Halbe Sachen machen

Halbe Sachen machen ist ja eigentlich nix, worauf man stolz ist. Manchmal macht man sie halt. Eher versehentlich. Manchmal. Und manchmal kauft man sie. So eine kleine Fujifilm X-Half zum Beispiel. Putzig!

Ja, GAS ist unheilbar. Wer was anderes behauptet, lügt. Oder hat noch keine Fujifilm gehabt.

Und neues Spielzeug regt zum Spielen an. Überraschung. Oder? So auch die kleine X-Half. Klein, leicht und winterjackentauglich. Also wirklich. Tasche auf, Ding raus, Klick. Keine Ausrede mehr. Und genau das ist ja das Problem. Man schleppt entweder eine Kamera herum und sieht nix, oder man sieht was und hat keine Kamera dabei. Okay – ein Smartphone hat man immer dabei (ich sogar ein Pro-Dings), aber damit werde ich nicht warm.

Fotografiere ich mit der X-Half mehr? Nein.
Aber ich seh mehr. Und das ist schon was.

Die Hemmschwelle, die Kamera rauszuziehen, ist extrem niedrig. Fast schon unverschämt. Selbst in Umgebungen, ich denen ich sonst nie fotografieren würde. Man wird damit einfach nicht gesehen – sozusagen ein PAL Feld.
Okay: die Objektivabdeckung ist fummelig und nervt. Aber trotzdem: Ingesamt einfacher als das iPhone 17 Pro Max rauszuziehen. Allein schon wegen dem Auslöser. Und wegen der Handlichkeit. Und weil’s halt eine Kamera ist und kein halber Computer, für den ich fast zwei Hände brauche. Die kleine Halbe regt dazu an, nebenbei zu knipsen.

Nicht dieses „Jetzt mache ich ein Foto“, sondern eher: ah, Licht, Moment, zack. Fertig.

Der Filmrollenmodus

Großartig. Und ein bisschen bescheuert. Also genau mein Ding.

Und wie früher: Die letzten paar Bilder sind meistens Quatsch, weil: Der Film muss halt voll werden. Das ist so extern induzierte Selbstmanipulation, dass es schon wieder genial ist.
Ich würde mir ehrlich eine Kombination wünschen aus Filmrollenmodus UND Display.
Der Aufzugshebel dagegen: sehr genial. Wirklich. Das sollte Fuji definitiv in die X-Pro4 übernehmen! 
Den Diptychon-Modus brauch ich dafür überhaupt nicht. Der OVF im Filmrollenmodus ist eigentlich unbrauchbar. Und genau deshalb … ist er irgendwie wieder cool.

„Was den optischen Non-TTL-Sucher angeht: Ich mag das Konzept. Passt nicht immer, aber wo es passt, macht es vieles besser. Besser im Sinne von unmittelbar, im Sinne von motivorientiert statt kompositionsorientiert, im Sinne von Licht und Moment.“

So beschreibt Stefan Senf meine Erzählungen – und hat damit meine volle Zustimmung.

Hat mir quasi die Worte aus dem Mund gezogen.

Halbe Geschwindigkeit

Unglaublich, wie sehr diese Kamera entschleunigt. Alles ist langsam. Die Kamera. Die App. Alles. Das ist keine Kritik. Das ist eine Erfahrung. Einschalten und warten. Auslösen und warten. Und man wartet. Man schaut. Für Street oder Action ist das allerdings eher nix. Egal. Fast meditativ. Also fast. Ich bin ja kein Mönch.

Ob die Übertragung der Bilder per WLAN von der Kamera zur App absichtlich so langsam ist oder ob das zur „Entwicklung“ der Filmrolle gehört? Keine Ahnung. Gehört vielleicht einfach zum Konzept. Ich nehme es hin. Klar könnte ich die SD-Karte ins Handy schieben. Könnte ich. Mach ich aber nicht.

