Warum dir Rechte DIESEN Blackout verschweigen!

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Warum dir Rechte DIESEN Blackout verschweigen!

von Thomas Laschyk | Juni 5, 2025 | Aktuelles

In Louisiana gab es letzte Woche einen massiven Stromausfall – aber die Blackout-Panikmacher vom rechten Rand verloren darüber kein Wort. Unbequeme Wahrheiten für Rechte.

100.000 ohne Strom in Louisiana

In St. Francisville im US-Bundesstaat Louisiana kam es vor etwas mehr als einer Woche zu einem massiven Stromausfall, von dem über 100.000 Menschen betroffen waren. In der Folge ordnete der Netzbetreiber kontrollierte Lastabschaltungen an, um einen größeren Kollaps zu verhindern. Über 100.000 Haushalte in Süd-Louisiana verloren zeitweise den Strom, davon allein 52.000 im Stadtgebiet von New Orleans. Erst am nächsten Morgen war die Versorgung in allen betroffenen Gebieten wiederhergestellt. Du hast vermutlich nichts davon gehört.

Man sollte meinen, dass dieser Vorfall – ein Blackout in einer Großstadt – Wasser auf die Mühlen jener wäre, die seit Jahren vor angeblich bevorstehenden Stromausfällen warnen. Doch ausgerechnet die Medien und Politiker am rechten Rand, die sonst jedes Szenario eines „Blackouts“ lautstark heraufbeschwören, blieben in diesem Fall auffällig still. Weder trendete das Thema in ihren Netzwerken, noch wurde Panik geschürt wie sonst. Wie kann es sein, dass ein realer Blackout mit zehntausenden Betroffenen von ebendiesen Alarmisten ignoriert wird?

Weil an diesem „Blackout“ Atomkraftwerke Mitschuld hatten

Am Sonntagabend fiel im Kernkraftwerk River Bend bei St. Francisville unerwartet ein Reaktor aus – just in dem Moment, als das zweite große Atomkraftwerk der Region (Waterford 3 in Killona) planmäßig für Wartungsarbeiten vom Netz genommen war. Beide Kraftwerke fielen also gleichzeitig aus, wodurch nicht mehr genug Leistung für die Region zur Verfügung stand.

Das passt so gar nicht in das Narrativ rechter Blackout-Panikmache. Schließlich propagieren rechtskonservative Kreise seit jeher, Atomkraft sei der einzige Garant für eine stabile Stromversorgung und einzig erneuerbare Energien würden das Netz unsicher machen.

Erneuerbare machen Energieversorgung sicherer!

Tatsächlich führt uns der Fall in Louisiana vor Augen, dass auch Kernkraftwerke keineswegs vor Blackouts schützen. Atomkraft ist auch keine narrensichere Versicherung gegen Stromausfälle. Und noch etwas lässt das rechte Schweigen verständlich erscheinen: Eine neue Nature-Studie zeigt: Erneuerbare Energie SENKEN die Gefahr von Blackouts. Wenn wir weniger abhängig sind von (importierten) Fossilen, ist unsere Energieversorgung SICHERER.

Eine andere renommierte Studie zeigte auch, dass Regionen mit viel Wind- und Solarstrom weniger schwere Blackouts erleben als solche mit konventionell geprägter Stromerzeugung. Die Forscher analysierten dabei über 2.000 Stromausfälle und fanden einen klaren Trend: Eine stärkere Integration erneuerbarer Energien erhöht die Resilienz des Netzes, statt sie zu schwächen. Mit anderen Worten – anders als die rechte Propaganda behauptet, sorgen mehr Solar- und Windanlagen nicht automatisch für Blackouts, sondern können die Stromversorgung sogar stabilisieren.

Rechte instrumentalisierten Mega-Blackout in Spanien

Ende April 2025 kam es auf der Iberischen Halbinsel zu einem der größten Stromausfälle der letzten Jahrzehnte. Binnen Sekunden fiel die öffentliche Energieversorgung nahezu flächendeckend aus. Erst am nächsten Morgen waren fast alle auf der Iberischen Halbinsel wieder am Netz. Der Vorfall sorgte verständlicherweise für Chaos und Schlagzeilen.

