Das Verhalten auch der großen #Medien finde ich spannend: Während sogar spezialisierte #Politik - Redaktionen an der Darstellung realer Optionen des deutschen #Grundgesetz scheiterten, wird über die #Papstwahl in #Rom ausführlich und sehr kundig berichtet. Wie ist diese faszinierende Faszination für die #Konklave zu erklären? Hier meine drei Thesen dazu: #Politikwissenschaft #Religionswissenschaft https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/die-faszinierende-faszination-fuer-die-papstwahl-konklave/
Die faszinierende Faszination für die Papstwahl-Konklave

Dr. Michael Blume fragt, warum auch deutsche Qualitätsmedien so ausführlich von der Papstwahl & so schlampig von der Kanzlerwahl berichteten.

Natur des Glaubens
@BlumeEvolution Finde Punkt 2 am treffendsten, meine aber, dass die Faszination auch von der herausgehobenen Stellung ("Seltener als die Olympiade!") und dem Zeremoniell herrührt: Genau wie die englische Königsfamilie in DE eine hohe Zustimmung erfährt, verfolgen ja längst nicht nur Katholiken die Wahl.

@BlumeEvolution Und falls sich jemand wundert, wieso ich das als erklärt säkularer Humanist kommentiere: Spieltheoretisch ist so eine Konklave auch wahnsinnig spannend.

Denn abseits von der Idee, dass der Heilige Geist den Papst durch die Kardinäle erwählt, darf man da ja eiskalte Strategie- und Machtfragen erwarten.

@BlumeEvolution Am Ende bleibt mir nur zu folgern dass nach irdischen Maßstäben der Gewinner mehr oder minder zufällig sein dürfte und da es keinen Einblick in den Fortgang gibt, sorgt auch die Geheimniskrämerei für eine eingebaute Öffentlichkeitswirksamkeit.
@ftranschel @BlumeEvolution
Du magst mit allem recht haben, aber zufällig wird das Ergebnis ganz sicher nicht. Die Kardinäle haben in den letzten Tagen ein sehr klares Profil vorgegeben: kein einsamer Charismatiker, sondern ein Teamplayer, keine großen Zeichen, sondern Ergebnisse, einen Papst nicht nur für die Katholiken, sondern für die ganze zerrissene Welt. Es wird der, der das am wenigsten schlecht umsetzen kann.

@rainerhepler @BlumeEvolution Muss ich vermutlich präzisieren und eine Quelle dafür angeben: https://www.stern.de/geo/konklave--was-die-spieltheorie-ueber-die-papstwahl-verraet-35702670.html

Zufällig heißt hier *nicht*, dass jeder der Kandidaten die gleiche Chance hätte, sondern nur, dass der Gewinner lediglich der erste ist, der ein Momentum bei den abwartenden Teilnehmern auslösen konnte. Er ist mit großer Sicherheit *nicht* der Kandidat, der den absolut größten Rückhalt unter den Kardinälen hat, denn um dies festzustellen bräuchte es einen anderen Modus.

Konklave: Was die Spieltheorie über die Papstwahl verrät

Über die Jahrhunderte musste die Kirche auf die harte Tour lernen, einen Pontifex zu wählen. Die heutigen Regeln beeinflussen, wer eine Chance hat und wer...

STERN.de

@rainerhepler @BlumeEvolution "Es wird der, der das am wenigsten schlecht umsetzen kann."

Das kann man vor der Wahl nur vermuten, aber nicht mit Sicherheit wissen. Und da wir nicht beliebig viele Päpste haben oder vergleichen können, ist diese Schlussfolgerung weder stochastisch noch anderweitig weltlich zugänglich.

@rainerhepler @BlumeEvolution Nebenbei (und zugegeben etwas polemisch): Für diese Forderung hilft ein Absolutistischer Anspruch natürlich schon.

Wer unfehlbar ist, war EX POST *natürlich* die beste Wahl. Nur ist das halt bei allem, was wir hier diskutieren dann ein bisschen zirkulär.

Anders gesagt: Wenn *das* der Fall wäre, wieso braucht es dann mehrere Wahlgänge? 🧐

@ftranschel @BlumeEvolution
Verstehe den Punkt. Trotzdem wird das Ergebnis für die Kirche garantiert besser sein als das Ergebnis der Wahlen z. B. in den USA oder in Deutschland. Ich halte auch eine absolute Wahlmonarchie nicht mehr für zeitgemäß. Aber auf den Kardinälen lastet auch der Druck der Erwartungen ihrer oft sehr unterschiedlichen Gläubigen und Länder, so dass sie doch wie Wahlmänner sind.
Der erste Wahlgang genügt nicht, weil eine Zwei-Drittel-Mehrheit keine leichte Sache ist. (1/2)
@ftranschel @BlumeEvolution
Insgesamt ist hier paradoxerweise sehr viel mehr #Konkordanz nötig als bei der Wahl unseres Bundeskanzlers. Und es gibt keinen Fraktionszwang. Wenn auch Nicht-Kleriker endlich wahlberechtigt wären, fände ich es perfekt
(2/2)