Etwas treibt mich seit geraumer Zeit um.
Seid Anfang des Jahres bin ich bei den lokalen Omas dabei, lauter tolle Frauen!
Beim letzten Treffen fiel irgendwann mal das Wort #Antifa und ich hab gemerk, dass da eine große Angst in den Köpfen sitzt.
Irgendwie die Vorstellungen von "schwarz gekleideten, marodierenden Banden", überspitzt gesagt.
Wie kann man den diese falschen Vorstellungen und die daraus resultierenden Berührungsängste einfangen?
@RMa
Für mich ist "Antifa" ein kritischer Begriff.
Ich bin ganz klar gegen Faschismus - oder auch: ich bin anti faschistisch.
Ich weise aber den Begriff "Antifa" dafür zurück.
Ich bin nicht Antifa.
Sind linke Antisemiten, gewalttätige (Palästina-) Aktivisten etc. auch "Antifa" , weil sie ja gegen Faschismus sind?
Mit denen möchte ich mich nicht in einer Schublade wiederfinden.
Ich distanziere mich von rechten wie auch von linken Auswüchsen.

@speybridge @RMa "Antifa" ist Antifaschismus. Dazu gehören auch Leute die sonst Scheißmeinungen haben.

Merksatz:
Antifa = möglicherweise Arschloch

Fa(schist) = sicher Arschloch

Ganz einfach.

@Horstibaer @RMa
Nein, damit bin ich für mich nicht einverstanden.
Dieses Schwarz oder Weiß und nichts dazwischen ist Teil des Problems
@speybridge Nee, die z.B. von AFD und Trump verbreitete These, Antifa sei eine Gewalttätige Terrororganisation ist das
Problem. Aber wenn du an der festhalten möchtest, kann ich es dir nicht ausreden.
Antifa ist die Kurzform von Antifaschist.
Und, wie ich schon sagte: Auch in der Gruppe der Antifaschisten gibt es Idioten. Wenn du aber lieber Grautöne suchst und darüber diskutieren möchtest, wie viel Prozent Faschismus Ok ist, kannst du das auch machen.
@speybridge Das interessiert mich dann nur nicht mehr. Wüsste auch gar nicht, was ich mir unter 27% Faschismus vorstellen soll.
@Horstibaer
Ich sage nicht, dass das eine gewalttätige Terrororganisation ist, das wäre Unsinn.
Es ist eine Schublade, die für sich beansprucht, alleinig für den Kampf gegen des Faschismus zuständig zu sein. Das ist nicht so.
Das ist wie die Institution Kirche, die glaubt, allein seligmachend zu sein - und alle anderen seien Heiden. Ich bin aber nicht in der Kirche UND auch kein Heide.
Es geht nicht um "37% Faschismus" - der ist 100% - aber nicht alle, die gegen Faschismus sind, sind Antifa.
@speybridge Das ist ein Kategorienfehler wenn du hier als Vergleich die (katholische) Kirche nimmst. Der richtige Vergleich wäre "Christen" - Also Alle, die sich mit diesem Glauben identifizieren. Das umfasst dand Katholiken, Protestanten und viele weitere Gruppen.
So umfasst Antifa alle Personen und Gruppen die gegen den Faschismus sind.
@speybridge Die meisten Christen die ich kenne sind übrigens auch Antifa. Aber das macht es noch komplizierter. ;-)
@Horstibaer
Das ist der Denkfehler: Christen sind Christen - und nicht unbedingt gebunden:
Katholisch/evangelisch/wasauchimmer ist die Zugehörigkeit zu einer institutionellen Kirche!
Ich kann gegen Faschismus sein und auch demonstrieren etc. und mich trotzdem der Schublade "Antifa" entziehen.
@speybridge Nochmal: Antifa ist die Abkürzung von Antifaschist.
Wenn du meinst, du bist gegen Faschismus, willst aber so nicht genannt werden ist das dein Recht. Es macht aber für mich keine Sinn.
Für mich klingt dass dann so, als wärest du dem rechten Narrativ aufgesessen, dass es da einen "Antiva e.V." gäbe, in den man eintreten muss.
Ist halt nicht so. Es ist nur ein Sammelbegriff für Alle, die gegen den Faschismus sind.
@Horstibaer Das ist Unsinn.
Allein vom Wort her ist Antifaschismus ein anderes als Antifa.
Ich mag keinerlei ideologische Vereinnahmung - unter welchem Gesicht sie sich auch darstellen mag.
Ich mag keinen Antisemitismus, auch keinen linken. Bei anderem ist das genauso.
Wenn ich gegen etwas bin, bin ich nicht automatisch etwas ganz definiert Anderes, das andere mir nahelegen.

@speybridge Ok, dann lassen wir es. Wenn du nicht verstehen möchtest, dass Antifa die Abkürzung von Antifaschismus ist, dann kommen wir hier nicht weiter.
Denk vielleicht nochmal nach.
ANTIFA(schismus)

Ich wünsche noch einen schönen Abend und verabschiede mich aus der Diskussion.

