Anxietainment - als Konzept treffend und wichtig; allein das Wort ist zu sperrig. Wenigen ist auch der Unterschied zwischen fear und anxiety bewusst. Finden wir dafür nicht ein griffigeres Wort?
Der Kinderruf: "Bangemachen gilt nicht!" könnte einen Weg weisen...
Angstdiffusion?
Bangemachen?
Bangepopulismus?
Gruselrede?
Volksverbangung?
Ängstereiterei!
@CGdoppelpunkt @astefanowitsch
Von meinen Großeltern kannte ich die Aussprüche:
Der ist auch so ein #Angstmeier!
Das ist doch alles nur Angstmeierei!
Mnja, aber Fearmongering meint ja eher, dass Ängste geschürt werden (die ggf. zunächst nicht existierten), während Anatols Anxietainment meint, dass vorhandene latente Ängste für populistische Bauernfängerei missbraucht werden, mit gewissem Unterhaltungsanteil.
Ängstereiterei?
Angstmissbrauch?
Gruselunternehmertum?
@CGdoppelpunkt Bin mir nicht sicher inwieweit der Unterhaltungsaspekt das polit. Instrument des "Ängste schürens" beschreibt, oder dieser von einem Teil der möglicherweise nur mittelbar betroffenen Rezipienten subjektiv als unterhaltsam interpretiert wird. Die aufgeführten Beispiele der Akteure zählen jedenfalls keine Comedians auf.
Wenn Bangemacherei bei einigen Galgenhumor triggert, ist das vielleicht auch eine Form von Vedrängungsstrategie, die nicht für alle funktioniert.
Da hast du rundum recht.
@astefanowitsch finde, es spricht sich prima.
Ich biete an: trickle-down-ideology
@astefanowitsch Mir scheint die moderne Medienwelt begünstigt systematisch emotionsbasierte Kommunikation, sowohl aus kommerziellen als auch aus politischen Motiven.
Während früher Gatekeeper eine größere Rolle gespielt haben, die mal mehr mal weniger auf Emotionalisierung gesetzt haben, um ihre Reichweite zu steigern, sind diese heute größtenteils durch amoralische Algorithmen ersetzt, die automatisch für die größte Reichweite optimieren, was in der Praxis meistens Emotionalisierung bevorzugt.
Intuitiv leuchtet mir dieser Begriff ein. Sowohl die diffusen Ängste (etwa der wenig ausdifferenzierte Glaube in der AfD an einen Untergang der Zivilisation, mit sich selbst als der künftigen Elite als bestimmendes Merkmal), als auch dem vielschichtigen Entertainment, das die Zielgruppe beinhaltet, die unterhalten wird, diejenigen die unterhaltendes Material willkommen heißen sowie die Akteur*innen mit ihren unterschiedlichen Agenden.
Hast Du dazu etwas veröffentlicht?