@afelia Weiss nicht ob das hilft (vermutlich nicht wirklich), aber auf der militärischen Seite könnten die gestern öffentlich gemachten F-16 Lieferungen durch NL und DK imo ein echter Gamechanger sein
Dänemark gibt der Ukraine 16 F-16s und die Niederlande 42 (was ihre komplette Flotte ist). Das ist tatsächlich nen Gamechanger: Die größte Gefahr für die Ukraine am Boden, besonders wenn es um Kampfpanzer geht sind aktuell die russischen Ka-52 Hubschrauber. Diese haben eine Sensorreichweite von ~15km und die aktuelle Luftwaffe der Ukraine kann dem ~20km entgegensetzen. Die F-16s himgegen kommen auf ~150km. 1-2 F16s pro BTG am Boden werden riesen taktischen Vorteil bringen. #UKR #RUS
@einfachnurRoland @alios @afelia den Zorn auf die Bundesregierung? Wieso?
Militärische gamechanger brauchen nicht die Wirkung von Atombomben haben. Lies mal auf Wikipedia, mit welchen relativ einfachen techniken, waffen und Taktiken die Magyaren bei ihren Einfällen den Europäern überlegen waren (okay, im Gallop Pfeile Schießen ist für den einzelnen schon ne krasse technik), und was das militärisch bedeutet hat.
@einfachnurRoland @alios @afelia wenn die F16, ausgestattet mit Flugkörpern wie der Taurus, es den Ukrainern erlauben, die Minenfelder besser und geschützter zu räumen, könnten das ähnliche Gamechanger sein.
Und ein Atomwaffeneinsatz Russlands hätte - so lange Trump nicht an die Macht kommt - den konventionellen Kriegseintritt der USA (auf dem Gebiet der Ukraine) zur Folge.
@gormulus @einfachnurRoland @alios @afelia die Ukrainer sind besser geschützt, wenn die russische Artillerie schlechter funktioniert, weil Kommando- und Logistikinfrastruktur kaputt ist.
(Und besser geschützt, wenn die russischen Helikopter nicht eingreifen können, was aber weniger mit den Taurus und mehr mit der F16 zu tun hat)
@Squig @alios @afelia ich habe gerade eben das hier gelesen: "Die Ukraine braucht genauso dringend große Mengen Artilleriemunition. Da könnten wir als große Industrienation viel mehr tun. Außerdem braucht sie auch mehr Drohnen, Drohnenabwehr, Minenräumfahrzeuge."
https://taz.de/Interview-mit-Militaerexperten-zur-Ukraine/!5950485/
Das gleiche hat der #Reisner schon vor langem gesagt.
@Squig @alios @afelia Absolut richtig. Leider verkürzt sich vieles darauf.
Wie beim Diskurs zur Lieferung der Leoparden zu sehen war.
Taurus und F-16 alleine werden hier den Krieg nicht entscheiden. Und die BoilingTheFrog-Strategie ist nicht Scholz' Entscheidung, sondern Biden's.
Hinzu kommt, dass die Entscheidung und Kommunikation von Waffen-Lieferungen auch immer über die Geheimhaltung der Logistik berücksichtigen muss. Sonst kommt in der Ukraine nichts an.
@Squig @einfachnurRoland Ansonsten, wenn man etwas tiefer einsteigen möchte, kann ich jedem nur "Understanding Modern Warefare" erschienen bei Cambridge University Press 2016 ans Herz legen
Die F-16 kommen, wie alles aus dem Westen, mal wieder viel zu spät und zögerlich. Es war letztes Jahr im Sommer schon klar, dass dies ein längerer Konflikt werden wird, und da hätte die Rammstein-Kontaktgruppe auch auf die Idee kommen können Ukrainer auf Jets und Panzern, etc. auszubilden. Vor allem die Wartung und Infrastruktur für die Jets ist das viel größere Problem als die Piloten.
Dieses hat man verschlafen, und nun werden die Dinger in kleiner Stückzahl in einem Jahr eventuell zur Verfügung stehen.
Das ist ungefähr genauso peinlich wie die paar modernen Panzer, die in die Ukraine geschickt wurden nach Monaten an Rumgeeiere.
Dieses ständige Kopflosigkeit und Kurzsichtigkeit ist echt peinlich für die westlichen Politiker (die östlichen und nördlichen sind und waren da ja viel proaktiver). Und ja ich werfe den Politikern Dummheit und nicht Absicht vor.
Bei so einem Vorgehen kann ich auch verstehen, dass jedermann/-frau vermutet der Westen versuche Russland durch einen langen Krieg auszubluten.
Es braucht einen Paradigmenwechsel. Dieser Krieg und die Situation mit imperialistischen Staaten generell ist nur lösbar, wenn der Krieg einen hohen Preis für den Aggressor hat. Die Ukraine muss die Möglichkeit haben die westlichen Oblaste zu erobern und nicht nur die besetzten Gebiete zu befreien
Der Preis für imperialistische Gewalt muss hoch sein und als historischer Fakt im Denken der Menschheit verankert werden. Das Beispiel des Nazi-Regimes war anscheinend zu wenig, kann als Ausreißer fehlgedeutet werden.
