Heute findet das erste Bureaucray-Festival in Dresden statt.
Ich freu mich sehr auf den Austausch und bin gespannt, wenn ich treffe.
https://creative-bureaucracy-saxony.de/

#creativebureaucracy #creativebureaucracyfestival
#dresden
#sachsen
#offentlicheverwaltung

Creative Bureaucracy Townhall Saxony - 26. März 2026 in Dresden

Der Sächsische Spirit des Creative Bureaucracy Festivals. Die Townhall Saxony bringt kreative Lösungen für Fragen des Gemeinwesens.

Creative Bureaucracy Townhall Saxony

openCode Connect April 2026: Kiezbox 2.0 – resiliente und bürgernahe Krisenkommunikation bei Stromausfällen

🗓️ Start: 23. April 2026 11:00 ⏳ End: 23. April 2026 12:00 📍 Location: Internet / online Wie bleibt eine Stadt im Krisenfall handlungsfähig, wenn Strom und klassische Kommunikationswege ausfallen? Die Kiezbox 2.0 zeigt, wie digitale Infrastruktur lokal, robust, ausfallsicher und nutzerzentriert gestaltet werden kann. Als Teil des Modellprojekts Smart City Berlin verbindet sie Bürger:innen und Rettungsdienste über ein WLAN-Mesh und ermöglicht effektive Krisenkommunikation – auch ohne Strom. Im Notfall spannt die Kiezbox automatisch ein Notfall-WLAN auf, über das Betroffene Notrufe an die Feuerwehr absetzen und über das Kiezbox Infoportal aktuelle Kriseninformationen sowie Ressourcen in der Nachbarschaft abrufen können. Entwickelt aus handelsüblichen Komponenten und Open-Source-Software, demonstriert die Kiezbox 2.0, wie Technik, Nutzerzentrierung und Resilienz kombiniert werden können – vom ersten Proof-of-Concept bis zum serienreifen Prototyp. Julia Zimmermann (Bereichsleitung Digital Services, Technologiestiftung Berlin) beleuchtet Konzept, Systemarchitektur, Sensorik sowie Praxistests und teilt Lessons Learned aus realen Krisenübungen in Berlin. Der Einwahllink wird kurz vor der Veranstaltung hier geteilt: https://opencode.de/de/aktuelles/events/opencode-connect-april-2026-5740

https://egovernment-podcast.com/event/opencode-connect-april-2026-kiezbox-2-0-resiliente-und-buergernahe-krisenkommunikation-bei-stromausfaellen/

Open Source in der Verwaltung rechtlich gestärkt

https://www.linux-magazin.de/news/open-source-in-der-verwaltung-rechtlich-gestaerkt/

"Software-Beschaffung für öffentliche Verwaltungsbehörden sind durch die EVB-IT geregelt. Dank aktualisierter Musterverträge können Behörden künftig genauso einfach Open-Source-Software beschaffen wie proprietäre Hard- oder Software."

