Heute hat die Statistik Austria die neuen EU-SILC Zahlen von Eurostat zu #Armut und Lebensbedingungen veröffentlicht. Die Ergebnisse zeigen deutlich: Das Regierungsziel, die #Armutsgefährdung zu halbieren, wurde bei Weitem verfehlt. 1/
2023 waren 15 Prozent mehr Menschen in Österreich armutsgefährdet als zum Antritt der Regierung 2019. Etwa 177.000 Menschen sind nun im Vergleich zu 2019 zusätzlich armutsgefährdet, insgesamt also 1,3 Millionen Menschen – trotz Sozialleistungen. 2/
2023 waren auch 336.000 Menschen (3,7 Prozent der Bevölkerung) erheblich materiell und sozial depriviert. Der Anteil hat sich allein zum Vorjahr um mehr als die Hälfte erhöht. Als erheblich materiell und sozial depriviert gilt, wer mindestens 7 von 13 Merkmalen erfüllt. 3/
Knapp 1 Million Haushalte in Österreich können keine unerwarteten Ausgaben in der Höhe von 1.370 Euro tätigen. Auch einmal pro Jahr auf Urlaub zu fahren ist für rund 810.000 Haushalte nicht mehr möglich. 4/
Der #Sozialstaat hebt jährlich 860.000 Haushalte über die #Armutsschwelle, dennoch schützt er längst nicht alle, die er eigentlich absichern sollte. Denn obwohl sie Sozialleistungen beziehen, sind 1,3 Millionen Menschen #armutsgefährdet. 5/
Die Sozialleistungen sind immer noch nicht #armutsfest: Im Schnitt fehlen Mindestpensionist:innen 277 Euro bis zur #Armutsgefährdungsschwelle. Einer erwerbsarbeitslosen Person fehlen 418 Euro und Mindestsicherungs-Bezieher:innen sogar 518 Euro monatlich. 6/
Die Armutsgefährdung hat seit 2019 für alle abgebildeten vulnerablen Gruppen zugenommen. Das Armutsgefährdungsrisiko für Mehrkindhaushalte ist um 11 Prozentpunkte am stärksten angestiegen. Damit ist rund ein Drittel der Mehrkindhaushalte armutsgefährdet. 7/
Bei den Alleinerzieher:innen, die zum Großteil Frauen sind, sind 4 von 10 Haushalte armutsgefährdet. Am höchsten ist die Armutsgefährdung weiterhin bei Arbeitslosen: Einer von zwei Erwerbsarbeitslosen (mind. 6 Monate) ist auch nach Sozialleistungen noch armutsgefährdet. 8/
Die Zahlen zeigen: Die Regierung hat geschlafen und die Armutsgefährdung bei Weitem nicht halbiert. Sie ist sogar angestiegen. Anstatt gezielt die Ärmsten vor der Rekordteuerung zu schützen, wurde zur Inflationsbekämpfung großzügig Steuergeld per Gießkanne verteilt. 9/
Die Sozialleistungen müssen über die Armutsgefährdungsschwelle gehoben werden und #Arbeitslosengeld sollte mit der #Teuerung mitwachsen. Um #Kinderarmut endlich abzuschaffen, braucht es eine Kindergrundsicherung. 10/

Unsere gesamte Schnell-Analyse zu den kürzlich veröffentlichten #EUSILC Zahlen gibt es hier: https://www.momentum-institut.at/news/regierungsziel-verfehlt-armutsgefaehrdung-steigt-wieder

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Regierungsziel verfehlt: Armutsgefährdung steigt wieder

Die Regierung hat es sich zum Ziel gesetzt, den Anteil von armutsgefährdeten Menschen innerhalb der Legislaturperiode zu halbieren. Die neuen EU-SILC Zahlen zu Armut und Lebensbedingungen zeigen,...

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