Die Ukraine braucht nicht nur materielle Unterstützung, sie braucht einen neuen D-Day. Und sie steht nicht allein in einer derartigen Situation. Krieg und Imperialismus als politische Option muss unmöglich gemacht werden.
Die Grenzen von Staaten dürfen nicht mit Gewalt verändert werden - so sieht es das Völkerrecht vor. Russland habe dieses Gewaltverbot massiv verletzt, sagt der Völkerrechtler Claus Kreß im Dlf. Um das Gewaltverbot zu schützen, dürfe Moskau am Ende nicht belohnt werden.
@helgenug @laemmerbiss @afelia So weit ich weiß, basiert das Völkerrecht auf Präzedenzfällen, wie im angelsächsischen Rechtskreis üblich. Die Charta ist hier eher ein Etikett, als eine Anleitung. Deshalb haben ja alle Diktaturen sich dem Kampf gegen den Terror angschlossen. Der Westen hat den Waffeneinsatz gegen Zivilisten gerechtfertigt - und später sogar eine Invasion.
Für mein Verständnis ist es eher ein Staaten- als ein Völkerrecht.
@helgenug @laemmerbiss @afelia
Bin kein Jurist. Kann aber die Wikipedia-Artikel "Völkerrecht", "Völkergewohnheitsrecht" und "Rechtskreis" empfehlen.
Die expliziten Verträge (z.B. Charta der UN) konkurrieren mit dem Gewohnheitsrecht.
@helgenug @laemmerbiss @afelia
Wenn ich mich richtig erinnere ist der Präzedenzfall die Invasion Iraks durch USA und der "Allianz der Willigen" (oder wie wurde das damals genannt?). Alles, was Putin seitdem getan hat (Tschetschenien, Georgien) war "Terrorbekämpfung" oder "Entnazifizierung".
Der Westen hat diesen Lügen das Tor geöffnet.
Die Meinung von Professoren ist da genau so Wumpe, wie deine oder meine.
@einfachnurRoland @helgenug @afelia
Du merkst schon, dass da ein logischer Fehler ist. Unrecht wird nicht durch Gewohnheit zum Recht.
Oder wie ist das bei Cannabis, zu schnell fahren oder Taschendiebstahl?
Was meinst du warum Rumsfeld, Cheney und Bush nie in Skandinavien waren oder Den Haag besucht haben?
@laemmerbiss @helgenug @afelia
Andere Länder, andere Sitten. Rechtskreise halt.
Schön, dass das gegen deine Moralverstellung verstößt. Geht mir genau so. Wobei ich einen Riesenrespekt vor dem EuGH habe, dass es ihm jahrzehntelang gelungen ist so einen Anarchostaat wie UK mit meinen kontinentaleuropäischen Rechtsvorstellungen zu homologisieren, btw.
Glaubst du wirklich, dass es für die Ukrainer eine Rolle spielt, wo Bush und Co Urlaub machen? Das Porzellan ist zerschlagen.
@einfachnurRoland
Alter!
>[...]Wir rufen alle Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen auf, ihren Verpflichtungen im Hinblick auf die Verletzung des Aggressionsverbots durch die Russische Föderation nachzukommen, eines Verbots, das zwingenden Charakter (jus cogens) hat. Dieses Verbot bleibt auch bei Verstößen bestehen.[...]
Ich wiederhol' das mal eben: DIESES VERBOT BLEIBT AUCH BEI VERSTÖßEN BESTEHEN.
Entschuldigung, aber wie deutlich brauchen Sie's denn noch?
@laemmerbiss @afelia
@einfachnurRoland
>Andere Länder, andere Sitten. Rechtskreise halt.
Eben gerade nicht! Der englische Begriff für Völkerrecht lautet international law. Die Abkürzung IStGH steht für *Internationaler* Strafgerichtshof.
@laemmerbiss @afelia
Hey, gute Nachrichten für alle schrumpfpimmligen Imperialistenarschlöcher da draußen: Ihr könnt einfach irgendwo einmarschieren und wenn jemand sagt, dass Ihr damit gegen das Völkerrecht verstoßt, dann beruft Ihr Euch ganz einfach auf den Wikipediartikel zum Gewohnheitsrecht. Empfohlen von Scherzanwalt @einfachnurRoland 👍.
@afelia Deine Aussagen halfen mir sehr die Situation in der Ukraine und Russland einzuordnen und die Fülle an Nachrichten, Bildern und Texten zu Informationen zu sortieren. In Fakten und Wissen kann man sich schnell verlieren, hier halfen mir deine Statements und Interviews das Menschliche im Fokus zu behalten.
Danke.