Qualitätsjournalismus, deutscher

“Lieber zwei als eine KI”

mit Update 19.5.

Einer der bestbezahlten deutschen Medienmanager in öffentlichen Anstalten, der langjährige Tagesschau-Chef (2003-19), Kai Gniffke, heute Intendant des SWR und Mörder der “Eisenbahnromantik”, wollte mal wieder öffentlich bemerkt werden. Die Katholiken von der gleichnamigen Nachrichtenagentur versuchen damit Abos zu werben. Wandern wir also kurz digital in der Deutschen liebstes Auswanderungsland Schweiz rüber, wo der gleiche Inhalt frei zugänglich ist:

Kai Gniffke fordert ein Ende des Empörungsjournalismus – Die digitale Welt verändert auch die Kriterien für Qualitätsjournalismus. Ein Gespräch mit dem SWR-Intendanten und ehemaligen ARD-aktuell-Chef über Journalismus, Haltung und Technikfröhlichkeit.”

Da ist eigentlich alles drin, was Christiane Voges/telepolis auf die Palme bringt, und mich auch:

Der neue Mediengehorsam: SWR-Intendant erklärt, wer keine Stimme verdient – ARD-Topfunktionär Kai Gniffke fordert Qualität statt Empörung und mehr KI. Über technokratische Kontrolle, Diskursverengung und Leitmedien.”

Ich hätte das Zeug garnicht bemerkt, wenn sich Frau Voges nicht so aufgeregt hätte. Viel mehr verärgert mich, was dieser Gniffke in seinem langen Chefsein in der Tagesschau angerichtet hat. Nur die Älteren, so alt oder älter als ich, werden sich noch an Dieter Gütt erinnern, der die Freiheit der Tagesschau-Redaktion noch kämpferisch verteidigt hatte. Er beging 1990 Selbstmord. Der kürzlich hier schon erwähnte Horst Königstein liess über ihn einen eigenen Film produzieren, den Sie in der ARD-Mediathek vergeblich suchen werden. Der CSU-Gesandte Edmund Gruber (1981-88) folgte ihm nach, stiess aber (noch) auf kämpferischen Widerstand der Redaktion. Er konnte weder die Tagesschau noch in den folgenden vier Jahren bis 1992 den Deutschlandfunk zerstören. Zu dieser Zeit bewies der Journalismus noch Selbstheilungskräfte. Die, soweit sie in der ARD existierten, hat erst Gniffke wirkungsvoll zerstört.

2018 profilierte sich Gniffke damit, dass er mit der AfD redete. Wem hat es mehr genützt? Ihm oder denen? Bei ihm führte es zu einem Jahresgehalt von knapp 400.000, bei der AfD zu verdoppelten Umfragewerten.

Über die AfD wird immer und überall gesprochen. Wer kennt Gniffke? Das gefällt ihm sicher nicht. Darum das bescheuerte Interview mit den Katholiken.

Datenersatz für intellektuelle Leere

Was Gniffke und seine Gesinnungsfreund*inn*e*n in den öffentlichen Anstalten an Politik und der real existierenden Gesellschaft nicht verstehen, das erklärt der Österreicher Gabriel Kuhn/Junge Welt am Beispiel des Fussballs und eines missglückten Buches über ihn (Einschub: der Bundestrainer zählt eher zu denen, die an die dort niedergelegte Datenwahrheit ganz fest glauben):

Sportliteratur: Die Rache der Nerds – Wie die Zahlen helfen, den Fußball zu analysieren oder auch nicht: Tobias Escher schreibt »Die Zukunft des Fußballs«”.

Diesen klugen Text wird die Junge Welt in Kürze in ihrem Paywallarchiv versenken (= linksradikaler Qualitätsjournalismus).

Wo soll das alles enden?

Es endet nie.

Die derzeitigen Steuerleute in Parteien, Länderregierungen und Anstalten wollen ganz offenbar, der AfD vorauseilend, dahin, wo die USA schon sind – ein altes BRD-deutsches “bewährtes” Bewegungsgesetz der Nachkriegszeit.

Klaus Raab/MDR-Altpapier: Wie geht es weiter mit Stephen Colbert? – In den USA geht der Late-Night-Host in dieser Woche zum letzten Mal auf Sendung. Sein Sender ist vor dem Präsidenten eingeknickt. Es würde in die mediale Gegenwart passen, wenn er allein weitermachte.”

