Ich möchte hier kurz meine Wortschöpfung _anxietainment_ dokumentieren — damit meine ich das Nutzen diffuser Ängste in der Bevölkerung zu Zwecken der Unterhaltung und Aufmerksamkeitserzeugung durch Medien- und Politikschaffende. Es ist ein Politikstil, der — neben nativistischem Nationalismus und (*Spuren* von) Populismus —politische Akteure wie Donald Trump, die AfD, den Rassemblement National, Friedrich Merz und Carsten Linnemann, die Sahra-Wagenknecht-Boys und andere charakterisiert, und der…
…oft fälschlich als "Populismus" bezeichnet wird. Dieser Politikstil ist natürlich höchst kompatibel mit Populismus (also der Behauptung, man spreche direkt für das wahre, einfache Volk und verteidige es gegen die korrupten Eliten), aber die beiden Konzeptesind logisch und empirisch unabhängig.

@astefanowitsch

Anxietainment - als Konzept treffend und wichtig; allein das Wort ist zu sperrig. Wenigen ist auch der Unterschied zwischen fear und anxiety bewusst. Finden wir dafür nicht ein griffigeres Wort?

@astefanowitsch

Der Kinderruf: "Bangemachen gilt nicht!" könnte einen Weg weisen...

@astefanowitsch

Angstdiffusion?
Bangemachen?
Bangepopulismus?
Gruselrede?
Volksverbangung?

@CGdoppelpunkt @astefanowitsch Wobei es aber Dinge gibt, vor denen die Menschen noch längst nicht genug Angst haben, nur lenken die professionellen Angstmacher üblicherweise genau von diesen Dingen ab. Wovor wir Angst haben müssen, sind die unerwünschten ökologischen Nebenwirkungen unseres Industriezeitalters, also Klimakatastrophe, Massenaussterben von Spezies, Vergiftung der Umwelt mit langlebigen organischen (und besonders halogenierten organischen) Chemikalien, Zerstörung von Ökosystemen...