Spielraumplanung Chorweiler: Merkenicher warten seit 30 Jahren auf Spielplatz

Spielraumplanung ChorweilerMerkenicher warten seit 30 Jahren auf Spielplatz

Von

Christopher Dröge

07.03.2025, 16:00 Uhr

Lesezeit 2 Minuten

Der Spielplatz in Auf dem alten Weerth ist eher übersichtlich geraten.

Copyright: Christopher Dröge

ANZEIGE

Bei der Versorgung mit Spielflächen sieht die Verwaltung Chorweiler gut aufgestellt, aber in Merkenich fehlt seit 30 Jahren ein Spielplatz.

Dass der Bezirk Chorweiler bei der Versorgung mit Einrichtungen der Kindertagespflege Schlusslicht in Köln ist, ist allgemein bekannt. Besser sieht es bei Orten aus, an denen Kinder ihre Freizeit verbringen: Gemessen am Richtwert von zwei Quadratmetern Spielfläche pro Einwohner, steht Chorweiler bei der Ausstattung mit Spielplätzen unter allen Stadtbezirken sogar am besten da – zumindest, was die Quantität angeht. Das geht aus der aktuellen Fassung der kommunalen Spielraumplanung für die Jahre 2025 bis 2030 hervor, die der Bezirksvertretung Chorweiler in ihrer jüngsten Sitzung vorgelegt worden war.

Neugestaltung und Maßnahmen an den Spielplätzen im Bezirk

Diese für den Bezirk ungewohnte Spitzenposition kommt jedoch mit dem Wermutstropfen, dass die Qualität der einzelnen Spielflächen immer noch unter dem gesamtstädtischen Durchschnitt liegt. Doch auch hier hat sich in den vergangenen Jahren viel getan: 101 Maßnahmen listet die Verwaltung auf, die zwischen 2018 und 2022 an den Spielplätzen des Bezirks durchgeführt wurden – darunter fallen etwa Um- und Neugestaltungen, außerdem der Bau von sieben neuen Spielplätzen.

Ein Beispiel für eine gelungene Neugestaltung ist etwa der Spielplatz zwischen Martinusstraße und Meisenweg in Esch: Dort war im Zuge der Neugestaltung eine umfangreiche Beteiligungsaktion mit über 80 Kindern und einigen Erwachsenen durchgeführt worden. Herzstück des Spielplatzes ist nun eine großzügige Kletterspielanlage mit vielfältigen Spielmöglichkeiten, der Spielplatz ist wieder ein beliebter Treffpunkt des Stadtteils.

Das Grundstück in der Ringstraße, auf dem die Merkenicher gerne einen Spielplatz sähen, wurde für einige Jahre als Erweiterungsfläche des benachbarten Friedhofs vorgehalten.

Copyright: Christopher Dröge

Bis 2030 sollen weitere fünf neue Spielplätze entstehen, etwa Roggendorf/Thenhoven, Volkhoven/Weiler und Worringen – nicht jedoch in Merkenich, wo man schon seit den 1990er Jahren auf den Bau eines Spielplatzes an der Ringstraße wartet, der dort laut des Bebauungsplanes vorgesehen ist. Die SPD-Fraktion der Bezirksvertretung hatte daher einen Änderungsantrag zur Spielraumplanung eingebracht, der die Verwaltung aufforderte, den dort vorgesehenen Spielplatz in die Planung aufzunehmen, dieser wurde auch beschlossen.

In einer Stellungnahme verwies die Verwaltung jedoch auf den Spielplatz an der Straße Auf dem alten Weerth, der 2002 angelegt und zuletzt 2020 neugestaltet worden sei. Dieser befinde sich nur 300 Meter von der betreffenden Fläche an der Ringstraße entfernt und sei ausdrücklich als Ersatz für diese angelegt worden. Sie sehe daher keine Notwendigkeit, in unmittelbarer Nähe einen weiteren Spielplatz zu bauen und „dafür die Aufhebung eines rechtskräftigen Bebauungsplans anzustrengen“, so die Stellungnahme der Verwaltung.

In Merkenich stößt diese Begründung allerdings auf Unverständnis. „Es ist genau andersherum“, sagt Bruno Klais, Vorsitzender des Bürgervereins, „Der Spielplatz an der Ringstraße ist seit 30 Jahren planungsrechtlich gesichert, da muss nichts geändert werden!“

#chorweiler #jahren #merkenicher #spielplatz #spielraumplanung #warten

Christopher Dröge

schreibt für das Stadtteil-Ressort des „Kölner Stadt-Anzeiger“. Jahrgang 1979, studierte an der Universität zu Köln Sachen, die mit G anfangen (Germanistik, Geschichte und Geografie). Seit 2010 als freiberuflicher Journalist und Autor tätig, schreibt für verschiedene Kölner Lokalmedien. Seit 2020 auch für die KStA-Stadtteile, hier vor allem über den Kölner Norden.

