Wenn wir uns über die Morde an Zivilisten durch ICE-Agenten in den USA aufregen, sollten wir vielleicht kurz an #BadKleinen denken. Hier gab's auch wilde Dementi durch Minister und Staatssekretäre, es folgten Aufarbeitungen und Protokolle mit vertauschten Dienstwaffen, völlig unklaren Dienstplänen (wer war da?!?) und widersprüchliche Zeugenaussagen.

#RAF #MichaelNefzeller #WolfgangGrams #GSG9 #wiglafdroste #ice #fuckicebarbi

Hörenswert:

https://youtu.be/m6hlveQX-3s

Wiglaf Droste - Was in Bad Kleinen wirklich geschah

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Eckenga verpasst

Aktuelle Probleme meiner Mediendiät – Eckenga und Becker in einem Bundesland, es ist furchtbar, aber es geht … sehr gut!

Ich liebe sie beide. Sie verkörpern den Rheinländer und den Westfalen auf sympathischste Weise. Der Eine, Jürgen, ist zwei Jahre jünger als ich, hat aber schon viel weissere Haare. Der Andere, Fritz, ist zwei Jahre älter als ich, und ihn nerven und erfreuen die gleichen Sachen wie mich. Nur dass er eine andere Borussia hat, und dass er, wie so viele, total genervt ist von Claudia Roth, während ich sie besser kenne. Ich bin also in der Mitte zwischen den beiden, was sich biografisch darin symbolisiert hat, dass ich als Schüler mehrmals täglich die Demarkationslinie zwischen Rheinland und Westfalen mit dem Fahrrad überquert habe – im Städteviereck Essen-Bottrop-Gladbeck-Gelsenkirchen. Ich bin also die personifizierte Multikultur. Danach wurde ich Beueler.

In Gelsenkirchen hat Eckenga jüngst sein Soloprogramm aufgeführt. Unmöglich, von Beuel dahin zu kommen. Fragen Sie mal die Bahn! Aber dafür gibt es ja Radio. WDR5 sendete letzte Woche “Hirnschmelze”. Normalerweise schaue ich jeden Samstag nach, was die bringen. Und wenn es was mit Becker oder Eckenga (oder Schmickler) ist, höre ich es live zum Warten auf den Bundesliga-Schlusspfiff.

Letzten Samstag nicht. Warum bloss? Ich marterte meine Erinnerung, und dann fiels mir wieder ein. Beim Mittagessen im Beueler l’Olivo – samstagsmittags ist immer die ruhigste Zeit im Lokal, abends ist immer ausgebucht, und sonntags ebenfalls voller – überraschte mich ein befreundetes Ehepaar, ich legte mein Tablet weg, und wir unterhielten uns, wie Menschen das früher so gemacht haben. Mein Lesepensum am Tablet habe ich nach dem Essen zuhause nachgeholt, und so Eckenga verpasst. Also Nachholspiel heute nachmittag.

Warum ist das so besonders?

Jürgen Becker hat das mal offen von sich erzählt. Sein erstes Soloprogramm “Biotop für Bekloppte” war ein grosses Abenteuer. Und ein riesiger Erfolg. Als er es seinerzeit im Bonner Pantheon aufführte, hatte ich dank Rita Baus zwei Plätze in der ersten Reihe. Als Becker das “bandkeramische Dorf in Köln-Lindenthal” vorstellte, rief meine Freundin mit türkischer Mutter hinein: “Da bin ich geboren!” Der Saal tobte, und der Komiker war amüsiert. Und wie Sie hier sehen, war alles sauber recherchiert von dem ähnlich genialen Texter Martin Stankowski, und ist von weltweiter wissenschaftlicher Prominenz.

Becker hatte sich selbstständig gemacht, nach seiner Präsidentenregentschaft in der megaerfolgreichen Stunksitzung (Donnerstag und Samstagnacht im WDR-TV, und nächsten Samstagnachmittag im Radio). Der Erfolg war so riesig, dass er es sieben Jahre in der ganzen Republik rauf und runterspielte, ohne dass er nachliess. Konnte er es wagen, ein neues Programm zu erfinden? Die Schwelle war hoch und wurde immer höher. Dann machte er zuerst ein gemeinsames Programm mit dem Beueler Westfalen-Performer Rüdiger Hoffmann, bevor er es 1998 wieder wagte. Und siehe, es ging. Becker hat ein Teamplayer-Talent, das ihm komfortables berufliches Künstler-Überleben sicherte.

