für mich gehts jetzt weiter in #session1 der #oat25: "Diamond Open Access: Perspektiven" mit drei beiträgen: "Die Diamond OA-Abgabe. Ein Vorschlag" von Bernhard Mittermaier, "Diamond Open Access: Bericht aus der Linguistik" von Miriam Butt und "Servicestelle Diamond Open Access (SeDOA): Zum Aufbau eines deutschen Diamond Capacity Centres" von Thomas Stäcker, Christina Riesenweber und Michael Kaiser.
die idee zu mittermaiers vortrag geht zurück auf die #oat24, wo es auch viel um die nachhaltige finanzierung von #diamondopenaccess ging. den vorschlag für eine "steuer" dafür hat mittermaier prompt bei einem treffen der gasco eingebracht. seit der formulierung des abstracts für den heutigen vortrag hat sich mit SeDOA u.a.m. schon wieder viel getan, daher gehts im votrag auch um weitere aspekte als ursprünglich angedacht. #pantarhei :) #oat25
die zahlen für die unterschiedl. #openaccess-arten bei den publikationen sind zu unterscheiden von denen für die geschäftsmodelle. währenddessen ist die transformation von closed zu open ausgebremst, und die probleme "kosten-entwicklung" und "rechte-übertragung" sind nachwievor schwierig. wissenschaftsrat et al. verlangen derweil gemeinschaftliche finanzierungen. #oat25
[ich komme kaum hinterher und empfehle daher die folien und die aufzeichnung später zum nachlesen/-sehen. :)]
mittermaiers idee zum "Deutschland-Fonds Diamond Open Access (DeFDOA)" sieht nun vor, dass einrichtungen und konsortieren 2% ihrer erwerbungs- und publikationsausgaben für #diamondopenaccess (DOA) aufzuwenden, direkt oder via DeFDOA, der von der MPDLS betreut wird und über dessen mittelvergabe ein forum 13+ entscheidet. nutznießer sind DOA-angebote aus oder mit bedeutung für deutschland nach antrag. #oat25
der antrag soll "kein DFG-antrag mit 20 seiten", sondern nur eine website sein; das schlanke verfahren soll nur auf formalen kriterien beruhen, nicht auf inhaltlichen.
das organigramm sieht etwas komplex aus, war mit mittermaiers erläuterungen aber ganz gut verständlich. :)
einige fragen sind natürlich noch offen, einige haben sich in den letzten tagen in verhandlungen und überlegungen aber auch schon geklärt. #oat25
fragen aus dem plenum:
warum keine "steuer" mehr, sondern freiwillige abgabe? › es gab rückmeldungen, die die idee gutfanden, aber kein budget haben, und bei einer verpflichtung wären die widerstände zu groß; daher lieber es mit wenigen freiweiligen schaffen als es mit zwang nicht zu schaffen.
warum 2%? › im informationsbudget vom FZ jülich sind es 0,7%, und da "sollte noch was draufgepackt werden", und von DEAL aus gedacht zahlt man bereits eine ähnlichen betrag. #oat25
wie kompatibel ist die DeFDOA mit dem leopoldina-ansatz für fachgesellschaftszeitschriften? › es sind unabhängig voneinander entwickelte modelle; im leopoldina-papier gibt es kein finanzierungsmodell, im gegensatz zur DeFDOA-ansatz. und DeFDOA "recycelt" geld, das schon im system ist, und verlangt kein "frisches" geld. denn: es ist laut mittermaier in der tat genug geld im system. #oat25
wie hoch lägen die transaktionskosten für den DeFDOA? sollten die einrichtungen nicht besser direkt DOA unterstützen, statt in eine topf einzuzahlen? › mittermaier geht von einer stelle E13 aus für DEFDOA; das ist überschaubar. wenn eine einrichtung sich auf 2% comittet, kann sie das ja auch direkt an DOA-initiativen/-projekte zahlen. #oat25
"mir sind 2% nicht genug", sagt @c_riesen! :) wie kann man sicherstellen, dass der betrag steigen wird? › da muss man dann jedes jahr drüber reden, aber man kann nicht mit z.b. 10% "einsteigen", da das geld ja an andere stelle weggenommen werden muss. #oat25
schwierigkeiten aus antragstellersicht: jedes jahr anträge stellen ist aufwendig, und der betrag ist vorher nicht bekannt, weil die gesamtsumme durch die zahl der erfolgreichen anträge geteilt werden soll; was tun, wenn wer abspringt, weil der betrag nicht ausreicht? › man könnte auch an 2-jahres-förderungen denken; darüber und die anderen aspekte muss man weiter nachdenken. es soll eine obergrenze für förderungen geben, falls es nur wenige (erfolgreiche) anträge geben wird. #oat25
weiter geht es mit miriam butt (https://www.uni-konstanz.de/centre-for-human-data-society/people/prof-dr-miriam-butt/) und "Diamond Open Access: Bericht aus der Linguistik".
diese schöne überblicksfolie zur #linguistik erfreut mein sprachwissenschaflterinnenherz. 😊 #oat25 #session1