Kölner Stadt-Anzeiger

Chorweiler: Neuzugang im Merkenicher Karneval – Bömmelbande zum ersten Mal beim Veedelszug

ChorweilerNeuzugang im Merkenicher Karneval – Bömmelbande zum ersten Mal beim Veedelszug

Von

Christopher Dröge

01.02.2025, 13:01 Uhr

Lesezeit 2 Minuten

Seit ihrer Gründung im Frühjahr 2024 ist die Bömmelbande bereits kräftig gewachsen.

Copyright: Jonas Kuschewski

ANZEIGE

Es gibt eine neue Karnevalsgesellschaft im Kölner Norden: Die Bömmelbande, gegründet im letzten Jahr, tritt mit ehrgeizigen Zielen auf.

Die Bömmelbande weiß, wie man karnevalistisches Brauchtum angemessen in Szene setzt: Mit der musikalischen Unterstützung eines Spielmannszuges zogen die Mitglieder durch den Ort, um ihren selbstgebauten Nubbel an seinen Bestimmungsort zu bringen, das beliebte Gasthaus Zum Treppchen. Dort angekommen, stimmten sich die Teilnehmer des Fackelzuges und weitere Gäste mit einem Mitsing-Konzert auf die bevorstehende heiße Phase des Straßenkarnevals ein und feierten anschließend noch bis in die Nacht weiter. Für die Musik sorgte dabei Ingo „DJ Bingo“ Vollhaber, einer der Gründer der Bömmelbande.

Ingo Vollhaber, einer der Gründer der Bömmelbande, sorgt als „DJ Bingo“ für die Musik.

Copyright: Michael Schäfer

Bömmelbande Merkenich nimmt erstmals am Veedelszug teil

Die ist nämlich der neueste Zuwachs im Merkenicher Karneval: Erst im vergangenen Jahr hatte Vollhaber die Gruppe gemeinsam mit einem Freund und ihren beiden Partnerinnen gegründet. „Mit der Idee hatten wir schon jahrelang gespielt und im April des vergangenen Jahres hatten wir uns entschlossen, jetzt machen wir es einfach“, sagt er.

Aus vier Mitgliedern wurden schnell sechs, dann 20, „und inzwischen sind wir schon über 50 Personen“, sagt Vollhaber. Mit so viel Unterstützung konnte die Bömmelbande bereits ein paar Monate später am Elften im Elften eine eigene Sessionseröffnung feiern und so ihren Einstand in der Karnevalsszene des Kölner Nordens geben.

In diesem Jahr werden sie daher auch zum ersten Mal am Merkenicher Veedelszug teilnehmen – ansonsten stehen für dieses Jahr noch die Nubbelverbrennung und ein Sechswochenamt für den strohköpfigen Sündenbock auf dem Kalender, im Sommer außerdem ein Bobbycar-Rennen. Derweil richten Vollhaber und seine Mitstreiter bereits den Blick auf die kommende Session, für die sie ehrgeizige Pläne haben. „Zwei Sitzungen wollen wir organisieren“, sagt er, „eine für die Senioren im Ort und einen Kostümball für alle zwischen 30 und 60.“

In der Zwischenzeit will Vollhaber die förmliche Vereinsgründung angehen, denn bislang ist die Bömmelbande eher ein großer Stammtisch. Vollhaber selbst hat bereits Erfahrung mit dem Vereinsleben. „Und das wollen wir vor allem auch der Jugend wieder vorleben, die Vereinskultur schläft sonst irgendwann komplett ein“, sagt er. „Tatsächlich haben wir gerade von jungen Leuten viel Zulauf.“

Der Arbeitsaufwand der Vereinsgründung und der Organisation schrecken ihn nicht. „Darum haben wir uns bisher gar keinen großen Kopf gemacht“, sagt er, „wir lassen das alles einfach mal auf uns zukommen. Wir wollen was bewegen in Merkenich!“

#bommelbande #chorweiler #ersten #karneval #merkenicher #neuzugang #veedelszug

Christopher Dröge

schreibt für das Stadtteil-Ressort des „Kölner Stadt-Anzeiger“. Jahrgang 1979, studierte an der Universität zu Köln Sachen, die mit G anfangen (Germanistik, Geschichte und Geografie). Seit 2010 als freiberuflicher Journalist und Autor tätig, schreibt für verschiedene Kölner Lokalmedien. Seit 2020 auch für die KStA-Stadtteile, hier vor allem über den Kölner Norden.

Kölner Stadt-Anzeiger

„Einer der am stärksten belastetsten Stadtteile“Bezirksvertreter wollen Merkenicher Luftqualität prüfen lassen

Von

Christopher Dröge

07.05.2024, 12:32 Uhr

Lesezeit 3 Minuten

Mehrere Chemie-Betriebe sich in direkter Nähe zu Merkenicher Wohngebieten, so etwa die Wacker Chemie.

