Also wie war das jetzt mit dem Radfahren in Paris? 🚲

Ja, wir sind Rad gefahren, nur eine geführte Radtour auf Leihrädern, dafür aber gleich dreieinhalb Stunden bei schlechtestem Wetter. 🌧️🌬️🧊  

Die Kinder sind leider körperlich zu klein für das Vélib-System, sonst hätten wir das gerne ausprobiert und vermutlich mehrmals genutzt. Es wirkt wirklich gut. 🤷 (Es ist auch schon das vierte solche System in Paris, was ich weiß; in Wien haben wir jetzt das zweite.)

Ich war jetzt nicht völlig überrascht und fasziniert von der Fülle an Radwegen und Radfahrys und verkehrsberuhigten Straßen. Ja, es gibt sie. Aber die Fahrradstadt ist es deswegen nicht. Es kommt auch sehr aufs Stadtviertel an.

Super finde ich in Frankreich die unendlich vielen Poller. Die verhindern formschön und effektiv, dass Autofahrys ihre Kisten überall parken können, wo sie wollen.

Die Straßenverkehrskultur ist dort einfach anders. Es herrscht ja immer schon so eine Art Begegnungszone. Mehrspurige Autostraßen haben gar keine Spurmarkierungen, sondern das können je nach Bedarf mehr oder weniger Spuren sein. (Bekanntes Beispiel: Der Kreisverkehr um den Triumphbogen. Das ist ein Stern, in den zwölf (!) mehrspurige Straßen münden, mit irgendwas zwischen fünf und acht Spuren im Kreis. Konzeptionell unfassbar für deutschsprachige Menschen, funktioniert aber seit mehreren Generationen.)

Menschen zu Fuß gehen immer und überall über die Straße. (Die Kinder verstehen das zum Glück sehr gut, dass wir deswegen zu Hause jetzt nicht auch bei Rot gehen; andere Länder, andere Sitten!) Autofahrys sind generell irgendwie aufmerksamer, oder sie müssen halt eher damit rechnen, dass da jemand von der Seite kommt, auf den sie Rücksicht nehmen müssen. Das kommt mir aus Italien sehr bekannt vor. Da kann sich niemand auf "das ist meine Spur, hier komm ich, alles aus dem Weg" verlassen.

Es gibt alles von baulich sauber getrennten Radwegen, bunten Spuren auf dem Gehsteig bis zu ein paar Pfeilchen und Fahrradsymbole in der Dooringzone auf der Fahrbahn. Letztere sind bei uns ja der helle Wahnsinn. Wir besprechen das hier ja eh öfters. Farbe ist keine Infrastruktur und so. In Paris hatte ich den Eindruck, dass Radfahrys diese Angebote sowieso auch nur als Empfehlung sehen. Häufig hab ich Räder auf der ersten oder zweiten Autospur gesehen, auch wenn rechts daneben ein "schöner" Radweg ist. Und da hupt und schimpft dann niemand deswegen, sondern das ist normal.

Mein Fazit ist also, dass die Entwicklungen und Erkenntnisse in Paris nur begrenzt auf Wien übertragbar sind. Ja, wir brauchen dringend mehr echte Radwege. Vor allem aber brauchen wir andere Autofahrys!   🤦

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Dieser Bericht über Radfahren in Rom passt genau zu meinem Eindruck letztens in Paris. Wo der motorisierte Verkehr für deutschsprachige "chaotisch" wirkt, wird mehr Rücksicht genommen, weil sich niemand auf das Vorrecht der eigenen Spur verlassen kann 🤔

https://www.derstandard.at/story/3000000214252/als-radler-ist-man-in-rom-mittendrin-und-wird-von-der-polizei-trotzdem-voellig-ignoriert

"Immer wieder Schlaglöcher und Kopfsteinpflaster, doch die Autofahrer sehen dich und sie umkurven dich. Elegant und gekonnt! Da ist nichts Eigensinniges wie auf österreichischen Straßen, sondern etwas sehr Achtsames."

#radfahren #begegnungszone #rom #paris #wien #österreich

Als Radler ist man in Rom mittendrin und wird von der Polizei trotzdem völlig ignoriert

Bei einem Lokalaugenschein in der Ewigen Stadt haben sich Gerüchte über neu errichtete Radwege nicht bestätigt

DER STANDARD
@dasgrueneblatt
Ich war vor rund 20 Jahren in Rom tagtäglich mit dem Rad unterwegs und fand es toll.
Es gab dort zwar wenige Radfahrer aber sehr viel zweirädrigen Verkehr. Daher rechneten die Autofahrer auch mit Zweirädern, egal ob man mit dem Fahrrad oder Moped unterwegs war. Die erhöhte Achtsamkeit galt für alle, auch für die Zweiradfahrer. Und ja, als Wienerin hatte ich auch zuerst den Eindruck es herrscht pures Chaos, tatsächlich war es viel berechenbarer als auf den Wiener Straßen.
@NessieL War zwar nur ein Tag, aber ähnlich deiner Beschreibung ging es mir beim Radfahren in Vietnam. Es hatte eigene Regeln und als Radfahrer fühlte ich mich nicht als Zielscheibe.
@dasgrueneblatt In Wien haben wir inzwischen eigentlich schon das 3. System (Viennabike → Citybike → Wienmobilrad). Ersteres war aus Gründen allerdings nur sehr kurzlebig. 🙂