The Passage – Übergang, selma banich und Marijana Hameršak in Kollaboration mit dem Women to Women Kollektiv

Rhizom, Freitag, 19. Juni um 18:00 MESZ

Eröffnung: Freitag, 19.06.2026,  18 Uhr
Wenn die Toten den Lebenden die Augen öffnen“ - Gespräch im Anschluss an die Ausstellungseröffnung: 19:30 Uhr

Es diskutieren:
selma banich
        Marijana Hameršak (Institut für Ethnologie und Volkskunde, Zagreb)
        Kollektiv „Women to Women“ (Zagreb)
        Petra Leschanz (Autorin, Border Crossing Spielfeld)
        Anna Distelberger (SOS Balkanroute)

Samstag, 20.6.2026., 15:30 Uhr
Cause of Death: Border von Barbara Matejčić
Öffentliche Vorführung des dokumentarischen Hörspiels, gefolgt von einer Fragerunde mit der Autorin (weitere Infos siehe unten)

Weitere Öffnungszeiten: 20.-30.06.2026
Mo, Di, Mi, Do: 15:00 – 18:00 Uhr
Fr, Sa, So: 15:00 – 19:00 Uhr


Das „Passage Memorial“ ist eine Sammlung von Gedenkporträts, die mit rotem und schwarzem Garn auf pflanzlich gefärbtem Stoff gefertigt wurden und ein wanderndes Denkmal bilden, das all jenen gewidmet ist, die an Grenzen und im Namen von Grenzen ums Leben gekommen sind. Indem wir an das Leben der Menschen erinnern, die auf dem Migrationsweg auf dem Balkan ums Leben gekommen sind – Leben, die dem unerbittlichen europäischen Todesregime zum Opfer fielen –, rufen wir zu einem Akt der Aufarbeitung auf, der den Weg für individuelle und kollektive Heilung ebnet: einen Übergang von der Normalisierung von Grenztragödien hin zu gemeinschaftlichem Lernen, Empowerment und Fürsorge.

Die Porträts wurden mit großer Zärtlichkeit und Sorgfalt von Künstlerinnen, Forscherinnen, Übersetzerinnen und anderen Mitgliedern und Unterstützerinnen des Kollektivs „Women to Women“ sowie des Forschungsprojekts ERIM der Kroatischen Wissenschaftsstiftung – „Das europäische Regime der irregulären Migration an der Peripherie der EU: von der Ethnografie zu Schlüsselbegriffen“ – im Rahmen einer Reihe von Kunst- und Forschungsworkshops geschaffen, die von November 2020 bis Februar 2021 in Zagreb stattfanden.

Als künstlerische, gedenkende und dekoloniale Praxis baut das „Passage Memorial“ auf früheren intensiven Kooperationen auf, darunter das feministische Protestbanner „They Can’t Kill Us All – Love & Rage“ des Kollektivs „Women to Women“ und von selma banich, sowie die „Memorial Page“ von Transbalkan Solidarity. Das „Passage Memorial“ basiert auf der ethnografischen Feldforschung von ERIM, die im Sommer und Herbst 2020 im Landkreis Karlovac durchgeführt wurde, eine der am häufigsten genutzten und tödlichsten geheimen Passagen von Bosnien und Herzegowina in die EU.

Das Künstler:innenkollektiv „The Passage Memorial“: Ana Dana, Chandrelle, Cyrille, Ena, Eva, Fatma, Iva, Ivna, Jasenka, Josipa, Kiana, Kimia, Lija, Madina, Marijana, Melike, Mojca, Nibal, Romana, Safaa, Samaneh, Saghar, Sara, Selma und Yazdan
Ausstellungsgestaltung: Ana Dana Beroš
Grafikdesign: Ena Jurov
Produktion: RHIZOM und OOUR

Mehr über das Projekt: https://selmabanich.org/index#/the-passage/

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Samstag, 20.6.2026., 15:30 Uhr
Cause of Death: Border von Barbara Matejčić
Öffentliche Vorführung des dokumentarischen Hörspiels, gefolgt von einer Fragerunde mit der Autorin
Dauer: 45 Min., Original mit englischen Untertiteln

