Der Tod, die Liebe und die Poesie – Ein beeindruckender „Andrea Chénier“ bei den Salzburger Festspielen
Elena Deinhammer
Zwischen historischen Reminiszenzen und poetischen Anklängen erzählt das Dramma di ambiente storico „Andrea Chénier“ in vier Bildern die Geschichte des titelgebenden Dichters, der vom Unterstützer der ursprünglichen Anliegen zum enttäuschten Gegner der tatsächlichen Revolution wurde und deshalb dem Tod an der Guillotine entgegentreten musste. Luigi Illica, auch Verfasser der Libretti von „La Bohème“ oder „Tosca“, stützte sich dabei sowohl auf Geschichtsdokumente der Revolution und ihrer Gerichtsverfahren als auch auf die Lyrik André Chéniers, ohne jedoch ein die Historie nacherzählendes Drama mit direkten literarischen Zitaten schaffen zu wollen. So entstanden atmosphärische Impressionen des französischen Revolutionszeitalters mit seinen Protagonisten und Antagonisten, zu denen Umberto Giordano eine ebenso stimmungsvolle, noch in der Tradition der klassischen italienischen Oper verhaftete, diese aber gleichzeitig aufbrechende Musik schrieb. Bei den Salzburger Festspielen gelangte dieses Werk zur konzertanten Aufführung – mit einer glanzvollen Besetzung, deren Namen die gehegten Erwartungen mehr als erfüllte. (Rezension der Vorstellung v. 25. August 2025) […]
Gefeierte Premiere von Puccinis „Manon Lescaut“ am Opernhaus Zürich
Marco Stücklin
[caption id="attachment_29969" align="alignleft" width="300"] Opernhaus Zürich(MANON LESCAUT/E. Stikhina, S. Pirgu/ Foto: Toni Suter[/caption]
Manon Lescaut war Giacomo Puccinis erster großer Erfolg. Seine beiden früheren Opern „Le Villi“ und „Edgar“, hatten keinen besonderen Anklang gefunden. Hinweise auf die ursprünglich von Abbé Prevost 1731 erschienene Erzählung erhielt Puccini schon 1885, nachdem Jules Massenet mit seiner Oper „Manon“ 1884 in Paris großen Erfolg hatte. Bis zur Uraufführung von Puccinis Version dieses Stoffes sollten noch weitere 8 Jahre verstreichen. (Rezension der Premiere vom 9. Februar 2025) […]
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„Madama Butterfly“ am Opernhaus Zürich
Marco Stücklin
[caption id="attachment_29679" align="alignleft" width="300"] Opernhaus Zürich/MADAMA BUTTERFLY/Foto: Toni Suter[/caption]
Man kann sich heute nicht mehr vorstellen, dass bei der Uraufführung am 17. Februar 1904 an der Mailänder Scala dieses großartige Werk eines der größten Fiaskos von Giacomo Puccini würde. Dies lag an der damals herrschenden antijapanischen Stimmung, als nach dem 8. Februar 1904 der Krieg zwischen Russland und Japan ausbrach, aber auch an einer Rivalität zwischen den Verlagshäusern Ricordi und Sonzogno, deren Anhänger die Vorstellung störten und zu deren Scheitern beigetragen hat. Puccini zog die Partitur noch am selben Tag zurück und begann sofort damit, einige Teile des Werkes zu überarbeiten. Er machte Kürzungen und ergänzte andere Stellen. Seither wird die Oper in drei Akten aufgeführt und nicht, wie in der ursprünglichen Fassung nur in zwei Akten. Die Erstaufführung der Urfassung in Rom wurde abgesagt. Die zweite Fassung konnte aber bereits kurze Zeit später am 28. Mai 1904 in Brescia präsentiert werden und wurde sogleich ein riesiger Erfolg. (Rezension der Wiederaufnahme vom 29.12.2024) […]
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