Doppelte Haptik

Und dann kam noch ein Drucker dazu. Der alte Instaxdrucker kann mit den neueren Kameras nicht direkt zusammenarbeiten. Ich musste also quasi. Ich wurde sozusagen dazu gezwungen! Neue Drucker braucht das Land. Die direkte Integration von Drucker und Kamera – trotz Schwächen – senkt die Hemmschwelle zum schnellen Druck nochmal massiv. Foto machen. Drucken. In der Hand halten. Zack.

Damit das alles aber auch gut präsentiert werden kann, suche ich jetzt ein Instax-Wechselrahmen-System für meine Fotowand. Aktuell hängen die Bilder mit Magneten an einer Metallschnur. Geht. Aber … naja. Hat jemand einen Tipp? Ehrlich jetzt.

Und jetzt?

Hat das jetzt was gebracht? Fotografiere ich mehr? Nein. Knipse ich mehr? Ja. Sehe ich mehr? Definitiv. Die unterschwellige Verfügbarkeit und die unauffällige Möglichkeit lassen mich besser hinsehen. Die kleine X-Half ist wie ein Trainingslager. Und das macht sie absolut prima.

Wohin geht das weiter? Nächste Stufe: die X100 wieder öfter mitnehmen? Oder doch die alte Dame, die X-Pro3, mit dem neuen gelb-orangenen 35mm TTartisan?

Ich sag ja: GAS ist eine schlimme Krankheit. Und halbe Sachen machen manchmal trotzdem Sinn.

#Bilder #Fuji #Fujifilm #IShootJPEG #IshootJPG #OoC #SooC #XHalf

2025 Reviewed

Wieder neigt sich ein Jahr viel zu schnell dem Ende zu. 

Ein Jahr, das fotografisch gut gestartet hatte. Der Workshop aus dem die Demokratie-Serie entstanden ist und auch mein Wochenende in Kallmünz waren vermutlich meine Highlights und hatten mich stark beflügelt. Danach ging es dann leider nicht entsprechend weiter. Die 2025er Ausgabe der Burg hat mich nicht so sehr bewegt wie die Jahre zuvor. Auch der Urlaub in Schweden und meine Dienstreisen nach Göteborg hatten nur wenige (krasse) fotografische Highlights. Vielleicht ein Thema meiner persönlichen Erwartungshaltung. 

Dann gab es da noch einen Ausflug ins Analoge und damit für mich verbunden wichtige Erkenntnisse, die mich sicherlich auch nach 2026 tragen werden. 

Ein keiner Einblick wohin mich 2026 führen könnte habe ich hier mal in den Artikel gestreut – entstanden auf der Weihnachtswanderung durch die Weinberge im Stromberg. XPro3 + Minolta 50mm mit Kodak Porta 400.

Eigentlich so gar nicht mein Thema, trotzdem ist es mal Interessant einen Blick auf Zahlen zu werfen: Bei den Top-Artikeln gibt es tatsächlich Content aus 2018, 2019, 2023 und 2024, der noch gerne besucht wird. Aus den 2025-Artikeln sind zum Glück die Artikel, in denen mein größtes Herzblut steckt, gut dabei.

Sehr spannend finde ich auch die Wege zu mir auf den Blog. Einiges verstehe ich ja – aber zwei Quellen irritieren mich: Facebook (da bin ich nicht mehr) und Baidu. Und totgeglaubte leben wohl länger: Yahoo. Naja, lächeln und winken! 😉 

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#Bilder #Fuji #Fujifilm #IShootJPEG #IshootJPG #KodakPorta400 #OoC #XPro3

Museumsblicke

(Künstlerische) Fotografie im Museum Bedarf nachmal einer Erklärung. Manchmal aber sieht man ein Bild und ist gefangen.