„Wir haben zwei Möglichkeiten: zu sterben oder den Traum zu verwirklichen“, sagen Migrant:innen in Bosnien und Herzegowina, die versuchen, die Grenze nach Kroatien zu überqueren und in die Europäische Union zu gelangen. Sie fliehen von überall außerhalb Europas an einen Ort innerhalb Europas, doch viele werden niemals ankommen. Die EU erwartet von Kroatien, dass es seine Außengrenze bewacht, und Kroatien tut dies mit Eifer.
Hunderte von anonymen Gräbern derer, die ihren Traum nicht verwirklichen konnten, sind über Friedhöfe in Kroatien und Bosnien und Herzegowina verstreut. Wer weiß, wie viele Leichen noch unentdeckt sind.
Die Autorin besucht Friedhöfe entlang der Balkan-Migrationsroute und spricht mit Aktivist:innen, die Familien in Tausenden von Kilometern Entfernung dabei helfen, ihre Angehörigen zu finden und zu identifizieren, da die Bemühungen der Behörden nur schleppend vorankommen. In Bosnien trifft sie einen afghanischen Mann, dessen Verwandter in einem Fluss zwischen Bosnien und Kroatien ertrunken ist, nachdem die kroatische Polizei auf das Schlauchboot, in dem er sich befand, geschossen und es zum Sinken gebracht hatte. In Marokko spricht sie mit dem Vater eines jungen Mannes, der in Kroatien in einem Fluss ertrunken ist.
Sie alle sagen: Ihr Tod, ihre Gräber sind Denkmäler der Schande der EU, denn nicht der Fluss hat sie getötet, sondern das Grenzregime der EU.
Die Dokumentation „Cause of Death: Border“ wurde für das renommierteste europäische Radio- und Fernsehfestival, den Prix Europe 2024, ausgewählt.

Autorin: Barbara Matejčić
Produktion: Hörspielabteilung, Kroatischer Rundfunk, 2024


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Selma Banich (1979, Jugoslawien) ist Künstlerin, Aktivistin, Community-Organisatorin, Ausdruckstherapeutin und SLC-Betreiberin. Ihre künstlerische Praxis basiert auf explorativer, prozessorientierter und aktivistischer Arbeit und ist politisch vom Anarchismus und Feminismus inspiriert. Selma arbeitet sowohl eigenständig als auch in Zusammenarbeit mit anderen Künstlerinnen, Kuratorinnen, Gemeinschaften und Initiativen auf dem gesamten Balkan. Als Choreografin und Performerin hat sie an zahlreichen Tanz-, Theater-, Opern- und Filmproduktionen mitgewirkt. Sie engagiert sich in lokalen und transnationalen Solidaritätsinitiativen im Zusammenhang mit aktuellen feministischen, antikolonialen, antifaschistischen, migrations- und arbeitnehmer:innenbezogenen Kämpfen, darunter Zagreb Solidarity City, Solidarityline Balkans, For BREAD, Strike for Gaza und Unbowed Palestine. Selma erhielt mehrere Stipendien und Auszeichnungen, darunter die ArtsLink International Fellowships, diea Jackman Goldwasser International Visiting Artist Residency, die Akademie Schloss Solitude, das MuseumsQuartier Artist-in-Residence-Programm und den Nada-Dimić-Preis mit den Kollektiven Women to Women und Sloga.
https://selmabanich.org/

Marijana Hameršak
ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Ethnologie und Volkskunde in Zagreb, Kroatien. Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen Literaturgeschichte und -theorie, Lese- und Buchgeschichte, Kinderliteratur, Volkskunde sowie kritische Migrations- und Grenzstudien. Sie ist Autorin mehrerer Bücher und zahlreicher Sammelbände, darunter zuletzt „Ekonomija i književnost / Economy and Literature“ (zusammen mit Maša Kolanović und Lana Molvarec, 2022) und „Keywords Balkanska ruta“ (Balkanroute, zusammen mit Iva Pleše und Tea Škokić, 2024).
https://www.ief.hr/en/researchers/marijana-hamersak/
https://erim.ief.hr/

