6

@speybridge @RMa Wie man sieht,
– ist der Begriff nicht klar definiert
– wird oft zur Diffamierung benutzt
eignet sich also nicht für politikwissenschaftlich fundierte Aussagen
@shaedrich @RMa
Genau das!
@speybridge @RMa Nicht böse gemeint, aber traurige Vorstellungswelt, in der du da lebst
@shaedrich @RMa
Es ist die Freiheit, "Ja" und "Nein" zu sagen.
Mit Vorstellung hat das nichts zu tun.
Die eigene Individualität bewahren zu wollen, wobei das natürlich (!) soziales und politisches Engagement nicht ausschließt (ich habe mein Leben lang ehrenamtlich gearbeitet), ist heute wichtiger denn je.
@speybridge @RMa Warte, wie sind wir jetzt zu "Ja" und "Nein" sagen gekommen?
@shaedrich @RMa
Ich sage "Nein" zu einer Vereinnahmung unter Begrifflichkeiten, die vordergründig alternativlos erscheinen, aber z. T. gekapert sind von zerstörerischen Kräften, Antisemiten etc.
Ich sage auch "Nein" zu jeder Form von Rechtsextremismus.
Ich schaue mir an, was passiert und engagiere mich da, wo es mir sinnvoll erscheint.
Da brauche ich weder einen Schlachtruf zu noch kollektiven Aktivismus - nur das Verständnis einer freien demokratischen Gesellschaft.

@speybridge @RMa "Antifa" *ist* kein Schlachtruf, aber *alles* kann als Schlachtruf benutzt werden – auch dein "nicht faschistisch"

Und wie würdest du Rechtsextremismus verhindern. Indem du sagst "Nein, ich bin nicht faschistisch"?

@shaedrich @RMa
Genau das.
Und indem ich Aktionen unterstütze, die ich sinnvoll finde. Ist das so schwierig zu verstehen.
Ich bin halt kein Herdentier. Außerdem unterstütze ich nicht den sich immer mehr verschärfenden Dualismus, der vorgaukelt, es gäbe nur schwarz oder weiß.
Ist das so schwer zu verstehen?
@RMa In dem jeder nicht-Faschaschist es als Selbstbezeichnung nutzt. So wird sichtbar, wie unterschiedlich Antifaschismus ist.
@RMa Ich muss gestehen, meine ersten Erfahrungen mit „Antifa“ waren die Sticker aus der Ecke Autonome Antifa, die offen zu Gewalt gegen Rechtsextreme aufriefen. Und auch in der medialen Öffentlichkeit hatte der schwarze Block lange recht erfolgreich den Antifaschismus gekapert. Zu Zeiten, als Antifaschismus noch so normal war, dass sich die meisten gar nicht explizit damit identifiziert hatten. Und das steckt halt noch in vielen Köpfen.
@RMa überprüfe doch, was bei euch in der Gegend so los ist unter antifaschistisch engagierten jungen Leutys. (Autonomes Zentrum z.B.)
Nimm Kontakt auf und dann trefft euch alle miteinander.
(Bei uns waren linke Jugend und die Omas Seite an Seite, jetzt muss sich das wieder aufbauen weil die linke Jugend interne Konflikte wegen Palästina hatten. Das sind eure vielleicht besseren Enkely! )
@RMa Bei meinen Eltern haben persönliche Demoberichte über Polizeigewalt & filmende/pöbelnde Nazis geholfen. Inzwischen ist es für sie z.B. verständlicher, warum manche Menschen der Polizei misstrauen, sich vermummen oder so kämpferisch auftreten.
Auch gibt es mMn einige schöne Bsp. für gute Zusammenarbeit zwischen "autonomen" & "bürgerlichen" Antifaschist*innen, z.B. Dresden, Bad Nenndorf, Widersetzen.
Und wie Haferlasche sagt: die lokalen Antifa-Gruppen persönlich kennen- & einschätzen lernen.

@RMa Das lässt sich mit dem Wandel des Begriffs "Antifa" erklären. Bis 2018 verstand man in der breiten Öffentlichkeit unter "Antifa" den linksautonomen Schwarzen Block, der bei Demos vermummt mit Flaschen und Steinen schmeißt.

Bei der "wir sind mehr"-Demo in Chemnitz zum Gedenken an Daniel H. und gegen die Nazi-Demo, traten u.a. Feine Sahne Fischfilet auf und propagierten vor großem Publikum, dass jeder und alle Antifa seien..

Seitdem hat sich der Begriff in die Mitte verschoben.

@RMa Immer wieder klarmachen, dass das, was Du beschreibst Autonome sind und nicht "die" Antifa.
https://de.wikipedia.org/wiki/Autonome
Autonome – Wikipedia

@RMa Liegt wahrscheinlich an der Rote-Socken-Kampagne/dem "red scare" – ist schon ein paar Jahrzehnte alt und betrifft SPD, Linke und generell nicht-konservative Ideen:

https://www.youtube.com/watch?v=2F-JAQdIOLc

https://piped.video/watch?v=2F-JAQdIOLc

https://inv.nadeko.net/watch?v=2F-JAQdIOLc

Bundestagswahl 1994: Rote Socken Kampagne der CDU

YouTube

@RMa Ich bin zwar kein Fan von Kevin Kühnert mehr und sein Versprechen, sich nach der Wahl zum stellvertretenden Parteivorsitzenden nicht verändern wurde, hat er mMn gebrochen, aber den Teil über die roten Socken in seiner Rede fand ich sehr gut:

https://www.youtube.com/watch?v=J5_6XjAEKWo&t=977&t=708

https://piped.video/watch?v=J5_6XjAEKWo&t=708

https://inv.nadeko.net/watch?v=J5_6XjAEKWo&t=708

Rede von Kevin Kühnert

YouTube

@RMa Das Ganze geht zurück bis mindestens zu Adenauer, um die CDU an der Macht zu halten (was ihm auch für vier Legislaturperioden unter seiner Bundeskanzlerschaft und eine weitere durch andere CDUler gelang), den kommunistischen Untergang Deutschlands heraufbeschwor, würde die SPD gewählt – hat also eine lange Tradition

https://de.wikipedia.org/wiki/Konrad_Adenauer#Sp%C3%A4te_Zeit_als_Bundeskanzler

Konrad Adenauer – Wikipedia