Leben unter Rehen

Geoffroy Delorme wird nach einem traumatischen Erlebnis in der Schule nur noch von Fernlehrern unterrichtet. Zurückgezogen wächst er im Haus der Eltern auf. Doch auf seinen heimlichen Streifzügen durch die angrenzenden Wälder entdeckt er einen einzigartigen Kosmos, der ihn anzieht.
Und als er, fast volljährig, in die Welt der Menschen hinausgedrängt werden soll, von der er so viele Jahre ferngehalten wurde, beschließt er, dem Ruf des Waldes endgültig zu folgen.
Die Begegnung mit einem jungen Rehbock wird dabei zur Initialzündung. Fortan begleitet er diese anmutigen Geschöpfe und lernt von ihnen: wie man ein Revier anlegt und nährstoffreiche Pflanzen findet. Wie man sich nachts warm hält und im Wechsel der Jahreszeiten überlebt. Er wird Zeuge, wie Kitze geboren werden, aber auch, wie Jäger die Tiere abrupt aus dem Leben reißen.
In dem tief bewegenden Bestseller aus Frankreich, erzählt der junge Autor zärtlich und voller Demut davon, wie er sich auf der Suche nach einem erfüllten Leben von der menschlichen Gesellschaft abwendet. ‚Von der Kompromisslosigkeit und zugleich heilenden Kraft der Natur. Und von der faszinierenden, uns oftmals verborgenen Welt der Waldbewohner.
...

Selten habe ich ein Buch so verschlungenen wie dieses.
UNBEDINGTE Leseempfehlung für alle, die sich für die uns verborgene Lebenswelt in unseren Wäldern interessieren.

#LasseLiest #Rehe #Wald

Blattschneiderameisen als Pilzbauern

Wie der Entomologe Ted Schulz vom Smithsonian National Museum of Natural History feststellt, ist Landwirtschaft in der Tierwelt sehr selten ... wir kennen nur vier Tiergruppen, die diese Art Landwirtschaft entwickelt haben;
#Ameisen, Termiten, Borkenkäfer und Menschen.
Pilzzüchtende Termiten, wir werden gleich noch von ihnen hören, gibt es seit gut 30 Millionen Jahren. Die ausgeklügelte Form des Zusammenlebens mit einem Pilz existiert aber unter sozialen Insekten, konkret den Ameisen, bereits um einiges länger. Moderne molekularbiologische Methoden zeigen: Die Pilzzucht der Ameisen geht auf einen einzigen gemeinsamen Vorfahren zurück, der vor rund
50 Millionen Jahren gelebt hat. Speziell in den letzten
25 Millionen Jahren haben sich dann verschiedene »landwirtschaftliche« Strategien entwickelt, von denen jene der
Blattschneider-Ameisen die bekannteste ist. Sie schneiden
Blattstücke ab, die sie zu ihrem Bau tragen, um an diesem
Substrat Pilzgärten anzulegen. Ein Staat kann dabei pro Tag so viel Vegetation abschneiden, wie eine ausgewachsene Kuh frisst. Kolonien mancher Arten der Gattung Atta können bis zu acht Millionen Ameisen umfassen,
was ebenfalls der Biomasse einer ausgewachsenen Kuh
entspricht.Und es gibt sehr viele Ameisenstaaten dieser Größe! Kein Wunder, dass der Mensch die sechsbeinigen Bauern vielerorts mit chemischen Mitteln bekämpft.

#Natur #Landwirtschaft #Pilze #LasseLiest

..
In Südindien fand man in einer Meeresalge einen #Pilz aus der Gattung Fusarium, der wirksame Metabolite gegen #Malaria herstellt und im menschlichen Blut den Erreger der lebensgefährlichen Malaria tropica, Plasmodium falciparum, bekämpft. Zwischenzeitlich sind aus Meeresalgen zahlreiche Pilzsymbionten bekannt geworden - ein faszinierender Forschungsbereich: Die Natur, das ist nicht nur Fressen und Gefressenwerden, die Natur ist in wesentlicher Hinsicht auch auf Kooperationen zum beiderseitigen Nutzen gegründet.

