Die Rede, die der Präsident von PEN America bei PEN Berlin hielt, ähnelt über weite Strecken jenem endlosen Meinungsartikel über „Identitätspolitik“ und Canceln, den die NZZ in immer neuen Varianten druckt
https://penberlin.de/rede-akhtar/
Rede Akhtar

Finde die Rede in vielen Punkten problematisch. Paar gute Kommentare dazu gibts von @tillraether auf Tw.

Hier nur kurz zu diesem einen Satz: „Dass menschliche Rede kapitalistisch ausgebeutet wird, hat eine digitale Apartheid geschaffen, in der sich Gruppen nach Identitätskriterien separieren und nur noch Äußerungen zur Kenntnis nehmen wollen, die ihrer Sicht auf die Dinge entsprechen.“

Gibt es seit der Etablierung des Kapitalismus eine breitere Öffentlichkeit, die ganz abgetrennt von kapitalistischen Bedingungen wäre?

Und was heißt „digitale Apartheid“? Wer hätte hier die Vorherrschaft, wer wäre unterdrückt? Wo bleibt der Aufschrei gegen die Metaphorisierung von „Apartheid“?

Wenn damit gemeint sein soll: Echokammern, Filterblasen, dann ist schon oft kompetent bestritten worden, dass diese Sicht auf die digitale Öffentlichkeit viel erklärt. Debatten („Debatten“) auf Plattformen wie zB Tw haben idR grade mit dem Überschreiten von Milieugrenzen zu tun.
Wie gesagt, man könnte über einige Punkte streiten. Kernproblem in meinen Augen: dass auch diese Rede so tut, als lebten wir in der Diktatur einer linken IdPol (oder was diese Leute dafür halten) — was, zurückhaltend gesagt, ich nicht erkennen kann.

@aguigah Die Rede ist ja im Zusammenhang mit #PENBerlin-Konferenz abgedruckt, bin auch Mitglied, gerade sehr passives. Fand aber aus der Ferne diese Einordnung hier auf ZEIT ONLINE interessant - auch “am Ende traf aber bei diesem Kongress zu viel Unpolitisches auf eine politische Hegemonie der Cancel-Angst“

https://www.zeit.de/kultur/literatur/2022-12/pen-berlin-kongress-kunstfreiheit-identitaetspolitik

PEN Berlin: Der Trick wäre, nicht über Cancel Culture zu reden

Der neue Schriftstellerinnenverband PEN Berlin hat seinen ersten Kongress abgehalten, mit Tumultpotenzial. Interessant sind die identitätspolitischen Kräfteverhältnisse.

ZEIT ONLINE