Sydney Pollack – „Tootsie“ (1982)

Ein Film, als Witz verkleidet und dabei doch eine ziemlich präzise Diagnose. Dieses über 40 Jahre alte Stück Kino wirkt wie eine klassische Travestiekomödie, entpuppt sich dann aber als bissige, erstaunlich ungeduldige Analyse von Geschlechterrollen, Macht und der systemischen Abwertung von Frauen im Entertainmentbetrieb. Und mittendrin Dustin Hoffman, der sich nicht einfach verkleidet, sondern eine männliche Komfortzone frontal zerlegt hat. Mit Jessica Lange, Teri Garr, Bill Murray und Geena Davis. (3Sat, Wh.)

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Barry Levinson – „Banditen!“ (2001)

Ein Relikt aus einer Zeit, in der Hollywood sich noch getraut hat, einfach alles gleichzeitig zu wollen: Action, Romantik, Komik, Existenzialismus. Ein Produkt, in denem das Studio auf Stars gesetzt hat, nicht auf den Stoff. Zwei Bankräuber, die niemandem weh tun wollen, und eine Frau, die sich zwischen ihnen nicht entscheiden muss. Kein klassischer Heist-Film, keine Liebeskomödie, kein konventionelles Roadmovie – und genau das ist (k)ein Problem. Mit Bruce Willis, Billy Bob Thornton und Cate Blanchett. (ARD, Wh.)

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André Hunebelle – „Fantômas“ (1964-1967)

Wenn es hier um Filme geht, die älter sind, als der Autor dieses Blogs, dann ist mindestens Vorsicht geboten. Denn Erinnerung täuscht. Und Nostalgie ist nicht immer hilfreich, weil früher ja eigentlich kaum etwas wirklich besser war. Aber wenn es um solches Kino geht, dann bin ich eben dessen erstes Opfer. Denn wer (viel) jünger ist, als 40 oder, 50, kennt Louis de Funès möglicherweise nur noch als Meme. Und Jean Marais, den Charaktergiganten des französischen Kinos haben wohl selbst viele von den Älteren längst vergessen. Danke @ZDF! Denn heute bin ich wieder 10 Jahre alt und sitze doch noch mal mit offenem Mund vor dem Bildschirm. (ZDF, Wh.)

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Vacation: Wir sind die Griswolds (2015)

Aktualisierung: Ich habe „Vacation: Wir sind die Griswolds″ am 1. Mai 2026 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht. Nach einer ziemlich aufregenden Arbeits- und turbulenten ersten Ferienwoche, waren am Abend alle Familienmitglieder ziemlich platt. Als die Kids gegen 20:30 Uhr im Bett waren, haben wir uns vor den Fernseher zurückgezogen und mit "Vacation: Wir sind die Griswolds" einen Film eingelegt, von dem ich mir nicht viel […]

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Vacation: Wir sind die Griswolds (2015)

Nach einer ziemlich aufregenden Arbeits- und turbulenten ersten Ferienwoche, waren am Abend alle Familienmitglieder ziemlich platt. Als die Kids gegen 20:30 Uhr im Bett waren, haben wir uns vor den…

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Pedro Almodóvar – „Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs“ (1988)

Madrid als völlig überdrehter Organismus. Männer verschwinden und Frauen bleiben zurück mit der Arbeit, den Emotionen und dem Chaos. Das ist kein leises Drama über Liebeskummer, sondern eine grellbunte Eskalation dessen, was passiert, wenn patriarchale Beziehungsmodelle kollabieren und die Frauen beschließen, nicht mehr still mitzuleiden, sondern laut zu werden. Damals war es der erste Pedro Almodóvar Film meines Lebens. Und ich liebe ihn dafür noch immer. Mit Carmen Maura und Antonio Banderas. (ARTE, Wh.)