#OpenSource #DigitaleSouveränität #ÖffentlicheVerwaltung #EVB_IT

Open Source in der Verwaltung rechtlich gestärkt

Software-Beschaffung für öffentliche Verwaltungsbehörden sind durch die EVB-IT geregelt. Dank aktualisierter Musterverträge können Behörden künftig genauso einfach Open-Source-Software beschaffen wie proprietäre Hard- oder Software. Wenn Behörden in Bund, Ländern oder Kommunen IT-Dienstleistungen, darunter Hard- sowie Software, kaufen wollen, ist das durch die sogenannten EVB-IT geregelt. Das steht kurz für Ergänzende Vertragsbedingungen für die Beschaffung von IT-Leistungen, und dient dazu, den Beschaffungsprozess zu erleichtern und vereinheitlichen. Bisher waren die Vertragsvorlagen der EVB-IT auf proprietäre Software ausgelegt. Wer dennoch Open-Source-Software kaufen wollte, musste eigenhändig die Vertragsvorlagen abändern. Das bringt zusätzlichen Arbeitsaufwand und teilweise rechtliche Unsicherheit mit sich. Der IT-Planungsrat hat nun die Vorlagen so überarbeitet, dass Behörden mit dem selben Formular Open- oder Closed-Source-Software beschaffen können. Dafür steht eine Ankreuzmöglichkeit im Vertragsmuster, bei der die Behörden gezielt eine Beschaffung von Open-Source-Software vereinbaren können. Die Vorlage „EVB-IT Erstellung“, die die Anpassung von Standardsoftware wie auch die Entwicklung von Individualsoftware betrifft, geht sogar noch einen Schritt weiter. Hier ist nun Open Source als Standard für die Entwicklung neuer Software vorgesehen. Ebenfalls soll Open-Source-Software bei OpenCoDE bereitzustellen und eine Software Bill of Materials zu vereinbaren sein. Die aktualisierten Vorlagen sind bereits auf der Webseite des Bundesministeriums für Digitales und Staatsmodernisierung verfügbar. Noch nicht aktualisiert sind die Vorlagen „EVB-IT Überlassung Typ B“ (zeitweise Überlassung von Standardsoftware) sowie die „EVB-IT Cloud“, die Cloudleistungen regelt. Laut Open Source Business Alliance ist eine Aktualisierung dieser Vorlagen im Verlauf des Jahres 2026 geplant.

Linux-Magazin

Digitale Souveränität kostet – und Deutschland hat die Rechnung lange ignoriert

Die Debatte um digitale Souveränität in Deutschland bekommt konkrete Zahlen – und die sind politisch brisant. Über 90 Prozent der Behörden arbeiten mit Microsoft, während die Kosten auf bis zu eine Milliarde Euro jährlich steigen. Auf Open Source basierte Alternativen erscheinen als Ausweg, sind aber vor allem ein unbequemer Systemwechsel. Die zentrale Frage: Ist der Staat bereit, für Kontrolle tatsächlich zu zahlen? Besser: Meinen es die etablierten Parteien, die jahrelang Microsoft hinterher gelaufen sind, endlich ernst?

Über den Deutschlandfunk bin ich gleich zweimal über das Thema gestolpert. Ausführlich mit O-Tönen der knapp zwanzigminütige Audiobeitrag von Anna Loll „Open Source – Die Suche nach mehr digitaler Unabhängigkeit“ und der zugehörige Textbeitrag „Arbeiten ohne Microsoft – Wie deutsche Behörden digital unabhängiger werden sollen“. Gleich zu Beginn der Audioaufnahme erklärt Kanzler Friedrich Merz, OpenDesk sei bereits im Kanzleramt im Einsatz. Das soll nach Aufbruch klingen, gar nach Durchbruch.

Microsoft-Abhängigkeit: Wie offizielle Zahlen die Realität unterschätzen

Die Zahlen, die Christoph Schmees in seinem Blog summiert, sind alarmierend. 481 Millionen Euro direkte Microsoft-Kosten im Bund für 2025, rund eine Milliarde Euro inklusive indirekter Strukturen. Das klingt nach sehr viel Geld, ist aber wahrscheinlich nur ein Bruchteil der Realität. Denn es fehlen die Ausgaben die der Länder und die der Kommunen.

Zudem erfassen diese Zahlen nur das, was sichtbar ist: Lizenzen, Verträge, direkte Zahlungen. Was fehlt, sind die versteckten Kosten: Integrationen, Schulungen, externe Dienstleister und vor allem die langfristigen Lock-in-Effekte. Realistisch betrachtet muss man diese Summe vervielfachen. Das bedeutet: Die tatsächliche Abhängigkeit bewegt sich nicht im Milliarden-, sondern im Mehr-Milliarden-Bereich.

Aber nun kam Trumps zweite Amtszeit …

Meine Beobachtung: Diese Zahlen wurden nie in dieser klaren und ehrlichen Weise von den Vertretern der etablierten Parteien, von CDU/CSU oder SPD, von der FDP spreche ich gar nicht, kommuniziert. Darum hat man sich immer bewusst gedrückt – denn man hatte ja keine Alternative zu Microsoft. Aus dem Kreis der Politikerinnen und Politiker ist mir nur die Linke Anke Domscheit-Berg in Erinnerung, die das Thema klar adressiert hat. Alle anderen haben geschwiegen – beziehungsweise die wahren Kosten unverzeihlicherweise verschleiert. Wird Transparenz nicht verweigert, weil sie unmöglich ist, sondern weil sie politisch unerwünscht ist?

