Ich möchte in einer #Welt ganz ohne #Transsexualität oder #Transidentität leben!

Was etwas provokant klingt und auch von #Schwarzerknecht, #Engelken, #JKRowlings, #BeatrixvonStorch oder von der #DemofürAlle kommen könnte, ist aber tatsächlich ernst gemeint.

Versteht mich nicht falsch. Ich bin sehr #stolz darauf, #trans zu sein, also eine transsexuelle/transidente #Vergangenheit zu haben. Denn dieser "#Geburtsfehler" hat mir die Möglichkeit gegeben, für andere #Menschen da zu sein und mit meinen #Erfahrungen zu helfen. Ich war so oft im #Fernsehen, dass ich es ohne nachzuschauen gar nicht mehr zählen kann. Ich halte #Vorträge, #Seminare an #Schule|n, #Uni|s und #sozialenEinrichtung|en. Ich bin fester Bestandteil des #Lehrplan|s an zwei Institutionen für die #PflegeAusbildung, und und und...

Aber wenn ich die #Wahl hätte, ein ganz normaler #cis-geschlechtlicher Mensch zu sein, völlig egal welchen #Geschlecht|s, dann wäre mir das 1000x mal lieber! Könnte ich einfach ein #Mann sein, der mit sich und seinem #Körper, mit seinem #Genital, mit seinem Geschlecht im Einklang ist, dann wäre das toll! Genau so wie eine #Frau zu sein, unter den gleichen Bedingungen.

Mir wäre so viel erspart geblieben... eine furchtbare #Schulzeit mit #Mobbing, Prügeleien, ständiges alleine sein, null #Selbstbewusstsein, ständig #falsch zu sein, egal wo ich hin kam. Meine Drogenkarriere, meine Karriere als prostituierter #Stricher, die #Vergewaltigung|en, meine #Fetisch|e, die ich durch diverse #Traumata ausgebildet habe. Später dann mit dem #ComingOut und der #Transition die #sozialeAusgrenzung, das ständige Angestarrt und belächelt werden, mich ständig immer und überall für das rechtfertigen zu müssen, was ich bin und "wie ich rumlaufe", die nicht rückgängig zu machenden körperlichen Veränderungen, die #Operation|en, und und und...

Und es wäre mir erspart geblieben, mich über rechte Gruppierungen und Menschen aufzuregen, die nichts Besseres zu tun haben, als trans Menschen das Leben schwer zu machen.

@christin

Ich für mich stimme da überhaupt nicht zu.

Das Problem ist nicht, wer oder was ich bin, sondern dass ich und viele andere, nicht nur trans Personen, nicht so angenommen werden, wie sie sind.

Dass "anders" immer angegriffen wird, obwohl kein Mensch dem angeblichen Normal entspricht und auch nicht der Norm, die daraus konstruiert wird.

Die Lösung kann nicht die Eliminierung von "anders" sein, sondern nur eine generelle Akzeptanz.

Schon weil eine so komplexe und dynamische Gesellschaft wie unsere unendliche Vielfalt in unendlichen Kombinationen braucht, um sich ständig anzupassen und zu verbessern.

Jede Monokultur, auch gesellschaftliche, geht über kurz oder lang an ihren Defiziten und mangelnder Anpassungsfähigkeit zugrunde.

Darüber hinaus muss jede Einschränkung von Lebensweisen anderer wirklich äusserst stichhaltig begründet und abgewogen werden.

Das ergibt sich sehr zwingend aus dem Konzept unveräusserliche Menschenrechte.

@jaddy

Du hast mich missverstanden. Ich spreche nicht von einer Eliminierung von Andres Sein oder von Transsexualität. Ich spreche vor allem nur von mir selbst und davon, dass es mir alles erspart geblieben wäre, wenn es Trans* gar nicht gäbe und noch nie gegeben hätte.

Ganz davon abgesehen, sind die Problematiken mit denen Andere zu tun haben, also das Mobbing, die rechten Gruppierungen, etc... ja nur ein Teil des Ganzen.

Mir wären auch die eigenen Probleme erspart geblieben. Die Operationen, die körperverändernden Maßnahmen, die faktische Kastration und die Möglichkeit, Kinder zu bekommen, etc... pp.

@christin

OK, bei letzterem kann ich nur sagen: Für einiges gibt es Wege, Möglichkeiten und Prioritäten, wie bei anderen Einschränkungen auch.

Aber "eine Welt ganz ohne Transsexualität oder Transidentität" ist etwas ganz anderes als "ich wäre lieber cis" oder "ohne den Aspekt trans in meinem Leben wäre ich glücklicher".

Wenn trans überhaupt existiert, für irgendeinen Menschen, dann lebst auch du in einer Welt mit trans. Ob du nun selbst trans bist oder nicht.

Von daher find ich deinen ersten Absatz wegen seiner Allgemeinheit und Absolutheit höchst bedenklich formuliert.