Vielleicht ist die Zeit reif und der Moment günstig für eine Idee von sozialen Netzwerken, die klüger machen, zur Beteiligung einladen und befähigen und sich an Werten orientieren, die Demokratien schützen und stärken können. Ein paar Gedanken dazu: https://mihajlovicfreiburg.com/2023/08/26/soziale-netzwerke-zwischen-demokratie-und-dienstleistung/
Soziale Netzwerke zwischen Demokratie und Dienstleistung

Letzten Sonntag deaktivierte ich nach fast zehn Jahren meinen Twitter-Account bzw. mittlerweile X-Account und löschte die Twitter-App von allen Geräten. Es war eine persönliche, aber auch politisch…

Dejan Mihajlović
@dejanfreiburg ➡️ „In Krisen wurden immer wieder bei Facebook-Gruppen eröffnet und bei Twitter Hashtags ins Leben gerufen, die Menschen in unterschiedlicher Weise halfen und solidarisches Handeln organisierten. Hier waren es Bürger*innen, die sozialen Interessen folgten und keine Kund*innen, die eine kapitalistische Logik erfüllten.“

@dejanfreiburg

Vielen Dank für den sehr interessanten Artikel.

Ich habe mich in der Vergangenheit für diesen Social-Media-Kram (StudiVZ, Facebook Instagram, Twitter etc. ) überhaupt nicht interessiert und bin damit sehr gut gefahren. Dennoch wollte ich jetzt als "mittelalter" Mann mal Mastodon ausprobieren. Naturgemäß kann ich kein Vergleich anstellen, aber positiv bewerte ich, dass man viel Input, andere Sichtweisen bekommen kann, wenn man denn "open-minded" ist.

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@dejanfreiburg

Ich glaube auch, dass es hier auch einigermaßen gesittet zugeht.

Dennoch ist auch die Social-Media-Welt (bei Dir/Ihnen eher auf der linken Seite der Achse) dennoch nur ein Spiegelbild dieser Gesellschaft.
Es wird hier auch teilweise so schlecht, plump, unsachlich und voreingenommen "diskutiert", dass mir Angst und Bange wird. Prinzipiell sind hier viele rechthaberisch, halten sich aber für die "Guten". Aber gut, vielleicht habe ich auch die falsche Erwartungshaltung.

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@dejanfreiburg

Vielleicht sollte man es tatsächlich als "Sende"-Portal für Behörden, Institute, Bibliothek, Unternehmen und Katzenfotos begreifen, auch wenn ich den "demokratischen" Aspekts des Meinungsaustauschs eigentlich sehr schätze bzw. schätzen würde.

PS: Und manche Menschen mit hoher Follower-Zahl sind sich ihrer Verantwortung glaube ich nicht so bewusst, was man mit einem schnell rausgehauenen Post anstellen kann.

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@dejanfreiburg Taiwan geht mit Audrey Tang in die o.g. Richtung:
"Als ich Digitalministerin wurde habe ich das Sicherheitstool ‚Sandstorm‘ mitgebracht. Das ist Open Source. Und ich habe es per Hand selbst eingerichtet und basierend darauf können wir sicher kommunizieren und jeder Bürger Programme schreiben."
https://www.deutschlandfunkkultur.de/taiwans-digitalministerin-audrey-tang-radikale-transparenz-102.html
Taiwans Digitalministerin Audrey Tang - Radikale Transparenz ohne Agenda

Audrey Tang ist Hackerin, Schulabbrecherin, transgender, IT-Wunderkind - vor allem aber ist Taiwans Digitalministerin eine Pionierin für völlige Regierungs-Transparenz, soziale Innovationen und der Gegenentwurf zur Führung in Festland-China.

Deutschlandfunk Kultur
@killoyle (In dem Buch, aus dem ich im Blogbeitrag am Ende zitiere (Citizens), geht es auch in einem Kapitel um sie und Taiwan.)

@dejanfreiburg Danke für diesen ausführlichen Text dazu, was soziale Netzwerke sind bzw. sein können.

Eine Frage dazu lässt mich seit einer Diskussion gestern nicht los: wenn soziale Netzwerke politisch sind, wie gehen wir dann mit Ein-/Ausschluss um? Soll ein soziales Netzwerk "die Öffentlichkeit" abbilden (inkl. zB. verbohrten CDU-Wähler*innen) - oder soll es "die Guten" (what ever that may be) zusammenbringen?