Cloud-Abhängigkeit: Wie Abo-Modelle staatliche Exit-Optionen zerstören

Parallel hat Microsoft sein Geschäftsmodell strategisch umgebaut – und damit die Abhängigkeit vertieft. Statt einmaliger Lizenzen dominieren heute Abo-Modelle, die kontinuierliche Zahlungen und dauerhafte Bindung erzeugen. Diese Modelle verändern die Dynamik: Kosten steigen schleichend, Wechsel wird komplexer, und die technische Integration wird immer tiefer. Behörden geraten in eine Situation, in der ein Ausstieg organisatorisch kaum noch zu bewältigen ist. Der Staat hat sich in ein System hineinoptimiert, aus dem er nur mit massiven Investitionen wieder herauskommt – wen überhaupt.

Aber nun kam Trumps zweite Amtszeit … Das hat die Debatte radikal verändert

Cloud Act und Datenhoheit: Wie US-Gesetze europäische Souveränität aushebeln

Denn die eigentliche Brisanz liegt nicht im Preis, sondern im Zugriff. Mit der Verlagerung in die Cloud geraten staatliche Daten unter die Kontrolle von US-Unternehmen – und damit indirekt unter US-Recht. Der CLOUD Act verpflichtet amerikanische Unternehmen, US-Behörden Zugriff auf Daten zu gewähren – unabhängig davon, wo diese Daten physisch gespeichert sind. Das betrifft auch europäische Verwaltungsdaten, wenn sie auf Infrastruktur von Microsoft liegen.

Damit wird digitale Souveränität zur Illusion. Selbst wenn Server in Europa stehen, kann der Zugriff rechtlich erzwungen werden. Der Staat verliert damit nicht nur technische Kontrolle, sondern auch rechtliche Souveränität über seine eigenen Daten. Und es gibt Präzedenzfälle, dass die Trump-Administration keine Skrupel hat, beispielsweise die E-Mail eines Richters des Internationalen Gerichtshofs zu sperren. Erkenntnis: Digitale Souveränität endet dort, wo fremdes Recht auf eigene Daten zugreift.

Digitale Souveränität: Wie politische Inszenierung strukturelle Schwäche kaschiert

Digitale Souveränität wird also in den vergangenen Monaten politisch beschworen. Digitalgipfel und der Kanzler hebt im Kanzleramt hervor, dass einige seiner Leute Open Desk – die Alternative zu Microsofts Angeboten – nutzen. Er sendet – halbherzig – das Signal: Wir könnten unabhängig sein.

Mit dem ZenDiS, dem Zentrum für Digitale Souerväntität, versucht die Bundesregierung, diese Erzählung zu unterfüttern. Open Source soll koordiniert, skaliert und strategisch verankert werden. Das ist grundsätzlich richtig – aber es bleibt halbherzig, solange die bestehenden Abhängigkeiten nicht konsequent zurückgebaut werden. Denn genau hier liegt die Diskrepanz: Während über Souveränität gesprochen wird, wachsen die bestehenden Bindungen weiter. Die politische Kommunikation ist ambitionierter als die tatsächliche Umsetzung.

Schleswig-Holstein-Beispiel: Wie Holpersteine politisch überhöht werden

Nun wird vor allem ein Projekt, ein Bundesland von den Verfechtern Digitaler Souveränität herausgestellt: Schleswig-Holstein als Testfeld für Open Source. Und fast zwangsläufig werden die Probleme betont – Systeme haken, E-Mails laufen nicht sauber, Abläufe geraten ins Stocken. Diese Holpersteine werden schnell zum Beleg dafür gemacht, dass der Ansatz nicht funktioniert.

