Super gute Frage für (Online-)Diskussionen oder mit Verschwörungsgläubigen Familienmitgliedern:
"Welche Art Beweis oder Fakt würde deine Meinung ändern?"

Auch eine gute Frage, um sie sich selbst zu stellen.

@afelia Angenehmerweise erlebe ich es bei Leuten, die tatsächlich an einem Wissensgewinn interessiert sind oft, dass die auf gesittete Widerworte mit sowas wie "Oh! Das wusste ich nicht, erzähle mehr und wo kann ich das nachschlagen?" reagieren.
Sind es also mehr die Argumente oder mehr die Geisteshaltung?
@afelia Sehr schöne Idee, sie sich auch selbst zu stellen. Ich erwische mich immer wieder dabei, dass ich meine, es besser zu wissen. Und ärgere mich dabei immerzu über die Besserwisserei anderer! Immer auf der Hut bleiben, auch mit den eigenen Gedanken, sage ich da nur.
@afelia Sagte mal ein Fußballer so ähnlich: "Unter 10 Tausend Mark bin ich absolut unbestechlich!"
@afelia tatsächlich stelle ich die Frage oft. Ich spare mir sehr viel Zeit dadurch.
@afelia oder: was denkst du wie es in einem Jahr aussieht wenn alles so eintrifft. Die Aussagen einfach so hinnehmen.Und dann nach einem Jahr wieder damit konfrontieren
@Niclas @afelia und in der Zwischenzeit ausgrenzen.
@afelia Ich kann das Buch zum Thema nur empfehlen. Das ist keine leichte Kost, gibt aber gute Einblicke in Denkweisen und Techniken. https://www.deutschlandfunkkultur.de/wiedergelesen-wie-man-mit-fundamentalisten-diskutiert-100.html
Wiedergelesen: "Wie man mit Fundamentalisten diskutiert" - Hubert Schleichert über Versuche und Grenzen der Diskussion

Der Philosoph Hubert Schleichert analysiert in seinem 1997 erschienenen Essay Argumentationsmuster von Anti-Aufklärern der frühen Neuzeit. Daraus lässt sich auch für den Umgang mit Fundamentalisten von heute einiges lernen.

Deutschlandfunk Kultur
@afelia Google Mal Street Epistemology. Das ist ein ganzes Diskussionskonzept auf dieses Basis.
@afelia Ich würde fürs eigene Erwartungsmanagement immer noch dran denken, dass Verschwörungsglaube ein emotionales Bedürfnis befriedigen kann, was Personen für logische Argumente unzugängig machen kann.
@afelia bei mir ist es immer die Person oder Quelle von der ich eine Information habe

@afelia meiner Erfahrung nach funktioniert das Diskutieren mit Querdenkern und Verschwörungstheoretikern nicht auf der Sachebene. Die Argumente können noch so sorgfältig gewählt und gut begründet sein, es wird den Gegenüber nicht überzeugen.

Ich kann folgendes Buch empfehlen:

https://www.rowohlt.de/buch/dana-buchzik-warum-wir-familie-und-freunde-an-radikale-ideologien-verlieren-und-wie-wir-sie-zurueckholen-koennen-9783499007460

und muss zugeben, dass es nicht mit ein paar Diskussionen erledigt ist.

Warum wir Familie und Freunde an radikale Ideologien verlieren – und wie wir sie zurückholen können - Dana Buchzik | Rowohlt Verlag

Warum wir Familie und Freunde an radikale Ideologien verlieren – und wie wir sie zurückholen können – ein aktuelles Debattenbuch zur gesellschaftlichen...

@afelia Habe in der Tat schon mal gestellt. Antwort: "Keine".
q.e.d.

@afelia

Einfach nicht drüber reden ist für mich tatsächlich die beste Lösung, alles ander nervt nur.

Mittlerweile versuche ich einfach mit Leuten das Thema zu wechseln und das funktioniert ganz gut.

@afelia je tiefer sie drin stecken desto geringer die Chance für einen Beweis der akzeptiert wird.Viele "Aussteiger" berichten selbst von einer Art eigenen Welt. Wenn sie dann abfangen darüber nachzudenken, dass das ganze Konstrukt wohl nicht stimmt dann beginnt die Scharm des Eingestehens, dass man das Alles geglaubt hat.Das hält viele noch ne Weile in dieser Welt und macht den Ausstieg zusätzlich schwer, besonders wenn sich Freunde und Verwandten in der Zwischenzeit von einem abgewendet haben.
@afelia "Präkambrische Kaninchenfossilien" soll der Biologe J. B. S. Haldane geantwortet haben auf die Frage was seinen "Glauben" an die Evolutionstheorie erschüttern könnte.
Einem Schöpfunsgläubigen kann man nichts präsentieren was gegen seinen Glauben spricht. Das ist schlicht unmöglich. Einsichtige Personen geben das auch zu. Der Gläubige ist ja sogar stolz darauf, das sein Glaube unerschütterlich ist.
@afelia ganz einfach: peer reviewed publication in a well known scientic journal.
@afelia scha die Naivität mancher Personen und die unwissentliche Informationsflussnahme die meist einseitig erfolgt. Ist meist Schuld an derer Sichtweise die zu diesen Ergebnissen führt.

@afelia Antwort: keine
Es geht nicht um Fakten.
Es geht nur um „dagegen sein“.