Hierzulande wird ja ein Kerl, dessen Name mir einfach nicht einfallen will, der mit einem fetten ARD-Vertrag (RBB) ausgestattet ist, und das Publikum mit Jammerei, was er angeblich alles nicht mehr sagen darf, belästigt, für einen Kabarettisten gehalten.

Update 19.5.

Zum gleichen Thema mit absolut angemessener Verbitterung auch René Martens/MDR-Altpapier: Ganz normale Medien auf ganz normalen Abwegen – In einem Interview präsentiert SWR-Intendant Kai Gniffke die sehr überraschende Sichtweise, Perspektiven der Wirtschaft seien in den Qualitätsmedien unterrepräsentiert. In der 20-Uhr-‘Tagesschau’ darf man Lynchfantasien äußern.”

Zu dem diese täglich lesenswerte Kolumne (noch) beherbergenden MDR ist eine Ergänzung erforderlich. Der AfD vorauseilend hat der Sender bekannt gegeben, in den nächsten Jahren keine “Tatorte” und “Polizeiruf 110” mehr zu produzieren. Im quotenstärksten Teil des ARD-Programms käme also noch weniger “Osten” vor. Nicht alle Wessies wären darüber unglücklich. Sehr wohl aber die, die bisher die Arbeit gemacht haben: “Ein fiktionales Großprojekt lasse sich nicht mal eben für drei Jahre einfrieren, ohne irreparablen Schaden anzurichten. Ein Film benötige langen Vorlauf für Drehbücher, Motivsuche und Team-Verpflichtungen. Das Kernproblem sehen Gröschel und Brambach in der Zerstörung gewachsener Strukturen und der existenziellen Bedrohung der Filmschaffenden”, womit die zwei sich selbst gewiss weniger meinen, als die unbeachteten Freelancer-Produktionsteams, die ihnen die Bühne bauen.

Qualitätsjournalismus, deutscher – Beueler-Extradienst

Bernward Loheide leitet die Katholische Nachrichten-Agentur (@[email protected] / #KNA). In der Rubrik »Mein Blick auf den #Journalismus« auf @[email protected] erklärt er, warum wir genau in diesen Zeiten die Sehnsucht nach Menschlichkeit stillen sollten:

Bernward Loheide: Menschlicher...
Bernward Loheide: Menschlicher Journalismus hat Zukunft

Bernward Loheide leitet die Katholische Nachrichten-Agentur. In der Serie „Mein Blick auf den Journalismus“ erklärt er, warum wir genau in diesen Zeiten die…

journalist.de
»Ich glaube, menschennaher und perspektivenreicher #Journalismus hat Zukunft. Die #Medien sind in einer ähnlichen Situation wie die christlichen #Kirche​n: Die Zeiten, in denen die Mitglieder beziehungsweise Abonnenten ein Leben lang dabeiblieben, sind vorbei.« (Bernward Loheide, #KNA)
Zum Thema "(w/m/d)". Bitte umfangreich reposten.

Die Nachrichtenagentur #KNA (katholische Nachrichten Agentur) hat eine Umfrage in 20 Städten zur Nutzung des #Selbstbestimmungsrecht gemacht. Die Zahlen sind bei der Agentur selbst nicht öffentlich einsehbar, es erscheinen aber Artikel in verschiedenen Medien die jeweils einzelne Zahlen veröffentlichen. Demzufolge wurde das Selbstbestimmungsrecht bislang 11000 mal erfolgreich verwendet. "Nicht erfolgreich" bedeutet beispielsweise, dass ein Vorname beantragt wurde, der Buchstaben enthält, die nicht offiziell zugelassen sind (das könnten zB chinesische oder griechische Buchstaben sein. Zugelassen sind viele lateinische Unicode Buchstaben).

Aus den Zahlen, die ich bislang gesehen habe, schätze ich, dass ein Drittel der Änderungen zu "M", ein Drittel zu "F", ein sechstel zu "D" und ein Sechstel zu "kein Eintrag" ist. Die bisher in #Stellenanzeige n verwendete Formel "(m/w/d)" ist wegen der hohen Anzahl "kein Eintrag" Einträge hinfällig. Um #Diskriminierung nach #AGG #AllgemeinesGleichstellungsGesetz zu vermeiden, ist eine Formulierung notwendig, die vier Varianten sichtbar macht. Ebenso in Auswahlboxen.