Aber kaum war das Licht aus, begannen rechte Politiker und Medien jedoch umgehend, ihre Geschichte des Blackouts zu erzählen. In Spanien tönten die konservative Partido Popular (PP) und die rechtsextreme VOX, der Stromausfall sei das „Ergebnis einer verfehlten linken Energiepolitik“ – gemeint waren damit der Ausstieg aus Kohle und Atom. Unterstützt von der Atomlobby erklärten sie ohne Belege natürlich die erneuerbaren Energien zum Sündenbock für den Netzzusammenbruch.

Den genauen Grund für den Ausfall kennen wir aber immer noch nicht. Erneuerbare Energien aber wie Solar- und Wasserkraft blieben zu diesem Zeitpunkt aber stabil und eignen sich nicht als Erklärung für den plötzlichen Stromabfall. Die spanische Regierung stellte die Dinge klar: Der Anteil erneuerbarer Energien im Strommix sei an jenem Tag überhaupt nicht außergewöhnlich hoch gewesen, und das Netz habe in der Vergangenheit sogar bei Phasen mit nahezu 100 % Erneuerbaren „immer wieder perfekt funktioniert“.

Was im Spanien-Blackout nicht half: Atomkraft

Stattdessen zeigt aber ein Blick auf die Wiederherstellung des spanischen Stromnetzes nach dem Blackout, dass ausgerechnet die Atomkraftwerke am wenigsten zur schnellen Lösung beitrugen. Die sieben spanischen Reaktorblöcke schalteten sich beim Zusammenbruch des Netzes aus Sicherheitsgründen automatisch ab. Am längsten brauchten die Atomkraftwerke, um wieder Strom zu liefern.

Kernkraftwerke benötigen nach einer Schnellabschaltung mindestens 24 Stunden, bevor sie wieder nennenswert Strom liefern können. Erst 33h später begannen die AKW wieder mit der Netzeinspeisung. Grund könnte unter anderem die sogenannte Xenon-Vergiftung des Reaktorkerns nach dem Abschalten sein – ein physikalischer Effekt, der ein sofortiges Wiederanfahren verhindert. Nicht nur wurden die Atomkraftwerke im entscheidenden Moment aus Sicherheitsgründen abgeschaltet, sie waren auch danach auch lange nicht zur Verfügung, um das Problem zu fixen.

Spaniens Ministerpräsident Sánchez brachte es vor dem Parlament auf den Punkt: „Die AKW waren nicht die Lösung, sondern ein Problem.“

Fazit: Deutsche Stromversorgung bleibt stabil – trotz rechter Panikmache

Ob in den USA, in Spanien oder in Deutschland: Rechte Akteure und Lobby-Propagandisten versuchen immer wieder, mit dem Schreckgespenst Blackout Stimmung zu machen und gegen die Energiewende zu polemisieren. Sie malen apokalyptische Szenarien an die Wand. Dabei schrecken sie weder vor Panikmache noch vor faktenfreien Behauptungen zurück. Wenn echte Blackouts auftreten, die nicht ins Weltbild passen – etwa weil ein AKW wesentlich Ursache war –, schweigen sie diese Ereignisse lieber tot. Stattdessen werden imaginäre Blackouts lauthals beschworen, solange es politisch in den Kram passt.

Wisst ihr noch? „Wutwinter“? Blackout-Panikmache in den rechten Medien? CDU-Chef Friedrich Merz, der sagte, Anfang 2023 würde ein Blackout drohen? Schlagzeilen wie in „WELT“, die einen Blackout für unausweichlich erscheinen ließen?

Die rechtsextreme Lügenpartei AfD hat natürlich in diesen Chor mit eingestimmt und gleich eine „Blackout“-Karte erstellt, die keinen einzigen echten Blackout zeigte.