@_tillwe_ Wenn es um das Zusammenbringen geht: Viele gesellschaftliche Probleme sind sehr komplex, strukturell und können nur gemeinsam, mit einem Abbild der Gesellschaft (in ihrer Diversität, wozu alle zählen) gelöst werden. Wenn es um Demokratie geht: Alle Meinungen müssen vertretbar sein und gehören zu einer demokratischen Debattenkultur (und führen u.a. zu Lösungen, auf die ich eben hinwies). Menschenfeindliche Aussagen/Hass/Gewalt sind aber z.B. keine Meinungen => Ausschluss
@dejanfreiburg Normativ soweit d'accord. Etwas tiefer gebohrt: wie viel Rücksicht sollte auf dieses demokratische Zusammenbringen z.B. im Design einer Plattform vorkommen? Sowohl mit Blick auf Hürden wie auch soziotechnisch-kulturell ... ("wir machen das hier aber so, und wenn du das nicht so machen willst, bist du hier falsch")?
@_tillwe_ Verstehe die Frage leider nicht. Woran konkret denkst du bei/m Hürden/Design bzw. Rücksicht/Grenzen? Kannst du das anders formulieren?

@dejanfreiburg Das eine ist die technische Seite - wie zugänglich/"nerdig" im Sinne von konfigurierungsnotwendig ist eine Plattform?

Das andere, kompliziertere: wie viel kulturelle Übereinstimmung darf vorausgesetzt werden? (Fiktives Beispiel: jemand wird blöd angemacht, weil er*sie nicht oder nicht "korrekt" gendert - "wir machen das hier aber so").

@_tillwe_ Technische Seite: müsste frei wählbar von extrem niederschwellig bis Pro-Level sein. (Was ich bei Mastodon aktuell nicht sehe. Die Hürde Server-/Instanzsuche scheint vielen Menschen zu hoch.) Bürger*innen entscheiden selbst.

Würde gar keine kulturelle Übereinstimmung voraussetzen. Die anstrengende, unangenehmen Gespräche sind notwendig und gehören zur gesellschaftlichen Weiterentwicklung dazu.

Projekte und die Mitte

Man kann sich auch auf Mastodon wunderbar in die Haare kriegen. Und manchmal ist das sogar produktiv. Beispielsweise ist das Ergebnis einer solchen Posting-Schlacht gestern, dass ich seitdem darüber nachdenke, wie das mit Projekten und der Mitte ist, und ob der Mainstream sich umleiten lässt. Obe

till we *)
@_tillwe_ (Das sprengt wahrscheinlich den Rahmen eines Austausches via Mastodon. Da müssen wir doch mal beim nem Kaffee darüber sprechen.)
@dejanfreiburg einladung koennen @wir auch ;)
gleich mal probieren:
hier mal eine 5 personen einladung von mir. https://freiburg.social/invite/FN3vgbs2
(1 woche gueltig ab jetzt)
freiburg.social

@stereo invites you to join this server of Mastodon! With an account, you will be able to follow people, post updates and exchange messages with users from any Mastodon server and more!

Mastodon hosted on freiburg.social
@stereo (Danke. Hab das bei FB geteilt, weil ich dort mit vielen Freiburger*innen vernetzt bin und hoffe, dort neue Personen für Mastodon gewinnen zu können.) @wir
@dejanfreiburg sag gern bescheid wenns mehr braucht. das kann uebrigens jede:r mit account bei uns.
@dejanfreiburg ups, ich wollte eigentlich sagen, dass diese links sehr selten sind und nur in zufaelligen intervallen unseres projekts #drksky einzeln ausgespuckt werden. 🤡

@dejanfreiburg Danke für den Artikel!

Unbedingte Leseempfehlung, wenn man ein paar ruhige Minuten übrig hat - eher nix für nebenbei.

Vielleicht auch ein Problem der sozialen Netzwerke: Die Schnelligkeit und Bequemlichkeit sowie die vielen unterschiedlichen Kanäle. Mitunter - scheint mir - verhindert genau das auch eine tiefere inhaltliche Beschäftigung mit Themen. Geklickt & geteilt ist schnell, kann aber auch etwas (negativ formuliert) papageienhaftes an sich haben. Man plappert nach und beschäftigt sich nicht selbst tiefer, da der nächste neue Content schon wartet - wie seht Ihr das?

@leChris Die Schnelligkeit und Bequemlichkeit ist teilweise gewollt (Teil der technischen Architektur/Affordanz und des Geschäftsmodells), weil sie einen in die Kund*innenrolle drängt.
@dejanfreiburg Vielleicht ist das gerade die Herausforderung in Bezug auf soziale Netzwerke? Das jeder Mensch für sich die Balance zwischen "Kundenrolle" und tieferer sozialer Interaktion findet. Und diese Grenze ist bei jedem / jeder anders verortet ...