Pilze in Korallenriffen
Nicht minder bedeutend ist die Rolle der Pilze in den so schönen und artenreichen Korallenriffen. Fungi treten hier als Endobionten, als Pathogene in Korallen, als Teil des Endolithions (Organismen, die im Kalkgestein bohren bzw. leben) und als Saprobionten auf, die in toter, sich zersetzender organischer Substanz leben. Obwohl bohrende, endolithische Fungi bereits 1973 beschrieben wurden, hat man ihre volle Bedeutung im Ökosystem Riff erst nach und nach erkannt. In allen vorstellbaren symbiotischen bis parasitischen Wechselwirkungen, spielen Pilze im Riff eine wichtige Rolle. Schon seit Jahrzehnten ist die unheilvolle Korallenbleiche {coral bleaching), das Ausbleichen und Absterben von riffbildenden Steinkorallen, ein großes Thema des Meeresschutzes, doch hängt dieses unerfreuliche Phänomen
nicht ausschließlich mit der steigenden Temperatur des
Wassers zusammen. Wenn die Immunität der Korallen durch schädliche, vom Menschen verursachte Umwelteinflüsse geschwächt ist, werden sie durch eine Vielzahl von Pathogenen bedroht, und dazu gehören auch mikroskopisch kleine Pilze.

#Natur #Meer #Pilze #LasseLiest

...
Wenn Sie nur einen winzigen Bruchteil all der Wunder im Boden erahnen möchten, machen Sie es dem amerikanischen Okologieprofessor David G. Haskell nach, der, mit einer Lupe ausgestattet, ein ganzes Jahr lang einen Quadratmeter Waldboden beobachtete und dabei das Zusammenspiel kleiner Lebewesen dokumentierte.
Auf die Frage, ob das nicht furchtbar öde gewesen sei,
antwortete er: In keinem Moment. Ich war jeden Tag neu
verblüfft über die vielen Kreaturen auf diesem einen Quadratmeter - und über die vielen Geschichten, die sie erzählen.
Je länger ich hinschaute, hinhörte und hin roch, umso inteteressanter wurde es.
...

Ich kenne das Buch und kann es nur empfehlen - eine meditative Reise in ein unbekanntes Land.

Das verborgene Leben des Waldes.
David Haskell

portal.dnb.de/opac/showFullRec…

#Natur #Wald #Pilze #LasseLiest

DNB, Katalog der Deutschen Nationalbibliothek

...
Im Dunkeln ist gut munkeln

Wie kann man sich diese Kontaktbörse des Waldes vorstellen? Pflanzen verwenden sogenannte Strigolactone,
Pflanzenhormone, um die Pilze zur Wurzel zu locken. Unter Milliarden von Bodenorganismen findet so der »verliebte Pilz« in völliger Dunkelheit und einem sehr
dichten Medium den Weg zu »seiner Wurzel«. Der Pilz
hingegen teilt mit Hilfe der sogenannten Myc-Faktoren (chemisch handelt es sich um Chitin-Oligomere) der Pflanze mit: "Ich bin schon nahe, gleich kommt es zum Kontakt, löse deine Abwehrmechanismen nicht aus, bilde stattdessen feine Seitenwurzeln aus, die ich in aller Ruhe umschlingen kann." Diese präsymbiotische Phase könnten wir aus menschlicher Perspektive als die Zeit der zärtlichen Anbahnung bezeichnen. In dieser Phase geht es darum, Vertrauen zueinander aufzubauen. Immerhin lauern auch Parasiten, »Heiratsschwindler« sozusagen,
auf ihre Chance. In den Zellen der künftigen Partner laufen während des Kennenlernens dramatische Umbauten ab: Während der Pilz ein sogenanntes Hyphopodium
ausbildet, mit dem er an die Pflanzenwurzel andockt,
durchlaufen die unter dem Hyphopodium liegenden epidermalen Zellen der Wurzelrinde einen umfassenden
zellulären Umbau. Das Cytoskelett und das Endoplasmatische Reticulum formen einen sogenannten pre-penetra-tion apparatus (PPA), der den Weg der Pilzhyphe, also des Zellfadens des Pilzes, durch die epidermale Zelle festlegt. Der Pilz wächst also nicht »mit Gewalt« durch die Pflanzenzellen hindurch, vielmehr macht ihm der Wirt
den Weg aktiv frei.