Wenn man dann noch beim Nachlesen auf eine spannende Persönlichkeit trifft, dann kann das schon sowas wie eine Schockliebe auslösen. Aenne Biermann hat mich mit einem einzigen Bild in den Bann gezogen. Die Autodidaktin schaffte es intime Portraits zu schaffen die mich wirklich fesseln. Gleichzeitig umfassten ihre Arbeiten auch Banalitäten die dann aber wegen ihrer besonderen Art Bilder zu schaffen für mich sehr einzigartig sind. 

Ähnlich wie bei Toni Schneiders ist es die Vielseitigkeit der fotografischen Arbeit die mich hier begeistert. 

Sicherlich hat ein August Sanders mit hunderten von Portraits nachhaltig Fotogeschichte geschrieben, mich begeistert aber die Vielseitigkeit. Vielleicht, weil auch ich so ein wenig querbeet unterwegs bin.  

#Bilder #Fuji #Fujifilm #IShootJPEG #IshootJPG #Museum #OoC #schwarzweiss #X100Vi

The Sound of Sweden

Es ist schon bemerkenswert, wie schwierig es ist, wenn man aus dem täglichen Trubel heraus plötzlich ins Nichts geworfen wird. Und ich habe mir das sogar selbst ausgesucht.

Sonnenuntergang Strömstad

Aktuell bin ich in Göteborg zur Einarbeitung bei meinem neuen Arbeitgeber. Und damit ich ein klein wenig CO2 sparen kann, habe ich gedacht, ich werde das Wochenende in Schweden verbringen und fliege nicht über das Wochenende nach Hause.

Badehaus in Strömstad

Ein schwieriger Schritt für eine Familie. Und wie sich herausstellt, auch ein schwieriger Schritt für mich.

Ein ganzes Wochenende in einer anderen Umgebung, ohne irgendwelche Aufgaben, ohne irgendwelche Menschen, mit denen ich interagieren kann. Also bin ich losgefahren, um das Land zu sehen und die Leute zu erleben. Ähnlich wie wir es in unserem Sommerurlaub getan haben. Nur eben ganz alleine. Und ich habe dabei festgestellt, wie leise es werden kann. Ohne Familie um einen herum. Unheimlich leise. Und um das noch zu verstärken, habe ich auf meiner Wanderung über Koster Island auf Musik und Podcast verzichtet.

Also keine Ablenkung von der Natur, von den Gedanken und den Emotionen. Es hat ein klein wenig gedauert, bis ich damit zurecht gekommen bin und es akzeptiert habe. Aber es ist ein unheimlich schönes Erlebnis, den Stimmen im Kopf Raum zu geben, bis sie am Ende schweigen. Am Ende ist es ein Erlebnis wie bei einer Zen-Meditation. Eben nur in der Natur und bei Bewegung.

Und das schlägt sich auch in meinen Bildern nieder. Den wunderbaren Herbsttag mit sehr angenehmen Temperaturen, strahlender Sonne und unendlich blauen Himmel wollte ich reduziert und ruhig festhalten.

Daher bewusst Tri-X 400 im Quadrat. Vereinzelte habe ich auf Kodak Portra 400 geschaltet oder doch einfach das iPhone gezückt. 

Südkoster Trail

Das wird wohl vorerst mein letzter Ausflug in Schweden gewesen sein, zukünftig werde ich mehr urban unterwegs sein.

Auf dem Rückweg habe ich dann noch das fehlende Hafenbild von Göteborg aus unserem Familienurlaub nachgeholt. Jetzt hat das Wetter gepasst!

Göteborg Sonnenuntergangsstimmung

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Stadt – Land – Wasser – Schweden

Der diesjährige Sommerurlaub hat uns nach Schweden geführt. Aus Gründen. Ein Land, das sich interessanterweise bisher in meinem Leben noch nie bereist hat. Ich war bisher nie nördlicher als Lübeck.

Natürlich hat man ein Bild von Schweden. Wir haben dich alle den Michel (aka Emil) aus Lönneberga und Pippi Langstrumpf gesehen, kennen die schwedischen Krimis von Wallander und haben ABBA im Ohr. 