AfD-Blamage: Ihre Fake-„Blackout“-Karte ist ein Totalausfall

Deutsche Stromversorgung sehr sicher

Fakt ist: Die deutsche Stromversorgung gehört zu den zuverlässigsten der Welt. Ein großflächiger, lang anhaltender Stromausfall ist hierzulande extrem unwahrscheinlich – das bestätigt sogar die Bundesnetzagentur. Deren Präsident Klaus Müller erklärte nach dem Spanien-Blackout in der ARD, ein derartiger Fall sei in Deutschland „sehr unwahrscheinlich“. Das hiesige Stromnetz ist redundant aufgebaut: „Konkret bedeutet das, dass eine Leitung immer ausfallen kann und eine andere Leitung einspringen würde“, so Müller. Es existieren mehrere Sicherungssysteme, und für den äußersten Notfall gibt es sogenannte schwarzstartfähige Kraftwerke, die das Netz auch ohne Fremdstrom wieder hochfahren könnten.

Niemand kann absolut garantieren, dass es nie zu einem Blackout kommt – aber Panikmache und ständige Katastrophenrhetorik sind völlig fehl am Platz. Und hier geht es auch nicht um AKW-Bashing. Es gibt auch einige Mythen von der „anderen“ Seite.

Die Fakten zur Atomkraft, die weder Gegner noch Befürworter wahrhaben wollen

Aber es geht darum, rechte Propaganda-Strategien zu durchschauen. Die Atomkraft nur hernehmen, um für Fossil-Konzerne Lügen zu verbreiten, um die wichtige Energiewende zu bremsen. Unser Stromnetz ist hochgradig stabil, und die Energiewende wird es langfristig noch sicherer machen durch Diversifizierung. Klar braucht es noch einiges an Arbeit. Die Energiewende erfordert auch eine Netz-Wende. Wir brauchen mehr Speicher, mehr Investitionen in netzstabilisierende Technik.

Aber wer dabei nicht hilft: Herausgepickte, rechte Panikmacher, Desinformation und die immer gleiche, falschen Märchen. Und Blackouts im kritischer Medienanalyse.

Teile des Artikels wurden mit maschineller Hilfe ausformuliert. Wie Volksverpetzer KI verwendet. Artikelbild: canva.com

Passend dazu:

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#blackout #diesen #rechte #verschweigen #warum

Thomas Laschyk

Volksverpetzer
Siegfried Unseld und das Schweigen: Eine deutsche Karriere - Aktuelles

Manchmal genügt eine Karteikarte, um ein Denkmal ins Wanken zu bringen. Die ZEIT berichtet in ihrer aktuellen Ausgabe von einem Fund des Historikers Thomas Gruber, der im Bundesarchiv auf eine NSDAP-Mitgliederkarte stieß. Der Name darauf: Siegfried Unseld. Parteieintritt am 1. September 1942, beantragt als 17-jähriger Schüler aus Ulm. Kein Irrtum, keine Überführung im HJ-Marschschritt – sondern ein bewusster Antrag zur rechten Zeit. Hitler triumphiert an allen Fronten, die Wehrmacht steht am ...

Lesering.de

@telepolis

"#Bühne bieten" klingt so billig, als wäre es nicht immer schon guter Journalismus, kritisch einzuordnen:

#Verschweigen ist die Krankheit der #Nachkriegsjahre die uns die Wieder-Erstarkung der autoritären Glaubens-Richtungen brachte, auch die "Kultur des Schweigens" in den Kirchen, die sehr lange und zu großen Teilen den Aufstieg Hitlers unterstützt haben:

Auch die #Religionen eines eifersüchtigen Ein-Mann-Gottes tragen den Kern des Faschismus in sich, wie der #Kapitalismus, der sich ja auch mit Charity tarnen will ...

#KulturdesSchweigens #PauloFreire

Desinformation – Wikipedia

Vor einigen Tagen wurde viel über den Untersuchungsausschuss der Union zum Atomausstieg berichtet. Was du nirgends liest: Dass der auf einem erfundenen Skandal beruht. Und dass das Medium, das diesen erfunden hat, vor Gericht damit gescheitert ist, uns zu untersagen, das auch laut zu sagen.