Er brachte es bisher auf 7 Soloprogramme, bei dem vier Jahre älteren Eckenga – schon 71, wow! – ist es jetzt das Elfte, wenn ich richtig gezählt habe. Und das ist auch schon wieder drei Jahre alt. Aber Vollprofis wie diese Jungs schaffen die Aktualisierungen mühelos hineinzuimprovisieren.

Bemerkenswert bei Fritz: er gehörte zum Team der epochemachenden Veröffentlichung “Häuptling Eigener Herd”. Der geniale Herausgeber kocht heute noch. Alle, die da mitgemacht haben, der tote Wiglaf Droste war es, Jenni Zylka ist es u.v.a., sind eine verschworene Bande für Humor mit Bisskraft, gutes Essen und Trinken und die Verteidigung der Lebensfreude gegen alle Angriffe und Depressionsattacken von Rechts. Ich freue mich schon auf heute nachmittag.

Eckenga verpasst – Beueler-Extradienst

Alle bitte mal #WiglafDroste nachsprechen:

»alle welt sucht das gespräch mit rechtsradikalen. warum? haben sie einem etwas zu sagen? ist nicht hinlänglich bekannt, was sie denken, fordern und propagieren? […] niemand wählt nazis oder wird einer, weil er sich über deren ziele täuscht - das gegenteil ist der fall: nazis sind nazis, weil sie welche sein wollen. […] was mich an ihnen interessiert, ist nur eins: dass man sie hindert, das zu tun, was sie eben tun, wenn man sie nicht hindert.«

Danke für die Auffrischung, @hagen 🖖🏻
https://mastodon.social/@hagen/115238370059820836

@fnrk
Jep...
Der ist best Buddy von Spahn und Richard Grenell!
Nach so innigen Kontakt würden #wiglafdroste von "Charakter AIDS" sprechen.

Wer war noch mal Richard Grenell? Wenn du es nicht weiß, habe ein zweite Droste Zitat, parat:
"Du lebst im Fruchtwasser der kosmischen Gnade, wirf das nicht weg!"

Medien-Diät-Tipps

Wie gesundbleiben im Meer des Irrsinns?

Es ist tröstlich, dass, obwohl er nun schon sechs Jahre tot ist und vor 19 Jahren dort kündigte, weil er zensiert wurde, “Die Wahrheit” auch ohne den seligen Wiglaf Droste gelegentlich ein geeigneter Ort des mentalen Trostes ist. Heute zum Beispiel. Und Wiglafs damaliger Zensor persönlich, Michael Ringel, schreibt:

Das Schweißen der Hämmer – Die Affäre Klöckner-Pilawa wird jetzt fürs Fernsehen verfilmt – mit Anthony Hopkins. Ein tränenreicher und nervenzehrender Schmachtfetzen im ZDF.” Gegenüber Wiglafs Standards ist das weichgespülter Stoff, aber heute … mann gönnt sich ja sonst nichts. Julia Klöckner habe ich für unspielbar gehalten. Aber grossen Künstlerinnen ist keine Anforderung unüberwindlich …

Und die Schlusspointe von Arno Frank ist ein bisschen sehr angestrengt, aber als Freund von Schiffsreisen sprach sie mich an: Panzerkreuzer Porn – Eigentlich ein ganz normaler Urlaub auf der Napoleon-Insel Elba – doch dann taucht in der Bucht die gigantische Yacht eines Multimilliardärs auf.” Ohne Wiglaf muss mann eben nehmen, was noch da ist.

Mediathekperlen-Feedback

Zu folgenden Perlen bekam ich enthusiastische Rückmeldungen von den schönsten Frauen Kölns:

“Tschugger” ist nur noch bis 3.9. verfügbar. Das ist wohl das Beste, was die Schweiz seit langem hervorgebracht hat. Hier der informative Wikipedia-Eintrag.

“We Are Lady Parts”, vom ZDF ohne Verfügbarkeitsangabe hat offenbar nicht nur mich restlos überzeugt. Britannien hats besser – im TV. Auch hierzu mehr bei Wikipedia.

Für ein gutes Wochenende sollte das ausreichen. Es sei denn, bei Ihnen steht noch eine nette Gartenparty an. Aber Vorsicht: nur 5 Sonnenstunden und 60% “Regenwahrscheinlichkeit” sind uns in Bonn versprochen.

