Ich finde es sowieso komisch, dass wir unter „Umgangssprache“ eigentlich fast nur gesprochene Sprache verstehen, dabei hat Umgangssprache längst, spätestens seitdem wir alle täglich per Text online kommunizieren, ein sehr gewichtiges schriftliches Element, und dabei meine ich nicht nur Wortwahl und Formulierungen („weil das ist so“ vs. „weil das so ist“), sondern durchaus auch die ganz banale Rechtschreibung („soviel“ vs. „so viel“, „am Arbeiten“ vs. „am arbeiten“, „raus gehen“ vs. „rausgehen“)
Das führt dann dazu, dass sogar an Stellen, wo #Umgangssprache vom Prinzip her eine Existenzberechtigung eingestanden wird, im Schriftlichen trotzdem auf „korrekte“ Rechtschreibung, Grammatik, Zeichensetzung etc. gepocht wird.
Dabei sind Dialekte schon immer auch eine schriftliche Kultur, und Umgangssprache ist letztlich auch nur eine etwas überregionalere Form von Dialekt