Ehrlich, ich kann dieses Gerede von "Entzauberung" der extremen Rechten nicht mehr hören. Götz Kubitschek, zentraler Akteur der Neuen Rechten – bei dem Höcke laut eigener Aussage gerne "geistiges Manna" tankt – hat vor einigen Jahren einen Artikel veröffentlich, in welchem er Strategien zur "Ausweitung der Kampfzone" skizziert. Der Titel des Texts lautete: "Selbstverharmlosung". 🧵
1. Gezielte Provokation im Grenbereich des "gerade noch Sagbaren und Machbaren" um neue "Gewohnheiten" zu schaffen – rechtsextreme Framings & Sprache sollen so in den Mainstream getragen werden.
2. "Verzahnung" der Fronten mit den "Truppen des Gegners", indem man etwa sprachlich gezielt auf Akteure aus dem "Establishment" verweist. So wird signalisiert, die eigenen Positionen seien ja gar nicht so extrem und politische Gegenspieler sollen darin behindert werden, Gegenposition zu beziehen, weil sie dadurch schließlich nicht wissen könnten, ob es "nicht auch die eigenen Leute trifft". Fakt ist: Diverse Politiker:innen insbesondere Union bieten hier geradezu Steilvorlagen.

3. Als wichtigstes Ziel wird das "Einreißen emotionaler Barrieren" aufgeführt. Sprich: Man will raus aus der "Igitt"-Ecke. Und die Präsenz in großen Medien, die nicht als rechtsextrem eingeordnet werden, dient meiner Ansicht nach vor allem diesem Ziel.

Als hätten wir nichts aus den Debatten der letzten Jahren gelernt... es ist einfach nur noch frustrierend.🙄

@kattascha die selben, die #nazi “verzauberten“, wollen sie mit den selben Mitteln „entzaubern“? Feuer 🔥 mit Feuer löschen 🧯? #medien #medienversagen #tv #print #reichelt #döpfner #talkshows #journalismisnotacrime #journalism @welt #noafd
@kattascha und daher großen Dank und nen Mega-Hug an dich und Pia und all die anderen, die uns darüber wissenschaftlich aufklären und die nicht einfach unkommentiert machen lassen <3
@kattascha
Also: Wir müssen im Kampf für die Demokratie
1. standhaft die Grenzen zum Unsagbaren und Unmachbaren verteidigen,
2. uns von denen distanzieren, die antidemokratisch reden und/oder handeln, und
3. ebendiese von unseren Bühnen und Bildschirmen fernhalten.
Kann man das so als positive Handlungsgrundsätze formulieren? Das klingt einfach! Warum kriegen wir das nicht hin?
#keinfingerbreitdennazis #noafd

@kattascha @AndreaKusel

Punkt 3 geht schon mal nicht, weil uns die Medien nicht gehören.

@CGdoppelpunkt @kattascha Ich meinte "uns" als Gesellschaft - der gehören die Medien schon.

@kattascha @AndreaKusel

Die Medien sind zum größten Teil schlichtweg Privatbesitz.

@kattascha Ich kann deinen Frust verstehen. Ich bin bei dem Gedanken aber eher wütend auf viele Medien, die inzwischen über 10 Jahre lang den Rechten so viel Aufmerksamkeit geschenkt haben.
Emotionen bringen mehr (Aufmerksamkeit und damit letztlich Geld) als Fakten. Ich glaube, DAS ist das eigentlich frustrierende - und eine Schande für eben jene Medien, die ihren eigentlichen Auftrag verfehl(t)en, nämlich aufzuklären.

@HoSnoopy @kattascha

Der große „Vorteil“ der Arbeitsteilung im globalisierten Kapitalismus ist die Verantwortungsdiffusion. Niemand ist mehr fürs große Ganze verantwortlich und kann ja am System und der Vergesellschaftlichung der ökosozialen Kosten nichts ändern. Man muss ja nur sein Geld verdienen. Moralfreie Gewinnmaximierung.

@kattascha
Politische Paradoxien
https://sezession.de/59638/politische-paradoxien
Politische Paradoxien I
https://sezession.de/57307/politische-paradoxien-i
Politische Paradoxien II
https://sezession.de/57308/politische-paradoxien-ii
Erzeuge Probleme und liefere die Lösung
Politische Paradoxien - Sezession im Netz

pdf der Druck­fas­sung aus Sezes­si­on 79/August 2017 Meta­po­li­tik ist ein Weg auf einer schma­len Gip­felli­nie. Auf bei­den Sei­ten dro­hen Abgrün­de. Vor­an geht es nur auf einem »Mit­tel­weg«, der stän­dig neu ertas­tet wer­den muß. Dar­aus erge­ben sich eini­ge Para­do­xien. Zwei davon möch­te ich in die­sem Text vorstellen. Das ers­te ist das soge­nann­te Poli­ti­cal Iden­ti­ty Para­dox und […]

Sezession im Netz

@kattascha

Die Formulierung "entzaubern" dient ebenfalls der Verharmlosung. Da ist gar nichts zu entzaubern, es liegt alles offen dar. Wer Entzauberung fordert, leugnet die Offensichtlichkeit und den Handlungsbedarf.

@electroheinz @kattascha

So sah es übrigens in meiner Heimatstadt aus, als das letzte Mal eine faschistoide Nazipartei "entzaubert" werden musste:

@AppleWoi @electroheinz @kattascha

Der „Zauber“ des Faschismus: Leichenberge, Lager, zerbombte Städte, Hungersnot...

Sprache. Soo wichtig!

@AppleWoi @electroheinz @kattascha

"So sah es übrigens in meiner Heimatstadt aus, als das letzte Mal eine faschistoide Nazipartei "entzaubert" werden musste:"

👉 Schon komisch, dass man für Bilder kriegszerstörter deutscher Städte eine Inhaltswarnung benötigt.

Vielleicht hilft dann ja auch wieder der "Alliierte Kammerjäger" bei der Schädlingsbekämpfung.

#niewiederistjetzt

@kattascha
Und nichts dran ist neu, bereits das historische Vorbild hat ähnlich aggiert. -.-
@kattascha
Wenn nicht einmal die Nürnberger Prozesse das geschafft haben…

@kattascha

Österreich ist da auch mal wieder ein gutes Beispiel dafür, dass „entzaubern“ nicht wirkt. Trotz der unsäglichen Performance der FPÖ in der Regierung (🤮), die sie nach einem Skandal gesprengt haben, sind sie ein paar Jahre später schon wieder in den Umfragen vorne. Zu verdanken haben wir das dem Herrn Kurz, der seine Partei ÖVP, mit der FPÖ, an den braunen Rand rückte. Es ist ein Trauerspiel.

@kattascha in einem kapitalistischen Wettbewerbssystem, wo wir gegeneinander antreten müssen um die knapper werdenden Ressourcen ist der Faschismus unausweichlich. Der Stärkere gewinnt, die Schwächeren kämpfen gegeneinander. Schuld am Wohlstandsverlust wird auf marginalisierte Gruppen geschoben,Wohlstandsgewinn auf den "Trickle Down Effekt " . Wählen wir in Mehrheit so.