Schande über den SWR

Ich hatte das Gefühl, es sei schon lange passiert, weil der Sender damit umging, als sei es ein übernutzter verdreckter Wischlappen. Nun hat der SWR offiziell erklärt, dass er seine Sendereihe “Eisenbahnromantik”, die einzige dieses Senders, die ich regelmässig geguckt habe, einstellt. Er folgt damit dem Trend in allen ARD-Anstalten, Fachredaktionen und auch deren letzte Überreste, plattzumachen. Und dann wundert sich das Publikum über die mangelhafte Fach- und Sachkompetenz der übrigbleibenden Journalist*inn*en. In meinem letzten Beruf gipfelte das – ohne Übertreibung! – darin, dass “WDR-Lokalzeit”-Mitarbeiter*innen eine Wegbeschreibung zum Rathaus benötigten.

Das Prinzip, wie die “Eisenbahnromantik” entsorgt wird, ist eine schon oft erlebte Wiederholung. Ein hochkompetenter, erfahrener und widerständiger Redakteur geht in Rente. Die Nachfolge wird von den Anstaltsvorgesetzten so schlampig und desinteressiert wie möglich gehandhabt. Und dann folgt das Fallbeil.

Beim Thema Bahn, das allein in diesem Blog schon über 200 Folgen erlebt hat, und stramm auf die 250. zugeht – die “Eisenbahnromantik” ist sogar schon bei über 1.000 gelandet (ich habe sie alle gesehen) – hätte eine Weiterentwicklung in Richtung Mobilitätsforschung, Wissenschaft von der Infrastruktur und Verkehrspolitik nahegelegen. Die Ansätze waren alle schon da. Die jederfrau und jedermann augenfälligen Probleme liegen nicht “auf der Strasse”, sondern werden täglich auf den Bahnsteigen erlebt. Der konstruktive Journalismus von “Eisenbahnromantik” war längst auf der richtigen Fährte.

Dass das unter dem ehemaligen Tagesschau-Boss Gniffke zunichte gemacht wird – das wiederum überrascht mich nicht.

Medien-Diät-Tipps – Beueler-Extradienst

@unnon89 @politicalbeauty.bsky.social
Tatsächlich ist denen das bekannt, die wissen aber auch das "die Schweinepresse von Bild bis Emma" (#wiglafdroste), sie dafür in der Luft zerfetzten wird.
Im Namen der "Meinungsfreiheit" werden sie die selbige eingeschränkt sehen. Nationalismus ist keine Meinung sondern eine Ideologie. Gefühle sind keine Fakten und "Hass ist Ballast" (American History X).

Aber das hat noch keinen Schmalspurpoliker aller Söder davon abgehalten es zu bedienen.

Veranstaltungshinweis für Berlin:
»Biographien über Wiglaf Droste und Jörg Fauser«. Vortrag und Diskussion mit Christof Meueler, Ambros Waibel und Matthias
Penzel. Buchhändlerkeller, Alt-Lietzow 12, um 20 Uhr.

#WiglafDroste #JörgFauser #JungleWorld

wiglaf droste - mit nazis reden

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„Das Schicksal von Nazis ist mir komplett gleichgültig; ob sie hungern, frieren, bettnässen, (…) geht mich nichts an. Was mich an ihnen interessiert, (…): daß man sie hindert, das zu tun, was sie eben tun, wenn man sie nicht hindert: (…). Ob man sie dafür einsperrt oder ob sie dafür auf den Obduktionstisch gelegt werden müssen, ist mir gleich, und wer vom Lager (für andere) träumt, kann gerne selbst hinein.

#WiglafDroste noch immer hochaktuell.

https://www.nd-aktuell.de/artikel/439417.mit-nazis-reden.html

Mit Nazis reden?

Am Mittwoch, dem 25. August 1993, hatte man erneut Gelegenheit, deutschem TV-Topjournalismus beizuwohnen. In den ARD-Tagesthemen führte Sabine Christiansen ein Interview mit dem sächsischen Innenminister Heinz Eggert über die Frage, ob man junge Neonazis in freundliche, milde Menschen verwandeln könne, indem man sie mit Jugendzentren, Sozialarbeitern usw. überhäufe. Eggert, dessen Äußeres immer wieder in Erinnerung ruft, daß die Folge »Amok in Bethel« aus der TV-Serie Peter Strohm noch immer nic...

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