Whenever I heard about yet another new exhibition or publication by Alexander Kluge, the thought would cross my mind that this might be the last one during his lifetime. Now that moment has actually arrived, and I find it so sad that he has passed away. He will always be an inspiration for me, not least because, even in his old age, he remained open to the present, to history, to discourses; approaching everything with a depth of interest that I find unparalleled.

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#AlexanderKluge #RIP

Der Erzähler des Optativs

Gestern ist Alexander Kluge gestorben. 🖤 Hier eine Rezension zur Hörspielfassung seiner „Chronik der Gefühle“ aus dem Jahr 2009.

Alexander Kluge: Chronik der Gefühle. 14-teilige Hörspielreihe

Bayern 2, sonntags, 20.10. bis 20.12.2009 jeweils 15.00 bis 15.55 Uhr

Es beginnt mit einem Text über die Proben zu einer letzten Aufführung von Wagners „Götterdämmerung“ in Wien in den letzten Wochen des Zweiten Weltkriegs. Nachdem das Opernhaus ausgebombt worden war, probte das Orchester gruppenweise in verschiedenen Luftschutzkellern. Der Dirigent saß im Weinkeller einer Gastwirtschaft und war mit sämtlichen Kellern durch Feldtelefone und Boten verbunden.
Filmaufnahmen der Aktion gelangten nach Kriegsende auf die Krim, wo sie bis 1991 blieben.

Ein Beauftragter des Komponisten Luigi Nono entdeckt dort das Material, lässt es in Ungarn entwickeln und bringt es nach einem Umweg über Paris nach Venedig, wo es im zehnten Jahr nach Nonos Tod aufgeführt werden soll. Den durch Selbstbelichtung des Materials erzeugten Fehlfarben und Umrissen werden durch die Entwicklung Schatten und Echos hinzugefügt. Auf der Tonspur korrespondieren dem authentische Kamerageräusche sowie der Lärm von Artillerie und Bombeneinschlägen.

18 Minuten dauert diese Geschichte im ersten der 14 Teile der Hörspielfassung von Alexander Kluges rund 2000-seitigem Buch „Chronik der Gefühle“, und sie enthält in nuce fast den gesamten Kosmos des Klugeschen Werkes, das sich zwischen Differenzen und Überblendungen, medialen Verschaltungen und Erzählungen, Überlieferung als Fragmentierung, Dokumentation und Fiktion und nicht zuletzt zwischen Krieg und Kunstproduktion bewegt.

Regisseur und Bearbeiter Karl Bruckmaier, der, wie er im Booklet zur CD-Box schreibt, „nicht klüger sein will als Kluge – aber auch nicht dümmer“ (die CD-Ausgabe erschien parallel zur Erstausstrahlung im Verlag Antje Kunstmann), hat die 12-teilige Kapitelstruktur der Vorlage aufgenommen, dabei aber dem mit 500 Seiten längsten Kapitel, „Die Unheimlichkeit der Zeit“, allein drei Folgen gewidmet. Eingeleitet werden die einzelnen Teile durch Minutensongs, die das ganze Spektrum der Popmusik abbilden. Gesprochen werden die Texte von einer Riege namhafter Schauspieler, von Peter Fricke bis Hanns Zischler, von Hannelore Hoger bis Ilja Richter. Dazwischen immer wieder Gesprächsfragmente, in denen Kluge nicht der Frager, sondern der Befragte ist.

Ist man schließlich beim 14. und letzten Teil mit dem Titel „Der lange Marsch des Urvertrauens“ angekommen, hat man nicht nur „das Disparate als Ordnungsprinzip“ begriffen, sondern auch viele vermischte Nachrichten gehört. „Nachricht“ hatte Clausewitz den Vorspruch zu seinem Hauptwerk „Vom Kriege“ betitelt. Kluges immer wieder neu- und umgeschriebene „Schlachtbeschreibung“, die am Beispiel von Stalingrad „den organisatorischen Aufbau eines Unglücks“ beschreibt, hat ebenso Eingang in die „Chronik der Gefühle“ gefunden, wie die Analyse des Luftangriffs auf Kluges Geburtsort Halberstadt. Ein Ereignis, das er als Produktionsverhältnis analysiert. Der industrielle Charakter des Luftkriegs ist unter anderem dadurch charakterisiert, dass es unmöglich geworden ist, zu kapitulieren. Eine heranfliegende Todesfabrik setzt die Investition teurer Munition in jedem Fall möglichst effizient in Zerstörung um. Eine weiße Fahne ist für sie buchstäblich bedeutungslos.

Aus dem „Antirealismus des Gefühls“, das heißt dem Wunsch, dass es aus einer verletzenden Wirklichkeit heraus Auswege geben möge, speist sich die Fantasie der Dichter. Alexander Kluge ist ein solcher Dichter, ein Erzähler des Optativs, jener grammatischen Form im Griechischen, welche die Wunschform beschreibt und die für ihn genauso real ist wie die Sachlichkeit des realistischen Blicks.