@why_not

Treasury Sanctions Burma Warlord and Militia Tied to Cyber Scam Operations

WASHINGTON — Today, the U.S. Department of the Treasury’s Office of Foreign Assets Control (OFAC) sanctioned the Karen National Army (KNA), a militia group in Burma, as a transnational criminal organization, along with the group’s leader Saw Chit Thu, and his two sons, Saw Htoo Eh Moo and Saw Chit Chit, for their role in facilitating cyber scams that harm U.S. citizens, human trafficking, and cross-border smuggling.  The KNA-controlled region, located on the Thai-Burmese border, is home to multiple cyber scam syndicates, and the KNA has benefitted from its connection to Burma’s military in its criminal operations.  Although statistics vary, American victims of cyber scams like the ones emanating from Burma have collectively lost billions of dollars over the last three years.“Cyber scam operations, such as those run by the KNA, generate billions in revenue for criminal kingpins and their associates, while depriving victims of their hard-earned savings and sense of security,” said Deputy Secretary Michael Faulkender.  “Treasury is committed to using all available tools to disrupt these networks and hold accountable those who seek to profit from these criminal schemes.”Today’s action is taken pursuant to Executive Order (E.O.) 13581, as amended by E.O. 13863, which targets transnational criminal organizations and their supporters, as well as E.O. 14014, which targets persons who threaten the peace, security, and stability of Burma. SOPHISTICATED CYBER SCAMS TARGETING AMERICANSA significant portion of cyber scam operations targeting Americans and others around the globe emanate from Southeast Asia.  This action follows FinCEN’s May 1, 2025 identification of Huione Group, a Cambodian financial institution, as a primary money laundering concern pursuant to Section 311 of the USA PATRIOT Act.  Huione Group has served as a critical node for laundering proceeds of cyber heists carried out by the Democratic People’s Republic of Korea (DPRK) and for transnational criminal organizations (TCOs) in Southeast Asia perpetrating convertible virtual currency (CVC) investment scams, commonly known as “pig butchering” scams, as well as other types of CVC-related scams.  In September 2024, OFAC sanctioned Cambodian businessman Ly Yong Phat, his conglomerate L.Y.P. Group, and four of his hotels and resorts for their role in serious human rights abuse related to the mistreatment of trafficked workers in Cambodia-based scam centers.  In September 2023, the Treasury Department’s Financial Crimes Enforcement Network (FinCEN) also published an alert about these virtual currency investment scams. In these operations, scammers, who are often themselves lured or trafficked into prison-like call centers or retrofitted hotels and casinos, are forced—with threats of physical violence and humiliation—into scamming strangers online.  The scams are elaborate.  They often play out over the course of months while scammers build rapport with their victims.  Initially, scammers exploit victims’ vulnerabilities like recent breakups, bereavement, or financial hardship and, in some cases, employ attractive models to assuage victims’ apprehension with the occasional videochat.  Scammers present victims with hints of a wealthy, glamorous lifestyle and induce them to “invest” in bogus cryptocurrency and trading platforms controlled by the scammers themselves.  Victims are shown fake “returns” on their investments and duped into investing greater and greater sums until the scammers go silent after stealing everything they can from their victims.  Estimates indicate Americans are suffering increasing financial losses as a result of these sophisticated cyber scams emanating from Burma and other Southeast Asian countries, amounting to over $2 billion in 2022 and $3.5 billion in 2023.A MILITIA-CONTROLLED HAVEN FOR CYBER SCAM OPERATIONS The KNA is headquartered in Shwe Kokko, Myawaddy Township in Burma’s southeast Karen State along the border with Thailand.  The KNA has leveraged its former role as a Border Guard Force (BGF) with Burma’s military to facilitate a transborder criminal empire; the majority of cyber scam syndicates in Karen State operate in the KNA-controlled border region.  While the KNA (formerly known as the Karen Border Guard Force) changed its name in March 2024 in an effort to distance itself from Burma’s military regime, it has continued its cooperation with the Burmese military as recently as September 2024. The KNA profits from cyber scam schemes on an industrial scale by leasing land it controls to other organized crime groups, and providing support for human trafficking, smuggling, and the sale of utilities used to provide energy to scam operations. The KNA also provides security at scam compounds in Karen State.  