Mir ist rein mathematisch noch nicht klar, wie die Hinzunahme weiterer Gruppen in die gesetzliche Rentenkasse langfristig das System stabilisieren soll.

Ich meine, klar, es erzeugt erst einmal zusätzlich Einnahmen, aber diese neuen Zahlenden wollen ja dann irgendwann, wie alle anderen auch, die entsprechenden Auszahlungen. Da diese meines Wissens linear skalieren, ist da nichts zu sparen. Es verschiebt nur das Problem.

Ich sage übrigens nicht, dass das grundsätzlich abzulehnen ist. Man kann sowas aus sozialen Gerechtigkeitsgründen fordern.

Allerdings muss man sich dann bewusst sein, dass man erst einmal das Problem nicht löst, sondern für die nächste Generation ein noch größeres Problem schafft.

Vielleicht sollte man erst einmal das strukturelle Grundproblem lösen, bevor man die Bedeutung des Systems noch vergrößert.

Erstaunlich, dass die CDU und ich mal quasi wortgleich einer Meinung sind. Den Tag muss ich mir im Kalender ankreuzen. https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/debatte-rente-beamte-100.html
Kanzleramtschef Frei weist Bas' Renten-Idee zurück

In der Koalition gibt es unterschiedliche Meinungen zur Zukunft der Rente: Kanzleramtschef Frei wies Pläne von Arbeitsministerin Bas zurück, auch Beamte in die Rentenversicherung einzahlen zu lassen. Das stehe nicht im Koalitionsvertrag.

tagesschau.de
Ok, da Frau Bas nun neue SPD-Vorsitzende werden will, weiß ich jetzt zumindest, warum so ein Vorschlag gemacht wurde. Es hatte wohl keinen sachpolitischen Grund.

@mandelbroetchen wirtschaftsweise bezüglich der beamteneinbindung:

.... "schon um sicherzustellen, dass alle Einschränkungen, die man von gesetzlich Versicherten verlangt beziehungsweise verlangen sollte, auch eins zu eins auf sie übertragen werden".
https://www.n-tv.de/politik/Bas-bremst-Union-bei-Plaenen-zur-Hoechstarbeitszeit-article25760699.html

Weil man den Rüstungsetat am Ende doch nicht bei der Grundsicherung abknapsen kann wird es wohl doch mehr Leute treffen müssen.

Wer hätte es gedacht.

Keine Idee der SPD: Bas bremst Union bei Plänen zur Höchstarbeitszeit

Die neue Regierung ist kaum im Amt, schon gibt es erste Dissonanzen zwischen Arbeitsministerin Bas und der Union. Bei der im Koalitionsvertrag festgelegten Höchstarbeitszeit will die SPD-Politikerin nichts überstürzen. Ihr Vorschlag zur Rente wird indes von Kanzleramtschef Frei abgeräumt.

n-tv NACHRICHTEN
@mandelbroetchen das Zauberwort ist: "für die nächste Generation". Wenn das Problem dorthin verlagert wird, dann ist für den Horizont dieser Regierung alles erreicht.
@mandelbroetchen naja wenn ich erstmal alle beteilige und dann noch was an der deckelung der beiträge mache kracht es mir halt nicht sofort zusammen. auf dauer muss ich eben die reichen beteiligen und das vermutlich auch überproportional um den fat tail mitzunehmen. ob das populär oder mehrheitsfähig ist sei mal dahin gestellt
@mandelbroetchen so wie ich das verstanden habe, wird sich erhofft, dass sich der Median-Einzahlungsbetrag der Beitragszahler erhöht - durch die Einbeziehung gutbezahlter Gruppen.
Es gibt eine Höchstgrenze der Rente, die ausbezahlt wird - das worst case der Auszahlung ist also definiert. Die Steuerung der Höhe läuft über die erreichten Rentenpunkte - und die erlangten Punkte pro Mensch müssten geringer werden, weil das Einkommen zum mittleren Einkommen aller ins Verhältnis gesetzt wird.
Zudem: In der GKV gibt es eine eher niedrige Beitragsbemessungsgrenze, ab der man zwar mehr Geld verdient aber gleichviel Krankenkassenbeitrag zahlt (BBG 5175€/Monat). In die Rentenkasse zahlt man mehr ein bis zur BeitragsBemesungsGrenze von 7450 bzw. 7550 €/Monat ein (https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/beitragsbemessungsgrenzen-2024-2229320).
Sozialversicherung: Beitragsbemessungsgrenzen 2024 | Bundesregierung

Seit Januar 2024 gelten neue Rechengrößen in der gesetzlichen Krankenversicherung und Rentenversicherung. Die Zahlen im Überblick.