Worum es beim AKW-Untersuchungsausschuss geht

Viele Medien berichteten über den Start des Untersuchungsausschusses der Union zum Atomausstieg. Angeblich soll dort untersucht werden, ob Habeck eine Verlängerung der Laufzeit intern verhindert habe – allerdings ist die Notwendigkeit des Ausschusses ziemlich dünn, denn faktisch hat Habeck letzten Endes ja eine Laufzeitverlängerung umgesetzt. Habeck schlug erst eine vorübergehende Einsatzreserve für zwei der letzten drei Meiler vor, setzte dann die Verlängerung aller drei Atomkraftwerke um, wenn auch erst nach der Entscheidung des Kanzlers. Die Kernkraftwerke liefen bis Ende März 2024, eine Verlängerung um drei Monate zum von CDU und FDP 2011 erneut beschlossenen Atomausstieg. Also, was untersucht dieser Untersuchungs-Ausschuss überhaupt? 

Die CSU behauptet, um festzustellen, “ob die Öffentlichkeit bei der Entscheidung zur Abschaltung der letzten drei Kernkraftwerke getäuscht wurde”. Es geht also nicht um die Entscheidung an sich, sondern nur um die Debatte um Vorfeld und die Prüfung in den Ministerien. Die Entscheidung selbst wurde ja durchgeführt, und die endgültige Abschaltung führte ja offensichtlich auch zu keinem der Katastrophen-Szenarien, die einige an die Wand malten: Der Strompreis für Neukunden ist seitdem auch auf ein Niveau gesunken, welches es zuletzt vor der illegalen russischen Invasion und vor der Bundestagswahl gab. Während der Hochpreis-Phase der Preise waren alle drei übrig gebliebenen (die meisten anderen hatten die Merkel-Regierungen bis dahin schon abgeschaltet) AKWs am Netz.

Habeck und Lemke versichern, alles richtig gemacht zu haben

Die Union begründet ihren Verdacht, dass “die versprochene ergebnisoffene Prüfung eines Weiterbetriebs nie erfolgte”. Laut dem Unionsantrag zur Einberufung eines Untersuchungsausschusses hatte Wirtschaftsminister Habeck am 27. Februar 2022 eine ergebnisoffene Prüfung für einen möglichen Weiterbetrieb der Atomkraftwerke in Deutschland zugesagt und am 1. März desselben Jahres eine Prüfung angekündigt, bei der es “keine Tabus” geben werde.

Bereits kurze Zeit später, am 7. März 2022, veröffentlichten Habecks Ministerium und das ebenfalls grün geführte Bundesumweltministerium von Steffi Lemke einen gemeinsamen Prüfvermerk, der den Weiterbetrieb der Atomkraftwerke – unter anderem aus Sicherheitsgründen – ablehnte. Die Union behauptet, das sei aber nicht aufgrund von “fachlicher Expertise” abgelehnt worden, sondern aufgrund von “parteipolitischen Vorgaben”.

Umweltministerin Lemke und Wirtschaftsminister Habeck weisen die Anschuldigungen entschieden zurück. In mehreren Anhörungen in den Fachausschüssen und Debatten im Plenum betonten sie, stets nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt zu haben.

Lemkes Ministerium erklärte, die Vorwürfe seien aus ihrer Sicht ausgeräumt. Habeck versicherte nach einer Anhörung im April: “Die Versorgungssicherheit hatte für mich absolute Priorität und das ganze Haus hat ohne Denkverbote, allerdings natürlich immer auf der Basis von Fakten, von Daten und auch von Rechtsnormen gearbeitet.”

Wie kommt die Union überhaupt darauf, dass Habeck irgendwen getäuscht habe?

Es geht also nicht wirklich darum, was politisch umgesetzt wurde – die kurzfristige Laufzeitverlängerung kam ja, Habeck hatte ja mit seinem Vorschlag der Einsatzreserve bewiesen, dass er flexibel war und was Versorgungssicherheit und Preise anging, haben sich die teils apokalyptischen Warnungen auch nicht bewahrheitet – sondern die Union glaubt Habeck trotz gegenteiligen Versicherungen einfach nicht, dass die Ablehnung aufgrund von Sicherheitsbedenken auch rein inhaltlich gerechtfertigt gewesen sein soll. Und wie kommen sie darauf? Weiß die Union weiß, was niemand weiß? Die Debatte hat ja seinerzeit stattgefunden – waren irgendwelche Fakten verheimlicht worden? Nein, es gab keine neuen Erkenntnisse oder Enthüllungen. 

