In „Ich, Akira" erzählt der Hund von Attila Klaus Peter Hildmann vom Leben mit seinem Herrchen und wie er dessen Werdegang miterlebte. Von der anfänglichen, langjährig gottgleichen Verehrung bis zu den Belastungen, die das Verhältnis zu Hildmann mittlerweile trägt.

Der ungewohnte Blickwinkel und die mit dem Klischee „der beste Freund des Menschen" verbundene unbedingte Liebe von Akira zu seinem „Papa", der ihn aus dem Tierheim geholt hat, lässt die Enttäuschung über die Entwicklung eines Menschen, das nachträgliche Infragestellen auch der guten Zeiten mit derselben Person und das Unvermögen, an die Person noch irgendwie heranzukommen, besonders deutlich hervortreten.

Richard Feist spielt Akira wunderbar. Trotz all der klugen Sätze und Überlegungen bleibt das Hundedasein immer präsent, ist erkennbar, dass hier ein Hund durch die Ansprache ans Publikum - das immer wieder ins Geschehen einbezogen wird - über sich hinauswächst, seinen Anlagen aber natürlich nicht entfliehen kann. Trotz vieler auch humoriger Szenen wird die Darstellung dabei nie albern oder - in die andere Richtung - unglaubwürdig intellektuell. Es stehen die Gefühle im Zentrum der Betrachtung und Richard Feists Akira zieht einen schnell in seinen Bann.

Ein toller Theaterabend, der sehr lange Applaus war absolut verdient.

Foto: Verena Bauer

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#Theater #Kultur #TheaterHeilbronn #Salon3 #Einpersonenstück #IchAkira

»LILITH.AEON« von AΦE: In der Mitte eines dunklen Raumes steht ein Würfel, dessen vier vertikale Seiten als LED-Monitorwände ausgeführt sind. Das darauf zu sehende Bildmaterial erweckt manchmal den Eindruck, dass man in den Würfel hineinschauen würde. Dort bewegt sich in teils abstrakten, teils surreal an die Oberfläche eines fernen Planeten erinnenden Umgebungen die computeranimierte Figur einer Lilith genannten Tänzerin, die mehrere Inkarnationsstufen durchläuft.

Die in der Beschreibung mit vielen Schlagworten (Transhumanismus, KI, immersiv, Extended Reality, …) angereicherte Vorstellung war technisch und grafisch durchaus beeindruckend, die Geschichte blieb für uns aber zu abstrakt und die Interaktion etwas auf der Strecke. Entweder funktionierte das Motion Capturing, über das wir laut Ankündigung Avatare in der Szenerie steuern und damit mit Lilith interagieren hätten können sollen, nicht durchgängig, oder uns erschloss sich vielleicht nicht schnell genug, wo und wie die Interaktion sich zeigte.

Grafisch und akustisch war die Installation oppulent, emotional blieben wir aber doch letztendlich auf Distanz.


Bild: © SHANEOBENSON

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„To Be a Machine (Version 2.0)" - ein teils über VR-Brille, teils analog erlebbares Theaterstück der Theatergruppe Dead Centre. In den VR-Teil wurde man als Teilnehmende:r sogar über vor der Aufführung einzusendende Portrait-Fotos mit eingebaut.

Ein interessantes Spiel mit Realitäten, den Handlungsmöglichkeiten (oder auch deren Fehlen) in einer VR-Umgebung, schlussendlich auch überführt in die „echte" Welt, die Grenzen zwischen den Ebenen dabei verschwimmen lassend. Geschichte und Inszenierung warteten mit vielen interessanten Wendungen und sowohl digitalen wie auch analogen Überraschungen auf.

Für regelmäßige Besucher des Heilbronner Komödienhauses war natürlich auch ein nettes Sahnehäubchen, sich bei diesem Stück zur Abwechslung auf der Bühne wiederzufinden und in den Zuschauerraum zu blicken. Mit 55 Minuten ein recht kurzes „Spektakel", dessen Besuch sich aber definitiv gelohnt hat.

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„Die letzte Nacht der Welt" von Laurent Gaudé. Die Menschheit ist technisch in der Lage, durch Beleuchtung die Nacht zum Tag zu machen. Eine neue Pille sorgt dafür, dass sich bereits 45 Minuten Schlaf wie 8 Stunden Schlaf anfühlen.
Also werden in einer planetenweiten Aktion die Zeitzonen und auch die Nacht abgeschafft. Permanenter Tag, jede:r schläft die 45 Minuten, wenn es eben gerade passt. Das Mehr an Wachzeit soll der Produktivität dienen.

Ein tolles Thema, das sich in seinen Auswirkungen auf die Natur des Menschen, seine Beziehungen, die Arbeits- und Funktionsweise von Gesellschaften, Ökonomien und Gruppen ausloten ließe.
Leider hat Gaudé noch eine Liebesbeziehung ins Stück mit hineingepackt, die uns zu viel Raum einnahm und auch inhaltlich teilweise rätselhaft blieb.

Das Ensemble des Theaters Heilbronn gab sich wie immer keine Blöße, die technischen Möglichkeiten des Science Dome mit 360°-Projektion, Sternenprojektor und drehbarem Zuschauerraum wurden gut integriert. Es war durchaus ein guter Theaterabend, aber wir hatten inhaltlich mehr bzw. einen anderen Schwerpunkt erwartet.

[Edit: Links vergessen]
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#TheaterHeilbronn #Kultur #Theater #experimenta #Heilbronn #ScienceAndTheatre

Morgen beginnt am Theater Heilbronn in Kooperation mit der experimenta wieder das Festival „Science & Theatre" (Mi-So). Drei Aufführungen werden wir uns anschauen.