Survivors from KK Park—an infamous scam site—who were coerced into forced criminality to commit cyber scams have reported that the uniforms of soldiers guarding the compound bore the insignia of the KNA. As the leader of the KNA, Saw Chit Thu has emerged as one of the central figures in Burma’s scam economy, facilitating transnational crimes in a KNA-controlled zone along the border with Thailand.  Under Saw Chit Thu’s leadership, the KNA has become a key enabler of scam operations in the region, providing security at compounds and leasing land to criminal organizations while profiting handsomely at the expense of scam victims and of the otherwise innocent people forced to carry out these crimes.  Saw Chit Thu was sanctioned by the United Kingdom in 2023 and the European Union in 2024 for his involvement in scam compounds and with Burma’s military regime.Saw Chit Thu appointed his two sons, Saw Htoo Eh Moo and Saw Chit Chit, as officers in the KNA.  Both have served in key roles in the KNA criminal enterprise.  Saw Htoo Eh Moo has an interest in KNA-affiliated business ventures, including cyber scam centers.  Saw Chit Chit is active in military operations alongside the military regime and has commanded KNA battalions fighting against anti-regime rebel groups. He also holds shares and directorships in several KNA-linked businesses.OFAC is designating the Karen National Army pursuant to E.O. 13581, as amended, for being a foreign person that constitutes a significant transnational criminal organization.  OFAC is also designating the Karen National Army pursuant to E.O. 14014 for being responsible for or complicit in, or having directly or indirectly engaged or attempted to engage in actions or policies that threaten the peace, security, or stability of Burma.OFAC is designating Saw Chit Thu and his two sons, Saw Htoo Eh Moo and Saw Chit Chit, pursuant to E.O. 13581, as amended, for having acted or purported to act for or on behalf of, directly or indirectly, the Karen National Army, and pursuant to E.O. 14014 for having acted or purported to act for or on behalf of, directly or indirectly, the Karen National Army.  Saw Htoo Eh Moo and Saw Chit Chit are also being designated pursuant to E.O. 14014 for being the adult children of Saw Chit Thu.SANCTIONS IMPLICATIONSAs a result of today’s action, all property and interests in property of the blocked persons described above that are in the United States or in the possession or control of U.S. persons are blocked and must be reported to OFAC.  In addition, any entities that are owned, directly or indirectly, individually or in the aggregate, 50 percent or more by one or more blocked persons are also blocked.  Unless authorized by a general or specific license issued by OFAC, or exempt, OFAC’s regulations generally prohibit all transactions by U.S. persons or within (or transiting) the United States that involve any property or interests in property of designated or otherwise blocked persons.In addition, persons that engage in certain transactions with the individuals and entities designated today may themselves be exposed to sanctions or subject to an enforcement action. Non-U.S. persons are also prohibited from causing or conspiring to cause U.S. persons to wittingly or unwittingly violate U.S. sanctions, as well as engaging in conduct that evades U.S. sanctions. OFAC’s Economic Sanctions Enforcement Guidelines provide more information regarding OFAC’s enforcement of U.S. sanctions, including the factors that OFAC generally considers when determining an appropriate response to an apparent violation.The power and integrity of OFAC sanctions derive not only from OFAC’s ability to designate and add persons to the SDN List, but also from its willingness to remove persons from the SDN List consistent with the law.  The ultimate goal of sanctions is not to punish, but to bring about a positive change in behavior.  For information concerning the process for seeking removal from an OFAC list, including the SDN List, please refer to OFAC’s Frequently Asked Question 897 here and to submit a request for removal, click here.For more information on the individuals designated today, click here.###

U.S. Department of the Treasury

RBB-Rundfunkrat: „Ringen mit der Polykrise“

Das ist gestern Nachmittag schon reingekommen: Ein Bericht von der Sitzung des RBB-Rundfunkrates am 11.04.2025 in Berlin, von @JanaBallweber.

„Ich saß am Freitagabend viereinhalb Stunden im RBB-Rundfunkrat und holy shit brennt es in diesem Laden lichterloh…“

Berlin (KNA) – Wenn es in der Weltpolitik wieder einmal drunter und drüber geht, es an allen Ecken und Enden knirscht und die Verantwortlichen gar nicht wissen, welche losen Fäden sie zuerst wieder aufwickeln sollen, dann spricht man von einer Polykrise…

https://www.newsroom.de/news/aktuelle-meldungen/vermischtes-3/rbb-ringen-mit-der-polykrise-971227

Kurzperlen | RBB-Runfunkrat: Ringen mit der Polykrise

Das ist gestern Nachmittag schon reingekommen: Ein Bericht von der Sitzung des RBB-Rundfunkrates am 11.04.2025 in Berlin, von @JanaBallweber. „Ich saß am Freitagabend viereinhalb Stunden im RBB…

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