Die Bundesregierung informiert | Startseite
@mandelbroetchen
Die Berufsgruppen, die nun auch einzahlen sollen, liegen eher über dem Durchschnitt der derzeitigen Einzahlenden. Somit wird die Last auf mehr und stärkere Schultern verteilt.
@wastl @mandelbroetchen
Auch die Auszahlungen werden auf mehr Schultern verteilt, auf Schultern von Besserverdienern, die eine Rente über dem Durchschnitt kriegen.
@logorok
Ich gehe davon aus, dass die Einzahlungen relativ die Auszahlungen übersteigen.
Es gibt eine maximale Rente und die Beitragsbemessungsgrenze ist recht hoch.
@wastl
ja schon. Aber nachdem die meisten wenigverdienenden Beamten durch Mindestlöhner ausgetauscht wurden (Briefträger und so) bleiben fast nur noch Soldaten und Polizisten im unteren Segment. Und oben gibt es Lehrer, Richter, Staatsanwälte die dann natürlich den Maximalbetrag kriegen. Wieviel das dann tatsächlich ausmacht? Keine Ahnung, aber es wird das System nicht retten.
Wenn es eine Methode gäbe die das System dauerhaft rettet, dann wäre das bekannt und die Regierung - egal welche - würde das umsetzen und nicht mit irgendwelchen Prozenten rumschachern.
@logorok
Pfffff.... Die Lösung ist, Löhne zu zahlen und Beiträge zu erheben, die auskömmlich sind.
@wastl
Das ist eine korrekte Aussage, die aber jede Regierung mit anderen Zahlen realisiert.
Welche sind richtig? Wer definiert auskömmlich? Bisher ist noch keiner deswegen verhungert und jeder kann medizinische Versorgung kriegen. Das im Gegensatz zu anderen Ländern doch schonmal eine tolle Sache.
@logorok Auskömmlich hieße hier, dass die Rentenkasse keine Probleme bekommt. Mit entsprechend hohen Löhnen und Beiträgen.

@mandelbroetchen
Es findet noch etwas Neues statt: im Moment muß eine Regierung bei Schaffung neuer Beamtenstellen nur die aktuelle Besoldung im Haushalt budgetieren, die Kosten für die Pension ist ein Problem für zukünftige Regierungen. Bei Angestellten hingegen fällt der Rentenanteil sofort an und muß im Haushalt berücksichtigt werden.

Und wie gut Regierungen mit Zukunftsproblemen umgehen, sehen wir am Klima und an der Ausbildung neuer Lehrkräfte und …

@mandelbroetchen
Es geht hier nur um Aktionismus und darum der AfD zu gefallen. Das Beamtentum ist einfach die billigste Möglichkeit für den Staat, Arbeitskräfte zu finanzieren.
Außerdem unterstehen die Beamten einem besonderen Gewaltverhältnis.41 Stunden Woche, kein Streikrecht, Versetzung in jedes beliebige Kaff im Amtsbereich möglich.
Wenn man das an die "freie" Wirtschaft angleichen würde, dann wäre alles viel teurer.

Die Summe der Auszahlungen kann nie höher sein als die Summe der Einzahlungen.
Das Beamtengehalt geht aus Steuermitteln, also gehen auch die zukünftigen Rentenbeiträge aus Steuermitteln. Man baut einfach nur ein paar zusätzliche Bürokratieschritte ein, was die Sache garantiert nicht billiger macht.

@mandelbroetchen
Das Problem ist, dass es mehr alte Empfänger als junge Einzahler gibt.
Ob die Einzahlung oder Auszahlung per Steuer oder per Rentenkasse geschieht ist dabei völlig egal, die Summe muss passen.
Man kann das vielleicht etwas gerechter verteilen, das Problem besteht dann aber immer noch.

Die Möglichkeit mehr Einzahler zu gewinnen, zB über eine Reichensteuer, ist in Regierungs- und MIlliardärskreisen eher unbeliebt.

@mandelbroetchen es gibt ne Folge von "Die Anstalt" zu dem Thema. Unterhaltsam, informativ und traurig auf einmal.

https://www.zdf.de/video/shows/die-anstalt-104/die-anstalt-vom-7-mai-2024-100

Die Anstalt vom 7. Mai 2024

Ist unsere Rente noch sicher? Zusammen mit Maike Kühl, Abdelkarim und Bodo Wartke geben Max und Claus ein satirisches Update zur Altersvorsorge in Deutschland.

ZDF