Was jedoch gab, waren Unterstellungen des konservativen Magazins “Cicero”, die Unterlagen herausgeklagt hatte, und einfach behauptet hatte, dass die Ministerien Einschätzungen aus internen Arbeitsgruppen “manipuliert” habe. In vielen Medien werden diese unbelegten Anschuldigungen einfach wiederholt. Dort wird einfach abgedruckt, was die Union und das ihr inhaltlich nahe stehende Magazin “Cicero” dazu sagen, ohne deren Aussagen kritisch einzuordnen: 

Cicero hatte das einfach behauptet und alle haben darüber berichtet. Die Union glaubt ihnen das und wiederholt die Anschuldigungen als Begründung für den Untersuchungsausschuss. In den meisten Medien werden die Behauptungen einfach wiederholt – bestenfalls am Ende in einem Satz erwähnt: “Beide Ministerien bestreiten dies”. Alle beziehen sich auf den Bericht von Cicero von vor einigen Wochen – nur ist Cicero mittlerweile vor Gericht gescheitert. Kein Medium erwähnte, dass man über den Bericht von Cicero folgendes sagen darf: 

“Cicero hat hier einfach Dinge hinzugedichtet, um einen Skandal zu erfinden”

Cicero hat per Einschüchterungsklage versucht, Volksverpetzer zum Einknicken zu bringen, als wir als eines der wenigen Medien auch wirklich überprüfen wollten, ob die heraus geklagten Akten auch wirklich das wiedergeben, was Cicero behauptet hatte. Doch das taten sie gar nicht. Und das hatten wir auch geschrieben. Zur Erinnerung: Volksverpetzer sprach sich im Juli 2022 bereits ebenfalls für einen Streckbetrieb der Atomkraftwerke aus. Wir hatten Habeck ebenfalls für schlechte Argumente kritisiert und forderten auch ihn auf, über seinen “ideologischen Schatten” zu springen. Das nur als Hinweis dazu, dass wir hier nicht eine ideologisch festgefahrene Position verteidigen. Im Gegenteil: Wir folgen den Fakten – Cicero jedoch für uns offensichtlich nicht.

Cicero behauptete, unsere Einschätzung, dass Cicero einen Skandal erfunden habe, sei Diffamierung und ging sogar juristisch auf uns los. Doch das Landgericht Hamburg wies sie darauf hin, dass der Antrag auf einstweilige Verfügung wohl abgewiesen werde. Cicero zog daraufhin die Einschüchterungsklage zurück – erwähnte das aber nirgends und nahm auch keine Anpassungen an deren Desinformations-Artikel vor. Die falschen Anschuldigungen sind heute noch online. Der gescheiterte Slapp-Versuch wird mit keinem Wort erwähnt.

AKW-Pseudo-Skandal: Cicero scheitert vor Gericht gegen Volksverpetzer

Und zwar von niemandem. Niemand spricht darüber, dass wir gut belegt haben, dass “Cicero hier einfach Dinge hinzugedichtet hat, um einen Skandal zu erfinden”. Weder hat anscheinend jemand die Vorwürfe selbst geprüft, noch hat auch irgendjemand darüber berichtet, dass Cicero versucht hatte, seine Kritiker mundtot zu machen. Cicero darf uns nicht verbieten, folgendes zu sagen:

“[…] Die von „Cicero“ behaupteten Änderungen gab es dort nicht. „Cicero“ behauptet, es “fehlte die Aussage, dass eine echte Laufzeitverlängerung mit neuen Brennstäben für mehrere Jahre sicherheitstechnisch möglich wäre”. Erstens: Dass eine mehrere Jahre dauernde Laufzeitverlängerung sicherheitstechnisch möglich wäre, steht nirgends. In keinem der beiden Versionen. Das ist falsch.”

Zehntausende lesen es bei uns – und nur bei uns?

