Aber vom Grundsatz haben jene, bei denen Einkommen a) nicht zur Deckung des Lebensunterhalts oder b) zur Deckung der Wohnkosten reichen, sozialstaatliche Ansprüche auf Entlastungszahlungen [a) ALGII/ KdU, b) Wohngeld].
Übrigens wäre mit diesen sozialstaatlichen Regelungen auch dem Problem der Übervorteilung bestimmter Haushalte, das in der Kritik an den aktuellen Vorschlägen gesehen wird, zumindest ein Stück weit abgeholfen. 6/n
Und weil diese Daten nicht existieren, müsse halt auf eine Lösung wie die 80% Regel (Preisdeckel) zurückgegriffen werden. Dabei entstünden auch Ungerechtigkeiten. Aber wo gehobelt wird, dort fallen Späne. Das ließe sich nicht ändern, das müsse akzeptiert werden.
Eng verbunden ist dies mit der Argumentation, die nahelegt, jeden Haushalt soziale Gerechtigkeit angedeihen zu lassen, das wäre schön, aber eine Utopie. Das war auch in dem Interview, zn das es bei CriticalLive ging, zu erleben. 9/n
Das klappt nicht gut. Klar. Aber es ist auch keine Utopie, sondern im Gegenteil: sozialstaatliche Praxis. [Im Übrigen gelten diese Kritikpunkte in der Tendenz auch gegenüber jenen progressiven Ökonom:innen, die ein Grundkontingent (Grundversorgung mit Gas) vorschlugen.]
Kurz: Es ist merkwürdig, wie wenig die bereits existierenden Instrumente diskutiert wurden & sozialstaatliche Prinzipien wie Einzelfallprüfung usw. ausgeblendet waren. 11/n
Wesentlich ist der fiskalische Aspekt, dass die Kommunen durch den Gaspreisdeckel entlastet werden. Und hier kommt ein sehr merkwürdiger Punkt der geplanten Regelungen ins Spiel, der meiner Beobachtung nach bislang keine Rolle in der öffentlichen Debatte spielte.
Denn egal, wie die ›angemessenen‹ Kosten für Heizung ausfallen sollten, besteht aus Gründen der Bedürftigkeit ein Anspruch auf sozialstaatliche Zuwendungen, werden die ›angemessenen‹ Kosten vom Sozialträger übernommen. 14/n
@egghat Ja, ich wollte schon spitz schreiben, 'die' Politik möchte vermutlich vermeiden, dass die Leute mitbekommen, wie viel Hartz im Bürgergeld drinsteckt.😣
Aber was Ökonom:innen betrifft, da zeigt sich hier in genau diesen Kontexten (streng genommen auch bei Corona, siehe Bofinger im Interview mit Tilo Jung damals), wie bitter nötig Basics in sozialer Arbeit, Sozialsystem usw. wären.
@mh120480 @economicethics @egghat Hier, Gespräch mit Svenja Miltner: https://mikrooekonomen.de/podcast/episode/mikro206-krasser-bildungsverlust-im-home-office/
Also doch schlecht verschlagwortet. 😛