Jochen Meißner –  Funkkorrespondenz 50/2009

 

#AlexanderKluge #BR #ChronikDerGefühle #KarlBruckmaier
Den Zweiten Weltkrieg überlebte er als Kind, das »Trotzdem« wurde zu seiner lebenslangen Haltung. Nun ist der Filmemacher, Schriftsteller und Intellektuelle Alexander Kluge gestorben – nach einem unendlich produktiven Leben.#Kultur #AlexanderKluge #JürgenHabermas #RainerWernerFassbinder #VolkerSchlöndorff #EdgarReitz #GerhardRichter #FerdinandvonSchirach #Nachrufe
(S+) Zum Tod von Alexander Kluge: Seine Gedanken waren so brillant, dass jeder einzelne von ihnen glitzerte
Zum Tod von Alexander Kluge: Seine Gedanken waren so brillant, dass jeder einzelne von ihnen glitzerte

Den Zweiten Weltkrieg überlebte er als Kind, das »Trotzdem« wurde zu seiner lebenslangen Haltung. Nun ist der Filmemacher, Schriftsteller und Intellektuelle Alexander Kluge gestorben – nach einem unendlich produktiven Leben.

DER SPIEGEL

Farewell Mr. 10vor11.

Wie ich dieses Format, dass das Privatsenderlogo einfach überklebte, damals geliebt hab.

#RIP Alexander Kluge. Mögen sie & Schnitter schöne Tischgespräche haben!

#AlexanderKluge
#dctp
#10vor11

"Die Künste sind klüger als wir Menschen. Wir Menschen können viel von ihnen lernen.
Alexander Kluge

Darüber sollte Weimer mal nachdenken.

#AlexanderKluge
#Kunst

#Weimer

Es ist schier zum Verzweifeln. In einer Zeit, die #Intellektuelle vielleicht mehr als je brauchte, verlässt uns einer nach dem anderen der ganz großen #Welterklärer.

So auch #AlexanderKluge (1932 - 2026) - zwei Nachrufe auf den Filmemacher, Schriftsteller, Philosophen u.v.m. von #AngelaGutzeit im #DLF und der Zeitschrift #monopol

https://www.deutschlandfunk.de/zum-tod-des-autors-und-filmemachers-alexander-kluge-100.html

https://www.monopol-magazin.de/alexander-kluge-nachruf-erzaehler-der-ausnahmezustaende?utm_source=monopol_Newsletter&utm_campaign=manuell

Zum Tod des Autors und Filmemachers Alexander Kluge

Deutschlandfunk
Jetzt ist aber auch mal gut mit dem Sterben der Großen. 🥀
#AlexanderKluge #RIP
https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/alexander-kluge-tot-100.html
Filmemacher und Autor Alexander Kluge gestorben

Er war Filmemacher, Philosoph, Schriftsteller und Jurist - Alexander Kluge galt als einer der vielseitigsten Intellektuellen Deutschlands. Jetzt ist er im Alter von 94 Jahren gestorben.

tagesschau.de

RE: https://dis-le.de/display/50619573-2afe488c-e87cddc596b29798

Oh, das ist schade. Da konnte man intelligentes Fernsehen schauen.

#alexanderkluge

"Am 25. März ist #AlexanderKluge im Alter von 94 Jahren in München gestorben.
Alexander Kluges „Eigensinn“ und sein komplexes Spiel mit Widersprüchen im „Geflitz seiner Ideen“ forderten heraus, seine Suche nach den „Möglichkeitsräumen“ der Geschichte wird unvergessen bleiben."

taz.de/Nachruf-auf-Alexander-Kluge/!6166243/
Nachruf auf Alexander Kluge: Geschichte war seine Obsession

Das Wesen des Filmemachers und Schriftstellers Alexander Kluge strahlte stets Leichtigkeit aus. Dabei war der Rohstoff seiner Arbeit der Krieg. Ein Nachruf.

TAZ Verlags- und Vertriebs GmbH
#LiebesTagebuch
Gestern ist #AlexanderKluge im 94. Lebensjahr verstorben. Wieder einer der Klugen, Kritischen, nicht vom Mainstream zurecht Gerichteten. Wieder einer der aufrechten Väter meiner Generation. See you, maybe! Und wenn nicht: Dankeschön für die Anleitung zum Nachdenken!
🌀 https://www.derstandard.at/story/3000000314232/autor-filmemacher-und-polyhistor-alexander-kluge-94-jaehrig-gestorben
Autor, Filmemacher und Polyhistor Alexander Kluge 94-jährig gestorben

In den 1960er-Jahren war Kluge maßgeblich an der Durchsetzung des "Neuen Deutschen Films" beteiligt, als öffentlicher Intellektueller prägte er viele Debatten mit

DER STANDARD