Natürlich hat man auch Wünsche an Schweden. Interessant war, dass es am Ende doch alles ganz anders gekommen ist als gedacht.

Zur Vorbereitung hatte ich mir ein Buch gegönnt, das Schweden versucht hat zu erklären. Versucht. Ein paar Stereotypen wurden bestärkt und einiges in den historischen Zusammenhang gesetzt. Und Erwartungshaltungen geweckt. Das Erlebte war etwas „anders“, sicherlich der Zeit oder den Umständen (Familienurlaub) dieser Reise geschuldet. 

Eigene persönliche Erfahrungen von früheren Reisen in andere Städte und Ländern haben sich mit den Erwartungshaltungen und Wünschen vermischt und ein Idealbild von Schweden gezeichnet.

Das ist immer eine schwierige Voraussetzung, um ein Land neutral zu erleben. Stellt sich also die Frage, ob man vor einer Reise überhaupt Recherchen betreiben sollte. Oder einfach losfährt. 

Ist die „Überplanung“ mit zig Pins auf Google Maps hilfreich oder hinderlich?

Ist das Pre-Booking auf Airbnb und Booking.com praktisch, um ein Land zu erleben, oder sollte man nicht eher drauflos fahren und flexibler reagieren? Ist es eine Katastrophe, wenn man den geplanten Besuch im ABBA Museum entfallen lassen muss, oder kann man daraus nicht einfach etwas anderes machen?

Sind Postkartenmotive als Fotograf überhaupt erlaubt, oder muss ich zwingend aus jedem See in Schweden ein Monumentalwerk machen?

Ist es wichtig, jedes Museum und jede Kirche mitzunehmen, oder kann man das eine oder andere historische Monument nicht auch mal am Weg unbesucht vorbeiziehen lassen?

Vielleicht ist es das „FOMO“, das einen packen kann, wenn man auf Reisen ist. (Den Begriff kannte ich vor Corona übrigens nicht…) Diese Angst, den ultimativen Spot verpasst zu haben und das eine perfekte Foto nicht machen zu können. 

Erlebt habe ich sehr entspannte und freundliche Menschen, ein wahnsinnig hohes Niveau, was Englisch angeht, zu viele Schilder und Beschreibungen, die ich per App übersetzen musste, kombiniert mit der Einsicht, dass in Deutschland ebenso alles nur in Deutsch ausgeschildert ist, die „Fika“-Kultur, die mir sehr entgegenkommt (mag To-Go Essen/Trinken nicht so sehr), unendlich große Seen, deren Anblick definitiv zum Loslassen anregt, kleine Tiny Häuser, in die ich am liebsten sofort einziehen würde, und wunderbare raue Schären, die zum Wandern und Verweilen einladen.

Schweden ist definitiv ein Gefühl. Ruhe. 

P.S.: Für die Tech-Jünger hier: Bis auf ein Bild ist das alles Fujifilm X100Vi Velvia, meist mit Blende 4

#Bilder #Fuji #Fujifilm #IShootJPEG #IshootJPG #OoC #SooC #Velvia #X100Vi

Analogistan

tl;dr: Ich bin über einen Podcast ins Thema Altglas gerutscht, habe mir Minolta-Objektive besorgt und dazu eine X700, weil ich nostalgische Erinnerungen an meine Schulzeit im Fotolabor habe. Nach ersten Filmenrollen und dem Versuch der Digitalisierung habe ich einen VHS-Kurs besucht und wieder analog entwickelt – schön, aber zu aufwendig für zu Hause. Am Ende habe ich mich für den hybriden Weg entschieden: analoge Linsen an meiner Fuji X-Pro3. Scanner und Makro-Linse verkaufe ich wieder – war mal wieder eine typische GAS-Episode.