Kollektiv „Women to Women“
Živi Atelje DK (Lebendiges Atelier DK) ist eine unabhängige, interdisziplinäre, nichtstaatliche und gemeinnützige Organisation, die sich mithilfe von Kunst mit Identität, Heilung und Gemeinschaftsbildung auseinandersetzt. Unser Ziel ist es, individuelle Stärke, Potenziale, Resilienz und Solidarität als Antwort auf die Herausforderungen des Lebens zu fördern, als Teil eines umfassenderen sozialen Wandels und der Gemeinschaftsbildung durch Kunst.
Wir führen mehrere Programme durch, darunter das No-Borders-Programm (das Kollektiv „Women to Women“ und „No Borders: Integration of Art – Art of Integration“), die „Wandering Art Tea Academy“, der „Creative Collective Space“ und die Galerie DK (Glasbläserei, Geschichtenerzählen, Keramik, Cyanotypie und Künstler:innenresidenzen) sowie ein Projekt zur Bewahrung und Förderung des künstlerischen Schaffens von Vera Dajht-Kralj. Ihr Atelier sowie ihr künstlerisches und spirituelles Vermächtnis stehen im Mittelpunkt all unserer Aktivitäten.
Das Kollektiv „Women to Women“ ist ein zentrales Programm innerhalb der Initiative „No Borders“ bei Živi Atelje DK. Es bringt Frauen, die Kroatien zu ihrer Heimat machen möchten, mit Frauen zusammen, für die Kroatien bereits Heimat ist – durch engagierte Kunstpraktiken, die darauf abzielen, das Wohlbefinden und die Selbstbestimmung zu fördern und die Integration aller Menschen in eine sich ständig weiterentwickelnde Gemeinschaft zu erleichtern.
https://www.ziviatelje.dk

Barbara Matejčić
ist eine preisgekrönte freiberufliche Journalistin, Forscherin und Audioproduzentin, die sich auf soziale Themen und Menschenrechte spezialisiert hat. Barbara schreibt regelmäßig für kroatische und internationale Medien. Sie arbeitet mit Medien- und Menschenrechtsorganisationen sowie mit Künstlerinnen, Aktivistinnen und Wissenschaftlerinnen zusammen. Für ihre Arbeit über Todesfälle von Migrantinnen, die sie gemeinsam mit einem internationalen Journalist*innenteam durchgeführt hat, wurde sie mit dem European Press Prize (2024) und dem Investigative Journalism for Europe Award (2024) ausgezeichnet.



(Image: Nina Đurđević)

https://gancio.graz.events/event/the-passage-ubergang-selma-banich-und-marijana-hamersak-in-kollaboration-mit-dem-women-to-women-kollektiv

Charlotte Kremberg & Aleksandra Saša Jeremić - in utero

Rhizom, Freitag, 12. Juni um 18:00 MESZ

Freitag, 12. Juni, 18 Uhr (19 Uhr Performance)

Seit mehreren Jahren entwickeln die zwei Künstlerinnen eine gemeinsame Praxis, die in feministischer Provokation, ortsspezifischer Performance und interventionistischer Geste verwurzelt ist. Ihre Zusammenarbeit hinterfragt patriarchale Macht, nicht nur in ihrer Wirkungsweise innerhalb politischer Systeme, sondern auch dort, wo sie in den Strukturen des alltäglichen, intimen Lebens sichtbar wird.

Historisch verortet sich das Projekt innerhalb eines Kontinuums der Kontrolle über weibliche Körper, das sich über rechtliche, medizinische, religiöse und kulturelle Regime erstreckt. Abtreibung war, lange bevor sie zur Rechtsfrage wurde, ein Ort expliziter und struktureller Gewalt, durchgesetzt durch Schweigen, Scham und gesellschaftlichen Ausschluss. Obwohl sie wiederholt unter Strafe gestellt wurde, hat sie nie aufgehört zu existieren, sie wurde lediglich gefährlicher und isolierender gemacht.