@Horstibaer
Gegen den Unwillen, einen Sachverhalt differenziert und eben nicht ideologisch gefärbt zu betrachten, ist kein Kraut gewachsen - und genau daran krankt der Diskurs zu so vielen Themen in Deutschland.
@speybridge es gibt bestimmt irgendwo jemanden, der mit dir differenziert das Konzept der Abkürzung diskutieren möchte. Ich bin es halt nicht. Sorry!
@speybridge @RMa Mit der Logik müsstest du aber eine ganze Menge Selbstbezeichnungen ablehnen. Eben auch "anti faschistisch", weil es im Grunde in deiner Argumentation keinen Unterschied macht und diese Leute ebenso mit einschließt. Aber wenn das für dich so passt, sei dir das natürlich ungenommen
@shaedrich @RMa
Ich bevorzuge "nicht faschistisch".
@speybridge @RMa Nenn es meinetwegen auch so, ändert nichts daran, dass es andere ebenso korrekt "antifaschistisch" nennen. Der linguistische/semantische Untschied hier – auf die Gefahr hin, kleinlich zu wirken – ist allerdings, dass "nicht" tendenziell eher passiv ist, "anti" eher eine aktive Komponente sein kann, aber das muss nicht zwingend deiner Auffassung widersprechen
@shaedrich @RMa
"Antifa" ist u.a. eine Parole, ein Schlachtruf - auch von Person, die glauben, Unis zu verwüsten, wäre ein demokratischer Akt ...
... auch von Personen - "linken" Personen -, die antisemitisch sind.
Es gibt auch Linksfaschismus - die Geschichte beweist es, der sich auch "antifaschistisch" genannt hat & nennt.
Mit dieser Art Personen habe ich genauso wenig zu tun wie mit Rechtsfaschisten.
Im Moment muss man ganz genau & sauber entscheiden, in welche Schublade man hüpft.
@speybridge @RMa Okay, wird ein Begriff einmal missbraucht, ist er sofort böse? Das würde dann wieder auf ziemlich viele Begriffe zutreffen und Selbstbezeichnungen nahezug verunmöglichen – ergo, dir bleiben mit deiner Logik eigentlich gar keine Schubladen mehr übrig

@speybridge @RMa "Linksfaschismus ist ein politischer Kampfbegriff ohne(!) einheitliche Bedeutung. Meist soll er realsozialistische Staaten, linksgerichtete Politik oder Ideologie als „Faschismus“ bewerten. Seltener soll der Ausdruck auch einen Antikapitalismus in faschistischer Ideologie und Politik oder in als faschistisch beurteilten Staaten und Gruppen als „links“ bewerten. […]"

1/

https://de.wikipedia.org/wiki/Linksfaschismus

Linksfaschismus – Wikipedia

@speybridge @RMa "Italienische Demokraten bezeichneten damit seit 1926 den Stalinismus als eine mit dem damaligen italienischen Faschismus vergleichbare Diktatur. Vertreter der SPD bezeichneten die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) seit etwa 1929 als „rotlackierte Faschisten“; umgekehrt kategorisierten Kommunisten die Sozialdemokratie als „Rotfaschismus“ oder „Sozialfaschismus“."

2/

@speybridge @RMa "Der Philosoph und Soziologe Jürgen Habermas warnte 1967 vor einem „linken Faschismus“ der APO, der eine Gewalteskalation fördern und rechtfertigen könne. Obwohl er dieses Urteil später zurückzog, diente der Begriff in der Bundesrepublik Deutschland meist zur Diffamierung linksgerichteter Gruppen und Parteien."

4/

@speybridge @RMa "Er soll die von ihnen vertretene Politik, die sich oft als Antifaschismus legitimiert, ihrerseits als faschistisch, also antidemokratisch und gewaltorientiert, angreifen und delegitimieren. Er hat sich dabei zu einem beliebig eingesetzten Stereotyp entwickelt."

5/

@speybridge @RMa "Das Wort wird ähnlich wie die Begriffe Anarchismus und Linksextremismus von Politikern, Behörden und Medien häufig mit Chaos, Gewalt, Terror und Kriminalität assoziiert. „Linksfaschisten“ werden als Gefahr für die innere Sicherheit dargestellt."

6/6

@speybridge @RMa Wie man sieht,
– ist der Begriff nicht klar definiert
– wird oft zur Diffamierung benutzt
eignet sich also nicht für politikwissenschaftlich fundierte Aussagen
@shaedrich @RMa
Genau das!
@speybridge @RMa Nicht böse gemeint, aber traurige Vorstellungswelt, in der du da lebst
@shaedrich @RMa
Es ist die Freiheit, "Ja" und "Nein" zu sagen.
Mit Vorstellung hat das nichts zu tun.
Die eigene Individualität bewahren zu wollen, wobei das natürlich (!) soziales und politisches Engagement nicht ausschließt (ich habe mein Leben lang ehrenamtlich gearbeitet), ist heute wichtiger denn je.
@speybridge @RMa Warte, wie sind wir jetzt zu "Ja" und "Nein" sagen gekommen?
@shaedrich @RMa
Ich sage "Nein" zu einer Vereinnahmung unter Begrifflichkeiten, die vordergründig alternativlos erscheinen, aber z. T. gekapert sind von zerstörerischen Kräften, Antisemiten etc.
Ich sage auch "Nein" zu jeder Form von Rechtsextremismus.
Ich schaue mir an, was passiert und engagiere mich da, wo es mir sinnvoll erscheint.
Da brauche ich weder einen Schlachtruf zu noch kollektiven Aktivismus - nur das Verständnis einer freien demokratischen Gesellschaft.

@speybridge @RMa "Antifa" *ist* kein Schlachtruf, aber *alles* kann als Schlachtruf benutzt werden – auch dein "nicht faschistisch"

Und wie würdest du Rechtsextremismus verhindern. Indem du sagst "Nein, ich bin nicht faschistisch"?

@shaedrich @RMa
Genau das.
Und indem ich Aktionen unterstütze, die ich sinnvoll finde. Ist das so schwierig zu verstehen.
Ich bin halt kein Herdentier. Außerdem unterstütze ich nicht den sich immer mehr verschärfenden Dualismus, der vorgaukelt, es gäbe nur schwarz oder weiß.
Ist das so schwer zu verstehen?