Doch genau diese Bewertung verzerrt die Realität. Solche Reibungen sind kein Sonderfall von Open Source, sondern die Regel bei nahezu allen großen IT-Projekten. Wer SAP-Einführungen oder andere komplexe Systemwechsel erlebt hat, weiß: Instabilität, Verzögerungen und Fehler gehören zur Anfangsphase dazu. Der Unterschied liegt nicht in der Technik, sondern in der Erzählung darüber.

Die entscheidende Frage ist deshalb nicht, ob es Probleme gibt – die sind er Normalfall jeder IT-Transformation .-, sondern wie mit ihnen umgegangen wird. Wenn gleichzeitig investiert, weiterentwickelt und konsequent nachjustiert wird, verschwinden diese Holpersteine Schritt für Schritt – und Systeme werden langfristig stabiler und unabhängiger. Zu dieser Investition muss „die Politik“ aber bereit sein.

Open Source-Investitionen: Wie Entwicklung über Reibung entscheidet

Der entscheidende Punkt wird oft ausgeblendet: Open Source funktioniert nur dann reibungslos, wenn kontinuierlich investiert und aktiv weiterentwickelt wird. Wer glaubt, Open Source sei einfach eine kostenlose Alternative zu Microsoft, hat das Modell nicht verstanden.

Staatliche IT müsste hier wie Infrastruktur gedacht werden: langfristig finanziert, kontinuierlich verbessert, institutionell getragen. Genau das leisten Konzerne wie Microsoft intern – sie investieren permanent in Stabilität, Integration und Nutzerfreundlichkeit. Wenn der Staat diesen Anspruch nicht übernimmt, bleibt Open Source zwangsläufig hinter diesen Standards zurück.

Die Konsequenz ist klar: Je mehr investiert wird und je besser die Projekte professionell gemanagt werden, desto stabiler werden Systeme, desto reibungsloser laufen Prozesse, desto attraktiver wird der Umstieg. Open Source ist kein Sparmodell, sondern ein Entwicklungsmodell. Ohne dauerhafte Investitionen bleibt Open Source in der Verwaltung ein Experiment – mit Investitionen wird es zur echten Alternative.

Microsoft oder Open Source. Warum es vor allem um Bequemlichkeit geht

Am Ende legt der Beitrag von Anna Loll den eigentlichen Konflikt frei: Es geht nicht primär um Technologie, sondern um Macht und Abhängigkeit. Microsoft dominiert die Verwaltung nicht, weil die Software perfekt ist, sondern weil sie bequem ist. Open Source stellt diese Bequemlichkeit infrage – und verlangt stattdessen Investitionen, klare Zuständigkeiten und langfristige Entwicklung. Die zugespitzte Konsequenz lautet: Digitale Souveränität gibt es nicht als Plug-and-Play. Wer sie will, muss durch die Phase des Kontrollverlusts hindurch – oder er entscheidet sich bewusst dagegen – für die Abhängigkeit von Trump und seinen Tech Bros.

Ob sich OpenDesk und andere Open-Source-Lösungen langfristig in der öffentlichen Verwaltung durchsetzen, bleibt weiter offen. Entscheidend wird dabei weniger die Technik sein, als der politische Wille – im Bund, in den Ländern und über Legislaturperioden hinweg. Es geht nicht um IT-Budgets, sondern um staatliche Handlungsfähigkeit. Und es geht darum, jetzt endlich der Einflussnahme der BigTech-Lobbyisten in Brüssel und Berlin zu widerstehen, die gerade auf Politikerinnen und Politiker der etablierten Parteien durchaus Einfluss haben. Digitale Souveränität scheitert nicht am Können – sondern am fehlenden politischen Willen zu investieren. Hoffentlich wurde verstanden, dass wir dank Trump keine Wahl haben. Wir müssen Schritt für Schritt unabhängiger werden.


#ÖffentlicheVerwaltung #Deutschland #DigitaleSouveränität #Microsoft #OpenDesk #OpenSource #ZenDiS
Archivar/in (m/w/d)

Herzlich willkommen an der Hochschule Kehl 🏫

Mit Ablegen ihres Eides durfte die Hochschule Kehl diese Woche über 450 neue Studierende begrüßen. Alle von ihnen studieren den Bachelorstudiengang „Public Management“ und werden im Lauf der nächsten drei Jahre von der Hochschule und den Kommunalverwaltungen fit für eine Tätigkeit im gehobenen Verwaltungsdienst gemacht.

