Der Simple Directmedia Layer erleichtert Multimediaanwendungen den Zugriff auf die Hardware. Die neue Version bietet Kamera- und GPU APIs, verbesserten Umgang mit Audio-Geräten, die Unterstützung von Farbräumen und ein verwirrendes Versionsnummernschema. SDL 3 ist die dritte Auflage des Simple Directmedia Layer, die allerdings direkt unter der Version 3.2 erscheint. Die wiederum bezeichnen die Macher an verschiedenen Stellen auch als Version 3.0 – obwohl sie in der Versionshistorie nicht offiziell auftaucht. Während der Entwicklung erschienen lediglich einige Testversionen mit der Nummer 3.1. Unabhängig von dem Versionswirrwarr bringt die kernsanierte Fassung einen riesigen Haufen Neuerungen mit und schneidet gleichzeitig viele alte Zöpfe ab. Generalüberholt kommt die komplette API daher. Das beginnt bereits mit den Namen der bereitstehenden Funktionen, die jetzt einem konsistenteren Namensschema folgen. Insbesondere verwendet nicht mehr jedes Subsystem seine eigenen Konventionen. Des Weiteren kamen zahlreiche nützliche und unter Programmierern lang vermisste Schnittstellen hinzu. Bild … Die GPU API erlaubt etwa den plattformübergreifenden Zugriff auf 3D-Rendering-Funktionen und die eigentlichen GPUs. Mit ihr lassen sich etwa Shader einheitlich an die Grafikkarte übergeben, unabhängig davon, ob sich unter der Haube Metal, Vulkan oder Direct3D 12 um die Grafikausgabe kümmern. Die GPU API abstrahiert zudem auch Berechnungen auf dem Grafikprozessor. Die Unterstützung für hochauflösende Monitore (HiDPI-Bildschirme) hat das SDL-Team deutlich verbessert. Die SDL 3 ist zudem in der Lage, verschiedene Farbräume zu jonglieren. Dazu zählen insbesondere die im Fernsehbereich beliebten HDR10 oder BT2020. … und Ton Deutlich aufgebohrt haben die Entwickler die Audio-Fähigkeiten: Verschiedene Teile einer Anwendung dürfen jeweils ein eigenes Audiogerät ansprechen. Audio-Streams lassen sich unter anderem konvertieren, resamplen und (neu) mixen. Sobald der Nutzer ein Audio-Interface, einen Kopfhörer oder andere externe Geräte ein- und ausstöpselt, wechselt die SDL automatisch zu einem anderen passenden Gerät. Das Drumherum Weitere neue Schnittstellen liefern Dateisystemdialoge (Dialog API) und vereinfachen den Zugriff auf das Dateisystem (Filesystem API) beziehungsweise Datenträger (Storage API). Im Gegensatz zur SDL 2 kann die eingebaute Zwischenablage jeden beliebigen Datentyp speichern. Den Zugriff auf Webcams steuert einheitlich die Camera API. Die Schnittstelle zapft dabei allgemein Videoquellen an und ist somit nicht nur auf Webcams beschränkt. Als wichtige Neuerungen erwähnen die Entwickler schließlich auch noch in ihrer Ankündigung die deutlich überarbeitete Dokumentation sowie die zahlreichen Beispielprogramme, die beim Einstieg helfen sollen. Für alle Umsteiger von der SDL 2 existiert zudem ein Migrationsleitfaden.