Leider sind die von mir sehr geschätzten „half past selber schuld" im Gegensatz zu den Vorjahren diesmal nicht mit einem Beitrag vertreten, aber es wird trotzdem sicherlich wieder sehr viel Eindrückliches zu sehen & zu erleben geben.

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#Heilbronn #Theater #TheaterHeilbronn #experimenta #ScienceAndTheatre #Kultur

Gestern war ja nun Theater angesagt, Dürrenmatts Romulus der Große. Falls es noch nicht aufgefallen ist: Ich bin großer Fan des Heilbronner Stadttheaters. Auch bei diesem Stück hat das Ensemble wieder geglänzt, war das Bühnenbild voller Liebe zum Detail und Überraschungen, hat sich die Regie mit Einfällen nicht zurückgehalten.

Nicht alle waren von der Inszenierung überzeugt - nach der Pause blieben in der Reihe vor uns ein paar Plätze leer. Wer das Stück strikt in der Aufmachung zur Zeit der Handlung sehen wollte, wurde wahrscheinlich teilweise (über-)strapaziert. Wer sich aber auf einen modernen bis absurden Dreh der Ausstattung und gerne auch mal am Slapstick knabbernde Darstellung einließ, hatte einen sehr unterhaltsamen und kurzweiligen Abend mit einem Stück, das auch nach rund 75 Jahren gut in die aktuelle Zeit passt und Anlässe zum Nachdenken geben kann.

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Das Stück „Istanbul" - „Ein musikalischer Abend von Selen Kara, Torsten Kindermann und Akın E. Şipal mit Songs von Sezen Aksu" - spielt mit vertauschten Gegebenheiten: Das Wirtschaftswunder findet nach dem Krieg nicht in Deutschland, sondern in der Türkei statt. Weshalb sich Deutsche in Scharen als Gastarbeiter auf den Weg dorthin machen.

Die alternative Realität ist gut erzählt, wird am Beispiel des Gastarbeiters Klaus lebendig, kann allerdings nur begrenzt Tiefe erreichen, da die Musik in der Aufführung großen Raum einnimmt. Trotzdem kommt durchaus der Impuls an, sich mal etwas genauer damit zu beschäftigen, wie das mit den Gastarbeitern in Deutschland eigentlich damals im Detail ablief.

Die bewegenden Musikstücke wiederum haben sich ihren Raum redlich verdient: Von einer wunderbaren Band und gesanglich weit über dem meinerseits erwarteten Niveau agierenden Ensemblemitgliedern dargeboten, waren sie die Glanzpunkte eines melancholisch nachdenklichen, gelungenen Abends.

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#Kultur #Theater #Schauspiel #Musik #Gastarbeiter #Heilbronn #TheaterHeilbronn

Spielplan im Theater Heilbronn | Schauspiel & Musik

Erleben Sie das reichhaltige Programm des Theater Heilbronn in den Bereichen Schauspiel, Musiktheater, Komödie & Junges Theater in Baden-Württemberg, Silvester im Theater Heilbronn

SteelFeed: Heilbronn / Theater Heilbronn / Blind / 2025-07-05

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Gestern Abend stand (eigentlich) klassisches Theater aus dem 17. Jahrhundert auf dem Programm. Von anderen Besuchern waren Überlegungen mitzubekommen, in der Pause zu gehen - die Gemahlin und ich hingegen hatten einen unerwartet unterhaltsamen Abend.

Wer eine sehr werktreue Aufführung von Molières „Der eingebildete Kranke" sehen wollte, hatte nachvollziehbaren, berechtigten Anlass zu Kritik. Wer sich darauf einließ, dass zwar Kernaussagen und Handlung erhalten blieben, Sprache und Inszenierung aber neuzeitlich adaptiert und häufig ins Absurde (aber nicht ins Sinnlose und nicht nur dem Selbstzweck dienend) überdreht wurden, konnte sehr viel Spaß haben.

Zumindest wir bestaunten das Geschehen auf der Bühne die meiste Zeit im Spannungsfeld zwischen halbpeinlich berührtem Kichern, ob der Ideen nur mühsam unterdrückten Entzückungsjauchzern und positiver Fassungslosigkeit, was denn nun wieder auf welche Weise in Szene gesetzt geschieht.

#Kunst #Kultur #Theater #Heilbronn #TheaterHeilbronn #Moliere #DerEingebildeteKranke

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Der eingebildete Kranke | Theater Heilbronn

Jetzt neu im Spielplan des Theaters Heilbronn! Erleben Sie faszinierende Inszenierungen in den Bereichen Schauspiel, Musiktheater & Komödie in Baden-Württemberg: Der eingebildete Kranke

Was für ein toller Theaterabend gestern.

„Achtsam morden" strotzt nur so vor herrlichen Regieeinfällen, zeigt, dass auch mit wenigen Requisiten viel erreicht werden kann, wenn sie klug gewählt und in Szene gesetzt sind, wie multimediale Inhalte ein Stück bereichern können - und dass hervorragende, bestens aufgelegte Schauspieler:innen einen förmlich mitreißen können.

Erneut bin ich sehr froh, dass das mittlerweile vier Bühnen bespielende Stadttheater so eine positive Entwicklung genommen hat (gut dazu passt, dass das Theaterticket auch gleich als Fahrschein für den ÖPNV gilt).

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Achtsam morden | Theater Heilbronn

Achtsam morden | Theater Heilbronn

Jetzt neu im Spielplan des Theaters Heilbronn! Erleben Sie faszinierende Inszenierungen in den Bereichen Schauspiel, Musiktheater & Komödie in Baden-Württemberg: Achtsam morden