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„Wer ihn traf in diesen Wochen und Monaten, lernte einen freundlichen, zurückhaltenden Kollegen kennen. Männer fanden ihn interessiert, zuvorkommend, harmlos. Frauen hatten das Bedürfnis, sich um ihn zu kümmern, luden ihn ins Kino ein, erkundigten sich, wie es seiner Frau in Hamburg gehe.“
ihn = Döpfner, damals für Gruner und Jahr unterwegs.
„Eine Journalistin sagt, schon Döpfners erste Titelgeschichten hätten gezeigt, wohin die Reise geht: „Mut zum Pelz“ sei eine Titelzeile gewesen, Werbung für Nerzmäntel statt kritischem Journalismus. „Ich habe zu ihm gesagt: Herr Döpfner, wir passen nicht zusammen, ich muss gehen.““
„Wer bei der Wochenpost blieb, erlebte die Versuche eines Berufsanfängers, die Zeitung zu reformieren und rentabler zu machen. Kleines Format, kürzere Texte, leichtere Themen. „Wir waren ihm zu groß, zu intellektuell. Er wollte eine Art Bunte aus der Wochenpost machen“, sagt eine Journalistin. Döpfners allererster Text war ein Interview mit sich selbst. Auf die Frage, ob die Zeitung nun konservativer werde, antwortete er sich selbst, die Frage verstehe er nicht.“
„Döpfner hatte, das war schnell klar, nicht nur einen anderen Humor als seine Mitarbeiter, sondern auch eine andere politische Einstellung. Einer erinnert sich, dass es beinahe mal zu einer Prügelei kam, weil der neue Chefredakteur eine Anzeige der rechten Zeitung Junge Freiheit drucken wollte. Ein anderer sagt: „An der DDR hat er kein gutes Haar gelassen. Er hat versucht, uns weiszumachen, dass die DDR anders war, als wir sie kannten.“ Der Journalist erinnert sich an Diskussionen über eine Titelgeschichte zum Thema #Antisemitismus in der DDR und über Kuba. „Da wurden Sachen behauptet, die einfach nicht stimmten.““
Ach kieke: Diesen Antisemitismus-Quatsch gab es schon damals.
Kann mal bitte jemand bei Wikipedia reinschreiben, dass #Döpfner die Wochenpost kaputt gemacht hat? Das hat er sich redlich verdient.
„In einer Nachricht von Döpfner, aus der die Zeitung zitiert, heißt es: „Meine Mutter hat mich immer vor den Ossis gewarnt. Von Kaiser Wilhelm zu hitler zu honnecker ohne zwischendurch us reeduction genossen zu haben. Das führt in direkter Linie zu AFD.“ In einer anderen: „Meine Mutter hat es schon immer gesagt. Die ossis werden nie Demokraten. Vielleicht sollte man aus der ehemaligen ddr eine Agrar und Produktions Zone mit Einheitslohn machen.““
So der ungefilterte Döpfner-Sound. Das sickert natürlich durch. Kann man verstehen, dass die Ossis dann lieber das Blättle vom Friedrich lesen, oder?
Letztendlich werden ähnliche Sachen drinstehen. Auch AfD-offen.
https://www.berliner-zeitung.de/kultur-vergnuegen/springer-chef-mathias-doepfner-und-der-osten-an-der-ddr-hat-er-kein-gutes-haar-gelassen-li.337988