Liebe Erstsemester, wir wünschen euch allen einen guten Start ins Studium! 😊

#hskehl #bpmbw #publicmanagement #öffentlicherdienst #öffentlicheverwaltung #stadtkehl #wasstudieren #startedurch #berufswahl

Auf dem neuen Zentralcampus der Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung sollen zukünftig bis zu 4.500 Studenten lernen.#WDR #Herne #Richtfest #PolizeihochschuleNRW #Polizei #öffentlicheVerwaltung #Reul #Zentralcampus #HSPVNRW #NRW
Neue Polizeihochschule NRW feiert Richtfest in Herne
Neue Polizeihochschule <abbr title="Nordrhein-Westfalen">NRW </abbr>feiert Richtfest in Herne

Auf dem neuen Zentralcampus der Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung sollen zukünftig bis zu 4.500 Studenten lernen.

WDR
Fernstudium Infomaterial stellt das Fernstudium Öffentliche Verwaltung vor: flexibles Studium mit virtuellen Vorlesungen und digitalen Materialien. Regelstudienzeit 6 Semester, Kosten ca. 8.000–10.000 Euro. Absolventen qualifizieren sich für Tätigkeiten im öffentlichen Dienst mit guten Gehaltsaussichten. #FernstudiumInfomaterial #ÖffentlicheVerwaltung #Karriere https://fernstudium-infomaterial.de/fernstudium/oeffentliche-verwaltung/
Fernstudium Öffentliche Verwaltung 2026: Studiengänge im Vergleich

Öffentliche Verwaltung im Fernstudium studieren. Alle Studiengänge und Hochschulen mit Informationen zu Kosten, Dauer, Voraussetzungen, Inhalten und Abschlüssen im Vergleich.

Fernstudium Infomaterial
Letztlich ist ist der groß angekündigte „Bauturbo“ nur 'ne Aufforderung, angemessen zu arbeiten, oder eben die Füße still zu halten. Dafür -so beklagte man sich öffentlich- gab es nicht zeitnah „Workshops und Seminare“.
Übrigens, wie in einem Kommentar richtig erwähnt wurde: Wird der Antrag abgelehnt, greift das herkömmliche Verfahren. Ich lege schonmal 'n Popcorn-Vorrat an…
#Bauturbo #öffentlicheVerwaltung
(2/2)

Der Kill Switch als Weckruf? Raus aus Redmond? Man muss wollen wollen

Es ist etwas im Busch. Ob es nachhaltig ist, kann ich derzeit nicht voraussagen, aber ganz offensichtlich denken viele Behörden, aber auch Unternehmen in Europa endlich darüber nach, unabhängiger von den Technologiegiganten aus den USA zu werden. Das spiegelt sich auch in einer Vielzahl von ausführlichen Berichten in den Medien wider. Thomas Kuhn dröselt die gegenwärtige Gemengelage in der Wirtschaftswoche auf.

Schlüsseljahr 2026?

Trotz aller weiterhin bestehenden Herausforderungen sieht er eine Chance, dass 2026 das Jahr wird, in dem Europa digitalunabhängiger wird:

Gut möglich also, dass der Wechsel des IStGH erst der prominente Auftakt war. Und dass 2026 das Jahr wird, in dem Europa beginnt, seine digitale Zukunft auf breiter Front selbst zu bauen – statt sie aus Redmond, Mountain View oder Seattle zu beziehen.

Angst vor dem „Kill Switch“ aus den USA erschüttert Europas IT-Markt, Thomas Kuhn, WiWo vom 3.2.2026

Der IStGH ist der Internationale Strafgerichtshof, der sich von Microsoft-Lösungen verabschiedet, nachdem die US-Administration Microsoft anwies, Konten von Richtern zu sperren. Doch Thomas Kuhn geht auch ausführlich auf die Hürden ein, die oft nicht überwunden werden. US-Konzerne wie Microsoft versuchen, ihre Dominanz durch aggressive Bündelpreise, die Office, Cloud, E-Mail und Kollaboration sichern, auszubauen. Europäische Anbieter treten dagegen meist modular an und wirken dadurch teurer, obwohl sie funktional konkurrenzfähig sind.

