#Anabolika

Vorgestern war der Tag der #Harm Hashtag#Reduction - der #Schadensminderung bei Suchterkrankungen. Dies wird oft im Zusammenhang mit Projekten zu Suchtbehandlung für z.B. #Kokain #Heroin oder #Cannabis verwendet und es wurde dazu gepostet. Ich bin dankbar für solche Angebote, welche die Leute da abholen, wo sie sich befinden und medizinische Hilfe und Schadensminderung anbieten.

Jedoch gehen 100'000 Personen in der Schweiz komplett vergessen - die Anabolika-Anwendenden.

Wenn man sich ärztlich um sie kümmern will, ist man wegen dem Sportförderungsgesetz #strafbar, was eine vernünftige medizinische Versorgung und eine Schadensminderung komplett verunmöglicht, obwohl der Bedarf sehr gross ist, weil der #Eigenkonsum #straffrei ist. In der Schweiz haben rund 300'000 Personen schon mal Anabolika genommen, und davon nehmen rund 100'000 Personen diese regelmässig ein.

Das heisst rund jeder Fünfte aus dem Fitnessstudio hat Erfahrungen damit gesammelt - Tendenz steigend, insbesondere wegen den sozialen Medien. Mehr als 10% der männlichen Jugendlichen haben schon #Anabolika oder #SARMs probiert - Tendenz auch steigend.

Ohne medizinische Begleitung und Schadensminderung wird viel "Mumpitz" getrieben und falsche Informationen geteilt.

Wohlverstanden - es gibt keinen "gesunden" Konsum von Anabolika - dennoch sollte man die Anwendenden nicht mit dem gleichen Mass bestrafen, wie man das mit Spitzensporttreibenden tut. Anwendende sind in der Regel Personen, die keinen Wettkampf gegen andere gewinnen wollen, sondern für sich besser Aussehen wollen - und dies ohne #Vorurteile, #Stigmatisierung oder #Scham.

Einzig Prohibition ist hier nicht der richtige Weg, sondern eine Anpassung an die 4-Säulenpolitik des Bundes, wo #Repression, mit #Therapie, #Schadensminderung und #Prävention verwoben sind.

Deswegen bin ich from um Angebote vom PZM Psychiatriezentrum Münsingen AG und vom Arud Zentrum für Suchtmedizin, welche Sprechstunden für Anabolika-Anwendende anbieten. Leider ist noch keine vollständige medizinische Betreuung möglich, insbesondere wenn die Anwendenden mit dem Konsum nicht aufhören wollen.

Ich hoffe, das ändert sich bald - auch gesetzlich. Sonst werden 100'000 Personen in der Schweiz ungerechterweise medizinisch ausgegrenzt.

Anabolikakonsum ist häufig, die medizinische Versorgung dafür hingegen nicht.