Eine Frage an Personen im Autismus-Spektrum:

Wie geht ihr mit Freundschaften um: Pflegt ihr Freundschaften und wenn ja, wie kommt ihr mit den sozialen Interaktionen zurecht?
Oder habt ihr keine Freunde und ist das für euch gut oder würdet ihr das eigentlich gerne ändern?

Gerne retröten!

#actuallyautistic #autismus

Habe Freunde & alles gut
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Habe Freunde, überfordert
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keine Freunde & traurig
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keine Freunde & alles gut
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Zur Erklärung: bei meinem letzten Psych-Termin ging es um das Thema Freundschaften.
Ich hatte bisher immer mehr Freundschaften als ich handeln konnte. Somit war das immer mit sehr hohem Stress und dem Gefühl verbunden, etwas nicht leisten zu können und andere Menschen zu enttäuschen.

Dementsprechend ist bei mir der Wunsch nach einem Leben ohne Freundschaften extrem gewachsen. Meine Frage an den Psych war: Brauche ich denn Freundschaften in meinem Leben.
2/n

Seine klassische Antwort war: Neurotypische Menschen benötigen soziale Kontakte. Ob Sie soziale Kontakte benötigen weiß ich nicht.

Letztendlich habe ich in dem Gespräch den Schluss gezogen, dass ich vorerst meine verbliebenen Freundschaften beenden möchte.
Ändern kann ich es ja wieder, aber momentan verbinde ich damit größtenteils nur Stress.

#IchBinKaddastrophe #autismus #actuallyautistic
3/n

@Kaddastrophe bin gerade in Therapie und habe dort erfahren, dass ich ein starkes Bedürfnis nach sozialen Kontakten habe, obwohl ich mir immer gesagt habe, das brauche ich nicht. Ich habe mir nun vorgenommen, starker zu selektieren, wem ich meine begrenzte Zeit und Energie widme, aber die Beziehung dann intensiver zu pflegen.

@lizzard
War anfangs auch mein Plan, aber das funktioniert mit den bestehenden Kontakten nicht.
Deshalb möchte ich mich erstmal zurückziehen und vielleicht später neue Kontakte in meinem Interessengebiet suchen.

Darf ich fragen, wie sich das Bedürfnis nach Kontakten bei dir äußert?

@Kaddastrophe ich hatte heftige Emotionen, als wir uns das Thema in der Therapie angesehen haben. Ich habe in den folgenden Tagen ganz bewusst darauf geachtet, besonders in der Therapie-Gruppe, und festgestellt, dass ich schon Sehnsucht nach Zugehörigkeit habe.

Zumindest wenn ich ausgeruht genug bin, was jetzt in der Therapie (Tagesklinik, 8 Wochen raus aus dem Job) öfters der Fall ist als sonst im Alltag.

Und dann habe ich bewusst einzelne Treffen forciert mit unstressigen Leuten.

@Kaddastrophe Ich hatte immer wieder Phasen, wo ich mich komplett zurückgezogen habe. Teils jahrelang. Und ich bin überzeugt, dass ich das brauchte und es mir gut getan hat. Nach ner Zeit hatte ich dann immer wieder Bock auf Leute.
@ganda85
Hattest du danach wieder zu denselben Personen Kontakt oder hast du dann neue Kontakte geschlossen?
@Kaddastrophe Unterschiedlich. Ich bin ja auch teils weit weg gezogen. Oder andere sind weggezogen. Wenn noch am selben Ort, dann auch dieselben. Aber das war nur 1 x.
@Kaddastrophe ich habe nur noch diejenigen Freunde, bei denen es okay ist, regelmäßig für längere Zeit auf Tauchstation oder überfordert zu sein.
@lizzard
Darf ich fragen, wie lange diese Tauchstationsaufenthalte sind?
Bei mir kann das locker mal ein Jahr dauern 🙈
@Kaddastrophe gerne auch mal ein Jahr oder länger.
@Kaddastrophe ich habe bei den meisten meiner Freunde eh den Verdacht, dass die nicht so völlig neurotypisch sind.
@lizzard
Beruhigt mich zu lesen.
@Kaddastrophe es ist aber auch so: ich bin > 30 Jahre alt. Alle Freunde haben selbst Stress und es ist schwierig, Kontakt zu halten. Kinder, kranke Eltern, Job... In dem Alter kommt bei den meisten viel zusammen. Das erhöht die Toleranz. Oder beendet die Freundschaft, eins von beiden 😜
@Kaddastrophe ich habe eine handvoll ausgewählter Menschen, die ich als meine Freunde bezeichne. Da die selbst alle irgendwie nicht normal sind, gibts da keine Probleme. Sehr schön.