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es kann in einer ungerechten gesellschaft keine humane sterbehilfe geben. warum hab ich versucht hier darzulegen:

https://taz.de/Sterbehilfe-in-Deutschland/!5949201/

Sterbehilfe in Deutschland: Zwei Sorten Tod

Eine Liberalisierung der Sterbehilfe ist kein Akt der Humanität. Denn unserer Gesellschaft ist es nicht wichtig, dass alle Mitglieder überleben.

TAZ Verlags- und Vertriebs GmbH

@freval Das sind bittere Fälle und ich sehe die Gefahr sogar hier im bröselden Sozialsystem. Finde das als Argument dennoch illegitim, denn es wird hier ein Grundrecht stark beeinträchtigt. Die unantastbare Würde und das Recht auf Unversehrtheit stehen nicht gegen das Recht auf Suizid (Würde). Die müssen alle gleichermaßen verwirklicht werden. Der miserable Status Quo der einen Grundrechte kann kein Argument sein wider das Grundsätzliche anderer Grundrechte.

https://mastodon.social/@zitrone/110678267345149641

@zitrone das ist eine juristische argumentation. gesellschaftlich ist das aber nicht zu trennen vor allem nicht wenn die liberalisierung durch bürokratisierung organisiert wird.

@freval hm, ich sehe das überhaupt nicht juristisch sondern grundsätzlich/gesellschaftlich.
wir gestehen menschen rechte zu, oder soll man es lassen?

ich finde die sache mit dem psychiatrischen urteil ja nicht grundfalsch. so wie ich es verstanden habe, dauert alles so lange, WEIL bürokratie und unsichere Rechtslage, weil ärzte angst haben, ins gefängnis zu müssen. ich möchte auch nicht, dass ein polizist mit im raum ist!

@zitrone zunächst würde ich sagen: das recht auf suizid (das es im grunde auch nicht gibt aber da sind wir uns einig geben sollte) wird von der neuregelung nicht berührt.

jenseits juristischer begriffe wie recht ist imho die frage: wenn manchen das sterben leichter gemacht wird wird anderen das (über)leben erschwert. meiner ansicht nach ist das notgedrungen so und kann nicht getrennt voneinander verhandelt werden.

@freval
> das es im grunde auch nicht gibt

Schreibst du im Artikel nicht, das gibt es?

@johnny es ist ein unterschied ob maus das formaljuristisch gesellschaftlich oder politisch betrachtet. de facto git es das ja. aber "grundrecht" ist mir ein bisschen dick aufgetragen.
@freval mhhm. Jedenfalls guter Artikel.

@freval @zitrone

Sorry, aber das klingt für mich schon sehr nach "keiner darf mehr Kuchen haben, weil Lukas zu viel gegessen hat".

Das ist Bockigkeit, keine Gerechtigkeit.

@AdmSnackbar ich glaube nicht dass der artikel es geschafft hat dir die tragweite zu vermitteln

@freval

Ich verstehe den Punkt, ich finde ihn bloß albern.

Niemand wird zum Suizid gezwungen und das "als Müll sehen" haben wir auch jetzt schon. Die Menschen sind also ohnehin unglücklich.

Aus diesem Artikel spricht letztlich eine falsch verstandene Empathie. Statt einen Schritt in die richtige Richtung zu gehen, bleibt man lieber auf der schlechten Stelle stehen. Das ist die selbe Denke, die wegen der Schatten keine Windräder will und deswegen Braunkohle abbauen lässt.

@freval

Das ist übrigens auch genau der gleiche Konflikt der "die Linke" seit 200 Jahren ausbremst. Man hat etwas Gutes, setzt das aber nicht um, weil es nicht alle Probleme auf einmal löst. Das ist kontraproduktiv. Denn am Ende erreicht man gar nichts.

@AdmSnackbar ich habe zehn jahre berufserfahrung in der pflege. das letzte worum es mir geht ist virtue signaling. aber wenn wir über die letzten 200 jahre sprechen fallen mir einige beispiele ein in denen eine breite mehrheit probleme gelöst hat auf kosten derer die sich nicht haben wehren können.

@freval

Und das ist eine unzulässige Reduktion meines Arguments, eine falsche Dichotomie.

