@BlumeEvolution „Wenn du es dir nicht leisten kannst, kauf’ es nicht“, sagte die #Pflegemutter immer. Alles, was sie gekauft hat, hat sie sich erspart. Ratenkäufe beim Versandhandel hat immer nur der #Pflegevater gemacht, ihr war das peinlich bzw. eine Schande.

So bin ich aufgewachsen. Ich bin inzwischen Mitte Fünfzig und habe insgesamt 3 Autokredite je 3 Jahre aufgenommen in meinem Leben und das war‘s. Alles andere habe ich mir „erspart“.

Kein unbewusster Glaubenssatz.

@dankefuerdenfisch Meine #Pfegemutter hat in div. Gastro- und Hotelbetrieben, die privat geführt wurden als Zimmermädchen oder als Putzfrau gearbeitet. Ich war in der Zeit im Kindergarten und der #Pflegevater auf der Werft.

Sie wurde bar bezahlt. Ich vermute, dass man das heute Schwarzarbeit nennt, aber vielleicht war sie auch angemeldet, denn man hat damals noch Lohntüten übergeben und es gab Trinkgeld. Sie hätte, wenn sie nicht die Unfallrente bekommen würde, doch eine kleine Rente.

Und wo gerade Gewalt in verschiedenen Formen gegen Frauen ein Thema ist. Die #Pflegemutter hat viel ertragen durch den Mann, der mir überraschend ein guter #Pflegevater war. Allerdings hat er sie damit erpresst, dass er seinen leiblichen Kindern jeder Zeit etwas antun könne. Seit dem schlief sie mit einer Spaltaxt unter dem Bett.

Das habe ich erst so gegen 20 erfahren und war völlig erschüttert . Da war er dann schon ein Jahr tot.

Ich hatte gehofft, dass diese Zeiten vorbei sind.

Die heimlich arbeitende #Pflegemuttern hätte eine Rente von € 245. Da der #Pflegevater in den 50er Jahren Schiffsinnenräume mit Asbest verkleidet hat, ist er in den späten 80er Jahren an einer #Asbestose gestorben. Somit hat sie eine Unfallrente von ihm geerbt und hatte das erste Mal in ihrem Leben ein gutes finanzielles Auskommen.

Danach hat sie mir gesagt, dass ich auf keinen Fall abhängig von meinem Mann sein solle und dafür sorgen müsse, dass ich selbst genug Geld verdiene.

@bastibayer Ich habe da mal Ja angeklickt, aber so richtig ist das nicht. Die 95-jährige #Pflegemutter gehört zu der Generation, die nur mit Erlaubnis des Mannes arbeiten und ein eigenes Konto eröffnen durfte. Was der #Pflegevater nicht erlaubte. Da er alles, was an Geld übrig war durchgebracht hat und nur sehr wenig Haushaltsgeld an sie übergab, ist sie putzen gegangen und hat sich bar zahlen lassen. So konnte sie die vier Kinder irgendwie über die Runden bringen.