Mögliche Lösung: ignorieren dieser Personen und ihrer Ansichten. Vor allem in öffentlichen Medien (Rundfunk, Fernsehen)

@afelia Früher war der Nazi-Opa am Weihnachtstisch das Problem, jetzt der familiäre Querdenker. Am besten Reizthemen meiden, sonst wird es ein ungemütlicher Abend.
@afelia schön dich hier auf Mastodon zu treffen nach der Zeit an der #WWU
@afelia Noch besser:
Gar nicht erst diskutieren.
Eine Diskussion mit Personenkreisen, die ihre Aussagen für unangreifbar halten und sachlicher Argumentation mit verdrehter Weltsicht begegnen ist sinnentleert und vergebene Energie.
Die betreffenden Personenkreise finden stets die nächste Verschwörung (vorzugsweise darauf abzielend dass man entweder gehirngewaschen ist oder selbst der Verschwörung zugehört).
@afelia
"Vertrau mir, ich hab das von Domian gelernt!"
Es ist ein Fakt, dass gute Argumente nichts bringen. Diskussionen machen alles nur schlimmer, vor allem online Diskussionen.
Ich glaube, das einzige, was ihnen helfen kann ist Zuzuhören ohne zu Bewerten. Verschwörungserzähler stecken in einer Psychose. Ich habe das selbst erlebt, es ist eine Krankheit.

@friderica
Ich kenne es so, dass nach einfachen Antworten bzw. "Lösungen" zu komplexen Problemen gesucht werden.
Dabei fehlt auch die notwendige Ausdauer, um das Problem zu begreifen.
Dies wird kompensiert, indem man leugnet und die Fakten im Kopf so umgelegt, dass sie mit dem eigenen Verständnis kompatibel sind.

Dann gibt es vielleicht auch noch Ängste und Zweifel die nie aufgearbeitet wurden und ... voilà!

Ich kenne solche Fälle und da gehe ich auch wie mit einem kranken Menschen um.

@andi genau, das sehe ich auch so.
@afelia Relativ einfach: Repräsentative Studien.

@afelia Würde das nicht voraussetzen, dass ein verborgener Wunsch existiert, seine Meinung ändern zu wollen?

Mir hat ein #Zen-Lehrer mal diesen Satz gegeben, als ich ihn nach eine passenden Antwort auf Verschwörungsgedanken gefragt habe: "Es könnte so sein."

Für mich stellt dieser Satz die zwischenmenschliche Beziehung über das Rechthabenwollen.

#Menschlichkeit

@hm "Die Juden wollen unsere Gesellschaft von innen zerstören!"
"Es könnte so sein."

- Cool. Cool cool.

@afelia Wenn es einem darum geht eine Beziehung zum Anderen herzustellen (aus meiner Sicht der einzige Weg um jemanden zum Umdenken zu bringen), dann muss man ein Stück in seinen Tunnel hineinhorchen anstatt sich gleich zu entrüsten.

Ich habe nichts davon gesagt, dass ich mir die Meinung zu eigen mache und gleich in die Welt posaune.

Aber ich probiere es mal so herum: Was könnte dich davon abbringen, meinen Beitrag so misszuverstehen, dass du ihn in einen Nazikontext steckst?

@hm ich sage nicht, dass es immer sinnvoll ist, Verschwörungsmythen zu widerlegen. Das ist es meistens nicht. Ich weise nur darauf hin, dass Verschwörungsmythen gefährlich sind und dass man sie auch nicht uneingeschränkt unterstützen kann. Es ist ein balanceakt. Emotionale Beziehung ja, glauben bestärken eher nicht.

@afelia Da sind wir uns einig. Es gibt Fälle, da ist kein rankommen und jedes Gespräch zwecklos.

Ich hatte mich mit dem Vorschlag "Super gute Frage für ... Diskussionen ... mit Verschwörungsgläubigen Familienmitgliedern" auseinandergesetzt. Also mit Menschen, die mir ohnehin nah sind und bei denen es mir etwas ausmacht, sie in ihrem Tunnel verschwinden zu sehen. Mein Satz ist dann ein Gesprächsangebot. Wenn das angenommen wird, ist deine Frage eine mögliche Fortsetzung.

@hm

Die meisten Verschwörungserzählungen können aber eben nicht sein. Und es geht da auch nicht um "Recht haben wollen", sondern darum, dass das Zusammenleben unmöglich wird, wenn Fakten keinen Wert mehr haben, bzw. ein "Ich habe aber das Gefühl, es ist anders" den gleichen Stellenwert bekommen soll.

@afelia
@afelia Den einen Fakt oder Beweis gibt es eher selten. Meine Meinung passt sich aufgrund guter, einleuchtender, überzeugender Argumente an. Argumente sind nicht immer objektiv, sondern es kann gute subjektive Argumente geben. Manchmal sind es Erfahrungen, die eine andere Perspektive geben und Aspekte in neues Licht rücken oder andere Aspekte als zuvor in den Fokus.
@afelia Sicher? Nach meiner Erfahrung ist die einzige Gesprächsbasis weg von Fakten hin zu Emotionen zu gehen. Über die kann man sich einigen und sich darüber verstehen. Es gibt Menschen, die ein recht desinteressiertes bis ablehnendes Verhältnis zu Fakten haben.
@afelia Ich bin ja Vorstand in einem Kunstverein, der sich u.a. auf ETA Hoffmann zurückbezieht. Ich habe mich deshalb die letzten Jahre mit dt. Romantik beschäftigt. Diese war damals eine Gegenbewegung zur Aufklärung. Für mich sind viele Menschen idS "Romantiker" und kollidieren damit mit meiner "Aufklärung". Sie wollen bewusst die Mystifizierung der Welt. Ich will die Entmystifizierung. Da gibt es keine "Fakten" als Gesprächsbasis, denn Fakten existieren nur für mich. Fühlen tun wir aber alle.
@afelia
Alles was wissenschaftlich belegbar ist, was man nachlesen kann und aus offiziellen Quellen stammt. Evidence based sozusagen. Aber manchmal reicht mir auch einfach aus, Tatsachen zu hören die meiner Logik entsprechen.