Es war die Helmut-Schmidt-Ära, während der Bürger*innen zu Verbraucher*innen degradiert wurden. Wie dämlich die Idee war, Lebensnotwendiges dem Kapitalismus zu überlassen, sehen wir jetzt in der Krankenversorgung, bei den Wohnungsmieten, bei den Energiepreisen etc.pp. Das heißt: Kaum jemand sieht das, denn uns wurde das als alternativlos verkauft.
@sixtus
Mein Reden. Öffentliche (lebensnotwendige) Infrastruktur gehört in öffentliche Hand. DAS ist alternativlos für eine nachhaltig existenzfähige Gesellschaft.
@Paazraaf @sixtus War es nicht die öffentliche Hand, welche die Krankenhäuser kaputt gewirtschaftet hat, dass am Ende nur noch eine Privatisierung halft. Eine stark regulierte Privatisierung, denn den Krankenhäusern wird alles vorgeschrieben, von Fallpauschale bis Personalschlüssel.
Ich bin neuen Ideen offen gegenüber. Testen wir das einfach mal an der Bahn. Nehmen wir die Bahn aus der Privatwirtschaft und schauen wie sie als Staatsbetrieb funktioniert. 😆
@DreiRosen
Bevor die Bahn privatisiert wurde, hat sie jedenfalls besser funktioniert. (Und das, obwohl die Autoindustrie und der Ausbau von Straßen auch damals schon ganz klar priorisiert wurden). Die Privatisierung war ein klarer Fehler.
@Paazraaf @sixtus
@Stonecastle @Paazraaf @sixtus Was meinst du, wenn du von Privatisierung der Bahn sprichst? Wer ist der Eigentümer und wieso erhält ein Privatunternehmen regelmäßig Subventionen? 2021 > 9 Mrd.

@DreiRosen
Das Problem an dieser Stelle ist tatsächlich das unscharfe Vokabular. Gemeint ist offensichtlich der Schritt, den Umsatz - inklusive der Subventionen - unter privatwirtschaftlichen Maßgaben zu betrachten.

Dem sei übrigens beigefügt, dass ÖPNV nirgendwo auf der Welt "wirtschaftlich" (und subventionsfrei) betrieben werden kann, u.a. weil der Gewinn ein gesamtgesellschaftlicher ist, der sich in nackten Zahlen nur schwer messen lässt.
@Stonecastle @sixtus

@Paazraaf @Stonecastle @sixtus Es ist ein Irrtum, zu glauben, man könne auf einen wirtschaftlichen Betrieb verzichten. Gerade wenn es um öffentliche Gelder geht, ist ein scharfes Kontrolling unumgänglich um Verschwendung zu vermeiden.
@DreiRosen
Was anderes hat niemand behauptet 😄
Es gibt aber mehr Optionen als ein "weiter so wie früher" oder "hier ist euer streng reguliertes, minimalst bemessenes Budget, macht was draus & viel Spaß!"
@Stonecastle @sixtus

@Paazraaf @Stonecastle @sixtus

Millionen volkseigener Betriebe weltweit, oder wenn wir nicht so weit schauen wollen, die Bundeswehr, beweisen, dass der Staat nicht in der Lage ist ein Unternehmen so zu führen, dass es seinen Aufgaben gerecht wird.

Wir können das auch alles ignorieren und uns eine bessere Welt erträumen. Aber dann bitte ohne mich.

@DreiRosen
Du hackst so auf den "Staatseigenen Betrieben" herum. Hast du denn Gegenbeispiele, wo privatwirtschaftliche Unternehmen aus entsprechenden Sparten wunderbar funktionieren?

Den "Gegner" schlechtreden kann jeder, das ist einfach :)
@Stonecastle @sixtus

@Paazraaf @Stonecastle @sixtus

Japan Railways z.B. oder der komplette Schienenverkehr in den USA. Um bei der Bahn zu bleiben.

@DreiRosen
Über Japan weiß ich nichts über anekdotische Fakten hinaus. Vom US-Schienensystem weiß ich allerdings, dass es nahezu ausschließlich auf Güterverkehr ausgerichtet ist und Personenverkehr aus egal welcher Perspektive sich mit Glück im einstelligen Prozentbereich abspielt, während es in Europa zB eher umgekehrt ist, auch aus topologischen Gründen.
@Stonecastle @sixtus
@DreiRosen @Paazraaf @Stonecastle @sixtus Japan Railways sind hervorragend. Nehme allerdings an, dass der Firmen-interne Anspruch, exzellent zu sein, eine Rolle spielt. Investitionen in das aufwändige Schienennetz für den #Shinkansen wurden vor 1987 getätigt. Auch jetzt gibt es wohl noch Subventionen (finde ich gut). In Japan, Südkorea etc reguliert und fördert der Staat viel. Mehr als hier, scheint mir. Interessant ist, dass trotz gigantischer Autofirmen die #Bahn so wichtig ist.