Das Projekt fügt sich in aktivistische Kunsttraditionen ein, die kulturelle Produktion als Akt der Fürsorge und des Widerstands begreifen. Indem es Geschichten lebendig hält und auf Sichtbarkeit besteht, spiegelt es Bemühungen wider, reproduktive Rechte sowohl symbolisch als auch materiell zu schützen. Letztlich fragt das Werk, was es bedeutet, einen Körper zu bewohnen, den die Geschichte wiederholt verletzt hat, wie Lust, Trauer, Begehren und Widerstand koexistieren können und wie Kunst diese Widersprüche offen halten kann, anstatt sie aufzulösen. Das Publikum wird nicht eingeladen, passiv zu beobachten, sondern Unbehagen gemeinsam mit den Performerinnen zu bewohnen und Zeuge der zyklischen Ausdauer von Körpern, Geschichten und Widerstand zu werden.

Weitere Infos & Öffnungszeiten:
https://rhizom.mur.at/2026-in-utero/

https://gancio.graz.events/event/charlotte-kremberg-and-aleksandra-sasa-jeremic-in-utero

Ivo São Bento (VelgeNaturlig) - Eulogy for symbiosis - Sequenz 2

Rhizom, Samstag, 28. Februar um 17:30 MEZ

Fr, 27.02.2026 - Sequenz 1: Live Performance - Einlass: 18:30 / Beginn: 19:30 Uhr
Sa, 28.02.2026 - Sequenz 2: Live Performance - Einlass 17:00 / Beginn 17:30 Uhr
So, 01.03.2026 - Sequenz 3: Open Listening Session / Café português - 15:00 Uhr

Ein audio-visuelles Spannungsportrait des portugiesischen Klangkünstlers Ivo São Bento (aka VelgeNaturlig).

Der Planet Erde — als natürlicher Lebens- und Sterbensraum sowie als Schauplatz für die systematische Zer-/Störung des terrestrisch-universellen Gleichgewichts durch den Einfluss der Spezies Mensch wird mittels spontaner Verwebung elektro-akustischer Klangerzeugnisse in ein sichtbares, begehbares, hörbares Ökosystem gebündelt.

“Eulogy for symbiosis - a cacophonous < introspection >< reflection > on the world” ist eine audiovisuelle Rauminstallation, die sich in 3 “Sequenzen” aufteilt — von Freitag den 27.02. bis Sonntag, 01.03.2026 arbeitet sich der Künstler täglich tonal, vom Zweikampf der Gegensätzlichkeit ausgehend, über das Mechanisch-Industrielle schließlich zum natürlichen Urzustand zurück — in Begleitung wandelt sich auch der Ausstellungsraum.

Das Aufeinandertreffen der Maschinerie Mensch mit ihrer Sägezahnschwingung und
der minimalistischen Ursprünglichkeit der Sinuswelle, jener Geräusche aus Fauna, Flora, Wasserkörpern, Luftbewegung und Erdreich will São Bento dabei in seine Klangsprache transkribieren — verzichtet weitestgehend auf die obligatorische “Moral der Geschichte” und lädt lediglich zum Zuhören bei einem Glas portugiesischen Wein ein.

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Ivo São Bento ist ein experimenteller Soundkünstler und Komponist im Bereich der auditiven Kunst, ursprünglich aus Lissabon (Portugal) stammend, lebt und arbeitet er heute in Mitteleuropa.
In seiner Arbeitsweise konsequent improvisatorisch bleibend ist jede Performance ausschließlich auf den gegenwärtigen Moment fokussiert. Daraus entstehen eine Vielzahl einzigartiger klanglicher Ergebnisse und die Schaffung eines „vollständig natürlichen Flusses“ – dem zentralen Fokus São Bentos künstlerischer Arbeit. Von der Gestaltung weitläufiger, sich ständig wandelnder Klangräume durch das Schichten sorgfältig bearbeiteter Sounds, Field Recordings und elektroakustischer Elemente bis hin zur präzisen Ausarbeitung reduzierter musikalischer Blaupausen mithilfe alter analoger Maschinen entsteht im Werk dieses portugiesischen Veteranen der elektronischen Musik eine Vielfalt auditiver Umgebungen – angenehm, immersiv und licht, ebenso wie dicht, schwer, dissonant und unerwartet.