Deutschland ist zu lahma..schig

Hinzu kommt eine politische und administrative Blockade. Öffentliche Ausschreibungen sind häufig auf Hyperscaler zugeschnitten, digitale Souveränität taucht oft nicht einmal als Vergabekriterium auf. Gleichzeitig klafft eine Lücke zwischen politischen Sonntagsreden und realen Entscheidungen, etwa wenn trotz Souveränitätsrhetorik milliardenschwere Aufträge an US-Anbieter vergeben werden – siehe Bayern. Kuhns Befund ist eindeutig: Es wäre mehr möglich; Beispiele wie Dänemark oder Schleswig-Holstein belegen das. Was fehlt, ist der konsequente politische Wille, europäische IT-Lösungen systematisch zu bevorzugen und strategisch aufzubauen.

Und es werden natürlich auch Fehler bei der Einführung gemacht, wie beispielsweise Julian Staib am 17. Januar 2026 in der FAZ beschreibt. Lösungen wie LibreOffice, das in Schleswig-Holstein Microsoft Office ablöst, können nicht im Hauruck-Verfahren eingeführt werden. Es gehört ein Schulungs- und Coachingkonzept dazu, und man muss sich darüber im Klaren sein, dass natürlich Widerstände überwunden werden müssen, da Nutzerinnen und Nutzer an ihrer gewohnten Umgebung hängen.

Lücken schließen, statt zu lamentieren

Immer wieder wird zudem auf die sogenannten Fachverfahren verwiesen, die historisch mit den Microsoft-Produkten verwoben sind. Diese müssen auf offene Systeme umgestellt werden, das heißt, es muss neu programmiert werden. Das kostet natürlich Zeit und Geld. Jedoch stellt sich durchaus die Frage, ob sich diese Änderungen nicht auf mittlere Sicht rechnen. Mir scheint, dass diese Fachverfahren nur wieder eine der Entschuldigungen sind, nichts zu tun. Nichts tun ist einfach bequemer, und die Häppchen bei den Microsoft-Partys schmecken halt so gut.

Als eine weitere Ausrede, nichts zu tun, wird eine tiefere Integration der einzelnen Open-Source-Komponenten genannt. Zwar loben Behörden und Unternehmen die Leistungsfähigkeit einzelner Anwendungen wie LibreOffice, Nextcloud, Open-Xchange, Jitsi oder OpenTalk, wollen aber eine tiefere und nahtlosere Integration, wie Christian Wölbert in seinem Beitrag vom 18.1.2026 im Spiegel schreibt.

Gewünscht sind Komfortfunktionen, die Nutzer aus proprietären Ökosystemen kennen: Anhänge direkt aus der Cloud versenden, Videokonferenzen aus Termineinladungen heraus starten, anwendungsübergreifend suchen. Damit offene Lösungen im Verwaltungsalltag nicht als „Flickenteppich“ wahrgenommen werden, braucht es mehr verbindende Klammern zwischen den bestehenden Programmen. Auch die können geschaffen werden.

Es ist kein Hexenwerk

Solche Integrationen sind machbar, es ist kein Hexenwerk. Und es ist etwas, an dem sicherlich das ZenDiS, das Zentrum für digitale Souveränität, mit seiner OpenDesk-Suite arbeitet. Aber auch hier gilt: Man muss investieren wollen. Die derzeitigen Budgets, die beispielsweise in das ZenDiS fließen, erscheinen lächerlich im Vergleich zu den Millionen, die an Microsoft gezahlt werden. Das Investitionsvolumen für eine tiefere Integration der Komponenten scheint mir vergleichsweise überschaubar, besonders dann, wenn sich Bund, Länder, Kommunen und europäische Staaten zusammentun. Doch mit warmen Worten schafft man diese Integrationen und Komfortfunktionen halt nicht oder zu spät.

Ob es Kommissionen richten?

