@foxx Gibt es eigentlich irgendwo gute Analysen oder Übersichten, in denen prognostiziert und gegeneinander aufgerechnet wird, wie viel Ressourcenverbrauch und damit Klima- und vor allem auch Umweltschäden (denn das ist genauso ein Problem für die Artenvielfalt) das Errichten/Umbauen und Betreiben solcher vermeintlich grünen, smarten Megacities kosten wird? Und wie lange das dauert, bis sich die positiven Einsparungen für Umwelt und Mensch lohnen?
@thelosthistoriansdream
Die einzige Möglichkeit, die wir m.E. haben, ist den Umbau kreislaufwirtschaftlich zu gestalten. Mit den heutigen Design- und Herstellungsmethoden geht es nicht. Zu Kreislaufwirtschaft empfehle ich dir mal das cradle to cradle principle anzuschauen. https://de.m.wikipedia.org/wiki/Cradle_to_Cradle
Wenn es dich interessiert, hier eine gute Datenbasis mit der du alle Materialien nach Ressourcenverbrauch bewerten kannst. https://probas.umweltbundesamt.de/php/index.php
@foxx
@SebastianGallehr Vielen Dank erneut für die Infos. Das gehe ich jetzt mal intensiver durch. Ich frage mich nämlich schon lange, wie man diesen "digitalen grünen Wandel" ohne massive Umweltschäden, Postdemokratie und große Konflikte durchsetzen will. Zumal in einer Welt, in der Ressourcen endlich und umkämpft sind und in der z.B. Elektromobilität und Speicher von Lithium und anderen Ressourcen abhängen, für die man evtl die Meeresböden zerstört und andere Länder überfällt.
@thelosthistoriansdream
Ich hoffe auch, dass wir nicht immer neue Rohstoffquellen entwickeln müssen, um unseren -hoffentlich nachhaltig orientierten!- Fortschritt zu bauen.
Deshalb ja das Thema #kreislaufwirtschaft .
1. Es ist ja schon genug aus der Erde geholt worden, was wiederverwertet werden könnte.
2. Wir müssen ja nicht zwangsläufig immer die gleichen Konstruktionen und Materialien nehmen (bsp: https://www.tum.de/nc/die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/details/35546/)
Im Verbund mit heimischem Granit oder anderen Hartgesteinen ermöglichen Carbonfasern völlig neue Konstruktionsmaterialien und Baustoffe. Theoretische Berechnungen zeigen: Werden die Carbonfasern aus Algenöl hergestellt, entzieht die Herstellung der innovativen Materialien der Atmosphäre mehr Kohlendioxid als dabei freigesetzt wird. Ein von der Technischen Universität München (TUM) angeführtes Forschungsprojekt soll diese Technologien nun weiter voranbringen.
@SebastianGallehr Und Kreislaufwirtschaft wird hoffentlich nicht bedeuten, dass wir zukünftig nur noch bei Amazon oder Alibaba bestellen dürfen und fast alles nur noch als Services und Leihwaren erhalten können, für die dann permanent Gebühren anfallen, bis man es wieder zurückgibt. Weil dann ist der Konsum dort und die Abhängigkeit von diesen Konzernen wirklich alternativlos und das Schaffen von unabhängigen Strukturen und Selbstversorgung verunmöglicht.
@thelosthistoriansdream @SebastianGallehr @foxx
Tja, darauf läuft's doch hinaus.
Sowohl bei virtuellen Produkten wie #streaming als auch bei Zeugs.
Beispiel #fairphone
https://www.fairphone.com/en/2018/01/08/from-ownership-to-service-new-fairphone-pilot-for-companies/
http://breakthrough.unglobalcompact.org/briefs/fairphone-as-a-service/
Das ist dann auch ein neues Feld für #finanzdienstleistungen & #anwälte
Und die Anbieter bekommt einen regelmäßigen Zahlungseingang.
Hägt sicher auch vom Zusammenhang & den Beteiligten ab.
It’s perfectly normal to rent an apartment. And plenty of people lease cars. But would you ever consider doing the same with a phone? What would the ideal business model be? What are the benefits for Fairphone and our community? That’s what we’re working to uncover with our recent research and a new pilot project. […]
@SebastianGallehr Interessante Einschätzung. Ich sehe darin eher das Streben, sich nach Möglichkeit unabhängig von Konzernen und anderen autoritären und ausbeutenden asymmetrischen Machtstrukturen zu machen. Darunter verstehe ich auch explizit inklusive Gemeinschaftsprojekte und Kooperationen und keineswegs das Horten von Waren und Wohlstand nur für den eigenen Bedarf.
@SebastianGallehr "Sharing Economy" wie sie uns durch Amazon, Digitalbranchen und Co. droht, bedeutet hingegen Monopolstellung für einige wenige, die dann noch mehr Bedingungen stellen können Es wäre keine wirklich besitzlose Gesellschaft, nur eine maximal abhängige mit ultimativer Machtkonzentration.
Zusammen mit Datenkapitalismus könnten daraus sogar ziemlich totalitäre Formen sozialer Kontrolle entstehen.
Die positive Vision die Du beschreibst wäre das leider nicht.
@thelosthistoriansdream
Kapitalismus wird nicht dabei helfen, eine lebenswerte Welt für alle zu gestalten . Aber Marktmechanismen und Geld als Schmiermittel für die Arbeitsteilung und für den Wettbewerb der besten Ideen und als Werkzeug zur Verteilung von Wohlstand wird helfen.
Ich weiss, mit diesen Gedanken unterscheide ich mich sehr von den linken- und wahrscheinlich auch von den anarchistischen Grundgedanken.
@SebastianGallehr Ich geb nur meine eigene Einschätzung ab, und beschränke sie nicht auf bestimmte politische Ausrichtung, auch wenn das natürl. prägt.
Wenn ich aus meiner persönlichen Beobachtung spreche, sehe ich die positiven Innovationskräfte im System als sehr eingeschränkt. Man bekommt oft Mogelpackungen (Greenwashing). Nicht beste, sondern profitabelste Idee gewinnt und wenn das kurzzeitig ein nachhaltiges Antlitz ist, gibt es das auch, bis es wieder verworfen wird.
@SebastianGallehr Für eine dauerhafte Lösung sehe ich das nicht als tauglich an. Aber dafür die große Gefahr von einer dauerhaften Entmachtung jedweder echter reformatorischer bis revolutionärer Kräfte durch maximale Abhängigkeit von bestehenden Strukturen. Vielleicht bin ich aber auch zu misstrauisch und zynisch. Wenn ich aber sehe, wie erfolgreich zum Beispiel die Grünen als Partei mit wirklich hohlem Greenwashing etc. sind und selbst BlackRock auf diesem Trip ist...