Unter dem Namen VelgeNaturlig publizierte er bisher über 17 Full-Length-Veröffentlichungen, von denen einige bei internationalen Musiklabels erschienen sind. Zudem tritt er national wie international auf und spielte zuletzt ausgewählte Shows in den Vereinigten Staaten.

velgenaturlig.myportfolio.com

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(Image: Nanna Holzer)

https://gancio.graz.events/event/ivo-sao-bento-velgenaturlig-eulogy-for-symbiosis-sequenz-2

Ivo São Bento (VelgeNaturlig) - Eulogy for symbiosis - Sequenz 3

Rhizom, Sonntag, 1. März um 15:00 MEZ

Fr, 27.02.2026 - Sequenz 1: Live Performance - Einlass: 18:30 / Beginn: 19:30 Uhr
Sa, 28.02.2026 - Sequenz 2: Live Performance - Einlass 17:00 / Beginn 17:30 Uhr
So, 01.03.2026 - Sequenz 3: Open Listening Session / Café português - 15:00 Uhr

Ein audio-visuelles Spannungsportrait des portugiesischen Klangkünstlers Ivo São Bento (aka VelgeNaturlig).

Der Planet Erde — als natürlicher Lebens- und Sterbensraum sowie als Schauplatz für die systematische Zer-/Störung des terrestrisch-universellen Gleichgewichts durch den Einfluss der Spezies Mensch wird mittels spontaner Verwebung elektro-akustischer Klangerzeugnisse in ein sichtbares, begehbares, hörbares Ökosystem gebündelt.

“Eulogy for symbiosis - a cacophonous < introspection >< reflection > on the world” ist eine audiovisuelle Rauminstallation, die sich in 3 “Sequenzen” aufteilt — von Freitag den 27.02. bis Sonntag, 01.03.2026 arbeitet sich der Künstler täglich tonal, vom Zweikampf der Gegensätzlichkeit ausgehend, über das Mechanisch-Industrielle schließlich zum natürlichen Urzustand zurück — in Begleitung wandelt sich auch der Ausstellungsraum.

Das Aufeinandertreffen der Maschinerie Mensch mit ihrer Sägezahnschwingung und
der minimalistischen Ursprünglichkeit der Sinuswelle, jener Geräusche aus Fauna, Flora, Wasserkörpern, Luftbewegung und Erdreich will São Bento dabei in seine Klangsprache transkribieren — verzichtet weitestgehend auf die obligatorische “Moral der Geschichte” und lädt lediglich zum Zuhören bei einem Glas portugiesischen Wein ein.

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Ivo São Bento ist ein experimenteller Soundkünstler und Komponist im Bereich der auditiven Kunst, ursprünglich aus Lissabon (Portugal) stammend, lebt und arbeitet er heute in Mitteleuropa.
In seiner Arbeitsweise konsequent improvisatorisch bleibend ist jede Performance ausschließlich auf den gegenwärtigen Moment fokussiert. Daraus entstehen eine Vielzahl einzigartiger klanglicher Ergebnisse und die Schaffung eines „vollständig natürlichen Flusses“ – dem zentralen Fokus São Bentos künstlerischer Arbeit. Von der Gestaltung weitläufiger, sich ständig wandelnder Klangräume durch das Schichten sorgfältig bearbeiteter Sounds, Field Recordings und elektroakustischer Elemente bis hin zur präzisen Ausarbeitung reduzierter musikalischer Blaupausen mithilfe alter analoger Maschinen entsteht im Werk dieses portugiesischen Veteranen der elektronischen Musik eine Vielfalt auditiver Umgebungen – angenehm, immersiv und licht, ebenso wie dicht, schwer, dissonant und unerwartet.