Immerhin schafft die Trump-Administration das, was die deutsche und europäische Verwaltung über Jahrzehnte nicht hinbekommen hat: Sogar der deutsche Bundestag denkt über Alternativen nach, wie Stefan Krempl am 02.02.2026 auf heise online berichtet. Eine fraktionsübergreifende Kommission will die Abhängigkeit von US-Tech-Giganten wie Microsoft endlich abstreifen und setzt auf „digitale Souveränität“. Nach Jahren des Comfort-Zwangs mit Microsoft 365 und Windows soll die digitale Infrastruktur des Parlaments neu gedacht werden – mit europäischen Alternativen, eigener Cloud-Architektur und Open-Source-Software. Die Absicht ist klar: Parlamentarische Arbeit soll nicht länger vom Wohlwollen oder gar geopolitischen Interessen großer US-Konzerne abhängen.

Doch zwischen Anspruch und Alltag klafft eine politische Realität, die skeptisch stimmt: Manche Vorschläge wirken wie „Souveränitäts-Washing“, weil sie weiter auf US-Dienste setzen. Das Ganze erinnert momentan mehr an ein IT-Audit als an eine echte Befreiungsbewegung. Es wird sich bald zeigen, ob nur einmal mehr durch eine Kommission Papier produziert wird, oder ob die politischen Parteien es ernst meinen. Sicher ist nur, dass die Lobbyisten von Microsoft und den anderen Tech-Bros in Berlin und Brüssel wahrscheinlich noch nie so am Rotieren waren.

Frankreich macht es vor

Einmal mehr scheint Frankreich konsequenter und entschlossener zu sein, sich von den Abhängigkeiten zu lösen. Bis 2027 sollen 200.000 Beamte mit einer Open-Source-basierten Videokonferenzlösung arbeiten, die Microsoft Teams und Zoom ablöst, berichtet heise am 27.1.2026. Genau solche Entscheidungen vermisse ich in Deutschland.

Jörg Schieb bringt es meiner Ansicht nach in seinem Beitrag vom 20.1.2026 auf den Punkt. Viele sind einfach zu bequem. Natürlich können wir kurz- und mittelfristig nicht komplett auf amerikanische Dienste verzichten, aber wir sollten Alternativen kennen, aufbauen und nutzen. Hier habe ich deutliche Zweifel am deutschen Willen beziehungsweise am Willen einer Vielzahl von Politikerinnen und Politikern der etablierten Parteien, die doch oft den Anschein erwecken, mit den Tech-Bros verbrüdert zu sein. Wir können und sollten uns am französischen Nachbarn oder auch an Dänemark orientieren und versuchen, sukzessive gesamteuropäische Lösungen zu entwickeln.

Unabhängigkeit professionell angehen

Die von den Kritikern genannten Schwächen, also Integration in Fachverfahren, funktionale Erweiterungen und Integration von Produkten, sind eine reine Willens- und Ressourcenfrage. Herumlamentieren hilft nicht weiter. Stattdessen sollten die Themen professionell angegangen und gemanagt werden. Es sollte angesichts der Ereignisse klar sein, dass wir nicht weiter bequem in einer vermeintlichen Komfortzone verharren oder uns bequem zurücklehnen können.

Gerade jetzt, wo Microsoft eine neue Abhängigkeit durch den eigenen CoPilot zu schaffen versucht, ist der Zeitpunkt gekommen, den Umstieg einzuleiten. Und aus meiner Sicht ist es durchaus sehr sinnvoll, signifikant Mittel in deutsche und europäische Entwicklungen zu investieren, statt Millionen von Euro an die Tech-Bros zu überweisen, die Donald Trump hofieren und auf dessen Befehl zweifelsohne springen würden. Wir bauen dadurch in Europa eigenes Know-how auf, holen technologisch auf, schaffen und sichern Arbeitsplätze. Man muss nur wollen, bereit sein, auch Hürden und Probleme zu überwinden, einen realistischen, mittelfristigen Plan haben. Wenn nicht jetzt, wann dann?

#ÖffentlicheVerwaltung #DigitaleSouveränität #Digitalisierung #Microsoft #OpenDesk #OpenSource #Technologiewandel #Verwaltung