Unsere Sichtbarkeit ist irgendwie eine Bedrohung für die Macht oder: zum Trans Day of Visibility
Es ist Trans Day of Visibility und wie immer wünschte ich mir, ich müsste mich nicht darum kümmern, trans zu sein.
Du da, hypothetischer Cis-Leser, hast du es satt, in den Nachrichten ständig von Trans-Scheiße zu hören?
Ich auch, wir alle.
Es ist der Trans Day of Visibility, aber es ist auch der Trans Day of Have To Go To Work Anyway, oder der Trans Day of Who The Fuck is Hiring, oder der Trans Day of How Are We Going to Support All These Queers Who Are Internally Displaced Refugees Here in the States.
Früher trug ich einen selbstgemachten Anstecker, auf dem stand „Ich will wahrscheinlich nicht mit dir über Gender reden“, weil Gender auf meiner persönlichen Prioritätenliste ganz unten steht. Ich bezeichne mich selbst mit den Pronomen „ich/mich/mein“ und das einzige geschlechtsspezifische Wort, das mir persönlich wichtig ist, ist, dass ich Rintrahs Mama bin. Und ihm ist Gender egal, und er pinkelt mit allen vier Pfoten auf dem Boden.
Ich schreibe selten über Trans-Themen, und das liegt nicht daran, dass ich mich selbst hasse, sondern daran, dass mich Gender irgendwie langweilt. Der einzige Grund, warum es mich interessiert, ist, dass die Gesellschaft sich einfach so sehr dafür interessiert. Ich verspreche dir: Meine Gedanken zur Dekolonialisierung und zur Abschaffung von Staat und Kapitalismus stellen eine viel größere Herausforderung für den Status quo dar als die Tatsache, dass ich manchmal Kleider trage, obwohl ich nicht „passiere“.
Zumindest läuft das in meinem Kopf so ab. Aber irgendwie stellt meine bloße Existenz – und die Existenz von etwa der Hälfte der Menschen, die ich kenne – eine grundlegende, existenzielle Bedrohung für die Gesellschaft dar. Unser Modegeschmack ist schlecht, aber so schlimm ist es doch sicher nicht.
Die Sache ist die: Auf individueller Ebene interessiert es niemanden sonst auch nur im Geringsten, dass ich trans bin.
Einmal, im ländlichen West Virginia, erzählte ich dem Klärgrubenreiniger, dass ich eine Transfrau bin, während wir uns unterhielten, als er jahrzehntelang angesammelten Dreck aus der Grube unter meinem Haus entfernte.
(...)
Weiterlesen in meiner Übersetzung des Textes "Our Visibility is Somehow a Threat to Power or: on Trans Day of Visibility" von Margaret Killjoy / @margaret Vom 31. März 2026
#Queer #LSBQTI #TransDayOfVisibility