#Natur #Wald #Pilze #LasseLiest
...

...
Alles wird immer lauter, immer greller, immer schneller.
Doch unser Gehirn ist dafür nicht gemacht, es stammt aus einer Zeit, als es noch Lagerfeuer gab
und klare Sternenhimmel und echte Ruhe.

Tim Schlenzig, mymonk.de
...
😊
#Natur #Wald #Pilze #LasseLiest

...
Diese Zusammenhänge, die Zusammengehörigkeit allen Lebens auf der Erde, bieten uns in Zeiten der Entfremdung von der Natur und ihrer Zerstörung positive Inspiration. »Erst im Wald kam alles zur Ruhe in mir, meine Seele wurde ausgeglichen und voller Macht«, schrieb Knut Hamsun. Die segensreichen und fördernden Einflüsse auf unsere Gesundheit bewirken die unzähligen Lebewesen des Waldes — und natürlich auch die Pilze. Diese
Lebewesen arbeiten erstaunlich oft nicht in »darwinistischer« Konkurrenz gegeneinander, sondern kooperativ zusammen. Sie werden in diesem Buch manches über Symbiosen lesen und darüber, dass die überragende Bedeutung von Zusammenarbeit in dem Bild, das wir von der Natur haben, irgendwie untergegangen zu sein scheint.
Gerade die Pilze sind ein Sinnbild der Kooperation.
Ihr Myzel, ein unvorstellbar großes Geflecht des Lebens, erzählt von der Vernetzung der Lebewesen und vom und vom Austausch von Stoffen und Energien zum gegenseitigen Nutzen und von einer Kommunikation auch jenseits der Tierwelt.
...
#Natur #Wald #Pilze #LasseLiest

So - Sonntag Nachmittag, Tee in der Kanne, Füsse auf'm Coutchtisch und meinen Buddy neben mir - Zeit für ein neues Buch.

Das geheimnisvolle Leben der Pilze.
Das faszinierende Wunder einer verborgenen Welt
Robert Hofrichter

Bin gespannt was es zu lernen gibt.

#Natur #Wald #Pilze #LasseLiest

...
Ich war schon immer davon überzeugt, dass eine KI für mich arbeiten sollte - und nicht für Big Tech. In unserer Kultur gilt ja ohnehin die klare Erwartung, dass mein Arzt in meinem Interesse handeln muss - und zwar ausschließlich in meinem Interesse. Dasselbe
gilt für meinen Anwalt. Diese Erwartung ist nicht nur kulturell
verankert, sondern auch rechtlich abgesichert: durch Gesetze, Vorschriften, Schweigepflichten und hohe Anforderungen an solche Berufe, deren Grundlage Vertrauen ist. Warum sollte man für KI nicht dieselben Maßstäbe anlegen - und womöglich vergleichbare Regelungen schaffen?
In einer Breakout-Session in Ditchley Park hatte ich Gelegenheit, diese Idee in einem Kreis von Wissenschaftdern, Politikern und Philosophen zur Diskussion zu stellen. Die Gruppe war bunt gemischt, aber in einem Punkt einig: Sie hielten
diesen Vorschlag für sinnvoll, praktikabel und nützlich. Das war für mich, eine gute Orientierung für künftige Entwicklungen.
...

#Mitgefühl #LasseLiest #WWW #ThisIsForEveryone #KI #TimBernersLee

...
Wir könnten sogar noch einen Schritt weiter gehen: Was wäre,
wenn man Algorithmen auf konstruktives Engagement trainieren würde? Was wäre, wenn sie darauf optimiert wären, den Menschen die Freude am Diskutieren mit anderen zu vermitteln, statt sie an Hass und Spaltung zu gewöhnen? Solche Algorithmen gibt es durchaus: Die Musikdienste von Spotify und Apple Music sind ziemlich gut darin, Songs auszuwählen, die dem Hörer gefallen.
Eine weitere Plattform, die es gut zu verstehen scheint, positive Inhalte zu fördern, ist Pinterest.
...

#Mitgefühl #LasseLiest #WWW #ThisIsForEveryone #KI #SocialMedia #DesignIssues #Tim Berners Lee