Till Raether

@tillraether
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muriel spark joy • aktueller Roman "Disko" im März 2025 bei btb • Schreib-Podcast sexy & bodenständig mit Alena Schröder • Yuming Ytopia • er, he/him
Podcast "sexy & bodenständig"https://podcast249787.podigee.io
Autorenseite btbhttps://www.penguinrandomhouse.de/Autor/Till-Raether/p200661.rhd
Autorenseite Rowohlthttps://www.rowohlt.de/autor/till-raether-2050

Die Inhaberin ist fast 80 und sucht seit Jahren. Bisher hat sich noch niemand für den schnuckeligen 100qm-Laden gefunden. Liegt verkehrsgünstig an Bahnhof und Bundesstraße in Baddeckenstedt und hat eine rege Stammkundschaft. Als ich neulich dort war, um ihr mit einem Post für's Fediverse zu helfen, war an zwei Tagen kein Durchkommen, dass wir es vor Ort geschafft hätten.

RT weclome. =)

Die November- und die Dezember-Sammlungen von "Bother" sind jetzt online.

Ich kann dem guten halben Dutzend Stamm-Faver*innen und allen Leser*innen gar nicht genug danken. Es war schön, dass Ihr dabei wart!

https://tillraether.wordpress.com/2023/12/31/bother-ein-science-fiction-fortsetzungsroman-305-334/

https://tillraether.wordpress.com/2023/12/31/bother-ein-science-fiction-fortsetzungsroman-335-365/

Bother: Ein Science-fiction-Fortsetzungsroman (305-334)

Seit 1. Januar schreibe ich jeden Tag auf Mastodon einen Fortsetzungsroman zu. Eine Science-fiction-Geschichte mit dem Arbeitstitel „Bother“. Nicht als Thread, sondern als einzelne Posts, jeden Tag…

Till Raether

(365/365)
„Das Kartenspiel habe ich weggeworfen“, sagt er. „Ich paypale ihr das Geld. Aber sag ihr, dass wir keine Zeit haben. Es ist mir einfach zu stressig.“
Das Displaylicht seiner Frau geht auf ihrer Bettseite unter. „Mach ich morgen“, sagt sie. Sie tastet nach ihm zur Gutenacht.
Als ihr Atem tiefer wird, findet er noch immer nicht die richtigen Worte. Neuanfang, Veränderung ... aber vermutlich überschätzt man sich da. Einschlafen ist ja schon

schwierig genug

(364/365)
Seine Frau seufzt. „Deine alte Kollegin.“ Er rollt die Augen.
„Sie schreibt, dass es ihr leidtut, wie komisch sie war, und dass sie sehr gern nochmal wiederkommen würde.“
„Ich habe wirklich null Erinnerung an diese Frau“, sagt er. „Und wir haben doch gerade geredet. Musstest du mir das vorlesen?“
„Vielleicht wäre es nett, sie nochmal einzuladen“, sagt seine Frau. „Untypisch für uns. Aber mal was anderes. Offen.“
Es vibriert noch einmal. „Sie braucht ihr Kartenspiel“, sagt seine Frau.
(363/365)
Er nickt in der Dunkelheit. Er hat so viel erwartet von dieser Woche. Er hat alles falsch gemacht. Also, er hat alles wie immer gemacht. Eigentlich wollte er sagen: Wir müssen etwas ändern. Ich muss etwas ändern. Es kann nicht so weitergehen. Ich bekomme nichts mehr mit vom Leben. Ich kenne mich gar nicht mehr. Aber er fürchtet sich davor, wie das klingen würde.
Er spürt auf der Matratze, dass das Telefon seiner Frau vibriert. Sie lässt es nachts an, falls die Großeltern sich melden.
(362/365)
"Was ist?", fragt seine Frau.
"Es tut mir leid", sagt er. "Mit der Sandkiste. Wie ich mich aufgeregt habe." Er findet nicht die richtigen Worte.
Seine Frau atmet. "Es war sehr gefährlich." Wie er beim Fahren im Fußraum nach der kaputten Schaufel gesucht hat, um ihr zu beweisen, wie er sich angestrengt hat. Ihr Streit danach, als sie im Bett lagen.
"Ich bin einfach kaputt", sagt er.
"Die Kinder sind EINMAL bei meinen Eltern", sagt sie, "und du bist die ganze Zeit gereizt und abwesend."
(361/365)
Er steht auf und reibt sich die Augen.
"Bist du so weit?", fragt Enn.
"Ja", sagt er. "Es kann losgehen."
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Neulich hab ich was zu Hoffnung gepostet.
Voll gut, dass es Menschen wie @tillraether gibt, die da ausführlicher drüber nachdenken und das so aufschreiben, dass ich ständig nicke und rote Wangen kriege vom gesehen fühlen.

Tut euch was Gutes und lest das. Und damit das auch passiert, poste ich es jetzt überall 😊

(360/365)
Er lässt die Sterne auf sich wirken, bis er spürt, dass er Hunger hat und müde ist.
"Du hast Zeit zum Essen vor deiner Schicht", sagt Enn. "Schlafen kannst du hinterher. Was möchtest du? Wir haben die DNS von allem, und genug Energie."
"Ich möchte mir selbst etwas machen", sagt er. "Ein ...", er sucht das Wort. "Steinpilzrosotto?"
"Meinetwegen", sagt Enn.
Er geht in die Kombüse, findet die Zutaten, kocht und isst in aller Seelenruhe.
"Das Geschirr kannst du stehenlassen", sagt Enn.