Unter dem Namen VelgeNaturlig publizierte er bisher über 17 Full-Length-Veröffentlichungen, von denen einige bei internationalen Musiklabels erschienen sind. Zudem tritt er national wie international auf und spielte zuletzt ausgewählte Shows in den Vereinigten Staaten.

velgenaturlig.myportfolio.com

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(Image: Nanna Holzer)

https://gancio.graz.events/event/ivo-sao-bento-velgenaturlig-eulogy-for-symbiosis-sequenz-3

e.t gfrerer - A POET`S WALK / TRAVERSE

Rhizom, Mittwoch, 17. Dezember um 18:00 MEZ

DORT DER WEG - open house / winterwerkstatt rhizom/reside
der raum ist in arbeit / bar rhizom / lady`s sing the blues

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Weitere Öffnungszeiten:

Do, 18.12.2025, 18-22 Uhr
Fr, 19.12.2025, 18-22 Uhr

Di, 30.12.2025, ab 18 Uhr: bauernsilvester // einlagerung im werkraum: export/murales/import

Fr, 16.01.2026, ab 18 Uhr: abschluss der winterarbeiten // projektionen aus den werkmeisterschen harmonien (film von bela tarr, 2000)

Sa, 17.01.2026, 18-22 Uhr
So, 18.01.2026, 18-22 Uhr

(auf anfrage kann die werkstatt auch zwischendurch besucht werden. Kontaktnummer: +43 650 620 144 6)

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e.t gfrerer | aufräumen im wesentlichen neues

Die Werkstatt ist das Vorgefundene. Eine Ordnung. Ein konkreter Raum, eine Stätte, das zu Bearbeitende. Um, auf, in dieses zu Bearbeitende wird das zu Schaffende gebaut. Mit Bauholz. Mit Karton. Mit Seilen und mit Stoffen. Mit dem, was da ist. Oft auch mit irgendwas. Material. Temporäre Konstruktionen, die der Werkstatt einen neuen Denkraum zuordnen.

Die Schraube, der Nagel, der Haken, der Knoten hält den Denkraum aufrecht. Das Geklebte klebt. Das zu Verarbeitende ist jetzt die Arbeit. Die Schwerkraft hält den Raum um das Geschaffene. Die Werkstatt ist jetzt Werk-Statt. Fertig. Es ist ausgestellt. Ein Zustand ist erreicht, ein Moment geschaffen. Alles ist in Ordnung. Dann ist Eröffnung. Und nachher ist es aus.

Wichtig ist jetzt, dass man seinen Arbeitsplatz so hinterlässt, wie man ihn vorgefunden hat. Das ist das kulturelle Erbe. Veränderung wäre ja Natur. Der Hammer, der Schrauber, Werkzeug. Es wird demontiert. Rückgebaut. Die Hände schälen das Geschaffene aus der Werk-Statt. Stück für Stück. Die De-Konstruktion ist mitgedacht, das Material ist 'aufgeladen'. Jetzt muss es weg - die Welt ist kein Museum.

Wenn man nach der Arbeit aufräumt, entsteht Ordnung. Weil die Natur während der Arbeit Veränderung gemacht hat, ist die Ordnung neu. Die Arbeit hat den Ort neu verordnet. Der Ort ist bedeutet. Die Werkstatt bleibt Werk-Statt - die Wiederherstellung gelingt nur Besenrein, der Ausgangszustand ist verloren. Das ist, was e.t gfrerer macht.

(Text: Olli Pall)





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(Image: mono-RAIL / Konstrukteur: Louis Brennan, England 1907 / edited by RHIZOM 2025)

Mit Unterstützung von Kulturamt der Stadt Graz, Kulturabteilung des Landes Steiermark, BMWKMS_Bundesministerium Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport

https://gancio.graz.events/event/et-gfrerer-a-poets-walk-traverse

Unabhängigkeit unter Druck___Präsentation ausreißer – Grazer Wandzeitung

Rhizom, Freitag, 28. November um 18:00 MEZ

Nicht-kommerzielle Medien sind gerade in Krisenzeiten demokratische Garanten für Unabhängigkeit und Zugänglichkeit von Information wie auch künstlerischen und kulturellen Inhalten. Gleichzeitig sind sie finanziellem und politischem Druck unvergleichlich massiver ausgesetzt als große Medienkonzerne. Doch journalistische Qualität, Diversität auf allen Ebenen sowie Berichterstattung auf Augenhöhe sind die Schlüssel, um das Vertrauen in Medien wieder zu stärken und so Propaganda und Hetze wirksam entgegen zu treten. Der ausreißer ist zudem großflächig im öffentlichen Raum präsent und behauptet wider dessen immer ausschließlicheren Kommerzialisierung freie mediale und künstlerische Inhalte für alle. Der politische Widerstand dagegen wächst.