Jetzt die ganze Geschichte – und es hat wie immer ganz entspannt und einfach angefangen… 

Eric hat in (s)em Podcast was über Altglas an der Fuji erzählt und ich bin neugierig geworden. Nach etwas Rücksprache habe ich mich dann für ein Minolta Rokoko 50mm entschieden und gleich noch ein 28er dazu bestellt. Ich wollte ein wenig mit Altglas an der X-Pro3 rumspielen. Schauen, ob das was am Look der Bilder macht.

Jetzt ist es so, dass ich eine kleine Minoltahistorie habe. In der Realschule hatten wir damals ein sehr tolles kleines Fotolabor. Und in diesem Fotolabor habe ich quasi das Fotografieren gelernt. Damals auf eine X500 und eben auch auf einer X700. Die X700 war immer meine Lieblingskamera. Die war schon „digital“, also die Anzeige der Belichtungszeit und so. 

Es lag dann also irgendwie nahe, dass ich passend zu den beiden analogen Linsen mir auch noch eine analoge Kamera besorge. Und nach etwas Suchen wurde ich fündig! Eine X700 in sehr gutem Zustand über einen Händler, der die Kameras auch vorher auf Funktion prüft – also kein Risiko wegen falscher Belichtungszeiten oder Light Leaks. 

Und wenn man schon eine analoge Kamera im Haus hat, dann muss man diese auch irgendwann mal probieren. Also Film rein, ab in die Sonne und später den Film zur Drogerie bringen. Das Ergebnis grundsätzlich war jetzt nicht schlecht, aber die Drogerie konnte mir damals keine digitalen Scans der Abzüge liefern. 

Also beschäftigte ich mich mit dem Thema Digitalisierung der Abzüge bzw. Negative. Hier habe ich schnell festgestellt, dass die Digitalisierung vom Abzug suboptimal ist, und alle Versuche mit einfachen Mitteln, einen Film abzu fotografieren, irgendwie am Ende kein brauchbares Ergebnis herbeigebracht haben. Wieder ein bisschen Recherche und stundenlange YouTube-Videos anschauen hat mich dann zu Valoy gebracht. Jetzt hatte ich eine Kamera mit tollen Objektiven, eine Möglichkeit, einen Film zu digitalisieren, ohne über den Print zu gehen, und neu die Angst, dass die nächsten Filme, die ich in die Drogerie bringe, mir dort mit einer schlechten Entwicklung verhunzt werden. Also schnell mal in das Programmheft der Volkshochschule geschaut und festgestellt:  Einer meiner Lieblingstrainer bietet einen Laborkurs an. Ist ja easy – kann ich ja!

 Zurück im Labor hatte ich sofort nostalgische Gefühle. Der Geruch der Chemie, das Handling der Filmspulen, das Wässer…. alles irgendwie bekannt und vertraut. Trotzdem musste ich meine Erinnerungen deutlich auffrischen. Irgendwie hatte ich vergessen, wie viel Wasser bei der Entwicklung des Films benötigt wird, wie viel chemischer „Abfall“ entsteht und auch die Erstellung eines Kontaktabzugs hatte ich deutlich einfacher in Erinnerung! (Vielleicht hat der Trainer es aber auch komplizierter gemacht als wir früher)

Am Ende habe ich einen ordentlichen entwickelten Film mit einem Kontaktabzug nach Hause genommen und die Erfahrung gemacht, dass es grundsätzlich nicht so schwierig ist, einen Film selbst zu entwickeln. 

Allerdings habe ich noch im Kurs für mich beschlossen, dass die Einrichtung eines analogen Labors im Keller meines Hauses für mich nicht in Frage kommt. Die Aussicht, das gesamte Haus mit chemischen Dämpfen belasten zu können und unendlich viel Wasser zu verbrauchen, klingt für mich nicht attraktiv. 

Die VHS bietet einmal im Monat einen offenen Abend im Labor an. Das wäre eine grundlegende Option.

