Fritze und andere Merkwürdigkeiten
Fritze hat sich im Bundestag zur Migration geäußert. Zuerst dachte ich, es wäre ein Fake-Video, aber anscheinend ist es echt. Aber sehen Sie selbst. Der Antwort von Frau Dröge ist nicht viel hinzuzufügen. Ich frage mich, was das Stadtbild sonst noch stört: Bettler*innen, trans Menschen, Schwule, Lesben, Behinderte…? Dem Fritze, glaube ich, passt es ganz gut, dass die AfD stärker wird. Mir fällt plötzlich Alfred Dregger ein, an den ich mich aus meiner Kindheit in Hessen noch erinnere. „Schwarzbraun ist die Haselnuss“ sagten meine Mutter und meine Patentante jedes Mal, wenn Dregger erwähnt wurde.
Im Büro wird ein rumänischer Kunde des Betrugs verdächtigt. Man fordert das Polizeiprotokoll aus Rumänien an, aha, Sekundenschlaf, Alkoholtest negativ, so viel Rumänisch kann ich dank meiner Italienischkenntnisse lesen. Ich bezahle den Schaden stillschweigend ohne weitere Rücksprache. Am selben Tag ruft mich Kollegin M – Tochter von Migranten – an und schimpft über den Generalverdacht, unter den manche Kolleg*innen die nicht reindeutsche Kundschaft zu stellen scheinen. Ich kann ihr nur zustimmen. Es kommt näher.
Ich lege meinen Account bei Bluesky still. Eigentlich überprüfe ich meine Ansichten auch gerne einmal im Gespräch mit der Gegenseite (im politischen Sinn), aber auf Bluesky eskaliert die Gegenseite, und das ist ein Sumpf, in dem ich nicht versinken will. Instagram, das ich nutze, um dem Herrn Lehrer, einer Tanzcompagnie und Imane Khelif zu folgen, zeigt mir, was der Algorithmus hergibt.
Der Blick aus dem Home Office ist nun deutlich herbstlich.