Über diese brisante Situation diskutieren:
Daniela Grabovac (Leiterin der Antidiskriminierungsstelle und der Extremismuspräventionsstelle Steiermark),
Thomas Wolkinger (Dozent der FH Joanneum, Institut für Journalismus und Digitale Medien; freier Journalist),
Evelyn Schalk (Chefredakteurin ausreißer – Die Wandzeitung, Journalistin, Autorin)

https://gancio.graz.events/event/unabhangigkeit-unter-druck___prasentation-ausreisser-grazer-wandzeitung

Eröffnung: Atousa Falamarzian & Sepehr Karbassian - Mohit (محیط)

Rhizom, Freitag, 14. November um 18:00 MEZ

Atousa Falamarzian & Sepehr Karbassian - Mohit (محیط)

Eröffnung: Freitag, 14.11.2025, 18 Uhr

Mohit ist eine audiovisuelle Installation von Atousa Falamarzian und Sepehr Karbassian, die die Poetik des intimen Raumes untersucht. Ausgehend von seinem Konzept der "Topoanalyse" – der psychologischen Untersuchung der Orte unseres intimen Lebens – erforscht dieses Werk, wie Menschen emotionale Bindungen zu physischen Umgebungen aufbauen und wie diese Umgebungen wiederum unsere Erfahrung von Zugehörigkeit prägen. Mohit ( طیحم ( übersetzt sich als "Umgebung", "Umfeld" oder "Atmosphäre". In einer Zeit, die von Vertreibung aufgrund von Konflikten geprägt ist, hat das grundlegende menschliche Bedürfnis nach Zugehörigkeit eine neue Dringlichkeit erlangt. Mohit schafft eine responsive klangliche Architektur, in der Besucher aktiv am Bau temporärer Klangunterkünfte teilnehmen können und dabei die durchlässigen Grenzen zwischen innen und außen, Anwesenheit und Abwesenheit, Erinnerung und Unmittelbarkeit aushandeln.

Weitere Öffnungszeiten: 15.-19.11.
Sa - So, 14-17 Uhr
Mo - Mi, 16-19 Uhr

(Sujet: Atousa Falamarzian & Sepehr Karbassian)

https://gancio.graz.events/event/eroffnung-atousa-falamarzian-and-sepehr-karbassian-mohit

Klaus Theweleit ist Kulturwissenschaftler und Autor des Buchs Männerphantasien, in dem er auf Basis psychoanalytischer Ansätze eine Theorie des Faschismus entwirft. Einer seiner Bezugspunkte darin: Anti-Ödipus von Gilles Deleuze und Félix Guattari. Doch was hat es mit der dort beschriebenen Wunschmaschine und dem Rhizom auf sich?

Um das herauszufinden, haben wir Klaus Theweleit besucht und uns mit ihm über Rhizomatik, Wunsch- und Überlaufmaschinen, die Entstehung des Ichs und Schleswig-Holstein unterhalten. Ein Beitrag nicht nur zum Hören, sondern auch zum Miterleben. 

https://www.mixcloud.com/radiocorax/entfesseltes-denken-gespr%C3%A4ch-mit-klaus-theweleit/

Klaus Theweleit ist Kulturwissenschaftler und Autor des Buchs Männerphantasien, in dem er auf Basis psychoanalytischer Ansätze eine Theorie des Faschismus... mehr

https://radiocorax.de/129667-2/

#Faschismus #Geschlechter #kritik #KritischeTheorie #Männer #Matthes&Seitz #Rhizom