Copyright: Christopher Dröge

Angesichts der Nähe zum Chemiegürtel der Kölner Industrie möchte die Bezirksvertretung Chorweiler die Luft in Merkenich auf die Probe stellen.

Im Kölner Norden ist nicht nur ganz allgemein ein großer Teil der Kölner Industrie angesiedelt, sondern auch speziell der chemischen Industrie, die gut ein Drittel des gesamten Umsatzes des verarbeitenden Gewerbes der Stadt erwirtschaftet. Einen Schwerpunkt stellt etwa der in direkter Nachbarschaft zu Merkenich gelegene Chemiepark dar – da liegt der Gedanke nahe, dass diese auch Auswirkungen auf die Luftqualität haben könnten: Laut dem Luftreinhalteplan für Köln und Leverkusen befinden sich im Umkreis des Stadtteils so etwa fünf der 14 größten Stickstoffoxid-emittierenden Industrieanlagen der Stadt und weitere auf dem Gebiet Leverkusens.

Die Bezirksvertretung Chorweiler hat in ihrer jüngsten Sitzung nun einen Beschluss für eine Luftmessstation in Merkenich gefasst: So wird die Verwaltung beauftragt, entweder eine eigene Messstation aufzustellen und zu betreiben, oder bei den zuständigen Landesbehörden um die kurzfristige Aufstellung einer Messeinrichtung hinzuwirken.

Wunsch: langfristige Beobachtung der Werte

Der Beschluss erfolgte auf einen Antrag der SPD-Fraktion hin: Laut dem Fraktionsvorsitzenden sei dieser auf intensive Gespräche mit Angehörigen des Merkenicher Bürgerverein hin entstanden, denn „dabei habe sich eine neue Situation ergeben, was die Erkrankungen vor Ort angeht“, machte Gökpinar geltend.

Die Messstation solle daher die Werte einer ganzen Reihe von Luftschadstoffen überwachen, neben Stickstoffoxiden etwa auch Feinstaub, Quecksilber, organische Verbindungen und polychlorierte Biphenyle (PCB). Gökpinar wünschte sich eine langfristige Beobachtung der Werte, „gerne über einen Verlauf von drei Jahren“, sagte er.

Bei den übrigen Fraktionen und Vertretern traf der Antrag im Allgemeinen auf Zustimmung – Rainer Stuhlweißenburg stieß sich allerdings daran, dass Gökpinar zwar in der Diskussion einen Zeitraum von mehreren Jahren in den Raum gestellt hatte, diesen jedoch nicht im Beschlusstext genannt hatte.

FDP wirbt für nüchterne Betrachtung der Ergebnisse

Wolfgang Kleinjans, Fraktionsvorsitzender der Grünen, unterstützte das Ziel einer langfristigen Beobachtung: „Merkenich ist einer der am stärksten belastetsten Stadtteile, da ist eine Langzeitbetrachtung unbedingt erforderlich.“

Joshua Schlimgen, Vertreter der FDP, begrüßte die Idee einer Luftmessstation ebenfalls, warb jedoch gleichzeitig für Nüchternheit bezüglich der Ergebnisse: Die Grenzwerte der zu beobachtenden Schadstoffe seien alle sehr niedrig angesetzt. „Das heißt, auch wenn diese Werte überschritten werden sollten, heißt das nicht, dass dort gleich ein signifikant höheres Krebsrisiko besteht“, so Schlimgen, „das sollte man auch im Gespräch mit den Bürgern klar kommunizieren“.

In der Bürgerschaft wurde der Antrag sehr begrüßt, etwa von Helga Wagner, die sich maßgeblich bei der Initiative Köln-Nord gegen den Bau der geplanten Klärschlammverbrennungsanlage engagiert. „Denn dafür muss eine Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt werden, die eine Prognose beinhaltet, wie sich die Werte entwickeln werden. Aber um Werte für eine Prognose zu haben, muss man diese eben zuerst feststellen“. Nun müsse man die Verwaltung in die Pflicht nehmen.

https://www.bachhausen.de/einer-der-am-staerksten-belastetsten-stadtteile-bezirksvertreter-wollen-merkenicher-luftqualitaet-pruefen-lassen/

#belastetsten #bezirksvertreter #einer #merkenicher #stadtteile #starksten #wollen

Christopher Dröge

schreibt für das Stadtteil-Ressort des „Kölner Stadt-Anzeiger“. Jahrgang 1979, studierte an der Universität zu Köln Sachen, die mit G anfangen (Germanistik, Geschichte und Geografie). Seit 2010 als freiberuflicher Journalist und Autor tätig, schreibt für verschiedene Kölner Lokalmedien. Seit 2020 auch für die KStA-Stadtteile, hier vor allem über den Kölner Norden.

Kölner Stadt-Anzeiger