Aber gehen wir mal darauf ein: Hat der Mindestlohn nicht auch Menschen in die Arbeitslosigkeit geschubst? Klar, insgesamt ist die Beschäftigung hochgegangen und der Wohlstand gestiegen, aber es wird mit Sicherheit Leute geben, die ihren Job verloren haben. Trotzdem meckert außer ein paar neoliberalen niemand über den Mindestlohn.

Die Lösung ist nicht rumheulen und nichts tun, sondern das Problem lösen.

@AdmSnackbar dein funktionalistisches gesellschaftsbild versucht probleme zu isolieren um sie dann zu lösen die nicht isolierbar sind. es gab im übrigen einen haufen fortschritte auf diesem gebiet sei es in der geriatrischen betreuung sei es in der schmerzmedikation sei es in der gerontopsychiatrie. diese macher*innen-mentalität die sich auch darin äußert flächig auf alle weiteren sozialpolitischen felder ausgedehnt werden zu können suggeriert einen objektivität die sie nicht hat.

@freval

Und was ist jetzt ein Punkt? Alt sein muss nicht weh tun? Okay, dann werde eben du alt. Aber zwing das doch nicht anderen auf.

Im Übrigen ist genau das, was du gerade bei mir kritisierst, gängige Praxis. Was meinst du, warum Alkoholiker keine Spenderleber bekommen? Es findet eine Abwägung statt und davon ausgehend wird eine Entscheidung getroffen.

Du wägst aber nicht ab, du entscheidest aufgrund von Bauchgefühlen und Kurzsichtigkeit.

@AdmSnackbar du merkst gar nicht dass du ständig ausweichst oder? wie auch immer wir reden aneinander vorbei. alles gute.
@freval
Ich weiche nicht aus, im Gegenteil versuche ich dir aufzuzeigen, dass deine Argumente in der Realität einfach nicht stimmen. Das kommt dir nur deswegen als "aneinander vorbei" vor, weil du auf einer utopischen Ebene argumentierst, in der es immer Lösungen gibt, die für alle super töfte sind. Das ist aber in echt nicht so. D.h. ganz praktisch, dass jedes Handeln und auch jedes Unterlassen Opfer hervorbringt. Die Aufgabe der Gesetzgebung ist, die Menge an Opfern zu minimieren.
@AdmSnackbar ich hab schon verstanden wie du das siehst

@freval "dein funktionalistisches gesellschaftsbild versucht probleme zu isolieren um sie dann zu lösen die nicht isolierbar sind."

Das ist ein goldener Satz, den ich zukünftig [auch in ganz anderen Kontexten] sehr gezielt einsetzen kann. Danke.

@freval „no assisted death before assisted life“ war so immer der slogan, nich.

ich finde es inzwischen nur noch gruselig. besonders, da ich inzwischen an dem punkt bin, wo ich eine beträchtliche wahrscheinlichkeit sehe, dass das irgendwann in den nächsten jahren meine entscheidung sein wird. tod oder „leben“ in einer unaushaltbaren situation, ohne hilfe, ohne erleichterung, ohne einen letzten rest lebensqualität. nicht, weil es nicht anders ginge, sondern weil die gesellschaft es so will

@freval noch so ne corona-infektion mit noch einem ähnlichen maß an verschlechterung wie bei der letzten, und dann bin ich da.

ich geh inzwischen einfach davon aus, dass ich höchstens noch ein paar jahre leben werde, obwohl meine krankheit eigentlich nicht zu einer erheblich kürzeren lebenszeit führen sollte. ich geb mir halt mühe, meine paar projekte noch schnell fertigzukriegen, und hoffe, dass ich schneller damit bin als diese gesellschaft, die mich lieber loswerden möchte

@skye ja das kenne ich sehr gut. dreieinhalb jahre isolation hier bisher
@freval ja, hier auch, nicht dass es mir was gebracht hätte, infiziert hab ich mich trotzdem (beim arzt, wo sonst). grade viel aufwand, um zumindest einen space zu organisieren, wo wir mit weniger lebensgefahr existieren können und mal wieder andere menschen außerhalb der wg sehen, aber, ne. zermürbend war’s so in 2022, inzwischen is alles fertig zermürbt 🥴
@skye ja wir haben hier eun schulkind dass in die schuke gezwungen wird. ich nenne das eugenik.
@freval jup, gibt echt kein anderes wort mehr dafür. ich hab ein paar sachen, wegen denen ich eigentlich dringend mal untersucht werden sollte, aber da ich mir dazu die maske abnehmen müsste… 🤷 guess i’ll die
@skye ja und hinterher hat keine*r was von gewusst. naja. alles gute dir pass auf dich auf!
@skye hey aber alles gute und ganz vuel kraft. du bist nicht allein.

