Unser Freund und Autor Dieter Bott ist gestern gestorben. Ein herzlicher Dank geht an unsere gemeinsame Freundin Gisela Schauer. Zusammen mit ihr besuchte er im vergangenen Jahr noch Bonn, und ich durfte ihm einige prägnante Stellen unserer schönen Stadt zeigen. Bundesweit bekannt wurde und blieb er als politischer Gründervater eines der ersten Fanprojekte im deutschen Profifussballbetrieb. Immer wieder eckte er mit seiner – mir sympathischen – Neigung zu politischen Widerworten an.
Darum führte ihn sein Berufsweg u.a. zu Fanprojekten in Bochum und Duisburg, sowie zu damit inhaltlich zusammenhängenden Lehraufträgen in Düsseldorf. Er wandte sich immer kritisch gegen eine unpolitische Sozialarbeit. Politisierung führte ihn zu den zahlreichen sein Leben begleitenden Konflikten. Dafür nahm er auch längere “Hartz-IV”-Perioden in Kauf. Immer und überall in dichtem Kontakt mit gesellschaftlichen Wirklichkeiten diversester Art. Das macht einen klugen Kopf.
Für mich war Dieter die personifizierte Öffnung und Verkörperung der “Kritischen Theorie” der berühmten “Frankfurter Schule”, zu der ich zuvor nie einen persönlichen Zugang gefunden hatte. Alles, was ich über seinen Lehrer Theodor W. Adorno weiss, und das ist einiges mehr, als in Wikipedia steht, weiss ich von Dieter 😉
Es war mir eine Freude mit ihm zusammengearbeitet zu haben, und dass wir dabei Freunde wurden. Ich weiss von Mitmenschen, die ihn als Nervensäge sahen. Dieters bewundernswerte bis ins hohe Alter temperamentsvolle Renitenz war immer politisch und wissenschaftlich grundiert. Von dieser Art widerständigen Nervensägen hat unsere Gesellschaft entschieden zu wenig. Wieder einer weniger. Er wird der Demokratie fehlen. Solchen Menschen sind wir zu besonderem Dank verpflichtet.