butt stellt zunächst den verlag CSLI publications aus stanford vor: https://web.stanford.edu/group/cslipublications/cslipublications/site/
die idee des herausgebers: der verlag muss ihn ernähren, das genügt; damit lassen sich die bücher dann günstig verkaufen. die autor:innen und herausgeber:innen müssen dafür aber auch viel selbst machen.
sehr wichtig dabei: #LaTeX – das war eigentlich immer schon #openscience, und es ist langzeitstabil. #oat25
da CSLI langsam zum ende kommt, da der herausgeber auch nicht jünger wird, gibt es jetzt eine #CSLI #Konstanz #Kooperation. in diesem kontext konnten einige bücher jetzt auf #openaccess umgestellt werden. [problematisch dabei waren die in word gesetzten, nicht die in LaTeX ...]
für proceedings und zeitschriften gibts ebenfalls lösungen für open access; dafür hat CSLI "den namen" gegeben, was hilfreich war. #oat25
[auch hier gilt: es gibt noch viel mehr folien mit interessanten punkten!]
in kooperation mit dem KIM der uni konstanz gibt es hier also viele idee, das verlagsprogramm "rüberzuretten".
aber: #diamondopenaccess vs. renommée! daher hat butt vorgeschlagen, dass sich der verlag einen "richtigen" namen gibt, um sich besser "einen namen machen" zu können – nun gibt es "PubliKon"! › https://www.kim.uni-konstanz.de/publikon/
die "zeitschrift für sprachwissenschaft" ist 2024 von mouton degruyter zu publikon umzogen. 💪 #oat25
miriam butt kann also auf 30 jahre aktivitäten rund um #openaccess zurückblicken. ein fazit: "es braucht nicht sehr viele ressourcen – es braucht leute, die daran glauben!"
ein tolles beispiel aus der (ja genrell erfreulich open-access-affinen) #sprachwissenschaft. #oat25
fragen aus dem plenum:
wie kann man den elan in andere disziplinen übertragen? › v.a. mit dem geld argumentieren, dass man an kommerzielle verlage abgibt.
oft zählt renommée mehr als geld, wie kann man da argumentieren? › die renommée-bindung kann man nicht aufheben, aber kleinen verlagen helfen, renommée aufzubauen. #oat25
wie kann man größere disziplinen überzeugen? › schwierig; wenn möglich kleinere subdisziplinen adressieren. #oat25
in vortrag 3 in #session1 der #oat berichtet thomas stäcker auch im namen von @c_riesen und michael kaiser von der "Servicestelle Diamond Open Access (SeDOA): Zum Aufbau eines deutschen Diamond Capacity Centres" mit dem gedanken "#diamondopenaccess als antwort auf die probleme des "kommerziellen" openaccess".
#oat25
weitere probleme des kommerziellen open access: "reputation" via impact factor (@brembs 👋), daten-tracking (@RenkeSiems 👋), datensouveränität u.a.m. #oat25
#diamondopenaccess bietet einige chancen, diesen problemen und den weiteren herausforderungen zu begegnen. für die meisten bei den #oat25 anwesenden wohl nichts neues, aber gut zusammengefasst, denke ich.
was will nun #SeDOA@sedoa – erreichen, und wie es ist aufgebaut? thomas stäcker stellt die wichtigsten vorhaben und die governance-struktur im schnellgalopp vor. #diamondopenaccess #oat25
das projekt @sedoa ist im mai 2025 gestartet, daher steht zurzeit noch viel "einrichtung" und selbstfindung an, aber es gibt schon viele ideen z.b. für eine "services-drehscheibe" oder das OJS-netzwerk. #oat25
pläne fürs netzwerken hat @sedoa auf nationaler und internationaler ebene sowie themenzentriert. #SeDOA #oat25
so viele themen und ideen rund um @sedoa, über die man noch lange sprechen könnte – aber jetzt ist erstmal zeit für die kaffeepause. 🙃 #oat25

@v_i_o_l_a @sedoa

Cool! Danke! Habe einiges mitgenmommen!

@brembs @v_i_o_l_a @sedoa Ich würde mir ja wünschen, dass wir Diamond OA auch als Gelegenheit nehmen, die Vielfalt des wissenschaftlichen Ausdrucks wieder zu fördern. Wir werden den durch die Journaldiktatur völlig verrotteten Publikationssektor nicht dadurch reparieren, dass wir jetzt auch noch alle Artikel da reinschmeißen. Gerade die Disziplinen, die traditionell als bibliotheksfern gelten, könnten von originär digitalen Publikationsformen profitieren - die der "Markt" bislang verhindert.
@brembs @v_i_o_l_a @sedoa Diamond OA muss daher mit der Überwindung der Reputationsfalle und kommerziellen Logik einhergehen. Daher wäre ich bei so einem Deutschlandsfond skeptisch - das schreit doch danach, dass die alte Nummer nur neu verpackt wird. Es können bei Diamond OA m.E. auch neue Akteure mit neuen Ideen in den Ring steigen, nicht diejenigen, die mit dem Transformationsmodell schon gescheitert sind.