1/ Heute vor 35 Jahren begannen die Hungerstreiks in der #Gethsemanekirche. Ich wohnte da in der Gegend. Vorn an der Schönhauser Allee stand ein Polizist mit Funkgerät. Die Stasi hatte eine Wohnung gegenüber der Kirche. Am 8. und 9.10. fanden in der Kirche große Gottesdienste statt. Die Kirche war voll. Berichte aus anderen Landesteilen zu Festnahmen wurden verlesen. (Die Kirche hatte ein Telefon und die Information wurde dort gesammelt und weitergeleitet.)

Wir wollten eine andere #DDR. Eine demokratische mit Wahlen, deren Ergebnis nicht gefälscht war (Meine Schwester hatte im März mit die Stimmen ausgezählt und den Wahlbetrug nachweisen geholfen.)

Wir wollten keine #Wiedervereinigung. Am Dezember war eine große Anti-#Kohl-Demo von Linken, Grünen, Teilen der Bürgerbewegung und Frauen. Im März haben die #Ossis die #CDU gewählt. Im Jugendradio lief „Der Traum ist aus“ von den Scherben.

Das Land taumelte in eine Welle aus #Nationalismus.

Grafik von einem Freund. 1989.

@stefanmuelller

Es ist schade, daß Sie nicht bekommen haben, was Sie sich wünschten. Leider waren es zu wenige, die meisten wollten Konsum.

Und der Westen wollte die deutsche Einheit. Ich nicht. Ich wollte, daß die Menschen frei sein sollten, aber nicht angeschlossen werden.

Morgen werde ich daran denken, daß wir etwas verpaßt haben. Und mir im Stillen wünschen, daß wir rückabwickeln und den Osten in Frieden ziehen lassen.

@finche @stefanmuelller Ich erinnere mich noch gut an die Slogans: „Kommt die D-Mark nicht, gehen wir zu ihr.“ und „Helmut nimm uns an die Hand, für uns in das Wunderland“. Das war im Dezember 1989, der Traum hat gerade 2 Monate gedauert.

@forevernow

Kommt die D-Mark, bleiben wir,
Komm sie nicht, gehen wir zu ihr.

@forevernow @stefanmuelller

Ich mache mir Gedanken, ob die die so dachten wie ich, nicht hätten lauter sein müssen.

Erklären, was es für den Einzelnen und die Gesellschaft bedeutet, unvorbereitet in einem fremden Wirtschafts- und Gesellschaftssystem zu funktionieren. Und daß wir die Verwerfungen nicht wollen würden.

War damals aussichtslos, alles war im Einheitswahn.