Ich kann jetzt überlegen, ob ich weiter fotografieren möchte und einmal im Monat dann zur Entwicklung zur Schule gehen, die Filme doch lieber im Fachlabor abgebe oder den ursprünglichen Weg doch beibehalten und die wunderbaren charmanten analogen Linsen vor die digitale X-Pro3 schraube und einen hybriden Weg aus analoger Linse, Fuji, JPEG, Rezepten und digitalen Sensor gehe.

Die Entscheidung ist nach Kallmünz gefallen, wo ich genau diesen hybriden Weg gegangen bin und ich von dem Prozess und den Ergebnissen durchaus begeistert und auch überzeugt bin. 

Zitronensonne

Also werde ich den Scanner und die Makro-Linse wieder verkaufen – es war mal wieder eine Schnapsidee (vielen Dank an mein chronisches GAS…). 

Wartend

#analog #Analoglinse #Bilder #Fuji #Fujifilm #IShootJPEG #IshootJPG #Minolta #OoC #schwarzweiss #XPro3

Living in America – und was davon übrig bleibt

James Brown hat mal voller Energie gesungen: Living in America. Funk, Glanz, große Show. Und irgendwo hatte ich diese Melodie im Kopf, als ich nach zehn Jahren „USA-Pause“ wieder hier gelandet bin. Ich habe in den letzten 30 Jahren schon ein paar Ecken der USA gesehen, Kalifornien, Tennessee, Boston & Maine und Florida habe ich mehrfach bereist und habe viele Jahre in einer amerikanischen Firma gearbeitet. Ich schaue Filme und höre Musik, in denen die amerikanische Kultur gespiegelt wird. Ich habe ein Bild von Amerika. Diesmal, wie vor 10 Jahren, reise ich wieder nach Florida – Sonne, Strand, Palmen. Nochmals das ganze Bild aus dem Reiseprospekt.

Nur: Die Realität ist inzwischen ein bisschen anders als der Song. Weniger Funk und der Glanz ist matt, mehr Plastik, mehr Blecht und noch mehr Patriotismus. Das Land (bzw. dieser Bundesstaat) wirkt noch oberflächlicher, als er in meiner Erinnerung war. Alles scheint noch größer, lauter, aufgepumpter – und gleichzeitig leerer zu sein. Überfüllte Städte mit viel zu riesigen Vans und Trucks, Konsumtempel (aka Malls) größer als Flughafen, in denen alles glänzt, aber nichts bleibt.

Und es gab auch schöne Stationen auf dieser Reise: am Strand, im kleinen Caladesi Island State Park, in dem wir die einzigen „Wanderer“ waren, im wirklich sehenswerten Dali-Museum in St. Petersburg oder Ybor City, dem „kubanischen Viertel“ in Tampa, das mit seiner Musik, seinen Gerüchen und Stimmen fast wie ein eigenes kleines Land wirkt und dank der authentischen Menschen, die ich hier getroffen habe, das echte Highlight war. Aber dann auch wieder diese überteuerten Restaurants, in denen immer dieselben Gerichte serviert werden – Burger, Chicken, verkochte Pasta, vielleicht mal ein liebloser Salat als Alibi. Cola als Refill.  

Das eigentliche Highlight der Reise hatte mit all dem nichts zu tun: Das Wiedersehen mit meiner Familie, die Geburtstagsfeier meiner Schwester, das gemeinsame Lachen, der Spaß am Meer oder im Pool, gemeinsames BBQ. Keine Show, keine große Bühne – einfach echt.

Vielleicht ist das der Unterschied zwischen dem Song und dem Leben: James Brown singt von einem Amerika, das man feiern will. Ich habe eins erlebt, das viel Show macht, aber seine echten Momente nur dann hat, wenn man die Kulisse vergessen kann.

Generiertes GrAIffiti von mir im Dali Museum in St. Pesterburg.