@freval

"Die Freiheit der Entscheidung kann nur gewährleistet sein, wenn sie in einer Gesellschaft stattfindet, der das Überleben aller ihrer Mitglieder wichtig ist."

Danke!

@freval Danke, guter artikel, vorallem da nicht gegen die sterbehilfe an sich argumentiert wird, stattdessen aber die damit verbundenen Gefahren in unserer for-profit Gesellschaft aufgezeigt werden. Die Debatte in der Pandemie bzgl Triage hat mich bei dem Thema tatsächlich auch sehr sensibilisiert.
@freval ich würde mir mir wünschen - wenn es mal soweit ist - die geeigneten medikamente zu bekommen. ich finde es sehr mühsam nachdenken zu müssen in diesem zustand ins ausland zu fahren oder varianten wie aus dem fenster fallen lassen, mit einer schusswaffe alles zu versauen etc.
wenn ich irgendwann gehen möchte hätte ich gerne die möglichkeit das so angenehm wie möglich, legal und ggf im kreise lieber menschen zu tun.
das nicht zu dürfen find ich schlimm
@BratschCbra andere finden es mühsam sich in einer gesellschaft zu behaupten die sie nicht wertschätzt oder sogar loswerden will. da sind abwägungen zu treffen.

@freval

Wenn es um MEIN ableben geht möchte ich das alleine abwägen dürfen

Und dazu gehört es auch dem umfeld ggf einen hässlichen anblick und einen mühsamen letzten eindruck zu ersparen

@BratschCbra ja verzeihung ich hatte vergessen dass es bei solchen themen ausschließlich um sie geht

@freval naja

ein paar andere schon auch noch

schon mal vom onkel angefleht worden... wenns mir so geht muasst mi bitte daschiassn - versprich ma des...

@BratschCbra ja sorry um sie und ihre familie. ich für meinen teil hab dreimal monatelang darum gekämpft dass leute mit demenz im endstadium die ein schönes und erfreuliches leben hatten nicht sinnlos unter vollnarkose operiert werden ohne erfolg. 2 tot und eine mit herber verschlechterung des gz. wie das werden wird naja.

aber das war ja nicht ihre familie.

@freval was hat eine op mit medikamenten für suizid zu tun?
@BratschCbra es ist die infrastruktur die greift um medizinisch relevante entscheidungen zu treffen. die systematik. ob du nudeln kaufst oder ein bettgestell der ablauf an der kasse ist der gleiche.

@freval ich schreibe nicht von infrastruktur, sondern von zugang zu essentiellen medikamenten

Der ist nicht gegeben und sollte aber geschaffen werden, wollen leider viele nicht

@BratschCbra natürlich schreubst du von infrastruktur. diese nedikamente wachsen ja nicht auf bäumen. irgendjemand organisiert dir das alles. da steht ein system dahinter.

@freval da würde ich es besser system nennen

Einerlei

Mmn läuft das absolut schlecht, in deutschland ähnlich wie in österreich

@BratschCbra das system braucht ja eine infrastruktur sonst wäre es keines.

es läuft nicht gut aber da ist noch viel luft nach unten.

@freval das ist doch alles am thema vorbei

Es ist einfach nicht gewollt, keine ahnung ob da fromme katholen noch immer dahinterstehen oder wasauchimmer

Der zugang sollte asap wesentlich vereinfacht werden

@BratschCbra wie gesagt du siehst es nicht und wilkst es auch nicht sehen. also let's agree to disagree.

@freval

ich probiers mal mit musik

https://youtu.be/a6QIXFdbIWI

Voodoo Jürgens - Federkleid (official Video)

YouTube

@BratschCbra ja dieser romantizismus ist teil des problems. es läuft auf diese frage hinaus: ist dass was du dir für dich wünscht es wert dass menschen die diskriminiert werden noch sehr viel mehr schwierigkeiten bekommen?

die antwort geht mich tatsächlich gar nichts an. es ist eine frage nur für dich.

@freval

ich sehe die von dir befürchtete dsikriminierung nicht wirklich - allerdings die von sehr vielen leuten die - wie du es nennst - romantisch sterben wollen.

warum darf man keine humane art der selbsttötung wählen ?