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Ein Mann namens Ove – Filmvergnügen mit tiefer Menschlichkeit

Medientipp - bis 30. April 26 in der 3sat-Mediathek Ein 60-jähriger Witwer hat sich über Jahre hinweg durch Pedanterie und Unfreundlichkeit seine Umgebung zum Feind gemacht. Als er seine Arbeit verliert, will er sich umbringen, wird aber durch das Eintreffen neuer Nachbarn gehindert. Durch ihre hartnäckige Freundlichkeit besinnt er sich auf seine lange unterdrückten menschenfreundlichen Seiten. Eine in der Hauptrolle ideal besetzte, hervorragend inszenierte Komödie über die Läuterung […]

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Nesrin Şamdereli, Yasemin Şamdereli – „Almanya – Willkommen in Deutschland“ (2011)

Kaum durchlebt Cenk in der Schule seine Identitätskrise zwischen „deutsch“ und „nicht deutsch“, wird sofort klar, wie klug und leicht dieser Film sein will. Und wie selten so etwas im deutschen Kino überhaupt noch auftaucht. Dass er auch nur sehr selten im TV läuft, fühlt sich für mich fast schon wie ein kleiner Skandal an, denn diese Komödie ist bis in die letzte Nebenrolle ein Ausnahmefall. Mit Vedat Erincin, Fahri Yardım, Lilay Huser, Demet Gül, Rafael Koussouris, Aylin Tezel und vielen anderen. (ARD, Wh.)

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Shane Black – „The Nice Guys“ (2016)

Auf den ersten Blick ist das hier eine reine Männerfantasie. Und eine Hommage an den alten Film Noir. Shane Black nimmt den klassischen Buddy-Thriller, wirft ihn in das smoggelbe Los Angeles des Jahres 1977, tränkt alles in Neon, Pornokultur und institutionelle Korruption, und baut daraus eine grell funkelnde Krimikomödie, die erstaunlich viel über Männlichkeit, Macht und die politische Verwertbarkeit weiblicher Körper erzählt. Mit Russell Crowe, Ryan Gosling und Kim Basinger. (ARD, Wh.)

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Filme in der ARD: Helden der Wahrscheinlichkeit - hier anschauen

Spielfilm Schweden/Dänemark 2020 (Retfærdighedens ryttere) Der Berufssoldat Markus (Mads Mikkelsen) kehrt aus einem Einsatz nach Dänemark zurück, um sich nach dem tödlichen Unfall seiner Frau Emma (Anne Birgitte Lind) um die gemeinsame Teenagertochter Mathilde (Andrea Heick Gadeberg) zu kümmern. Seinen Schmerz sowie leidvolle Fragen betäubt der eiskalte Einzelkämpfer fortan mit Alkohol. Mitten in seine Trauer platzen der Statistiker Otto (Nikolaj Lie Kaas) und sein überdrehter Kollege Lennart (Lars Brygmann) mit einer gewagten These: Bei Emmas „Unfall“ muss es sich gemäß ihrer Wahrscheinlichkeitsrechnung um einen getarnten Anschlag gehandelt haben. Für sie kann es kein Zufall sein, dass der Kronzeuge in einem bevorstehenden Prozess gegen eine kriminelle Rockergang namens „Riders of Justice“ unter den Toten ist! Schon bald finden die schrägen Nerds mit der Unterstützung des exzentrischen Hackers Emmenthaler (Nicolas Bro) weitere Indizien, die sie in ihrer wahnsinnigen Theorie unterstützen. Mit Mads Mikkelsen, Nikolaj Lie Kaas, Andrea Heick Gadeberg u.a. | Regie: Anders Thomas Jensen

Robert Budreau – „Die Stockholm Story – Geliebte Geisel“ (2019)

Es gibt Rollen, die Noomi Rapace nicht einfach spielt, sondern körperlich besetzt. Dieser Film lebt von genau dieser Qualität der Schwedin. Robert Budreau inszeniert den legendären Banküberfall von 1973 nicht als klassischen Thriller, sondern als schräges, popkulturell aufgeladenes Kammerspiel zwischen Farce, Geiseldrama und Beziehungsstudie. Dass der Film funktioniert, liegt vor allem daran, wie Rapace und Ethan Hawke eine klaustrophobische Bankfiliale in ein emotionales Labor verwandeln. (ARD, Wh.)

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