Mir ist klar, dass ich nur einen Stecknadelkopf großen Teil der USA gesehen habe und dass ich nicht von der Region Tampa auf die ganzen USA Rückschließen kann. Allerdings war ich hier schon ein Mal und kann vergleichen. Ich wäre gerne noch mehr unterwegs gewesen – aber es gab andere Prioritäten.

#Bilder #Fuji #Fujifilm #IShootJPEG #IshootJPG #OoC #Reise #Reisen #Reisetagebücher #X100Vi

Gipfelblick

Zum zweiten Mal dieses Jahr war ich in Oberstdorf. Das erste Mal mit der Familie und nun das zweite Mal beim Fotogipfel. Konkret war ich beim Hörertreffen des Fotopodcasts in Oberstdorf beim Oberstdorfer Fotogipfel 2025.

Bahnhof Poing am frühen Morgen

Nach einer entspannten Anreise mit der DB (Bayernticket 1. Klasse – sehr zu empfehlen) habe ich mir ein klein wenig die ganzen Ausstellungen des Fotogipfels in Oberstdorf angeschaut. Überthema 2025 war „Wasser“. Ich bin jetzt nicht so sehr der absolute Natur-/Tier-Fotofreak, aber hier und da gab es bemerkenswerte Motive bei deren Aufwand, das Bild zu machen, ich mich sehr tief verbeuge!!! Das ist sehr viel mehr, als nur den Augenblick zu pflücken

Die Leica-Galerie war wieder ein Highlight! Immer sehenswert. Bemerkenswert war hier ein Zitat von Stefan Rosenboom, das ich mir wirklich abfotografiert habe:

„Fotografie als Weg
Bedingungen für eine Möglichkeit schaffen.
Und im Moment des Auslösens hält alles
Sehen und Spüren für einen Atemzug inne.
Beseelt durch den Augenblick.“
(https://www.augenwege.de/ich

Das Zitat hat mich echt zum Nachdenken gebracht, mal sehen, wie mich das noch weiter bewegt.

Ebenso war die Serie von Blagovesta Semkova in der Villa Jauss, die den 1. Platz des Best-of-Best 24/25 „New Talent Award“ gewonnen hat. „Die Serie zeigt, wie ihr autistischer Sohn die Welt wahrnimmt. Semkova beweist mit ihren lyrischen Schwarzweißfotos, dass Fotografie ein Schlüssel zu Verbindung und Verständnis sein kann.“  (https://www.profifoto.de/portfolio/2025/05/20/blagovesta-semkova-son/

Nach vielen Bildern und einem ausgiebigen (Foto-)Spaziergang durch Oberstdorf (plus einem Powernap) ging es dann noch zum Hörertreffen des Fotopodcasts.

Es war total nett mal ein paar neue Leute zu treffen und auch die bekannten aus dem FPC Universum wieder in den Arm zu nehmen.

Das FPC-Team hat es sich nicht nehmen lassen und hat uns eine kleine Challenge gegeben, damit wir Oberstdorf noch aus einem ganz anderen Blickwinkel erleben konnten – von gaaaanz oben! Vom Nebelhorn! Was für eine tolle Überraschung, hier ein Gratisticket zu bekommen, um eine der Aufgaben in luftiger Höhe umsetzen zu können.

Konkret waren Bilder zu den folgenden Aufgaben zu erledigen:

  • Wasser (Überthema des Fotogipfels),
  • Mach den Gipfel zum Fotogipfel,
  • Lasse von Thomas Adorff (https://www.thomas-adorff.de) ein ausgefallenes Portrait von dir schießen.
  • WasserMach den Gipfel zum Fotogipfel,Lasse von Thomas Adorff ein ausgefallenes Portrait von dir schießen.