Wir haben darüber berichtet, zehntausende Menschen haben unseren Artikel gelesen. Noch mehr haben unsere Beiträge dazu in Twitter, Instagram & Co. geteilt. Wir haben eine Pressemitteilung an alle seriösen Medien verschickt. Seit Wochen: Stille. Oft sprechen wir mit Vertretern seriöser Medien, diese loben unsere Arbeit für die Fakten und oft werden wir eingeladen und gefragt, was man gegen Desinformation tun könne. Vielleicht ist das hier eine gute Gelegenheit, genau das zentrale Problem zu sehen. Wenn man Dinge nicht kritisch hinterfragt, sondern nur rechte Kampagnen abtippt, wenn man unseren irgendwie gerade sehr einsamen Kampf dagegen totschweigt, dann sollte man das vielleicht hinterfragen?

Hat man Angst, dass man zu sehr “links/grün voreingenommen” wirkt, wenn man die Anschuldigungen kritisch hinterfragt und reproduziert dann lieber konservative Voreingenommenheit? Ist “Volksverpetzer” mit seinem unseriösen Namen zu schmuddelig und man gibt lieber auf den ersten Blick seriösen Leuten eine Bühne, die dann Desinformation verbreiten als einem auf den ersten Blick unseriösen Blog, der aber gegen Desinformation ankämpft? Wenn man schon nicht über den gescheiterten juristischen Einschüchterungsversuch berichtet – okay -, ist es nicht wenigstens vielleicht Anlass, um noch mal kritisch die Behauptungen von Cicero zu beleuchten? Wir wollen ja nicht unbedingt zitiert werden, das ist keine Ego-Sache. Die Fakten sprechen ja für sich.

Wir bleiben auf dem Schaden allein sitzen

Journalisten dürfen auch Dinge selbst recherchieren und analysieren und müssen nicht nur abschreiben, was die Pressesprecher beider Seiten zu sagen haben.

Dafür gibt es ein bekanntes Sprichwort im  Journalismus: “Wenn jemand sagt, dass es regnet, und ein anderer, dass es trocken ist, ist es nicht Ihre Aufgabe, beide zu zitieren. Es ist ihre Aufgabe, aus dem Fenster zu schauen und herauszufinden, was wahr ist.”

Im Gegenteil, seriöse Medien zitieren immer noch Cicero, obwohl die offensichtlich mit repressiven Vorgehensweisen unsere Presse- und Meinungsfreiheit einschränken wollten. Übrigens nachdem wir Cicero um Stellungnahme gebeten hatten und man uns wörtlich sagte: „Wir haben beide Versionen des Artikels veröffentlicht, damit sich jeder Leser selbst ein Urteil bilden und seinen eigenen Faktencheck machen kann.“ Und dann unseren Faktencheck uns verbieten wollte.

Cicero hat uns mehrere tausend Euro Anwaltskosten gekostet, von denen wir keinen Cent zurückbekommen, obwohl das Gericht deren Antrag als aussichtslos bezeichnet hat. Eine typische Einschüchterungsklage. Und wir sind zu 100 % durch Crowdfunding finanziert, da stecken keine Millionen hinter uns. So funktionieren PR-Kampagnen, aber kein seriöser Journalismus. Für deutsche Medien aber offenbar trotzdem eine bessere Quelle als Volksverpetzer. Der gesellschaftliche Rechtsruck passiert nicht von alleine, sondern genau durch solches Einknicken vor Desinformationsschleudern.

Ich habe das Gefühl, viele Journalisten haben Angst, dass man ihnen “Linkslastigkeit” unterstellt, weshalb sie umso lieber rechtes agenda setting und Framing übernehmen, um mit ihrer Überparteilichkeit angeben. Dass mehrere Studien deshalb bei Themen wie Migration oder Klima den Medien einen Rechtsdrall attestieren, ist da kaum verwunderlich. Sowas kommt von sowas. Wenn Volksverpetzer vor Gericht verloren hätte, wäre das Thema in allen Medien vom rechten Rand vertreten gewesen – und wetten, dann hätten es auch seriöse aufgegriffen? Weil es eben durch die rechet Aufregung dann ja Medienrelevanz gehabt hätte?

