«...alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist.» Dies schreibt Karl Marx 1844 in seinem Werk «Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie» und formuliert damit seinen kategorischen Imperativ.

#KarlMarx wird heute vor 205 Jahren, am 5. Mai 1818, in Trier geboren.

#AndiesemTag #Marx

Er war Teil der demokratisch-revolutionären Bewegung im Rheinland. Nach der Niederlage wird er ins Exil gezwungen und zum Staatenlosen gemacht und lebt seitdem mit seiner Ehefrau und Genossin Jenny Marx (geborene von Wesphalen) in prekären ökonomischen Verhältnissen.
Im Exil entstanden auch seine wichtigsten Werke, so auch sein Hauptwerk «Das Kapital».
In seinem journalistischen und theoretischen Wirken war Marx äußerst produktiv und entwickelte sich zu dem bedeutendsten Theoretiker der kapitalistischen Ökonomie und Gesellschaftsordnung. Marx' Grundannahme war: Es gibt die Naturgesetze, die der von ihm bewunderte Charles Darwin entdeckt hatte.
Er wollte demgegenüber nun die Gesellschaftsgesetze entdecken, die tendenziellen Bewegungsgesetze einer durch die kapitalistische Industrialisierung in einem unglaublichen Maße beschleunigten Entwicklung der vergesellschafteten Menschheit.
Als dialektischer Materialist war er der Überzeugung, dass der Kapitalismus nicht das Ende der Geschichte ist und sich die kapitalistischen Verhältnisse zu einer Fessel der Produktivkräfte entwickeln würden.
So wie er dies zuvor für die vorkapitalistischen Gesellschaften beim Aufkommen des Kapitalismus analysiert hatte. Marx verstand den Klassenkampf als Motor gesellschaftlicher Entwicklung und erwartete eine Revolution der Arbeiterklasse.

An deren Organisierung nahm er auch als Politiker teil, verfasste, gemeinsam mit Friedrich Engels, das «Manifest der Kommunistischen Partei» und war Funktionär der «Internationalen Arbeiter Assoziation».

Der Begründer des «wissenschaftlichen Sozialismus» starb 1883 in London, doch sein Denken prägt immer noch Generationen von Linken rund um den Globus.

Die Rosa Luxemburg Stiftung widmet sich ihm und seinem Erbe mit zahlreichen Veranstaltungen und Aktivitäten, zum Beispiel regelmäßigen Lesekreisen. Anlässlich seines 200. Geburtstages wurde die umfangreiche Internetplattform www.marx200.org eingerichtet.
Einen guten Einstieg bietet auch die Videoreihe «K wie Karl»: https://www.rosalux.de/mediathek/media/collection/386
Kontroverse und Kanonisierung: Die umkämpfte Deutung des 8. Mai - Rosa-Luxemburg-Stiftung

Dreiteiliges Feature von Tim Schleinitz und Constantin Hühn zum 8. Mai, dem Jahrestag der Befreiung vom Faschismus.Script, Quellen und weitere Informationen auf SoundCloud.  Titelfoto: Gedenkveranstaltung auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers in Neuengamme, 4.5.2005 (Mark Mühlhaus, attenzione photographers)