Ich sehe das für mich ähnlich, wie Du, @cccpresser. Während des Studiums machte ich mich über die "Weichwissenschaften" lustig.
Seitdem durfte ich viele sehr kluge Menschen aus den verschiedensten Bereichen kennenlernen, die mir durch ihre Erklärungen und Erzählungen einen Blick in diese mir sonst verborgen gebliebenen Themen erleichterten.
Zudem wird ja z.B. auch in der Sozialwissenschaft immer mehr Statistk eingesetzt. Das "schlecht in Mathe" passt also nicht.
Mal ganz theoretisch, wenn ich mich darum kümmern würde... Könnt ihr einen Onlineshop empfehlen wo ich das öffentlich verfügbar machen könnte?
Wenns für @DerGuteAlteHerrSchwarz ok ist natürlich :D
Gewinninteresse spielt nicht so die Rolle, aber ich möchts mit wenig Aufwand teilen können und Spreadshirt ist eher so der last resort.
Druckfähige Grafiken krieg ich hin, nur einen unterstützenswerten Shop kenn ich grad nicht :)
@DerGuteAlteHerrSchwarz Es gibt viele Beispiele dafür. So viele das es zig Beiträge zum Thema „Falsehoods programmers believe in“ gibt und das schon lange gesammelt wird.
Eine Stelle an das Problem aber IMHO besonders gut sehen kann: Umgang mit Datum & Zeit. Unser Verständnis davon ist gewachsen, aber selbst wenn wir das heute perfekt machen könnten: die Vergangenheit ist unveränderbar. Deshalb muss auch weiterhin von Software richtig implementiert werden.
https://github.com/kdeldycke/awesome-falsehood?tab=readme-ov-file#dates-and-time
// @kattascha
@helix @root42 @kattascha Sonst wären es ja keine Modelle...
Aber auch nichtmathematische Modelle wie z.B. die Vorstellung vom Unbewussten sind Modelle.
Zum Thema Verhältnis zwischen Algorithmen und Denken/Handeln ging grad ein Artikel von letztem Jahr rum mit der Kernthese, dass organisches Leben sich zunächst der Relevanzfrage stellen muss und genau da sind keine algorithmischen Lösungen möglich.
"The most sensible course of action for an organism does not simply follow from logical rules of inference. Before it can even use such rules, the organism must tackle the problem of relevance. It must turn ill-defined problems into well-defined ones, turn semantics into syntax. This ability to realize relevance is present in all organisms, from bacteria to humans."
https://www.frontiersin.org/journals/psychology/articles/10.3389/fpsyg.2024.1362658/full
Erweiterung der These: das trifft so ähnlich auch auf andere zu. im Grund auf alle, die ein Modell haben, wie Gesellschaft funktioniert (muss nicht komplett sein) und *daraus* auf eine Überlegenheit schliessen
Im deutschsprachigen Raum gibt es bereits 376 Orte, an denen Maker sich treffen und gemeinsam Werkzeuge und Wissen teilen: In Makerspaces, FabLabs, Hack(er)spaces, offenen Werkstätten und an Schulen und Unis. Finde Maker in deiner Nähe: Stand: 25.04.2025
@kattascha Vielleicht hilft es, dass ich früher viel Perl programmiert habe, da ist die Hybris Code verstehen zu können bedeutend geringer ;)
Und puh, wenn ich seh' was Psychologen für Statistik büffeln müssen (was, IMHO, bedeutend relevanter sowohl im als auch ausserhalb des Jobs bleibt als die meiste IT-Mathe)
Ui, aber woran mach ich es fest? (Ist keine Kritik, ich schreib nur auf wo mich die interessante Idee hinträgt :) )
Die Doku und wie sie entsteht sagt ja viel über die Kultur um eine Sprache aus und die Kultur kann sich ja auch ändern.
Ich find ja die Doku von rust unglaublich sympathisch geschrieben, aber sie signalisiert auch ein ganz starkes "werde Teil vom uns (rustaceans)" und rust ist jetzt nicht gerade zugänglich ohne Vorerfahrung im Programmieren.
Andersrum python ist total zugänglich, aber ich bin schon so vielen Techbros begegnet, die sich nichts anderes vorstellen können (plus javascript) weil sie halt schnelle Resultate sehen wollen.
Dann gibts da noch ruby und das gut gealterte Zine "Why's (poignant) guide to ruby", wo alles auf den Kopf gestellt wird. "why" hat sich derweil aus der digitalen Welt verabschiedet mit Worten aus denen spürbar wurde, dass why nicht mehr daran glaubt die Welt durch Programmieren greifbar machen zu können, nach der Lektüre des Gesamtwerks von Franz Kafka (https://kev.town/2013/04/30/why-did-why-the-lucky-stiff-quit/)
Und dann noch Internetforen, Chats etc. in denen die Kultur um eine Programmiersprache geprägt werden kann. Und wer sie nutzt wirkt ja auch auf die Entwicklung zurück. Und wie da die Kultur ist kann wieder ganz stark von der Sprache der Plattform anschauen (wenn ich mir den Umgangston in deutschen Foren anschaue und ihn mit englischen Foren vergleiche wird mir ganz anders).
Huiiii! Gehirn auf Entdeckungsflug 😂
"Niveau sieht nur von unten aus wie Arroganz!!!"
Diese Arroganz finde ich immer wieder beachtlich, nicht nur in der Nerd-Bubble, sondern auch in allen anderen Blasen.
Mensch sollte meinen, das mit den "modernen" Möglichkeiten der Interaktion und den Optionen Kontakte ausserhalb seiner Blase zu führen, wir als Menschheit langsam davon runter kommen, von diesem "wir sind besser als die anderen".
Aber wie jeder vernünftige Nerd weiss, kaputte Prozesse heilst Du nie mit Technik und fancy Werkzeugen.
Darum: Vielfalt rulez!
Naja, die „Good night Nerd pride!“ Aktionen damals hatten schon einen Punkt. Solange Nerds eine diskriminierte Minderheit waren, war das eine verständliche Gegenreaktion, aber spätestens mit der Dotcom-Blase begann sich das stark mit dem heute besonders deutlichen Techbro-Gehabe zu mischen. Daher ist der Nerd-Begriff denk ich zumindest ein wenig verbrannt.
1. Dieser Post hat eine Interessante Diskussion ausgelöst, bei der viele User mit einander interagieren. Diese verzweigte Struktur ist eher ungewöhnlich, aber gut so!
(siehe Bild, bzw https://spov.kddk.eu/show/https://chaos.social/@kattascha/114516118921182900/#fedivis)
2. Ergänzung (weil ich mich ein bisschen ertappt fühle): Problematische Arroganz findet man auch bei anderen Gruppen z.B. BWLer, Body-Builder, Beauty-Influencerinnen. Sie äußert sich zwar immer anders, ist aber immer Kindergarten.
Gut wäre, wenn Menschen die Begrenztheit ihres eigenen Horizontes und ggf die blinden Flecken ihrer Fachkultur anerkennen und an einem konstruktiven Austausch arbeiten würden.
Ceterum Censeo: Dass wissenschaftliche Veröffentlichungen in den Rechtswissenschaften typischerweise kein Peerreview durchlaufen, ist imho ein gefährlicher Missstand.