    Und wer jetzt glaubt, dass die Aufgabe 3 super einfach war, der darf sich gerne mal VOR die Linse stellen.
    Ich habe die Mini-Serie hoffentlich mit ausreichend Kreativität umgesetzt. Leider wusste ich vorher nicht, dass Thomas Adorff in SW und Quadrat arbeitet. Well… 

    Hier noch meine Sicht der Momente 😀

    Wasser – Photographers ViewGipfel – Photographers View

    Ein kleiner Rundgang im Studio mit einigen O-Tönen von den Hörern hat das Ganze sehr nett abgerundet. Sollte mein Redebeitrag gesendet werden, muss halt ein Untertitel in den Podcast rein.

    (c) Fotogipfel Oberstdorf Media Team

    Zurück ging es wieder mit der DB, diesmal mit „etwas mehr“ Zeit im Zug, um Filme/eMails/Bilder zu sortieren. Ich freue mich immer über mehr Extrazeit, um sinnvolle Dinge zu erledigen. 😉

    Bahnfahrt mit Verspätung

    #Bilder #Fotopodcast #Fotowalk #Fuji #Fujifilm #IShootJPEG #IshootJPG #OoC #schwarzweiss #X100Vi

    Zufallsmomentum

    Im Gegensatz zu begabten Street- oder Naturfotografen plane ich keine Bilder. Anders als diese sehr bemerkenswerte Menschen, die ein Bild vorplanen in dem sie sich sich Ort und Zeit genau aussuchen und dann zum Teil stundenlang verweilen um genau im richtigen Moment das perfekte Bild zu machen, bin ich einfach unterwegs und pflücke das was ich sehe.

    Ab und zu bin ich dann doch zum „entscheiden Moment“ am richtigen Platz. Und ich mag mich gar nicht mich mit HCB gleichstellen, sondern mag nur in meinem ganz kleinen Kosmos, in dem ich unterwegs bin anmerken, dass ich ab und zu dann doch ein bisschen mehr Glück habe als sonst.

    Eine dieser wenigen glücklichen Momente ist mir an Pfingsten beim Familienurlaub in Oberstdorf in der Breitachklamm passiert. Nach einer kleinen Wanderung von unserer Unterkunft sind wir zufällig, wirklich zufällig genau in dem Moment durch die Klamm gekommen, als die Sonne über dem Wasserfall stand! Bingo!

    Neben dem Ausflug in die Klamm wär ich (endlich) mal auf dem Nebelhorn waren wir auch im Trettachhäusle um die Nana-Recover Your Smile e.V. Ausstellung „Behind the Smile“ zu besuchen und viel wir hatten Allgäuromantik

    #Bilder #Fotowalk #Fuji #Fujifilm #IShootJPEG #IshootJPG #OoC #SooC #Wandern

    Sportplatzerinnerungen

    Die Tage hatte mein Junior Leichtathletik Wettkampf – also verbrachten wir bei allerbestem Sonnenscheinwetter einen Nachmittag auf unserem Sportplatz. Und schwitzten!

    Wie ich schon Mal zu meinen Kindheitserinnerungen geschrieben habe, kannte ich so einige Sportplätze in Baden-Württemberg dank der sportlichen Ausflüge recht gut. 

    Also habe ich hier mal wieder einen kleinen Flashback erlebt – es war eben nicht das erste Mal, dass ich schwitzend auf einem Sportplatz war. 

    Sportplatz, das steht für Warten, Sport, Steakweckle und Limo.

    Die Perspektive war anders – früher habe ich als Kind oder Jugendlicher entweder aktiv was getan (Feldhockey gespielt) oder bin mit Kumpels irgendwo umgestiegen und haben quatsch angestellt.

    Diesmal standen wir in der sengenden Sonne auf dem Platz und haben den Kids beim rennen/springen/werfen bzw. am Ende eben bei der Siegerehrung zugeschaut. 

    Ein Großteil der Bilder ist mit der X-Pro3 und einem Minolta Rokkor 50mm/F1.7 gemacht worden. Zwei Bilder mit einem 27mm TTartisan.

    #Analoglinse #Bilder #Fuji #Fujifilm #IShootJPEG #IshootJPG #OoC #SooC #XPro3