Darum ist Ciceros Bericht irreführend

Wer nicht einfach unseren Behauptungen unkritisch glauben will – so wie anscheinend viele das mit Cicero tun – hier wiederholen wir noch mal die ausführliche und gut belegte Erklärung, die auch vor Gericht standgehalten hat:

Das Magazin Cicero bastelte also durch herausgeklagte Dokumente aus Ministerien einen vermeintlichen Skandal um Robert Habeck. Man kann ja für oder gegen Atomkraft sein oder nicht – es gibt gute Argumente auf beiden Seiten, wie wir selbst mal herausgearbeitet haben. Aber als Volksverpetzer sich die entsprechenden Dokumente ansah, konnten wir es zunächst nicht glauben: Steckt hinter dem ganzen Pseudo-Skandal wirklich einfach nur ein (gewolltes?) Missverständnis von Cicero?

Das schrieben wir auch in einem entsprechenden Faktencheck. In unserem Artikel erklärten wir es schon genauer (gerne noch mal hier nachlesen), aber im Grunde genommen basierte die ganze Aufregung auf der Behauptung, dass angeblich das Habeck-Ministerium eine Feststellung aus dem Dokument einer Arbeitsgruppe an dem Ministerium inhaltlich verfälscht haben soll. Sie sprechen von „manipuliert“. Angeblich sollte nämlich in diesem Dokument gestanden haben, dass „eine echte Laufzeitverlängerung mit neuen Brennstäben für mehrere Jahre sicherheitstechnisch möglich wäre“. Sprich: Dass man die AKW noch viele Jahre sicher hätte weiter betreiben können.

In beiden Dokumenten die gleiche Darstellung

Angeblich sollte ein Mitarbeiter von Habeck das aber abgeändert haben und ins Gegenteil verkehrt haben, wie dieses Dokument zeigen soll. Cicero hat beide Dokumente auch ohne Abo einsehbar gemacht (im Gegensatz zum Artikel). Wir haben uns die Dokumente also einfach selbst angesehen. Und festgestellt, dass in beiden Dokumenten die gleiche Darstellung zu finden ist. Das hier:

Du siehst selbst das Fazit: Die Frage, ob die Verlängerung über Jahre erfolgen kann, ist „nicht zu beantworten“. Weil zu viele Fragen offen sind, insbesondere u.a. die „Klärung unter Beteiligung der Betreiber“. Die sich im Übrigen damals, wie 2023 und wie heute und auch in einem ebenfalls herausgeklagten Schreiben von RWE relativ deutlich gegen den Weiterbetrieb geäußert haben. Das war ja alles kein Geheimnis. Das war die Erklärung von Habeck damals, heute und steht ja auch in den Dokumenten.

Cicero hat was dagegen, wenn man sich selbst ein Urteil bildet?

Wir dachten uns: Irgendetwas müssen wir übersehen haben. Also stellten wir Cicero per Mail eine Anfrage: Können sie uns vielleicht einfach selbst beantworten, wie sie darauf kommen, dass irgendwo eine Aussage über eine sicherheitstechnisch mögliche „echte Laufzeitverlängerung“ stünde? Wir hatten sie nicht gefunden. Wir bekamen auch zügig eine Antwort. Aber ohne Erklärung:

„Wir haben beide Versionen des Artikels veröffentlicht, damit sich jeder Leser selbst ein Urteil bilden und seinen eigenen Faktencheck machen kann.“

Das war’s. Das fanden wir schon etwas merkwürdig. Speziell für das Medium, das in Aufmachung und Framing keinen Zweifel lassen wollte, wie das Urteil ausfallen sollte: „Wie die Grünen beim Atomausstieg getäuscht haben“, eine Entscheidung wurde „manipuliert“, und in Folgeartikeln mit Titeln wie „Enthüllungen sind ein Skandal und Rücktrittsgrund“. Ein gewünschtes Urteil stand wohl durchaus schon fest. Aber schön, dass uns Cicero erklärte, auch wir dürften uns selbst ein Urteil machen! Taten wir dann auch. Wir schrieben in unserem Artikel:

