Diese Aufzeichnungen enthalten Übersetzungen aus einem bisher unbekannten griechischen Dialekt. Es scheint sich um die unvollständigen Aufzeichnungen eines Abenteurers namens Zorizal Qaan zu handeln. (Mehr unter Figuren. Spoiler für 'Ghost Ship of the Desert Dunes‘.)
O Fremder, lass mich mehr von Calencia erzählen, denn dorthin hatte unsere Reise uns gebracht. Das Dorf ist auf Pfählen in einer gerundeten Bucht errichtet worden, ein Leuchtfeuer weist Schiffen den Weg, zwei Wachtürme erheben sich über den Dächern.
Eine Menge Boote waren an den Stegen vertäut, die ich für Fischerboote hielt. Teppiche und Seide waren wichtige Handelsgüter. Wir waren, aber auch wir nahmen Güter an Bord. Ein gutes Geschäft bleibt ein gutes Geschäft. Die Menschen hier hatten viele unterschiedliche Vorfahren, in der Mehrzahl waren sie klein und stämmig und hatten eine bronzene Haut. Die Frauen trugen ihr hellblondes bis rötliches Haar kurz, das Haar der Männer glänzte von Fischöl, sie trugen lange Zöpfe. Vielleicht hatten sie Wikinger unter ihren Vorfahren, die Haarfarbe jedenfalls schien mir darauf hinzudeuten. Es gab sowieso vieles hier, das Eybjörk und Roar vertraut schien. Die Leute von Calencia hatten Nachnamen, die in hellenisch entweder „Wolf“ oder „Rabe“ lauteten.
Ein Junge hatte sich angeboten, uns zu einem geheimnisvollen Informanten zu führen und erzählte uns von seiner Heimat.
Sie verehrten in Calencia einen Krakengott, einen Bewahrer der Dimensionen oder etwas in dieser Richtung. Seine Symbole sahen wir überall. Ich dachte an unseren Kampf mit dem Riesenkraken zurück – hatten wir am Ende ihren Gott verstümmelt, ohne es zu wissen? Wir beschlossen, zu dieser Thematik zu schweigen, solange wir uns in Calencia aufhalten mussten. Möglicherweise gab es hier Schamanen, weil es so viele Darstellungen von Tieren sehen konnten. Wir hörten von der Bruderschaft von Khalk-Xu, deren Mönche stets Männer waren. Das Verhältnis der Bruderschaft mit den lokalen Hexen schien mir angespannt. Der Junge sagte, dass eine der Hexen eine Seherin sein sollte. Egal wie groß die Spannungen und Meinungsverschiedenheiten in Calencia sein mochten, die beständige Bedrohung der räuberischen Affenmenschen ließ sie zusammenhalten.
Zumindest trank man hier gern, ebenso wie unsere Mannschaft und auch wir fanden unseren Weg in die Taverne, die von Taan Croti geführt wurde, den ich sofort als einen Veteranen erkannte. Es war ein ruhiger Abend, was mir recht war, Taan veranstaltete an den anderen Tagen Hahnenkämpfe in seinem Haus. Wir aßen eine gute Suppe und Wein für ein Paar Silberlinge. Die anderen Gäste waren Fischer und Jäger, die nach einer Weile zutraulicher wurden und uns von ihren Feinden, den Affenmenschen erzählten, die sie als feige, abgrundtief böse und ebenso dumm bezeichneten, einige von ihnen sollten Flügel haben.
Vor sieben Jahren hat einer der Fischer, Thraki, gemeinsam mit seinem Bruder eine Metallkiste entdeckt und fand darin eine grünleuchtende Amphore, geformt wie eine Lyra (Apollos Symbol, das weiß ich). Ein Hinweis auf die grünen Diamanten? Die Brüder gerieten in Streit um den Schatz, den nur Thraki überlebte. Man erzählt, dass er zum verlassenen Tempel des Apollo floh und dort Schutz suchte. Eine der Hexen von Calencia belegte den Brudermörder mit einem schrecklichen Fluch. Wir sollten uns mit ihr unterhalten und mehr sollten wir in der einzigen Herberge erfahren.
Die Herberge wurde von Badbicca geführt, hier fanden sich mehr Jäger aus anderen Orten. Hier lernten wir den Schmied Ulldr Sacciosson kennen und wir erfuhren, wo wir die Seherin finden würden, die wir dann auch gleich besuchten. Sie war alt und sie lebte mit ihrer Schwiegermutter zusammen, die noch viel älter war, eine zahnlose alte Vettel. Auch einige von unserer Mannschaft hatten hier schon Rat gesucht. Die Natur von Thrakis Fluch wurde uns gleich enthüllt: Er war verflucht, das Leben eines Tieres zu führen. Darum nannte man ihn inzwischen auch „Den Wilden“.
Wir wollten wissen, wo Thraki abgeblieben war, den man hier auch als „Den Wilden“ kannte. Dazu hatten wir einiges an Gold zu opfern und ein Huhn gab sein Blut. Es wurde in Roars Gesicht gespritzt, denn er war der edle Spender und wurde auf diese Weise gebührend gesegnet. Zuerst sollten wir im alten Tempel des Apollo suchen. Sie drückte Roar den Silberdolch in die Hand, denn durch Silber sollte der Verfluchte verwundbar sein. Der Schmied half uns mit sieben Pfeilspitzen aus Silber und dann verkaufte er uns noch einige Bögen, denn bislang besaß nur ich einen.
Wir machten uns am nächsten Morgen auf den Weg, zehn bis elf Meilen lagen vor uns.
→ Fortsetzung folgt
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