„Die von „Cicero“ behaupteten Änderungen gab es dort nicht. „Cicero“ behauptet, es „fehlte die Aussage, dass eine echte Laufzeitverlängerung mit neuen Brennstäben für mehrere Jahre sicherheitstechnisch möglich wäre“. Erstens: Dass eine mehrere Jahre dauernde Laufzeitverlängerung sicherheitstechnisch möglich wäre, steht nirgends. In keinem der beiden Versionen. Das ist falsch. Zweitens, die Absätze zum langzeitigen Weiterbetrieb sind in beiden Dokumenten weiterhin drin.“

Dieses eigene Urteil gefiel Cicero jedoch offenbar doch nicht. Nur wenige Stunden nach der Veröffentlichung unseres Faktenchecks erhielten wir Post vom Cicero-Anwalt, der offenbar alles stehen und liegen ließ, um uns schnellstmöglich eine Abmahnung dazu zu schicken. Und der Anwalt erklärte uns dann endlich, wie die Cicero-Schreiber auf ihre Interpretation kamen. Warum man uns das nicht gleich auf unsere Anfrage hätte beantworten können, wissen wir bei Volksverpetzer nicht.

VVP-Erfolg: Cicero scheitert mit einstweiliger Verfügung

Dass wir die Abmahnung zurückweisen, führte prompt dazu, dass Cicero über ihre Anwaltskanzlei eine einstweilige Verfügung beim Landgericht Hamburg beantragte. Man wollte uns die zwei Aussagen verbieten, unter Androhung eines Ordnungsgeldes von bis zu 250.000 € oder Ordnungshaft bis zu sechs Monate bei Verstoß. Nachdem das Gericht die Gegenseite darauf aufmerksam machte, dass die einstweilige Verfügung keine Aussicht auf Erfolg hatte, zog Cicero alles zurück. Volksverpetzer hat also in allen Punkten gewonnen. Die Ansprüche sind allesamt unbegründet. Wir dürfen diese Aussagen weiter tätigen, die uns Cicero verbieten wollte:

“Die Dokumente zeigen klar, dass Cicero hier einfach Dinge dazugedichtet hat, um einen Skandal zu erfinden.”

und

“Nur: Die von „Cicero“ behaupteten Änderungen gab es dort nicht. „Cicero“ behauptet, es “fehlte die Aussage, dass eine echte Laufzeitverlängerung mit neuen Brennstäben für mehrere Jahre sicherheitstechnisch möglich wäre”. Erstens: Dass eine mehrere Jahre dauernde Laufzeitverlängerung sicherheitstechnisch möglich wäre, steht nirgends. In keinem der beiden Versionen. Das ist falsch.”

Das Problem ist nicht der Untersuchungsausschuss. Sondern erfolgreiche Kampagnen

Nun gibt es den Untersuchungsausschuss. Und klar könnte man jetzt sagen: Wenn nichts dahinter steckte, wird das ja beim Untersuchungsausschuss herauskommen. Aber das ist ja nicht der Sinn dieser ganzen PR-Kampagne gewesen. Der Sinn war es, mit populistischen Methoden Stimmungsmache zu erzeugen für konservative Parteien, auf Kosten der Grünen. Erfolgreich. Es ging ja nie um den konkreten Inhalt.

Leider haben in letzter Zeit viele Kampagnen der Union wenig mit den Fakten oder konstruktiver Politik zu tun, sondern um eine mediale Inszenierung durchzuführen. Wie zum Beispiel zum vermeintlichen “Verbrenner-Aus”. Und das erfolgreich, auch dank einer Medienlandschaft, die diese viel zu selten kritisch hinterfragt und einordnet, sondern reproduziert. Und sich anscheinend nicht traut, über die Angriffe auf die sonst so gelobte Aufklärungsarbeit zu berichten.

Artikelbild: canva.com

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https://www.bachhausen.de/was-die-medien-dir-zum-akw-untersuchungsausschuss-verschweigen/

#medien #untersuchungsausschuss #verschweigen

Ausstieg aus der Kernenergie: Bundestag stimmt für Untersuchungsausschuss zu Atomausstieg

Mit den Stimmen der Unionsparteien und der AfD wurde die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses zum Atomausstieg beschlossen. Im Fokus steht auch Robert Habeck.

ZEIT ONLINE
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https://www.zdf.de/dokumentation/zdfzeit/zdfzeit-rossmann-die-insider-100.html
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